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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-06-19 · 25 (19.6.1896) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
25 (19.6.1896)
Date
1896-06-19
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 502 Nr. 25 Dr. Bloch's Wochenschrift findet sich: Louis A. Nathan aus Auckland (Neuseeland); S. L. Heyman und Albert Holt aus Johannesburg; S. Weiß aus Oesterreich-Ungarn, L. Allatini aus Italien; B. W. Lovy aus; New-Castle (Neusüd)vales); Mr. Louis Phillips aus Sydney rc., Sir Soul Samuel ist Ehrenpräsident des Congrefses, Herr H. Mosenthal, Mitglied des Comites. Cambridge. Freunde des Professors Felix Liebermann werden mit Vergnügen hören, daß die hiesige Universität ihm die Ehre zu erweisen gedenkt, ihn zum Ehren-Doctor der Rechte zu ernennen. Felix Liebermann aus Berlin ist ein ausgezeichneter Geschichtsschreiber, der sich hauptsächlich mit der Erforschung des mittelalterlichen England beschäftigt hat. Er ist ein Mitarbeiter der »English Historical Review« und anderer Zeitschriften. Er ist ein verhältnißmäßig junger Mann und hat erst zu Beginn des Jahres in Preußen den Professortitel erhalten. Er ist ein aufgeklärter treuer Jude, welcher mit Wort und That den Antisemitismus bekämpft. Warschau, den 12. Juni 1896. Die hiesige jüdische Gemeinde hat einen herben Verlust erlitten. Der langjährige Präses des Cultusvorstandes, Dr. Ludwig Natanson, verschied plötzlich, nachdem er zuvor längerer Zeit krank gewesen, und hinterläßt er eine Lücke, die wohl nicht so leicht auszufüllen sein wird. Binnen wenigen Wochen hätte er das fünfundzwanzigjährige Jubiläum seiner Obmannschaft gefeiert, doch war es ihm leider nicht gegönnt, diesen Zeitpunkt zu erreichen. Sein Begräbniß gestaltete sich zu einer großartigen Manifestation. Der Cultusvorstand, der dies vorausgesehen, hatte sich — da das tragische Ereigniß aus dem Chodynsker Felde in Moskau noch in Aller Erinnerung — mit der Bitte um Auftechthaltnng der Ordnung an die Polizeibehörde gewendet, und wurden ihm daher zweihundert Polizisten zur Verfügung gestellt. Diese Vorsichtsmaßregel erwies sich nichts weniger als überflüssig, da sich nahezu hunderttausend Menschen an dem Leichenzuge betheiligten. Am Grabe wurden mehrere Reden gehalten, welche das nutzbringende Wirken des Todten schilderten. Unter Anderem sprach Professor Paranowski, ein Nichtjude. Zu den hervorragenden Verdiensten des seligen Dr. Natanson, der sich auch als medicinischer Schriftsteller großer Bedeutung erfreute, gehört die Errichtung vorzüglicher Handwerkerschulen für jüdische Knaben und die Initiative zum Bauen eines neuen israelitischen Krankenhauses, welches allen Erfordernissen der zeitgenössischen Hygiene entsprechen wird. Dieses Hospital soll, wie beabsichtigt wird, noch im Laufe dieses Jahres zur Vollendung gelangen. Was die Handwerkerfchulen anbetrifft, so leisten die Zöglinge derselben so Vorzügliches, daß ihre Arbeiten auf einer „Ausstellung stylgerechter Einrichtungen" allgemeine Bewunderung erregten. Dabei darf nicht unerwähnt gelassen