Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 20 (15.5.1896)
- Date
- 1896-05-15
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 20 Dr. Bloch's Wochrnfchrifl Seite 403 Klattan, 4. Mai. (I s r a e l i t i s ch e C u l t u s g e m e i n d e.) Aus Grund des neuen Gemeindestatuts fand die Wahl des Cultusvorstll! des und des verstärkten Ausschusses statt. Gewählt wurden mit grosser Majorität in den eugeren Ausschuß die Herren: Joseph Porges, JUDr. Isidor Fleischer, Adolph Drucker, Joseph Feigel, Joseph Treichlinger, Moriz Singer, Heinrich Singer, Daniel Brummel, Benedict Sachsel; zu Ersatzmännern die Herren: Moriz Brummel, S. I. Krauskopf und Jonas Steiner; in den weiteren Ausschuß die Herren: Lazar Pollak, JUDr. I. Steiner, Joseph Stern, JUDr. Moriz Singer, Wilhelm Barth, Rudolph Fleischer; zu Revisoren die Herren: Adolph Wiener und Johann Hutter. Die Betheiligung bei der Wahl war eine ungemein rege, da über 90 Percent der Wahlberechtigten zur Wahlurne schritten. Eger,7.Mai. (I sra el it i s ch eC n l tus g e m eind e.) Am 19.V.M. fanden die Wahlen in den Vertretungskörper der hiesigen israelitischen Cultnsgemeinde statt. In den Vorstand wurden gewählt die Herren: Moritz Beck, Mar Gottlieb, Alois Schleim, Julius Weißl, Hermann Wessl, Simon Wetzler, JUDr. Moritz Zuckermann und Jacob Zuckermann; als Ersatzmänner die Herren: Edmund Kohn, Eduard Löwy, Daniel Schneider und Heinrich Spitz; in den verstärkten Vorstand die Herren: Joseph Fischl, Friedrich Heller, Elias Kohn, Adolph Kohner, Eduard Reicht, Rictmrd Schnabl, Leopold Steiniger und Miehl Winternitz: in die Unrlagecommission die Herren: Leopold Abeles, Leopold Gottlieb, Sigmund Guttenstein, Heinrich Spitz und Hermann Zuckermann; zu Revisoren die Herren: Joseph Fischl und Ferdinand Koretz. Die Constituirung des Vorstandes erfolgte nach Ablauf der gesetzmäßigen Frist am 3. v. M. und ergab folgendes Resultat: Cultusgemeindevorsteher: Herr Max Gottlieb; Stellvertreter: Herr Jacob Zuckermann; Cassier: Herr Julius Weißl; Rechnungsführer:^Herr Alois Schleim; Bethausvorsteher: die Herren: Moritz Beck und Hermcmn1 Wessl; Beiräthe: die Herren: Simon Wetzler und JUDr. Moritz Zuckermann. Szenitz Sonntag den 10. d. M. fand im hiesigen Cultustempel anläßlich der Millenniumsfeier ein Festgottesdienst statt, zu welchem sich alle Spitzen der Behörden, die Geistlichkett, mehrere Deputationen der Nachbargemeinden und ein zahlreiches Publicum eingcfunden hatten. Den Anziehungspunkt der Feier bildete der hier geborene, bestbekannte Obercantor der Wiener türkischen Gemeinde, Herr I. Baue'', welcher vom Borstande zur Uebernahme der Function eingeladen wurde. Der Gottesdienst begann mit der Aufführung eines Psalmes mit Begleitung eines Männer-Quartetts, worauf der hiesige Bezirksrabbiner Marmorstein eine gelungene Festrede in ungarischer und deutscher Sprache hielt. Mit der Äbsingung des „Szözät“ schloß die erhebende Feier. Nach derselben begab sich die gesammte Repräsentanz der Gemeinde ius Absteigquartier des Obercantors Bauer, um ihm die vollste Anerkennung und Dank im Namen der ganzen Gemeinde auszusprechrn und ihn einzuladen, bei dem ihm zu Ehren Abends stattfindenden Bankette zu erscheinen. ^Butschowitz. (T r a u e r g o t t e s d i e n st.) Der hiesige Cultusvorstand veranstaltete anläßlich des Ablebens des Baron Hirsch eine würdige Trauerfeier