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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-05-15 · 20 (15.5.1896) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
20 (15.5.1896)
Date
1896-05-15
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seile 402 Dr. Vloch's Wochrnschrtst. Nr. 20 völlig normal, weder besser noch schlechter. Gouverneur Max Kinley von Ohio erklärt: Die Bevölkerung von Ohio hat hohen Respect vor ihren jüdischen Mitbürgern. Sie befolgen die Gesetze des Staates und sind ein unternehmungslustiges, werthvolles Element in der Allgemeinheit, stets bereit, an guten Dingeir sich zu betheiligen und Bestrebungen für die allgemeine Wohlthat zu unterstützen. Gouverneur Altgeld aus Illinois sagt: Die Inden sind ein besonders intelligentes, unternehmungslustiges, fleißiges und patriotisches Element der Bevölkerung. Sie sind aufmerksame Beobachter aller Gesetze, unterstützen die Bedürftigen und Armen und sind, mit einem Wort gesagt, ausgezeichnete Bürger. Gouverneur Mercill aus Kansas erklärt, was den Charakter der Juden und ihren gegenwärtigen Standpunkt in unserem Staate anbetrifft, so kenne ich sie nur als ordentlich, loyal, fleißig, mäßig und genügsam: wie nur irgend eine andere Elaste der Bevölkerung in unserem Staate. New-Hork. Bor etwa IV, Jahren faßten einige überaus wohlthatige Damen den glücklichen Plan, Krippe und Kindergärten für die Kinder arbeitender Frauen zu gründen, und heute erfreut sich . The Bright.side Day Nursery and Kindergarten" bereits ausgezeichneten Gedeihens; es ist die einzige jüdische Anstalt ihrer Art in der ganzen Stadt. Kinder im Alter von 10 Tagen bis zu 6 Jahren werden ausgenommen; jeder einzelne Fall wird sorgfältig geprüft, wenn das Gesuch um Zulassung eingebracht wird. Die Kleinen werden von 7 Uhr Früh bis 7 Uhr Abends dort behalten und vollkommen versorgt; die Säuglinge von Kinderwärterinnen, die größeren Kinder von geprüften Kindergärtnerinnen. Es werden vorläufig etwa 40 Kinder täglich gewartet. Für jedes Kind müssen 5 Cents, insbesonders berücksichtigungswerthen Fällen nur 2 oder 3 Cents bezahlt werden. Selbstverständlich wird jede Vorsicht gebraucht, um Ansteckung zu verhindern. Jedes Kind wird vor der Ausnahme untersucht und ein Arzt besucht täglich die Anstalt. Sogenannte Besuchscvnlites, die aus jungen Damen bestehen, bringen täglich viele Stunden bei den Kindern zu. Mitglieder der Gesundheitscommission haben die Anstalt besucht und ihre vollkommene Zufriedenheit mit der Einrichtung, mit dem guten Aussehen der Kinder ausgesprochen. New Hork, 22. April. Von unseren russischen Brüdern find in jüngster Zeit mehrere neue Ansiedelungen im Westen der Berkinigten Staaten angelegt worden, darunter eine große in Colorado, I«0ALn County, wo Herr T. C. Henry, der sogenannte „Getreidekönig von Abilene", Terrains im Umfange von mehr als zwei Millionen Acres besitzt. Das ganze Land ist mit vorzüglichen Bewässerungsanlagen versehen und für den Gemüsebau hergerichtet. Hier sollen 500 russisch-jüdische Familien angefiedelt werden, von denen eine jede 2 Acres, 1 kleines Haus, Gespann und 1 Kuh erhalten soll, um Gemüsebau und Fruchtbaumzucht zu treiben, für deren Produkte der Minendistrict von Denver einen geeigneten