Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 19 (8.5.1896)
- Date
- 1896-05-08
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 382 Dr. Vloch's Wochrnfchrist. Nr. 19 Ferienheim. Au Spenden für den Bau des eigenen Heims . sind eingelausen: Bon Herrn Salo Cohn 10t;0 fl., Herrn S. H. 300 fl., Herrn Leopold R-ichel 300 fl., Frau 91 ntoiuctte Schwarzmann 300 fl., Herrn Gottlieb Bettelheim 200 fl., Frau Jenny Schur 200 fl-, Frau Julie Fialla 100 fl., Herrn Docent Dr. Jos. Grünfeld 100 fl., Frau Antonie Passauer 100 fl., Herr Friedrich Fanto 100 fl., Frau Th. Löwit geb. Rooz 10 fl., Frau Rosa Löw 5 fl., Herrn Isidor Mautner 100 fl., Herrn Fi'chel Landau 100 fl., Frau Amalie Nierenstein 200 fl., Herrn Jaques Landesmann in, Erinnerung seiner am 6. Mai 1892 in Karlsbad verstorbenen Gattin, der Frau Marianne Landesmanu, geb. Meix 100 fl., Frau Emma Gerngroß 100 fl., Wiener Kinderireuudin in Bornemouth 5 fl., I. A. in Böhm.-Leipa 2 fl., Herrn Adolf Birnfeld, k. k. Commerzialrath 20 fl., Herrn Carl Heller 25 fl., Herrn Adolf Fleischmann 20 fl., Herrn Isidor Hirsch! aus der Sparcassa seiner Kinder 10 fl., Frau Rosa Pollak 10 fl., Fräulein Irene Grünfeld aus ihrer Sparbüchse 5 fl. Wien, den 5. Mai 1896. (Jüdische a k a d emis ch e L e s e h a l l e.) Samstag den 2. Mai fand in unserem Vereinslocal ein Vortrag des Herrn Docenten Dr. Sig. Freud: „Ueber Traumdeutung" statt. Den allgemein verständlichen Ausführungen des Herrn Vortragenden folgte ein zahlreich erschienenes Auditorium, unter welchem wir erfreulicher Weise eine stattliche Anzahl von Universitätsdocenten, Doctvren und auch ziemlich viele Damen bemerkten, mit gespannter Aufmerksamkeit und lohnte dieselben am Schlüsse mit großem Beifall. Samstag den 9. Mai, 7 Uhr Abends, findet ein Bortrag des Schriftstellers Herrn Rudolf Strauß statt, in welchem derselbe eigene Novellen und Uebersetzungen des Lemwtre zur Vorlesung bringen wird. Geladene Gäste willkommen! E. B. Graz. Der hiesige israelitische Franc u- Verein versendet soeben den Jahresbericht.für das Vereinsjahr 1895, welchem zu entnehmen ist, daß an Spenden der verhällnißmäßig hohe Betrag von 767 fl. an Arme vertheilt wurde. Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß dem Vereine von Seiner Majestät dem Kaiser anläßlich seines Aufenthaltes in Graz die hochherzige Spende von 200 fl. zugewiesen tpurde. Die Steiermärkische Sparkasse widmete wie alljährlich 100 fl. Dank der verdienstvollen Thätigkeit der Bereinspräsidentin Frau Dr. Marianne M ü h s a m prosperirt der Grazer israelitische Frauen-Berein und ist in der Lage, seine Humanitären Ziele und Zwecke unentwegt zu verfolgen. Budaveft. (B u d a p e st e r B ö r s e.) Ter Rath der Budapester Effecten- und Waarenbörse hat in seiner gestrigen Sitzung den Director der Allgemeinen Ungarischen Creditbank Siegmund Kornfeld zum Vicepräsidenten gewählt. Budaveft. Bei der Eröffnung der internationalen K u n st a u s st e l l u n g zeichnete der Kaiser die Gemahlin des Bice-Präsidenten, Geheimen Commerzienrathes Goldberger, in besonders huldvoller Weise aus. Nagy-Kanizsa, am 1. Mai. Regimentsarzt Dr. Sändor Kärtschmüroff-Kanizsai, im 25 Honv.-Jnft.