im hiesigen Tempel. Nach dem Minchaaebet sang die Schuljugend der öffentlich deutschen Volksschule unter Führung des Schulleiters Herrn David Gansel das Lied: „Es ist bestimmt in Gottes Rath" von Mendelssohn in weihevoller Weise. Unser Bezirksrabbiner Herr Dr. Weiß aus Neu-Rausnitz hielt von der Kanzel eine formvollendete Trauerrede. Zum Schlüsse verrichtete derselbe das übliche Kadischgebet für das Seelenheil des theueren Verblichenen. Gologory (Galiziens. Am 3. d. M. fand in der Stiftungsschule des Baron Hirsch die Trauerfeier statt, eingeleitet durch Se. Ehrwürden den Herrn Rabbiner Mischel mit einem agadischeu Vortrag. Dann sprach der Cultusvorstand Moses N. Basseches. Die Gedenkrede in deutscher Sprache hielt Herr Jsai Davidsohn, dessen geistreiche Ausführungen einen tiefen Eindruck erregten. Der Lehrkörper veranstaltete eine besondere Trauerfeier und Schulleiter Haas hielt die Ansprache. Am 7. d. M. war in der'großen Synagoge die öffentliche Trauerfeier und Herr Rabbiner Mischel sprach dort neuerdings und entwarf ein Bild vom Leben des Baron Hirsch. — Das orthodoxe Organ „Machsike Hadas" in Lemberg hat sich bis jetzt zu keinem Nekrolog für den verstorbenen großen Philantroven aufgeschwungen. Krakau den 12. Mai 1896. Samstag fand hier in der „alten Synagoge" über Veranlassung des Cultilsvorftaudes eine Tranerfeier für den Baron Hirsch statt. Zu der Trauerfeier, die um 10 Uhr Früh stattfand, erschien das Präsidium der Cultusgemeinde die Herren Dr. Leon Horowitz und Hirsch Landau mit sämmtlichen Mitgliedern des Vorstandes, viele Gemeinderäthe, sowie ein zahlreiches Publicum. Tie Trauerrede hielt der Rabbiner-Stellvertreter Herr Ch. L. Horowitz und hat dessen Rede einen tiefen Eindruck aus die Anwesenden geübt. - Am selben Tage fand ans demselben 'Anlässe im Tempel der Fvrtschrittsgemeinde eine Tranerfeier statt, zu der ebenfalls der Cultusvorstand, Statthaltereidelegat Hosrath Laskvwski, viele Gemeinde- und Hattdelskammerräthe, Banrath Sare und mehrere Andere, sowie ein zahlreiches Publicum erschienen. Bvdgorze. Am 11. d. M. fand in der hiesigen Gemeinde-Synagoge eine Tranerandacht für Herrn Baron Hirsch statt. Herr Redactenr Fuchs hielt die Gedenkrede in hebräischer Sprache. Monttsterzyska den 8. Mai 1896. 'Am 30. April d. I. fand ans Anregung des Bürgermeisteramtes und des Cnltnsvorftandes eine die ganze jüdische Bevölkerung und die Elite der christlichen, unter derselben der Gutsbesitzer von Monasterznska Gras Jozef Allodecki, Geheimrath Gras Dnnin Bvrkowski, der gelegentlich zu Besuch weilte, Gutsbesitzer Drzewiecki, beinahe die gesammte Beamtenschaft unseres Srtes umfassende Trauerversamnilung für den verstorbenen Baron Moritz Hirsch statt, vor welcher der ans Tarnvpvl berchene Prediger Dr. Taubeles in deutscher und in polnischer Sprache eine ergreifende, Schilderung der Bedeutung des Verlustes für das Jndenthum und die Menschheit entwickelte, und hieraus unser Cantor die üblichen Trauerpsalmen vvrtrug. Tie zweite Kundgebung fand in unserer Stistungsschnle zu dem Vvln Wiener Eurcttvrium bestimmten Termine Sonntag den 3. Mai um 9 Uhr Früh in Gegenwart aller Schulkinder und eines sehr distinguirten und jüdischen christlichen Pnblicums statt. In der Eröffnungsansprache begrüßte Bürgermeister Stecheles, als Präsident des Localcomites, die 'Anwesenden und bezeichnete in kernigen