Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 19 (8.5.1896)
- Date
- 1896-05-08
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 19 Dr. Vloch's Wortzrnsttzrist Seite 383 Anschaffen, hat am 18. d. M. seinen Mitgliedern nnd erschienenen Gästeil einen sehr genußreichen Abend bereitet, iitbent er den Prediger und Rabbiner Herrn Dr. M. L. Wolf, hier, bewog, einen Bortrag zn halten. Das Thema: „Das Seelenleben des Weibes" zu Ehren der neu in den Verein eingetretenen Damen — wurde von demselben — wie es nicht anders zn erwarten lvar — erschöpfend, geistreich, durchsetzt von prächtigen Apen-us und Citaten, in glänzender Weise behandelt, und war es nur natürlich, daß die Zuhörer und Zuhöreriunen dem Vorträge mit gespannter Aufmerksamkeit lauschten und daß nach Beendigung desselben dem Vortragenden der lebhafteste Beifall gezollt wurde. Ebenso wohlverdient war der Dank, welchen der Vorstand demselben durch eines seiner Mitglieder aussprechen ließ. Der Verein, welcher, wie wir hören, hiermit den Anfang zu einer Reihe von zu veranstaltenden Vorträgen machen will, wird sich — falls er diese Idee in die That umsetzt — gewiß den aufrichtigsten Dank seiner Mitglieder, und wenn diese Vorträge auch auswärtigen Mitgliedern der Gemeinde zugänglich gemacht werden — auch deren Dank erwerben nnd die bis jetzt noch abseits des Vereins stehenden'Gemeindemitglieder -'und leider sind deren noch viele — zu Freunden nnd Förderern des Vereines machen, so daß der Verein endlich das werde, was er vom Anfänge an hätte werden sollen — der Central- und Sammelpunkt des jüdischen geistigen und geselligen Lebens in Klaltau, und wahrlich es thut bei den schweren Zeiten, wo wir Inden nur auf uns selbst angewiesen sind, auch sehr, sehr noth. — Am 3. Mai fand die Neuwahl des Gemeindevvrstandes nach den neuen von der hohen k. k. Statthalterei bestätigten Statuten statt, nnd wollen wir hoffen, daß der nengewählte Vorstand es verstehen wird, die neuen, sich vordrängenden Ideen mit den eonversativen in ein harmonisches Ganzes zn bringen und die Gemeinde Klattan, nach Pilsen die größte in diesem Kreise, zn einer musterhaften auszugestalten. Teplitz, 4. Mai 1896. (I u b i l ä u m.) Das israelitische Badehospital in Teplitz feiert in diesem Monate das 75jährige Jubiläum seiner Gründung und das 60jährige seines Bestandes im eigenen Gebäude Lindenstraße 14. Mehr als 8000 arme, kranke Israeliten fanden daselbst Heilung bei vollkommen freier Wohnung, Verpflegung und .Gratisbädern und weitere 8000 Juden freie Bäder und Kost. Das Institut steht seit 27 Jahren unter der opferwilligen selbstlosen Leitung des Sanitätsrathes Tr. Hirsch, der pünktlich täglich Mittags erscheint, die Speisen kostet, für jeden Leidenden ein tröstendes Wort und für die Aermsten der Armen Herz nnd Tasche offen hat. Horodenka. Außer der Trauerandacht, welche die hiesige israelitische Cultusgemeinde aus Anlaß des Ablebens des Philantropen Baron M. Hirsch vorige Woche in der Synagoge veranstaltet hat, wurde Sonntag am 3. d. M. in der Baron Hirsch'schen Schule eine Trauerfeier abgehalten. Um 9 Uhr Morgens versammelten sich zahlreiche Trauergäste, unter denen man bemerkte: Bezirkshauptmann Straßer, Dr. Kanafaß, Landtagsabgeordueten Dr. Okuncwski, Dr. Markus rr. Die Trauerrede hielt Dr. Kanafaß, mit welcher er das Publicum in tiefste Trauer versetzte und die Schuljugend recitirte einen Trauerpsalm vor dem schwarz drapirten Bilde des