-Regmt. Warasdin, Sohn unseres Obercantors Herrn Professor L. K-irtschumroff, hat sich mit Fräulein Hermine Herzfeld, Tochter des Herrn Ignatz Herzfeld — Firma, Herzfeld & Neumann — aus Preßburg, verlobt. Sambor. Der Zion-Verein veranstaltete eine Trauerfeier für Baron Hirsch. Die Gedenkrede hielt Herr Leon Hausm a n n, die alle Zuhörer tief erschütterte. Brody den 3. Mai. Heute veranstaltete die hiesige israelitische Volksschule eine Trauerandacht für den dahingeschiedenen, edlen Philantropen, Baron Moritz Hirsch, der feit mehreren Jahren Beschützer und Wohlthäter dieser Anstalt war. Um 7 Uhr Abends, nachdem sich der zu diesem solennen Gottes- .dienste in würdiger Weise hergerichtete Saal mit einer Menschenmenge füllte, welche aus der Schulinspection, dem Cultusvorstande, den Lehrern, Schülern und andern Verehrern des Verblichenen bestand, wurde das Minchagebet vom städtischen Obercantor vorgetragen; hierauf stimmte die Schuljugend ein passendes Trauerlied an, dann betrat Herr Tr. Leopold Herzel die Kanzel und hielt dem in Gott Verklärten einen tvarmen Nachruf; er schilderte in meisterhaft ausgeführten Parabeln und gediegenen Worten die hervorragenden Charakterzüge des Verblichenen, sein Streben, Walten und Wirken fürs Judenthum und welchen unersetzlichen Verlust es durch das Hinscheiden dieses großen Mannes erlitt. Prag, tut Mai 1896. Am letzten Sabbath fand um 3 Uhr Nachmittags im Tempel zu S m i ch v w , wie alljährlich, die Eröffnung des Sommer-Jugendgottesdienstes für die Schüler des dortigen Gymnasiums im Vereine mit den Schülern und Schülerinnen der dortigen Vvlks- und Bürgerschulen statt. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. S. B a ck eröffnete diesmal seine Sommervorträge mit einem herzergreifenden Nachruf, gewidmet dem jüngst verstorbenen großen Philantropen Baron Ai v r i tz H i r s ch. Der Redner betonte, daß es vom pädagogischen, wie vom ethisch-religiösen Gesichts - punkte dringend geboten sei, das abgeschlossene Leben großer, edler Männer Israels unserer Gegenwart der Schuljugend vorzuführen, es ihr als leuchtendes Muster und edles Beispiel aufzustellen, lute diese Männer in der Uebung voll Liebes- und Wohlthätigkeitswerken ihre größte Freude und ihren eigentlichen Lebenszweck finden. Ein solches Lebensbild aus der unmittelbaren Gegenwart wirkt viel mächtiger auf das kindliche Gemüth ein, als viele Lebensbilder, vorgeführt aus beit fernen vergangenen Jahrtausenden der altbiblischen Zeit dies vermögen. Nun wurde dem gespannten jugendlichen Auditorium erzählt von .den unvergleichlichen Großthaten des edlen Mannes für die ausgetriebenen russischen Juden, von seinen geradezu märchenhaft klingenden Spenden, die er allmonatlich in sechs Großstädten, darunter vier in unserem Reiche, vertheilen ließ. Als die Krone seiner zahlreichen edlen Werke aber stellte der Redner die von Barvit Hirsch in Galizien, der Bukowina und in Rumänien gegründeten Schulen für die männliche und weibliche Jugend hin. Damit wird der jeweiligen Heranwachsenden Generation jener in der Cultur zurückgebliebenen Länder die denkbar größte Wohlthat erwiesen, indem ihr durch einen gedeihlichen unserer fortgeschrittenen Zeit entsprechenden öffentlichen Schulunterricht die westliche Cultur erschlossen wird, um, so ausgerüstet' mit