Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 21 (22.5.1896)
- Date
- 1896-05-22
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 422 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 21 Anstalten denselben Behörden unterzogen werden sollen, denen die berressenden christlichen unterliegen. Aus Anlaß der bald beginnenden Krönnngsseier bemühen sich alle jüdischen Gemeinden des Reiches, dem jungen Herrscherpaare Beweise der Liebe und Anhänglichkeit zu geben, indem sie verschiedene Institutionen zum Andenken an diesen Tag stiften. Gabrie l M a r. Wien. (Trauungen.) Montag den 25. Mai findet im isr. Tempel zu Budweis die Trauung von Frl. Irene Jung mit Herrn Leon Hilfreich statt. — Dienstag den 26. Mai findet in Baden Hotel Schey die Trauung von Frl. Gisela K o h n, Tochter des Herrn Rabbiners Josef B. Kohn, mit Herrn Kalman Weber statt. Wien. (T raun n g.) Sonntag den 24. Mai, 7,1 Uhr Nachmittags, findet im isr. Tempel der Leopoldstadt die Trauung von Frl. Bertha G o l d st e i n, Tochter des Obercantors der Wiener isr. Cultusgemeinde Herrn Josef Goldstein, mit Herrn Leo Rappo Port statt. Die Verehrer des beliebten Obercantors gedenken aus diesem Alllasse ihm einen Beweis der Sympathie und Verehrung zukvmmen zu lassen. Wien. Im Tempel des IX. Stadtbezirkes fand heute die Trauung des Fräulein Emma Tiktin, Tochter des Herrn Salomon Tiktin und Enkelin des schlesischen Landesrabbiners Gedalja Tiktin, mit Herrn S. Scheier, Beamter im Bankhause Thorsch, statt. Viele distinguirte Gäste wohnten der Feier bei. Herr Rabbiner Dr. S. Gelbhaus pries in seiner Trauerrede die glänzende Ahnenreihe der Rabbinersamilie Tiktie welche er der Braut als Vorbilder vorfi'ihrte. Die Rede machte einen erhebenden Eindruck. (V e r l o b u n g.) Unser geehrter Mitarbeiter Herr Oscar H o r o w i tz in Constairtinopel hat sich mit Fräulein Rosa S ch e ch t e r verlobt. Personrrlnachrichten. Die Vorstände der beiden Ohrenkliniken der Wiener Universität Professor ©ruber und Professor Politzer begingen kürzlich in aller Stille und im engsten Kreise den 25. Gedenktag ihrer Ernennung zu Professoren in Wien. Wien. (Spende n.) Bon Herrn E. P. erhielten wir für die Oesterreichisch-Jsraelitische Union fl. 10., für die Israelitische Alliance als Beitrag per 1896 fl. 10. E L. Wien. (Das„Sparkörbchen" des rsraelitischen Blinden-Jnstitutes in Wien), von dem Mitgliede des Curatoriums Frau Cäcilie Adler gegründet, versendet den Bericht über die im verflossenen Jahre erzielten Einnahmen, welche den ansehnlichen Betrag von 6870 Gulden ergeben haben. In warmen, zu Herzen sprechenden Worten schildert der Bericht die Wohlthaten, welche durch diese Spenden armen erblindeten Kindern durch Erhaltung und Ausbildung erwiesen werden konnten. Wir richten an unsere Glaubensgenossen den eindringlichsten Appell, diese Humanitären Bestrebungen eifrigst durch reiche Spenden zu fördern. Der Bericht empfiehlt schließlich einem p. t. Publicum nachstehende, im Institute ausgebildete, in Wien etablirte Zöglinge, welche der Unterstützung jedes Menschenfreundes werth sind. Salomon Storch II., Levpoldsgasse 27, Organist; I. S ch m u l, Bürstenbinder, Färbergasse; Friedrich E h r e n fest, Korb- und Sesselflechter, Jägerstraße; Hermann A P P e l b a u m, Bürfterrbinder, Gmsaugasfe; Emil Werne r, Döblingerstraße, und Josef Herz, Organist, XVHL, Lacknergasse. Wien. (Iüdis che akademische Lesehalle.) Samstag den 16. d. M. hielt Herr Adolf Gelber in der Jüd. akad. Lesehalle einen Vortrag über den „Kaufmann von Venedig", der wohl zu den schönsten Abenden dieses Vereines gerechnet werden muß. Sowohl der rühmlichst bekannte Name des Herrn , Vortragenden, als auch das interessante Thema lockte ein zahlreiches Auditorium herbei, in welchem wir auch eine gefeierte Künstlerin, Frau Serena Fay, erblickten, die mit stiirmischem Beifalle begrüßt wurde. Samstag, den 23. d. M. spricht Herr Docent Dr. Ehrmann „Ueber die Vererbungstheorie". Beginn '/2 7 Uhr. Wien. Bei dem Sonntag, 10. d. M., stattgehabten literarischen Nachmittag des literarischen Geselligkeitsvereines jüdischer Mädchen „Moria",-hielt Herr Dr. Proßnitz einen Bortrag über „andalusische Dichtungen" von nichtandalnsischen Dichtern. Seine ungemein fesselnden Ausführungen erregten das Interesse sämmtlicher Gäste und Mitglieder. Der nächste literarische Nachmittag, bei welchem Herr Dr. Bauer sprechen wird, findet Montag, 25. d. M., statt und sind Gäste (Damen) herzlich willkommen. I., Schottenring 23, präcise 3 Uhr Nachmittags. Wien—Brigittenau. Ueber