Dahingeschiedenen. Am Schluffe hielt der Schuldirektor M. Verlaß dem Verblichenen einen Nachruf, in welchem er seine humanitären Leistungen schilderte. Starnslan. Am 27. April l. I. fand in der hiesigen großen Synagoge ein feierlicher Trauer-Gottesdienst, anläßlich des Ablebens des großen Philantrvpen Moritz Baron Hirsch, statt, welcher vom Cultusvorstande nnd dem hiesigen Lvcalcomitä der Baron Hirsch'schen Stiftnitg veranstaltet wurde. Ganze Massen der hiesigen Bevölkerung versannnelten sich vor den Thoren des Gotteshauses und dasselbe war zum Erdrücken voll. Alles verharrte in stitinmer Trauer. Alle Geschäfte waren, gesperrt. Der Trauergottesdienst begann um 5 Uhr Abends mit dem Minchagebet, welches voni Cantor Broch in erhebender Weise vorgetragen wurde. Sodann hielt die Trauerpredigt in hebräischer Sprache der hiesige Rabbiner und hierauf ergriff Advocat Dr. .Zins das Wort, um im Namen des hie sigen Lvcalcomites der Baron Hirsch'schen Stiftung das Andenken des unersetzlichen großen Mannes, feine Verdienste und B edeutung zu feiern. Die geistvolle und von jüdischem Patriotismus durchglühte Rede, die als ein wahres oratorisches Meisterwerk gilt, übte einen tiefen Eindruck auf die Versammelten, die sich der Thränen nicht enthalten konnten. Die Trauerfeier schloß mit dem Kadischgebet, welches 12 Waisenkinder des A. Halpernschen Institutes verrichteten. Die ganze Feier machte einen j außerordentlich erhebenden Eindruck und nach allen Seiten zerstob die schier unabsehbare Menge in sichtlicher Trauer über den unersetzlichen Verlust, den das Judenthum und die Menschheit erlitten. , Suezatva. Die Baron Hirsch-Trauerfeier fand hier Sonntag den 26. April in der großen Synagoge in Anwesenheit des Herrn Bezirkshauptmannes Dr.D uz i n ke w i cz und des Stadtvorstandes Des Loges und Cultns-Präses Dr. Finkler vor einem dicht gedrängten Publicum statt. Herr Oberrabbiner Dr. L öw y zeichnete das Lebensbild des großen Tobten,sein beispielloses humanitäres Wii ken in großenZügen. Am 3. d M. fand in der hiesigen israelitischen deutschen Volksschule eine Gedächtnisfeier statt. Herr Oberlehrer F r ä n ke l hielt die Trauerrede, Herr Lehrer Leidner sprach das Seelengebet. Krapina. Se. Majestät unser allergnädigster König hat den Großgrundbesitzer und Großhändler Herrn Ignatz F a ck a s ch in Anbetracht der mannigfachen Verdienste, welche sich dieser auf verschiedenen Gebieten erworben, ausgezeichnet, indem er ihm das goldene Verdienstkreuz mit der Krone verlieh. Jaroslau, den 4. Mai 1896. In erhebender Weise wurde hier am 3. d. M. das Andenken des verewigten Baron Hirsch gefeiert. Ilm 9 Uhr Morgens fand im Schulgebäude der Baron Hirsch- Stiftung eine Trauerandacht statt, zu welcher sich ein zahlreiches Publicum, unter Anderen auch der Cnltusrath mit dem Präsidenten Herrn Heinrich Strisower, einfand. Die gelungene und sachgemäße Ansprache des Schulleiters Herrn Ascher Herschkowitz an die Schulkinder, die ergreifende nnd formvollendete Gedenkrede des Localcomits-Mitgliedes Herrn Bernhard Poweranz, sowie die Recitirung der rituellen Psalmen übten einen mächtigen Eindruck ans die Zuhörerschaft nnd rührten sie zu Thränen. Um 11 Uhr Vormittags begab sich sodann das Publicum zu einem Trauergottesdienste in. die große Synagoge, wo Herr Rabbiner Waldberg die Trauerrede hielt. Üm 6 Uhr Abends fand aus demselben Anlässe eine Traneiknndgebung im hiesigen Handwerke,vereine „Jad-Charuzim" statt, bei