Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 25 (19.6.1896)
- Date
- 1896-06-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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- Capua 1× ep/1047865
- Zittau 1× ep/1046085
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Serie 492 so lehrreich die Verhandlungen über das Getreidetermingeschäst erwiesen haben. Es sind also nicht Angebot und Nachfrage, wie nur zurückgebliebene Professoren, andere Narren oder verbrecherische Helfershelfer des Geheimbundes glauben können, die den Preis bestimmen; der Preis wird vielmehr bestimmt durch „ein abgekartetes Spielsystem" — es kann kein Zweifel sein — des internationalen Judenthums. Ich will als ehrlicher Mensch den Absatz der Broschüre nicht schädigen und ich will auch offen gestehen, daß ich die geistreichen Enthüllungen, die die Broschüre über dieses „abgekartete Spielsystem" enthält, zu meinen! Leidwesen vollkommen nicht verstanden habe; Herrn von der Groeben-Arenstein und Herrn von Herder ist das jedenfalls gelungen; ich beschränke mich darum auf die Andeutung, daß unter Anwendung einer selbstentdeckten ingeniösen „Cursstenographie" und unter Eintheilung der Schwankungen in „Baisse-" und „Hausse-Dreitheiligkeit", dann durch Tafeln, Tabellen, schematische Darstellungen und durch Ausführungen das Geheimniß der Geheimnisse für die Actien der österreichischen Credit-Anstalt bloßgelegt ist, so daß der Weg nun offen steht, damit auch andere sich an den Raubzügen der internationalen semitischen Verschwörer betheiligen können. Da ich die schwerer entwirrbaren detaillirten Berechnungen bei Seite lasse, so will ich wenigstens ein Paar der zusammeusassenden ebenso farbigen wie plastisch eindrucksvollen Ausführungen der Broschüre hierhersetzen. Man lese: „Diese Ein-, Zwei- und DrenheUigketten, die wir jetzt kennen gelernt haben, entsprechen annähernd den Sectionen und Zügen des Regiments. Wie der Regimentscommandeur seine Züge nach rechts oder links dirigiren kann, so operirt unser geheimer Börsencommandeur mit diesen Ein-, Zwei- und Dreitheiligkeiten nach oben oder nach unten. Scheint einmal ein Positionswechsel angezeigt, so erfolgt dieser ebenso kurz und präcis wie beim Regiment- Dabei aber behält der Leiter der Spiels immer die Directive. Auch der Börsencommandeur verkügt über verschiedene Waffengattungen, nämlich den Renten-, Banken-, Bergwerks- und Bahnenmarkt, in diesen einzelnen Märkten nun lasten sich wieder unterscheiden, wie z. B. bei dem Bankenmarkt, schwere und leichte Regimenter; die Creditactie gleicht einem Grenadierregiment, die Berliner Handelsgesellschaft mag einem Jägerbataillon entsprechen. Wie ferner das eben erörterte kleine Spiel eines Platzes dem Regimentsexerciren entspricht, so läßt sich das große Wiener Spiel treffend mit dem Ererciren im großen Stile, nämlich mit dem Brigade- oder Divisionscxerciren vergleichen". Oder eine andere Stelle aus der „militärischen Börsenskizze": „Als ich noch Militär war, wurde die Infanterie der Backzahn Sr. Majestät genannt. Sehen wir uns nun einmal die Backzähne Sems an, so finden wir, es sind die Banken (die Maklerbanken nicht zu vergessen!) Unter den an der Berliner Börse gehandelten Bankpapieren folgen ihrem Range nach im Spielsystem Credit, Commandit, Handelsgesellschaft. Am 3. Juni standen Mittags 11'/, Uhr drei Regimenter feldmarschmäßig gepackt in der Burgstraße vor der Börse aufmarschirt. Es waren dies: 1. Das I. kanaanitische Garderegiment zu Fuß, genannt „Oesterreichische Creditanstatt", unter Eommando des Obersten Edler von Sem. 2. Das judäische Grenadierregiment „Disconto-Commandit" unter Commando des Autokraten Herrn von Hansemann, genannt „der Arier" (siehe Mittheilungen des Vereines gegen den Antisemitismus im erster. Capitel: „Der Giftbaum der Börse" aus „Altes und Neues von der Börse". Pahl'sche Verlagsbuchhandlung, Zittau in Sachsen). 