moderner Bildung, einst als gleichwerthige Glieder der Menschheit an deren Weiterentwicklung Mitarbeiten zu können. Nach dieser wahrheitsgetreuen Zeichnung seines geistig-sittlichen Lebensbildes forderte der Redner die versammelte Jugend auf: sie möge ihre . Eltern bitten, daß diese das Bild der äußern Gestalt dieses unvergleichlichen Wohlthäters für ihre Familienhäuser ans ch affen mögen, dauüt sie von dem Manne, dessen edle Herzens- und Charakterzüge ihnen soeben gezeichnet und von ihnen bewundert ' wurden, auch die edlen äußeren Züge seiner persönlichen Erscheinung sich tief in ihr jugendliches dankbares Herz einprägeu können. Sämmtliche Schüler und Schülerinnen lauschten den Worten des Redners in andachtsvollster tiefster Ergriffenheit und man sah in manchem Auge eine reine unschuldsvolle Thräue perlen, als sie der Redner zum Schluss^ aufforderte, das segensreiche Andenken des großen Wohlthäters in ewiger Dankbarkeit ot ihren jugendlichen Herzen treu zu bewahren. Goltsch Jenikau, 3. Mai. Seit vielen Jahren besteht hier ein Talmud-Thora-Verein, dessen Tendenz in erster Linie die Förderung des Thorastudiums ist. Dieser seiner Aufgabe wird er dadurch gerecht, daß er die hier seit fast einem Jahrhundert bestehende israelitische Volksschule subventionirt und die armen Schulkinder mit den erforderlichen, in erster Reihe hebräischen, Lehrbüchern versorgt. Um das Interesse der Bereinsmitglieder rege zu erhalten und Fernstehende heranzuziehen, wird dem Vereine zu Ehren alljährlich am Parscha Emor im hiesigen Tempel vom jeweiligen Rabbiner eine Festpredigt gehalten. Dieser Aufgabe entledigte sich am verflossenen Sabbath unser verdienstvoller Rabbiner, Herr Ph. Dr. K. Thieberger auf's Glänzendste. Anschließend an diesen Festvortrag widmete er einen tiefempfundenen, zu Herzen dringenden Nachruf dem jüngst so plötzlich dahingeschiedenen Baron Moritz Hirsch. Herr Dr. Thieberger, welcher auch den Vater des Herrn Baron Hirsch von Würzburg aus persönlich kannte und daselbst auch Gelegenheit fand, ein wahrhaft ftommes echt jüdisches Haus kennen zu lernen, in welchem an dem Tische des großen, reichen, vornehmen Mannes auch der arme Gast Platz fand, entrollte ankuüpfend an den Vers „Hazevi Jsroel" ein" Bild des nicht nur ftir das Judenthum, sondern auch für die nvthleidende Menschheit überhaupt bedeutenden, auf dem Gebiete des Wohlthuns einzig dastehenden Mannes, der in der Erkenntniß, daß die Zukunft Israels auf Grundlage der Jugenderziehung aufgebaut werden muß, seine großartige Stiftung für Errichtung und Erhaltung der Schulen in Galizien gründete. Der von Rührung ergriffene Redner gelangte zu dem Schluffe, daß es eigentlich nicht anders kommen . konnte, daß Baron Moritz Hirsch dieser große Wohlthäter wurde, da er im Elternhause, als dem Ausgangspunkte jeder Erziehung, ein solches Vorbild hatte. Klattau 20. April 1896. Der Chorgesangs-und Geselligkeitsverein hier, welcher nebst der Pflege der Geselligkeit auch eine sogenannte Chanukagruppe ins Leben rief, welche während ihres 12jährigen Bestandes eine große Anzahl Wischer Schulkinder mit Winterkleidern versorgte, ferner sich die Aufgabe gestellt, zur An- \ schaffung einer Orgel für den Tempel den nöthigen Fond herbei-