welcher Gelegenheit Herr med. Dr. S. Roßberger die Tugenden des Dahiugeschiedenen mit beredten Worten pries. Bolechaw, 4. Mai 1896. Am 29. April fand in der Synagoge ein Trauergottetzdienst anläßlich des Ablebens des Baron Hirsch statt. Die Trauerrede hielt der Rabbinatscandidat Herr Josef Schneeweiß. In ergreifenden Worten schilderte er die Thätigkeit des verewigten Philantrvpen nnd Alle folgten mit Spannung den lichtvollen Auseinandersetzungen. Während der Andacht waren sämmtliche Geschäfte der Stadt geschlossen nnd die Synagoge bis aufs letzte Plätzchen gesüllt. Ebenso wurde am 3. d. M. in der hiesigen israelitischen Volksschule eine Tranerandacht abgehalten, bei welcher Herr Dr. Blumenthal und Herr Lothringer in deutscher Sprache und der Religionslehrer Herr Bickel in hebräischer Sprache Reden hielten. Tarnotv, 3. Mai 1896. Anläßlich des Hinscheidens des berühmten und verewigten Philantropen Herrn Baron Moritz Hirsch wurde heute im Tempel des Cultusvorstehers Herrn Max Merz eine von der Schulleitung der hiesigen Stiftungsschnle im Einvernehmen mit dem Schulcomitß arrangirte Trauerandacht abgeholten, welche in glänzender nnd erhebender Weise verlief. Die Trauerrede wurde vom hiesigen Advocaten Dr. Mütz in ebenso ideenreicher als auch rührender Weise gehalten und enthielt auch eine Ansprache an die Schulkinder, welche dieselben aneiferte, durch Sittlichkeit, Fleiß und Arbeitsliebe sich der Wohlthat der Baron Hirsch-Suflnug würdig zu machen und also das Andenken dieses großen Mannes zu ehren. Dukla. 3. Mai 1896. Heute fand im hiesigen Schullocale der Baron Hirsch-Stiftung eine Trauerfeier für den verstorbenen edlen Stifter statt. Die schwarzdrapirten Schulzimmer waren zum Erdrücken voll. Unter den Anwesenden wurden bemerkt: Der Vorstand der Cultusgemeinde Herr I. B. Wietschner, die Herren Dr. Agatstein, Dr. Kropaczek, Dr. Reiß, Apotheker Fiebert, die Herren Localcomite- Mitglieder in corpore und Andere. Nachdem die Feier mit dem 91. Psalm, den die Schüler laut recitirten, eröffnet wurde, schilderte Herr Goldhammer in polnischer Sprache die Verdienste des Verstorbenen um die Menschheit im Allgemeinen und um das Judenthum im Besonderen. Hierauf hielt der Obmann des Localcomites, Herr M. H. Reich, die Gedenkrede, welche auf die Anwesenden herzerschütternd wirkte. Zum Schluffe sprach Schulleiter Bader zu den Kindern in polnischer Sprache, hob die Bedeutung des verewigten, hochherzigen Stifters und dessen um Galizien, speciell aber um die arme verlassene Jugend erworbenen Verdienste hervor nnd forderte die Schüler ans, ihrem größten Wohlthäter stets ein pietätvolles Andenken und eine dankbare Erinnerung zu bewahren und sich zu bemühen, das ideale Ziel des seligen Stifters zn erreichen. Gurahumora, 30. April 1896. Aus Anlaß des Ablebens des edlen Philantropen Herrn Baron H i r s ch fand hierorts heute 9 Uhr Vormittags eine von der hiesigeir israelitischen Gemeinde arrangirte große Trauerandacht statt. In der schwarz beflaggten und entsprechend deeorirten großen Synagoge versammelte sich eine große Anzahl von Trauergästen, und leitete der Cantor A. D. Rothkvpf die Andacht mit dem Absingen des 49. Psalm ein. Hierauf hielt der hiesige Rabbiner, Herr Mendel Babad, eine sehr gelungene Trauerrede, welche bei allen Anwesenden den mächtigsten Eindruck hervorrief. Der Cantor trug dann die üblichen Ei moie's in ergreifender Weife vor, worauf die würdige Feier schloß.