Worten den Zweck der Feier und die Bedeutung des Mannes für unsere - Stadt. Nach ihm sprach der Schuldirecwr H. Sssner zu den Gästen und zu beit Kindern in durchaus zutreffender Weise. Hieraus hielt Dr. Salvmon Neumann die in Inhalt und Bortrag gleich meisterhafte Trauerrede, welche aus das gesammte Publicum erschütternd wirkte. Zum Schlüsse wendete sich der Tirectvr der städtischen Schule Herr Suchorowski an die Kinder, denen er in väterlicher, gefühlvoller Art die ihnen vom verewigten Baron Hirsch erwiesenen Wvhlthaten und ihre Dankespslicht darlegte. Daraus sangen die Kinder unter Leitung des Religiouslehrers Groß einen Trauerpsalm und unter Führung ihres Tirectors ein siir diesen Zweck verfaßtes Trauerlied. Ein Waisenknabe sagte das Kadischgebet. Die ganze Feier rief bei allen Versammelterl einen überaus erhebenden Eindruck hervor. Skoie, am 28. April 1896. Heute hielt der hiesige israelitische Leseverein „Dorschei Mada" eine Tranerfeier für Baron H i r s ch ab. An derselben betheiligte sich die gesammte israelitische Einwohnerschaft. Herr Dr. F r i e d l ä u d e r führte die Biographie dieses edlen Menschenfreundes in leuchtenden Zügen vor, während uns Leon L i p s ch ü tz eine Schilderung seines Wirkens gab. M. L. Nen-Sandee den 3. Mai 1896. Heute fand hier im Schulgebäude der Baron H i r s ch'schen Stistungsschnle eine Tranerfeier znni Andenken des verblichenen edlen Stifters statt, der die ganze israelitische Notabilität der Stadt und auch viele christliche Lehrer der öffentlichen Volksschule beiwohnten. Der Herr Schrilleiter H. Spitzer hielt eine ergreifende Ansprache an die Versammelten O. L.^ Lembera. (Trauung.) Sonntag den 24. Mai d. I., 12 Uhr Mittags, findet im hiesigen israelitischen Tempel die Trauung von Fräulein Frieda, Tochter des Herrn Samuel Edlen von Horowitz, nrit Herrn Dr. Joses Parmas statt. Lemberg, 10. Mai 1896. In den Räumen der israelitischen i Hauptschule hat heute unter Vorsitz des Ehrenpräsidenten Sr. Ehrj würden Herrn Rabbiner Isaak Schmelkes und der Präsidenten Herren Dr. Wilhelm Hotter, David Rappoport die ordentliche Generalver- 1 sammlung des Wohlthätigkeits-Bereines zur Beköstigung jüdischer Kranken im hiesigen allgemeinen Krankenhause stattgefunden. Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß es den Bemühungen weniger Frauen, besonders der Ehrenpräsidentin Rabbinerin August« Schmelkes, Damencomitemitglieder Ceköstine Schönblum, Sali Mayer, der Verwalterin Debora Rachel Landes und besonders den Philantropen L. David Rappaport, Dr. W. Holzer gelungen ist, die schwere Aufgabe zu erfüllen, mit geringen Mitteln dreimal täglich mehr als 60 jüdische Kranke mitritueller Kost zur völligen Zufriedenheit der christlichen Spitalsverwaltung zu versehen, wobei auch mit gleicher Genugthuung die erfreuliche Thal s a che zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird, daß selbst Seine Excellenz der Land marschall Graf Stanislaus Badeni bei einem Besuche des allgemeinen Spitales dieselbe als musterhaft belobt und demzufolge der hiesige Landesausschuß 150 fl. für den Woblthätigkeitsverein gespendet. Möge dieses tolerante Beispiel Sr. Excellenz Grafen Stanislaus Badeni alle unsere Glaubensgenossen anipornen, ui'.ser schönes Werk zu unterstützen, da die Einnahmen sehr spärlich sind, so daß täglich die Gefahr vor der Thüre steht, die Kranken ver-