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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-04-03 · 14 (3.4.1896) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
14 (3.4.1896)
Date
1896-04-03
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 14 Dr. Vloch's Wochenrchrifl. Zwecke gespendet, Studenten der Geschichte und classischen Literatur, Reisen in's Ausland zu ermöglichen. Der berühmte Taine hat vor Jahren die Schöpfung solcher Stipendien auf's Eifrigste empfohlen. London. Gestern wurde hier eine Hochzeit gefeiert, die ganz ungewöhnliches Interesse erregte. Mr. George I. G. Leims, der Sohn des berühmten Advocaten Sir George und der Lady Lewis, führte Fräulein Maria Hirsch aus Mannheim zum Altäre. Dr. Adler, von den Herren D. Fay und E. Spero assistirt, vollzog die Trauung. Zwei Schwestern der Braut und zwei Schwestern des Bräutigams waren Brautjungfern. Sie trugen hellgelbe Seidenkleider, dazu prachtvolle schwarze Hüte. Das Geschenk des Bräutigams an jede der Brautjungfern bestand in einer kostbaren Diamantenbroche. Die Synagoge war wunderbar mit weißen, seltenen Blüthen mrd Palmen geschmückt; noch nie, außer bei Leopold Rothschild's Hochzeit, war sie so überfüllt gewesen. Jeder Anwesende erhielt beim Verlassen des Tempels ein reizendes Blumeusträußcheu nrit weißer Seidenschleife zur Erinnerung. Nach der Trauung fand großer Empfang bei Lady Lewis statt, worauf das junge Ehepaar nach Paris und der Riviera abreiste. Zahllos und von seltener Kostbarkeit sind die Hvchzeitsgeschenke. Unter den Gästen befanden sich die allerersten Persönlichkeiten der Stadt. Erwähnt seien: Lord Russell, der Gerichtspräsident, sanuut Gemahlin, Sir Henry Irving, Miß Ellen Terry, Mr. und Mrs. Alma Tadema, Mr. George Meredith, Lord und Lady Nevill, Mr. und Mrs. Macmillan, Mr. mrd Mrs. Pinero, Sir William und Lady Harcourt, Mr. und Mrs. Thomas Hardy, Professor Lancaster, Lord und Lady Rothschild, Mr. und Mrs. Leopold de Rothschild, Mr. Alfred de Rothschild, Sir Samuel und Lady Moutagu, Lord und Lady Pirbright rc. rc. Saloniki, 5. März. Unter dem französischen Namen »La charite« („Die Mildthätigkeit") hat sich hier aus ledigen israelitischen Herren und Damen ein Verein gebildet, dessen Zweck es ist, Kleider, Wäsche und selbstverständlich auch Geldspenden fiir hiesige nothdürftige israelitische Familien zu sammeln, und werden diese Gaben den Armen, um sie nicht zu beschämen, in's Haus geschickt. Nebst den Kleidern und Wäsche werden den Armen auch Holz und Kohlen geschickt. Jedes Mitglied dieses Vereines ist ohne Rücksicht auf das Geschlecht verpflichtet, wenn der Turnus an ihm ist, von Haus zu Haus, von Stockwerk zu Stockwerk und von Laden zu Laden zu gehen und die erwähnten Beiträge für den Verein zu sammeln. Der Verein hat heuer auch ein Bankett zu wohlthätigem Zwecke gegeben, das sehr gut besucht war und ein beträchtliches Erträgniß lieferte. Die officielle Sprache dieses Vereines ist das Französische, und haben dessen Mitglieder daher zugleich den Vortheil, daß sie bei ihren Zusammenkünften sich auch in der genannten Sprache vervollständigen. Wien. (Verlo b u n g.) Die in den Wiener Gesellschaftskreisen bestbekannte Anstreichermeistexin Fräulein Mathilde Tischler hat sich mit Herrn Janen Schwarz mann in Braila verlobt. Wien. Der Begründer der Firma Moritz Kalmus und Neffen, Herr Moritz Kal ni u s, mrd seine Gattin Betty feierten am 29. v. M. bei seltener Riistigkeit und Geistesfrische im Kreise ihrer zahlreichen Verwandten mrd Freunde das Fest der goldenen Hochzeit. Wien. Im Bethause „Liwias Chen", II. obere Donaustraße 89, nächst der Stefaniebrücke, findet Sonntag, 5. April d. I., als dem letzten Tage des Passahfestes, z w e im a l i ger M o r g en g o tt es di en st, jedesmal mit Abhaltung der M a s k i r g e b e t e, statt. Beginn 6 Uhr und 8 Uhr Morgens. Wjen. („Politischer Bolksverein".) Der rasch und mächtig aufstrebende „Politische Volksverein" hat gestern seine Generalversammlung abgehalten. Aus dem vom Vereinspräsidenten Dr. Fi all a erstatteten Rechenschaftsberichte geht hervor, daß die Zahl der Mitglieder innerhalb des letzten Jahres sich von 74 auf circa 600 erhöht hat, darunter über 200 Mitglieder in den Provinzstädten. An Spenden und Gründerbeiträgen sind 1225 fl. eingelaufen, au Mitgliedsbeiträgen 579 fl. Auch die Epoche der Bereinsthätigkeit sei keine dürftige, zu nennen. In der Frage der Wiener Gemeiuderathswahlen trat der Verein für die ausnahmslose Betheiligung der jüdischen Wählerschaft und für die Seite 283 Vornahme der Wahlen im fortschrittlichen Sinne ein, „welch letztere mangels einer anderen cvnsvlidirten Partei derzeit noch von der liberalen Partei vertreten wird". In