werden, daß sie sich neben prachtvollen Antiken aus dem königlichen Schlosse befanden (die der General- Gouverneur, Graf Schuwaloff dem Counts der Ausstellung leihweise überließ) und neben sehr schönen Gegenständen aus den zahlreichen Palästen des hiesigen Adels. — Die „jüdische Frage" wird in unserer Stadt so allgemein bearbeitet, daß sie sich sogar auf die „Bretter, welche die Welt bedeuten," wagt. Während der letzten Theatersaison wurde nämlich ein Stück „Die Juden", von Korzeniowski, häufig und mit großem Beifall gegeben. Das Stück ist eigentlich eine Satyre auf die polnische Schlachta, deren Charakterfehlern die Biederkeit und Dankbarkeit eines Juden entgegengestellt wird. Trotz der judenfreundlichen Tendenz, welche insbesondere in der den Culminationspunkt des Schauspiels bildenden Scene zum Ausdrucke gelangt, und trotzdem das Stück der Feder eines der älteren Autoren entstammt, ist das Haus bei jedermaligen Vorstellung ausverkauft und werden daher „Die Juden" wahrscheinlich noch längere Zeit auf den Brettern das Publicum und ... die Theaterdirection erfreuen. S. St. Petersburg. (V o n der jüdischen Bevölkerung Petersburgs wird dem r u s s i s ch e n K a i s e r p a a r e bei seiner Rückkehr nach Petersburg ein Kunsttverk überreicht werden, welches von dem bekannten russischen Bildhauer M. Antokolski hergestellt worden ist. Das Werk stellt einen Engel dar, der vom Himmel auf die Erde herabsteigt, in den Händen die Kaiferkrone, um sie auf das Haupt des Gesalbten zu legen. Die Gruppe ist aus reinem Silber hergestellt und wiegt gegen 4 Pud (1 Pud gleich 16'38 Kilogramm). Die Figur des Engels steht auf einem Postamente, welches mit einem werthvollen rothen Stoff bedeckt ist; die Höhe der Figur beträgt die halbe Menschengröße, bei einer Breite von dreiviertel Archin (1 Archin gleich 0'71 Meter). Das Postament mit der allegorischen Gruppe kann mit Hilfe eines Mechanismns in eine rotirende Bewegung versetzt werden. Das ganze Werk kostet mehr als 22.000 Rubel, von welchen der Bildhauer 10.000 Rubel erhält. Es ist noch nicht bekannt, ob die Ueberreichung des Kunstwerks im Namen der ganzen jüdischen Bevölkerung Rußland?- oder nur der jüdischen Gemeinde Petersburgs stattfinden wird. Petersburg, 29. Mai. Anläßlich der Kaiserkrönung erhielten folgende Glaubensgenossen Orden: Der Collegiensecretär Gabriel R o's e n b erg den Anna-Orden dritter Classe, Zacharias Pupkin den Stanislaus-Orden zweiter Classe, der Augenarzt Dr. Alex. N a t h a n s o h n den Stanislaus-Orden dritter Classe, der Assistenzarzt S. Rappoport denselben Orden, Dr. L. Gordvn, Arzt, den Stanislausorden dritter Classe. Moskau, 3. Juni. Der Kaiser hat die hier bei der Krönungsfeier anwesenden Rabbiner, die Herren Dr. D r a b k i n aus Petersburg, A. I. Masse aus Moskau und Rabbi I e h u d a h S e g a l zur Entgegennahme der Glückwünsche empfangen und sie mit goldenen Medaillen mit der Aufschrift: „Für Diensteifer", am Stanislaus-Ordensband zu tragen, ausgezeichnet. Das Krönungsmanifest vom 14. (26.) Mai verordnet unter Anderem, die von den jüdischen Ackerbauern im