3. Das israelitische Leibjägerbataillon „Handelsgesellschaft" unter Führung des Ritters von Fürstenberg. Die Action beginnt: Die im Capua der Hausse nichts ahnend schwelgende, disciplin- und führerlose Truppe der Gois soll von dieser ihrer' Höhenposition 465 Credit, 205 Disconto, 159 Handelsgesellschaft binnen ca. 5 Wochen heruntergeworfen werden, und zwar Credit auf 447, Disconto 191, Handelsgesellschaft 150." Und endlich cm dritter Stelle: „ . . . Die Hausse- oder Baissepartei ... ist nur ein Kunst- Product, ein vorgedacht gezeichnetes Gebilde der allmächtigen Gruppe; man läßt diese Richtung aber gewähren und füttert sie durch Tendenzberichte der Zeitungen und plangemäße Börsencirculare solange an, als es den Matadoren in ihren Kram paßt. Solche Hausse- oder- Baissepartei sind eben Schlachtthiere, Mastochsen, je fetter, je besser, sie haben eben von weit und breit das Capital aufgesogen und überheben nun die finanziellen Machthaber der Mühe des weiteren Sammelns; in sich selbst liefern sie die Ausbeute der kleineren Betrogenen, die zu ihnen zusammenliefen, ihnen sich anschlossen. Ist nun der Zeitpunkt gekommen, so werden sie erbarmungslos nach den Nr. 25 Regeln der Kunst abgeschlachtet, die einen wie die andern, einmal in der Hausse, ein andermal in der Baisse." Daß diese Mischung vvn schneidigem antisemitischen Militarismus und agrarischem „Mastochsenthum" den Herren conservativen Reichstags ab geordneten von der Groeben-Arenstein und von Herder außerordentlich gefallen mußte, und ihrer Intelligenz völlig einleuchtend erschien, ist nach den Erfahrungell neuerer Zeit begreiflich genug. So traten bemt die beiden adeligen Volksvertreter mit Herrn Lieutenant a. D. F. Kolk zusammen und spendeten 500 Mark, um sich an den Evolutionen des ersten kanaanitischen Garderegiments zu Fuß und an der Abschlachtung der „Mastochsen" zu betheiligen, gemäß den Entdeckungen ihres originellen militärischen Börsenpropheten. Dieser Proceß enthält eine sehr werthvolle culturhistorische Thatsache. Die Verhandlungen über das Börsengesetz kann der nur allseitig verstehen, der berücksichtigt, daß die Majorität aus solchen Conservativen wie die von der Groeben und von Herder bestand, und solchen anderen, die die erstaunliche Entsagung übten, sich der wirthschastlichen Bildung jener demuthsvoll unterzuordnen, wie das auch die Regierung voraussichtlich thun wird. Sv kann inan denn wohl mit einigem Recht behaupten, daß die wirthschaftliche mrd politische Weltanschauung des Lieutenants a. D. Kolk ganz wesentlich heute die deutschen Geschicke beeinflußt. Werden unter solchen Umständen Handel und Wandel mit Maßnahmen beglückt, so kommen Producte wie das Börsen- oder Zuckersteuergesetz und dergleichen zu Tage; würde man die Medicin reglementiren, so würde nian Krähenaugen, bei Neumond geröstet, gegen Epilepsie verschreiben, und würde man die Astronomen beglücken, so würde die Astrologie auf den Thron gesetzt werden. So sieht „die herrschende Kaste" heute in Deutschland aus, die in ihrem altererbten Hexenglanben nach der Geheimlehre der Börse und der Geheimlehre des Talmud späht, weil sie meint, daß man heute wohlhabend und reich nur durch geheime Niedertracht werden kann; an das Mittel der Sparsamkeit, des Fleißes und der Intelligenz haben Viele von jenen nie glauben gelernt. Arme conservative Agrarier! Ihr Unglück sind nicht vor Allem die niedrigen Preise; ihr größeres Unglück ist ihre niedrige Intelligenz, und diese Unbildung, gepaart mit ihrer Anmaßung, die herrschen will und die eine schwache Regierung und ein politisch allzu gleichgiltiges Volk herrschen läßt, das ist zugleich das Unglück Deutschlands. Ignotus. Herder'« Ansichten über das israelitische Schrifkthum und den israelitischen Volkscharakter. I. Herder steht in der vordersten Reihe der führenden Geister, die im vorigen Jahrhundert Deutschland aus der Nacht zum Lichte geleitet, die uns eine Literatur gegeben haben. Aber während seine großen Genossen Werke geschaffen haben, die in Jedermanns Hand, in Jedermanns Munde sind, hat Herder's viel umfassender Geist keine Dichtung, ja nicht einmal ein prosaisches Buch zurückgelaffen, das, aus der eigenen Kraft geboren, mit jenen Meisterwerken wetteifern könnte. Scherer bezeichnet es als das Hauptverdienst Herder's um die deutsche Literatur, daß er damals in Straßburg den jungen Goethe geweckt habe und ein ganzes langes Capitel trägt bei ihm die Ueberschrift: „Goethe und Herder"; aber in diesem Capitel ist von Goethe viel, von Herder wenig die Rede, und so günstig auch der zur Zeit des gemeinsamen Aufenthaltes in Straßbnrg, um fünf Jahre ältere und schon als Schriftsteller bekannte Herder auf Goethe gewirkt hat, da er ihm die Natur als die beste Lehrerin des Dichters pries, wer zweifelt, daß Goethe auch ohne diesen Mentor den Weg gefunden hätte und wie es oft für einen Lehrer ein besonderes Glück ist, einen genialen Schüler zu gewinnen, so daß der Jünger den Meister zur Unsterblichkeit mit emporhebt, so war es fiir Herder, ganz abgesehen von dem praktischen Nutzen, den ihm die Bekanntschaft mit Goethe später eintrug, unstreitig ein Segen, seine poetischen Theorien in die Seele Goethe's als in den empfänglichsten und ftnchtbarsten Boden zu legen. Br. Vloch's Wochenschrift.