seiner Thätigkeit nach Innen und Außen ist der Vereinsvorstand stets bemüht gewesen, der Mission des Vereines, die socialen, politischen und geistigen Interessen der Stammesgenossen zu fördern, treu zu bleiben. Ist schon der Rückblick auf die concreten Verhältnisse ein trostloser, so erscheint leider auch der Ausblick nicht viel freundlicher. „Schwere Kämpfe sind es noch, die uns bevvrstehen, bevor wir das, man sollte glauben, an sich so überaus bescheidene Ziel zu erreichen im Stande sein werden, welches schlechtweg heißt: „Wirkliche Gerechtigkeit und wahre Gleichberechtigung". (Stürmischer Beifall.) Bezirksausschuß Waldstein spricht dem Vorstande, namentlich dem Präsidenten Dr.Fi alla wärmsten Dank fiir die umsichtige und thatkräftige Leitung des Vereines aus. „Wir haben viele Bereinsobmänner, aber keinen unabhängigeren und energischeren als unser Präsident ist." (Lebhafter Beifall.) Dr. F i a l l a wird hierauf mittelst Acclamation und einstimmig zum Obmann gewählt. In den Vereinsvorstand wurden gewählt: Lucian Brunne r, Dr. S. F e i l b o g e n, L. Fried Dr. M. H o f f m a n n, Tr. E. K v h n, Tirector A. M a r e k, Dr. M. P a s s a it e r, Dr. Heinrich S t e g e r, Cvrrsul I. T h a l b e r g. Dr. F i a l l a dankt fiir die ihn so ehrende Kundgebung des Vertrauens, wenn etwas erreicht worden ist, so ist dies dem Vorstände und der Mitgliedschaft zu danken". Er bittet die Mitglieder, für den Verein zu werben, damit derselbe kräftiger noch als bisher wirken könne. Dr. H. Sieger dankt gleichfalls für das ihm geschenkte Vertrauen und fährt dann fort: „Im Begriffe der A b w e h r liegt es ja sogar, welche Farbe nian bekennt. Das Scheue, Aengstliche, das Feige fiihrt nicht zum Ziele. Wir müssen uns ermannen, auch den Liberalen gegenüber. Wo die Liberalen uns, wo sie unsere Stimmen brauchen, da wird der Jude gesucht, der Jude ist aber nur zum Stimmen gut, nicht zum Gewähltwerden". (Stürmischer Beifall.) Nachdem noch die neugewählten Ausschüsse Dr. Hoff m a n n und Dr. F e i l b o g e n gesprochen hatten, wurde die sehr zahlreich besuchte Versammlung geschlossen. Wien. (Jüdische akademische Lesehalle Wien.) Wir sind wieder in der angenehmen Lage, über den Empfang mehrerer Büchersendungen zur Bereicherung unserer Bibliothek berichten zu können. Llußer großen Bücherspenden von Seiten Dr. Herzberg-Fränkls und eines „Ungenannten", der auch die „Moria" und „Gamala" mit Büchern bedacht hat, wurde die Lesehalle mich durch eine ansehnliche Bücherspende des größten böhmischen Dichters, Jaroslav Brchlicky (Professor Dr. E. Frida) ausgezeichnet, der dadurch wieder einen Beweis seiner bewährten Menschenfreundlichkeit gegeben hat. Gleich ihm hat auch der Dichter Hieronymus Lorm uns einige seiner Werke zur Verfügung gestellt. Ferner sandte Herr Lazar Eppinger in Budapest eine ansehnliche Bücherspende. Den edlen Spendern statten wir auch auf diesem Wege den anfiichtigsten Dank ab. 8. 8. Wien. (DerFrauenwohlthätigkeits- Verein „Providentia") hat, wie wir dem diesbezüglichen Berichte entnehmen, auch im zweiundzwanzigsten Jahre seiner Bereinsthätigkeit wohlthuend und ersprießlich gewirkt. Von den Jahreseinnahmen per 6000 fl. wurden 17 alte erwerbsunfähige Witwen mit Jahrespensionen, 320 bedürftige Wöchnerinnen und 130 kranke Frauen mit über 3000 fl. unterstützt. Es darf wohl der Erwartung Raum gegeben werden, daß die „Providentia" von Seite unserer Glaubensgenossen mit reichlichen Mitteln bedacht werden wird, damit dieser Verein den immer mehr sich steigernden Humanitären ^Anforderungen gerecht zu werden vermag. Die Präsidentin hat durch die Veranlassung des Schratt-Abends große Triumphe gefeiert und der guten Sache große Dienste geleistet. Wien. („R udolfsbun d.") Am 21. März veranstaltete dieser Verein in Brüder Abel's Hotel Central als Schlußfest in der heurigen Saison eine Masken-Redoute. Trotz des Frühlingswetters war das Fest sehr gut besucht, ein Beweis der immer wachsenden Beliebtheit, welcher sich dieser Verein erfreut. Dem Zuschauer bot sich ein farbenprächtiges Bild. — Die Musik wurde von der Capelle des 61. Infanterie-Regimentes beigestellt, getanzt wurde flott bis Früh. Am 24. März hielt dieser Verein seine VII. ordentliche Generalversammlung ab, in welcher der gesammte Ausschuß in die Neuwahl kam und fast vollzählig wiedergewählt wurde. Wien. (Spende n.) Für den armen M. Sonuenfeld II. Streffleurgasse 7, sind bei Frau Antonie Graf ferner eingegangen: Von Herrn Dr. Alfred B. 1 fl., von Fräulein Jofefine Fränkel 1 fl., von Frau Therese Deutsch in Hötzelsdorf 3 fl., zusammeir 5 fl.; mit den in Nr. 12 ausgewiesenen 6 fl. 50 kr., zusammen 11 fl. 50 kr.

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