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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-06-12 · 24 (12.6.1896) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
24 (12.6.1896)
Date
1896-06-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 472 Dr. Blvch's Wochrnfchrist Nr. 24 Geehrte Herren! Wie Ihnen bekannt ist, betrug das Gebahrungs-Deficit im Jahre 1894 sl. 14261)2. Im Jahre 1895 bezifferte sich dasselbe auf fl. 56.032-75'/,, Dieses ungünstige Ergebniß wurde durch steigende Bedürfniffe in allen Zweigen der Verwaltung hervorgerufen, welche sich auf die Agenden der einzelnen Sektionen folgendermaßen vertheilt haben. L Section betreffend: Rituelles Bad, Bethausverwaltung Stadt, Bethausverwaltung Leopoldstadt, Bethaus, Haus und Verwaltung Sechshaus, Bethaus, Haus und Verwaltung Ottakring, Verhaus, Haus und Verwaltung Währing, Bethäuser-Filialen, Jugendgottesdienst, Fleischbank im I. Bezirk, Häusererträgnisse, Prediger und Rabbiner, Mohelim und sonstige rituelle Auslagen, Gebäude-Jnspection, erforderte im Jahre 1895 über die betreffende Einnahme.fl. 54.545-99 im Jahre 1894 über die berreffende Einnahme . . . . „ 47.109-34 sohin im Berichtjahre mehr um.- . - . fl. 7436'65 II. Section betreffend: Gemeinde-Bibliothek und Unterrichts-Anstalten und Lehrergehalte, erforderte im Jahre 1895 über die bezüglichen Einnahmen fl. 45.802-29 im Jahre 1894 über die bezüglichen Einnahmen - . . „ 41.917 97'/, sonach im Berichtjahre mehr um.fl. 3884-31'/, III. 2 ec 1 ion betreffend: Friedhof, Central Friedhöfe alte rituelle Vcrköstigung- Altersversorgungshaus-Berwaltung, Spitalsverwaltung, Unterstützungen und Be'träge, erforderte im Jahre 1695 über die bezüglichen Einnahmen.. . fl. 45.465 30 erforderte im Jahre 1894 über die bezüglichen Einnahmen „ 14.516-52 sonach im Berichtjahre mehr um . -.„ 30.948.78 Bei dieser Post ist jedoch zu bemerken, daß im Jahre 1894 fl. 13.227-76 auf „Amortisations-Conto" als Verlust gebucht waren, wahrend sie in diesem Jahre dem „Centraliriedhof-Conto", das sie als Auslage betreffen, zu Lasten geschrieben worden sind. IV. S e c r i o n betreffend: Cultusbeiträge, Einkaufsgebühren, Gemeinde-Verwaltung' Matrikelamt, Pensionszulagen, Gnadengaben, Zinsen, lieferte im Jahre 1895 über die Ausgaben einen Ueberschuß von . . fl. 109.026-56'/, im Jahre 1894 . ...... 108.868-Q3'/, sonach im Berichtjahre mehr um . ... . ........fl.J58'53'/s Die sonstigen Bedürfnisse erforderten im Jahre 1895 über die bezüglichen Einnahmsposten.- . .fl. 19.245-73 im Jahre 1894 .- . . „ 6750-72 sonach im Berichtjahre mehr um.fl. 12.495-01 Die Rekapitulation gibt nachstehendes Bild: Gegen 1894 erforderten einen größeren Zuschuß im Berichtjahre die Agenden der I. Sektion . -. . .fl. 7436-65# „II. „ .'.« 3884-31'/, „ III. „ .. „80.948-78 die sonstigen Bedürfniffe.12.495-01 fl. 54.764 76 dagegen lieferte die IV. Sektion einen größeren Ueberschuß von ... -.. . fl. 158-53 Das Deficit war daher gegen 1894 gestiegen um fl. 54.606-23 und da im letztgenannten Jahre der Gebahrungsausfall „ 1.426 52'/, betrug, so stellt sich das Gesammtdeficit des Bericht- _ jahres tote eingangs erwähnt auf •. - . „ 56.032-75'/, Hervorheben muß ich bei dem Bericht über die Gebahrung per 1895, daß laut Präliminare für dieses Jahr ein Deficit von fl. 92.675 bevorstand und daß es nur der sachkundigen energischen Geschäftsführung meines Amtsvorgängers Herrn Moritz Karpeles zu verdanken ist, wenn dasselbe sich auf fl. 56.032-75 herabgemindert hat. Was die Bilanz betrifft, so bezifferte sich das Gemeindevermögen am: 1. Jänner 1895 mit ..- ... fl. 96.109 75'/, Ende des Jahres 1895 mit. . - -.• . „ 40.076 99'/« Die wichtigsten Verschiebungen in den Aktiv- und Passiv-Posten betreffen Aktiva. „Caffa"-Ende 1895 ...... ° . - -.fl. 17.900'— Gegen Ende 1694 ... „ 19.314 — Differenz.. „ 1.414 — Geringerer Borrath am Schluffe des Berichtjahres. „<Wecten-Conto", der Werth unserer eigenen Effecten Ende 1695 per. „ 36.306 — zeigt gegen 1894 ein Minus von ....... „ 40.726'— Dadurch heroorgkrusen, daß zufolge des Gebahrungs-Deficites im Berichtjahre fl. 40.000 Rente verkauft werden mußten. Das „Centralfriedhof -Anlage-Conto I" weist einen geringeren Stand um fl. 13.227 au§, weil 1196 Grabstätten im Jahre 1895 in Benützung genommen und zum Selbstkostenpreise amortisirt wurden. Das „R e s e r v e - G r ü s t e - C o n 1 o" ist mit fl. 3629 höher bilanzirt, weil Ende 1895 eine