Jekaterinoslaw'schen Gouvernement der Staatscasse schuldigen, für die Zeit bis 1. Jänner 1887 treffenden G r u n d st e u e rr ü ck st ä n d e seien als getilgt betrachtet. Vermischtes. Wien. (S p e n d e n - V e r z e i ch n i ß.) Zum Bau eines israelitischen Bethauses in der Brigittenau haben gespendet: Herr und Frau Ignaz W a s s e r m a n n 500 fl., Herr Dr. Maximilian Spitzer 200 fl., Herr Dr. Heinrich Schreiber 100 fl., Herr Heinrich Weiner 100 fl., Herr M. v. Engel 100 fl., Herr Leopold Spira 100 fl., Herr Emil Fürth 100 fl., Herr Alfred H. M e ß i n g e r 100 fl., Herr Dr. Nathan Weinstein (1 Rate) 50 fl., Herr Jacob G o l d n e r (1 Rate) 50 fl., Herr Em. Hager (1 Rate) 50 fl., Herr Otto Lang 50 fl., Herr Josef Wünsch 50 fl., Herr Dr. Ernst'R o s e nt h a l 50 fl. Herr Max G e l b a r t 50 fl., Herr Dr. Hermann Deutsch 50 fl., Herr Dr. Alexander Weiß 50 fl., Herr Hermann Ellbogen (1 Rate) 50 fl., Herr Jacob Och.s (1 Rate) 50 fl., Herr Jacob K o h n, Juwelier 50 fl., Herr Adolf Feuer (1 Rate) 50 fl., Herr David Spitz 50 fl., Herr S. Steiner 40 fl., Herr Dr. Ph. Freund 30 fl., Herr Manfted S ch n e k 30 fl., Herr A. H a a s (1 Rate) 30 fl., Herr Ferdinand S p i e g l (1 Rate) 25 fl., Herr Sigmund Fleischer 25 fl., Herr Moriz Traube 25 fl., Herr Alfted K o r i t s ch o n e r 25 fl., Herr Sigmund R o s n e r (1 Rate) 25 fl., Herr Josef Süß 20 fl., Herren T o b i a s L A u 20 fl., Herr Albert W e r t h e i m e r 20 fl., Herr Andreas Z ö ch 20 fl., Herr Josef K v h n, Secretär, 20 fl., Herr Ignaz Körne r, Kaufmann, 20 sl., Herr Ignaz Friedman n 20 fl., Herr E. S ch a ck 20 fl., Herren Brd. H ö n i g s b e r g 20 fl., Herren Bernhard W e i n i n g e r & Söhne 20 fl., Herr Th. R o b i t s ch e k (1 Rate) 15 fl., Frau Selma D u b 15 fl., Herr I. S. Deutsch (1 Rate) 10 fl., Herr Heinrich Glaser (1 Rate) 10 fl., Herr Josef M e ß n e r 10 sl., Herr Samuel Schwarz (1 Rate) 10 sl., Herr N. Kolben 10 fl., Herr S. L e d e r b e r g 10 fl., Herr S. Bärenkopf 10 fl., Herr Ignaz Rvubitschek 10 fl., Herr Jacob K o h n 10 fl. und 40 fl. G l a s, Herr Dr. Hönigsfeld 10 fl., Herr A. M. Feuer 10 fl., Herr Valentin Weiland 10 fl., Herr Bernhard Schick 10 fl., Herr A. Renne r 10 fl., Herr I. M. K ö ck 10 fl., Herr Adolf Stern (1 Rate) 10 fl., Herr Sigmund Weiß 10 fl., Frau Irma Singer 10 fl., Herr Leopold Fischer 10 fl., Herren Geza & Ferdinand Schwarz 10 fl., Herr Arnold Brau n 10 fl., Herr Jacob R o b i t s ch e k 10 fl., Herr Herr Michael Goldsand 10 fl., Herr Hermann K n m m e rm a n n 10 sl., Herr Philipp Weiß 10 fl., Herr Anton Berger 10 sl., Herr Harsch K a h l e n h o f 10 fl., Herr Wilhelm K o h n 10 fl., Herr I. Für st 10 fl., Herr Moritz Herzog (1 Rate) 10 fl., Herr E. R o b i t s ch e k 10 fl., Herr Dr. Alfted P o l l a k 10 fl., Herr Dr. Josef T o ch 10 fl., Herr Hugo Redisch 10 fl., Herr Adolf Ruh mann 10 fl., Herren Bnnzel & Biach 10 fl., Herr E. Lisner 10 fl., Herr Jacob L ö w y 10 fl., Herr Hermann S ch w e i n b u r g 10 fl., Herr M. Ang. R o b i t s ch e k 10 fl.

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