Absatzmarkt bietet. Bis jetzt haben sich circa 200 Familien für diese neue Colonie gemeldet. Noch ein zweiter Versuch, einige hundert russischer Juden auf das flache Land zu verpflanzen, wird jetzt gemacht. Man plant, einen Theil der jüdischen Schneider, welche gegenwärtig in New-Iork und Brooklyn in Wohnungen, die kaum noch Löcher zu nennen sind, Hausen und ihr Handwerk betreiben müssen, nach Lang Island zu verpflanzen, wo sie in bescheidenen, jedoch reinlichen und viel gesünderen Häusern auf dem Lande leben können. Große gemeinsame Werkstätten sollen errichtet werden, in denen die Arbeiter sich der neuesten Maschinen bedienen können. — In Manitoba haben sich vor einigen Jahren 70 Familien angesiedelt, aber infolge einiger Mißernten und sonstiger Schwierigkeiten haben sie die Landwirthschaft aufgegcben und sind nach und nach theils nach Michigan, theils nach Oregon verzogen. Ebenso schlecht ist der Versuch einiger Speculanten verlaufen, in Southern Jersey jüdische Colonisten anzusiedeln. Die armen Leute waren bald nicht im Stande, Zinsen unb Abzahlungen aufzubringen, und jetzt wird das ganze Dorf Halbertstvwn meistbietend versteigert. Wen, den 12. Mai 1896. (Ferienheim.) Für den Bau des eigenen Heims sind bei dem Verein „Ferienheim" nachstehende Spenden eingelaufen: Von Frau Sophie von Gutmann 2000 fl., Herrn Jgnace Ritter von Ephrussi 500 fl. Herrn Sigm. Mandl 100 fl., Frau Nanette Mautner 5 fl., Herrn Ignaz Brüll 10 fl., Fanny und Käthe Gietl 5 fl., Herrn Dr. Moriz Rosenstock 15 fl., Frau Anna Sieger 10 fl., Herrn Herrn. Brandt 3 fl., Herrn I. Heitler 1 fl., Hans und Grethe Herzog 1 fl., Herrn Theodor Kantor 100 fl.. Fräulein Emmy Pisko 1 kl., Herrn Otto Bondy 20 fl., Herr * Ignaz Goldlust 5 fl., Herrn Robert Kolisch 3 fl., Frau Nelly Moor 1 fl., kleinem Fräulein Irene Grünfeld 2 fl., Herrn F. Austerweil 5 fl., Herrn Jacob Löbl 3 fl., Frau Adolfine Friedjung 5 fl., Herrn Edm. Oesterreicher 2 fl., Herrn Gabriel Böhm 10 fl., Herrn Sigm. Popper 5 Herrn Gottlieb Taussig 25 fl., Herrn Alois Pollak 20 fl., Frau Gisela Neurath 5 fl., Herrn Leopold Fraukfurther 2 fl., Herrn Dr. Friedrich Geiringer 5 fl., Herrn F. Götzl 5 fl., Herrn Haryner 5 fl., Herrn Moritz Loewenthal 50 fl., Herrn David Fanto 100 fl., Frau Jeanette Schneck 30 fl., Herrn Julius Weiß 5 fl., B. L. 50 fl., Herren Kirschmann & Co., 3. fl., Herrn Josef Broch 20 fl., Herrn Jos. Zisarski 25 fl., Herrn Simon Koräni 2 fl., Herrn Jacob Kann 10 fl., Herrn Sigmund Barach 2 fl., Herrn C. H. Hirsch 10 fl., Ignatz Fröhlich 50 fl. Wien. (Das Kriegerd eit kmal i it Gnnt r a m sd o x f). welches diese Woche eingeweiht wurde, ist vom Wiener Architekten Adolf Goldenberg entworfen und findet allgemeine Anerkennung. Wien. (A n s z e i ch n u n g.) Der Kaiser hat dem Director ltitb General-Repräsentanten ausländischer Versicherungsgesellschaften in Wien, Herrn Sigmund Gerber, den Titel eines kaiserlichen Rathes verliehen. Wien. Beim Radwettfahren im Prater erzielten Preise: M. Sur io n, H. Hofm a n n, R. H e ll e r, Jaeob Engel, W. Friedrich und Alois O r t n e r. Anssee. Fräulein Mathilde S o n n e n s ch e i n, Tochter des bekannten Hoteliers Herrir Jacob S o n n e n s ch e i n, hat sich mit Herrn Leopold B i g l e r ans Linz