Veranlassung des Vorstandes des israelitischen Bethaus-Vereines wurde im Bethause, Webergasse, ein Trauergottesdienst für den verstorbenen Baron Hirsch abgehalten, dem außer dem Gesammtvorstande eine große Anzahl von Andächtigen beiwohnte, so daß das Bethans in allen seinen Räumen dicht gefüllt war. Wien. Auf dem jüdischen Friedhof in Döbling wurde eine sehr fromme Frau zur letzten Ruhe bestattet. Frau Babette Furk, geborene Zweig, die im Alter von 96 Jahren starb und fast bis zu ihrem Lebensende körperlich und geistig, frisch und rüstig war, besuchte seit 6 Decennim ununterbrochen jeden Sabbath, Feiertag, Jom Kipur, Kolon und Neumond die Synagoge, und zeichnere sich durch Wohlthätigkeit und Herzensgute aus. Herr Rabbiner Dr. Gelbhaus hielt an ihrer Bahre eine ergreifende Trauerrede. Er wies auf die beseligende unverwüstliche Macht, welche der altsüdischen Frömmigkeit innewohnt und welche in dem langen Leben der Verblichenen zum eclantesten Ausdruck kam. Die Trauergesänge trug Herr Obercantor Kläger in erhebender Weise vor. Troppau. (Jüdisch-literarischer Verein.) Montag den 11. Mai fand eine Vereinsversammlung statt, bei welcher eine Trauerkundgebung über den Tod des Philantropen Baron Moritz Hirsch erfolgte. Der Obmann des Vereines Dr. Eibuschitz hielt dein Verstorbenen einen warmen Nachruf. Es wurde beschlossen, an Frau Baronin Hirsch ein Condolenzschreiben äbzusenden. Falkenarr, am 7. Mai 1896. In der am 13. d. M. abgehaltenen Vollversammlung der israelitischen Cultusgemeinde wurde die Erbauung eines Tempels beschlossen. Unter dem Drucke der Verhältnisse, die eine dringende Lösung der brennenden Frage, betreffend einen Tempelbau im modernen Sinne, zur unabweisbaren Nothwendigkeit machen, hat das Baucomitö — dessen Obmann, Herr Leopold Mohr, mit beispiellosem Eifer und Hingebung dieses Project förderte — nach eingehender und gründlicher Erwägmrg der vorgelegten Pläne den Bau behufs Concurrenz ausgeschrieben und sich durch sein rasches und energisches Vorgehen nur Dank und Vertrauen aller Mitglieder erworben. . Bad Hall, 12. Mai. Herr Josef Klein hat heue r in Ermanglung eines passenden Locales keine Restauration in Hall eröffnet. Neubydschow, am 20. Mai. Die Mitglieder unserer Gemeinde waren am I. Tage des verflossenen Schewnoth-Festes Zeugen einer ergreifend schonen Feier, schön sowohl in ihrem Anlässe wie in der Ausführung. Bekanntlich hat der erste Vorsteher unserer Gemeinde, der Großindustrielle Herr Jonas Bergmann, vor Kurzem zu seinen früheren vielfachen Wohlthätigkeitsstiftungen nunmehr noch eine solche in der Höhe von 20.000 fl. hinzugefügt zum Zwecke der Errichtung eines würdigen Gemeindehauses. Um dem Danke der Gemeinde würdigen Ausdruck zu verleihen, beschloß der Gemeinde-Ausftfmß,. ihr Oberhaupt durch Anbringung einer Dank- und Gedenktafel in der Synagoge zu ehren. Am genannten Tage ging die Feier der Enthüllung vor sich. In der festlich geschmückten Synagoge hatte sich die Gemeinde vollzählig versammelt, worauf unser Obercantor Herr Freund ein Hallelujah zum Vortrage brachte. Alsodann bestieg unser Rabbiner Se. Ehrwürden Herr Dr. Felix- Kanter die Kanzel und brachte in einer formell wie inhaltlich großartigen Festpredigt die Bedeutung des Tages zum Ausdrucke, die ungetheilten Beifall fand und an deren Schluß die Hülle von der. an hervortretender Stelle angebrachten Tafel fiel. Letztere, aus schwarzem Granit, ist ein Meisterwerk des Herrn Moritz Freund hier und mit einer schönen und geistreichen Inschrift versehen, deren -Verfasser Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Kanter iü. Raab. (Auszug aus dem am 25. Februar 1896 geführteu Berathungs - Protokoll der Repräsentanten - Generalversammlung der vereinigten Raab und Raab-Szigeter israelitischen Cultusgemeinde.) Die Generalversammlung erhebt zum Beschluß, daß dem Lehrer David Bullatty seine vom Staate zu erhaltende Pensions-Summe derart ergänzt wird, daß benannter Lehrer lebenslänglich im Genüsse seines jetzigen Gehaltes von 700 fl. verbleibe; zugleich nimmt die Generalversammlung mit tiefem Bedauern zur Kenntnis;, daß derselbe nach beinahe 42jähriger, erfolgreicher, die allgemeine Anerkennurtg durch seinen unermüdlichen Fleiß erworbener Thätigkeit zum Schluffe dieses Schuljahres in Ruhe tritt. Die Generalversammlung verewigt hiemit protokollarisch die um unsere Schule sich erworbenen Verdienste dieses braven Lehrers mit dem aufrichtigen Wunsche, daß derselbe, dessen eine ganze Generation sich mit dankbarem Gefühle erinnern wird,