entsprechend größere Anzahl ausgemauerter Grüfte in Reserve vorräthig war. Das „Fr iedhof-Erwerbungs-Conto" ist eine Reserve und ist die Gegenpost unter den Passiven oub Post 78 mit fl. 8000 Effecten eingestellt. Das „V or s chuß- Co n to" weist um fl. 2140 mehr aus, weil im Jahre 1895 an Funktionäre, Beamte und Lehrer größere Vorschüsse erlheilt wurden. Das „PfründnerBeitrags-Couto" zeigt ein Activum von fl. 1239, welche die Commune Wien für die nach Wien zuständigen, im Versorgungshause untergebrachten Pfründner per 1895 der Cultusgemeinde schuldig war; Ende 1894 waren unter diesem Titel fl. 3913 eingestellt, von welchen ein Theil im Jahre 1895 eingegangen und der Gebahrung des Altersversorgungshauses per.1895 als Einnahme zugeführt wurde, ein anderer Theil mußte abgelchrieben werden, weil die Belastung der Commune Wien sich als unbegründet erwiesen hatte. „F r i edh of taxen - Conto" und „Cultu s -Beitrag s - C o n t o" repräsentiren Rückstände an Friedhoftaxen und Cultusbeiträgen und bilden eine durchlaufende Post, weil wegen ihrer zweifelhaften Eindringlichkeit die gleichen Beträge per fl. 21.758 und fl. 15.436 unter den Passiven sab Post Nr. 102 und 10 eingestellt sind. Nicht die gleiche Vorsorge ist bezüglich der Aktiv-Posten getroffen, welche Darlehen an verschiedene Bethausvereine in sich schließen, deren Zurückzahlung ebenfalls nicht viel Wahrscheinlichkeit für sich hat. Unter den Passiven ist Post Allersversorg n ngshaus-Erhaltu n gsfond s- Conto" an Effecten um fl. 11.900 und 200 Kronen, welche von eingeganoenen Spenden neu angekauft wurden, gestiegen. Desgleichen weisen die Fonde: „Mannheimer Kinder- Asyl-Conto" 30.507 Effecten und fl. 880 baar zufolge eingegangener Spenden und Jahresbeiträge aus. Der „Pensionsfond" aus den Zinsen, Ueberschüffen und aus, Beiträgen fl. 7900 Effecten und fl. 331 baar. Die „Spitals-Aushilfs - Casse" fl. 14.300 Effecten, welche aus Baron KLnigswarter'schen und Ritter von Gutmaun'schen Legaten stammen, weisen mehr aus, als Ende 1894. Die Positionen: Bodeneredit-Anstalt, Bodencredit-Anstalt für Währing, IÄtnf' ) b-ld° str WH Central-Boden-Credit-Bank 1 beide für I. Oesterreichische Sparkasse J Sechshaus haben sich zusammen um 6805 fl. durch Annuitätenzahlungen verringert, dagegen hat unsere Schuld an die Niederösterreichische EscomPte-Gesellschafts-Position sich um fl. 32.665 vermehrt, was in der Gesammtgebahrung des Berichtjahres seine Begründung findet. Die Position „Groß-Commune Wien" repräsentirt die Friedhof-Annuitäten, die wir der Commune Wien schulden; dieselben sind um fl. 3169, welche im Jahre 1895 als Annuität bezahlt wurden,zurückgegangen. Post „Beamten-Steuer-Conto" beziffert sich auf fl. 778, welche von unseren Angestellten im Jahre 1895 eingehoben, wegen verschiedener Rechnungs-Differenzen in diesem Jahre aber an die Steuerbehörde noch nicht abgeführt waren. Wie schon erwähnt, beträgt der Saldo unseres Capitals-Conto per Ende 1895 buchhalterisch fl. 40.076 99'/,. Ich muß jedoch nochmals hervorheben, daß die Darlehen an verschiedene Bethausvereine, welche sich zusammen auf fl. 12.215 belaufen und die wohl kaum als ein rasch realisirbares Vermögen angesehen werden können, in diesen Ziffern inbegriffen sind. Die Situation der Gemeinde ist in finanzieller Beziehung sonach eine recht traurige. Der von Jahr zu Jahr in großen Dimensionen zunehmenden Steigerung der Ausgaben ist ohne Hintanfttzung dcr religiösen, kulturellen. und humanitären Aufgaben der Cultusgemeinde nicht Halt zu gebieten, im Gegentheil es ist ein fortgesetztes Wachsen derselben unausweichlich und wenn die Finanzen der Gemeinde nicht schon demnächst in eine gefährliche Verwirrung gelangen sollen, muß in der ernstesten 2öcife und mit aller Beschleunigung auf die Eröffnung sehr ausgiebiger Einnahmsquellen Bedacht genommen werden. Der vorstehende Bericht des Obmannes wurde einstimmig zur Kenntniß genommen und Herrn Leinkauf für seine aufopfernde Thätigkeit der Dank und die Anerkennung durch Erheben von den Sitzen ausgesprochen. Weiters gelangte in der öffentlichen Sitzung das Ansuchen des polnischen Bethausvereines „Beth-Israel" zur Verhandlung. Ueber Antrag des Referenten Herrn Dr. Alfred Stern wird einstimmig beschlossen, den Functionären dieses Bethauses, bis auf Widerruf zu gestatten, bei Leichenbegängnissen von Mitgliedern des Vereines am Centralfriedhofe zu fungiren.

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