verlobt. Wien. Dienstag, den 19. d. M., als dem letzten Tage des S ch e w u o t h f e st e s, findet im Bethause „L i w i a s Che li", II., Obere Donaustraße 89, nächst der Stefaniebrücke, zweimaliger M o r g e n g o t t e s d i e n st mit Abhaltung der M a s k i r a e b e t e statt. Beginn 6 Uhr und 874 Uhr Früh. E. B. Brunn. (T r a u u n g.) Am 14. d. M. fand im hiesigen Tempel die Trauung des Fräulein Auguste F e i g e l, Tochter des k. k. Rathssecretärs Herrn Alois F e i g e l, mit Herrn David R i s ch a w y statt. 8. B. Proftnitz (A mtsjubiläu m.) Dieser Tage beging Herr Max R e i k, Disponent der Fabriksfirma Abraham Wolf & Sohn hier, das Jubiläum seiner vierzigjährigen Thätigkeit im genannten Geschäfte und wurden ihm anläßlich dessen von seinen Chefs und dem großen Kreise seiner Freunde und Bekannten ehrende Ovationen dargebracht. S. Roscntkras, der berühmte französische Schachspieler, gab im vorigen Monate in Paris eine Simultanproductivn von 30 Partien und schloß mit dem brillanten Resultat, daß er 27 davon gewann, 2 rem ja machte und nur eine verlor. Eine zahlreiche Zuschauermenge wohnte dieser interessanten Vorstellung bei. Wien. Samstag, den 9. Mai. (I ü d i s ch e a k a d e m i s ch e Lesehalle.) Heute erschien Herr Schriftsteller Rudolf Strauß am Borlesertische der Jüdischen akademischen Lesehalle. Derselbe brachte mehrere Novellen des Franzosen Jules. Lemaktre und einige seiner eigenen Werke zu Vorlesung und errang besonders mit letzteren außerordentlichen Beifall. Samstag, den 16. d. M., 71<> Uhr Abends, spricht Herr Dr. A. Gelber: Ueber Shakespeare's „Kaufmann von Venedig". Klosterneuburg. Bei der am 11. Mai d. I. in der iftaelitischen Cultnsgemeinde Tulln vorgenommenen definitiven Wahl wurden folgende Herren in den Cultusausschuß gewählt: Dominik Weinberger in Klosterneuburg, Sigmund Ostersetzer in Klosterneuburg, Dr. Nathan Grünwald in Klosterneuburg, Emanuel Lustschitz in Klosterneuburg, Seligmann Scheuer in Gr.-Riedenthal, Sigmund Sacks in Zulln, Gabriel Hesky in Königstetlen, David Schimitschek in Michelhansen; in den verstärkten Cnltusausschuß: Adolf Bernstein in Klosterneuburg, Dr. Moritz Fischer in Klosterneuburg, Alois Fischel in Klosterneuburg, Adolf Weiner in Klosterneuburg, Ignaz Ehrenfeld iy Klosterneuburg. Rudolf Beinhacker in Klosterneuburg, Michael Epstein in Zaussenberg, Ferdinand Kudelka in Saladorf: als Ersatzmänner: Alfred Deutsch in Pixendorf, David Getzl in Klosterneuburg. Budapest. (D e r u n g a r i s ch - israelitische H a n d w e r k s- und Ackerbauverei n) hielt unter Vorsitz des Reichstagsabgeordneten Dr. Armin N e u m a n n eine Ansschnßsitzung, in welcher zunächst dem Wohlthäter des Vereins Baron Moritz H i r s ch ein warmer Nachruf gewidmet wurde. Der Verein hat der Witwe sein Beileid telegraphisch ausgedrückt und beschloß, seinem Schmerze über den Verlust im Protokoll Ausdruck zu verleihen. Der Präsident begrüßte hierauf das Ausschußmitglied Paul T e n c e r aus Anlaß seines sechzigsten Geburtstages, wofür derselbe gerührt dankte. Nach Anmeldung mehrerer Spenden und Erledigung von Unterstützung: wurde beschlossen, die Millenniums-Festgeneralversammlnng des Vereines am 25. d. Nt. abzuhalten.

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