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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-03-20 · 12 (20.3.1896) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
12 (20.3.1896)
Date
1896-03-20
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 238 Dr. Blorh's Mochensttzrift Nr. 12 daß er auch in dieser Richtung sich bethätigeu wird können. Der Verein hat am 4. Juli v. I. die Eröffnung seines Schwesterheims gefeiert, bei welcher Gelegenheit es sich zeigte, welcher Sympathien derselbe sich erfreut. Die Berliner jüdische Gemeinde, das Rabbinat, zahlreiche Philanthropen treten helfend ein, und es wäre im Interesse feines eminent humanen Wirkens nur zu wünschen, daß die Schaar der opferbereiten Freunde immer größer werde. Die Ziele, die der Verein anftrebt, find die edelsten, es gilt auch, armen Familien ohne Unterschied der Confession in Krankheitsfällen Hilfe und Pflege zu bringen, z dazu bedarf er aber großer materieller Mittel. Arisches Gewicht. Mit großen Lettern prangen die Worte „Für reelles Gewicht wird garanrirt" auf dem Schilde des Holz- und Kohlenhändlers Ludwig Dexinger, IX., Pelikangasse 10. Wie reell dieses Gewicht ist, bewies eine gestern vor dem Strafrichter des Bezirksgerichtes Alsergrund, Aojuncten Dr. Lorenz srartgehabte Verhandlung, in der sich Ludwig Dexinger wegen Uebertretung des Betruges zu verantworten hatte. Beim Nachwäge a einer bei Dexinger bestellten Kohlenlieferung von 50 Kilogramm eonftatirten die Marktcommissäre Richter und Swoboda ein Manco von nicht weniger als ne uneinhalb Kilogramm Ter Angeklagte war bestrebt, die Schuld auf seinen Bruder zu schieben, der die Kohle gewogen haben soll. Das Beweisverfahren verschaffte jedoch dem Richter die volle Ueberzeugung von der Schuld Dexi nger's, der auch im Sinne der Anklage schuldig erkannt und zu drei Tagen strengen Arrests verurtheilt wurde. — Es ist bedauerlich, daß diese Art der Bewucherung, welche gerade die ärmste Classe der Beoölkernag trifft, in so empfindlicher Weise überhand nimmt, daß die Strafgerichte sich fast täglich mit ähnlichen Fällen zu beschäftigen haben. Ahlwardt ist am 21. Februar, wie wir einer Mittheilung aus Newyork entnehmen, in H o b o k e u auf der Straße arg bedrängt worden. Er wollte in der Grandstraße einen Vortrag gegen Eintrittsgeld, für Christen 1 Cent, für Inden 50 Cent, -halten, doch weigerte sich am Abend der Besitzer des Locals, Bafel mit Namen, die Thüre zu öffnen, so daß Ahlwardt unverrichteter Dinge aüziehen mußte.. Viele Menschen folgten ihm und warfen ent der Ecke der Ersten Straße mit allerlei Wurfgeschossen nach ihm. In dem Gewühl wurde alsdann Ahlwardt gegen eine große Spiegelscheibe geworfen, welche in taufend Stücke ging. Eine Abtheilung Polizei machte schließlich dem wiisten Treiben ein Ende. Correspondenzen. Wien. Mau schreibt uns aus G r o ß-J e d l e r s d o r f, 14. März. S e h r geehrter Herr R e d a c t e u r! Heute hat ein Arbeiter der Florisdorfer Gasfabrik zwei Rechen um 40 kr. bei mir geholt, nach einigen Minuten brachte er dieselben retour und sagte: „Herr Hoffmann jagte ihn zurück damit, weil er sie beim Juden gekauft hat, nun weiß aber Herr Verwalter Hoffmann, daß ich nicht mir Jude, sondern auch Gasconsument bin. Ich habe den Fall der Eentral- Ansralts-Direction mitgetheilt mit dem Bemerken, daß ich ab 3. April die Gasbeleuchtung durch PeEoleumbeleuchtung ersetzen werde. Hochachtungsvoll M. H. Schwär tz, Brünnerstraße 197. Wien. (Jüdische a k a d e in i s di e Verbindung „U n i t a s".) Sonntag den 8. März fand die ordentliche Plenarversammlung der Jüdischen akademischen Verbindung „Unitas" statt. Präses Martin Engländer erstattete den Rechenschaftsbericht. Er hob hervor, daß die Verbindung ihrer Hauptaufgabe, die jüdisch-nationale Idee in die weitesten Gesellschaftskreise zu tragen, nachgekommen sei. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde der Eröffnungsabend und die imposante Makkabäerfeier im Ronachersaale veranstaltet, die neue Anhänger für die Zionsidee in studentischen Kreisen gewannen. Bei den zur Zeit des Chanukafestes unter Beteiligung vornehmlich bürgerlicher Kreise veranstalteten Feiern haben Verbindungsmitglieder in hervorragender Weise mitgewirkt. Der Damenabend, der von sehr distingurrter Gesellschaft besucht war, hat mit seinem ernsten Theile dazu gedient, jüdische Frauen und Mädchen für unsere Ideale zu begeistern. Als für die Richtung der Verbindung charakteristisch wollen wir von den vielen im Lause des Semesters abgehaltenen Vorträgen folgende erwähnen: Die Grundprincipien des Zionismus (teodv. Rosenbaum), „Die neue Aera" von Dr. Ellbogen (eand. med. Jerusalem Maxi, Talmud und Aitisemitismus (jnr. Gcenzer), Jüdischer Idealismus — Eine Erinnerung an Fischhof (eaud. weck. Karl Pollak), Spinoza als Jude (meä. Lauser). Als Beweis für das Anwachsen der nationalen Strömung unter den jüdischen Studenten mögen folgende Ziffern dienen. Am Ende des letzten Semesters zählte die Ver- . bindung 14 Mitglieder, — der jetzige Status beträgt 24, neu ausgenommen wurden 10 Hospitanten. Das Wirken der Verbindung in anderen Vereinen betreffend, ist zu erwähnen, daß gar. Halpern Hans znm 1. Schriftführer der Jüdischen akademischen Lesehalle gewählt wurde, tech. Rosenbaum zum 2. Schriftführer im Einzelnverein „Zion", eand. meä. Jerusalem Max zum Leiter der Turnsection, meä. Loebl zum Beirath der „Moria". Die schließlich vorgenommenen Neuwahlen ergaben folgendes Resultat: Es wurden gewählt zum Präses: eanä. meä. Jerusalem Max, Vicepräses: meä. Lauser Leopold, 1. Schriftführer: meä. Heinrich Loebl, 2. Schriftführer: Jerusalem Georg, Bibliothekar: jnr. Grenzer Carl, Cassier: eand. med. Carl Pollak, Hausverweser: gar. Louis Schulz. Zu Ersatzmännern: Engländer Martin, eanä. med., Kohn Heinrich, jnr., Korner Fritz, teelln. Wien. (Jüdische akademifcheLesehalle.) In der Plenarversammlung vom 7. d. M. legte der alte Bereinsausfchuß feinen Rechenschaftsbericht ab, der mit grvßent Beifall ausgenommen wurde. Die Verdienste der Herren Präses M.U.C. Advlf Schaechter und des Schriftführers Herrn J.U.C. Ehrenfrennd wurden besonders gewürdigt. Die Plenarversammlung beschloß, jenen Herren, die sich um ' die Jüdische akademische Lesehalle besonders große Verdienste erworben, den Dank der Plenarversammlung bekannt zu geben. Hernach schritt man zur Wahl des neuen Ausschusses: Gewählt erscheinen: Jas Präsidium: Herr M.U.C. Adolf Schaechter als Präses, Herr M.U.C. Einil Spitz als I. und Herr J.U.C. Friedrich Berg als II. Vicepräses; in den Ausschuß: die Herren J.U.C. Julius Hirsch und J.U.C. Gustav Modry als Schriftführer, die Herren J.U.C. Hugo Pollak und M.U.C. Theodor Meißl ' als Caffiere, die Herren J.U.C. Advlf Donath, J.U.C. Abraham Glasberg als Bibliothekare, Herr M.U.C. Isidor Damast als Zeitungsverwefer, Herr J.U.C. Alexander Lichtwitz als Hans- Verweser, schließlich die Herren M.U.C. Leonhard Gerbel, M.U.C. Max Jerusalem uni M.U.C. Berth. Hahn als Sectionsleiter. In den Ersatzausschuß: die Herren J.U.C. Alfred Lanzer, M.U.C. Max ~ Kronfeld, und techn. Hugo Libezny und phil. Felix Rappopvrt. Schließlich Herr J.U.C. Max Benesch als Schiedsrichter und die Herren M.U.C. Nathan Lurje, M.U.C. Emil Heim und M.U.C. Julius Haas als Caffarebisoren. Prag. (Verein d er j ü d i s ch en H o ch s ch ü l er in Prag.) In den Kreisen der hiesigen jüdischen Studentenschaft hat sich eine bedeutsame Wandlung vollzogen. An Stelle des jüdisch-nationalen Vereines „Maccabaea", welcher seinen radicalen Tendenzen zufolge nur einen Bruchtheil der jüdischen Hvchschüler Prags in sich vereinigen konnte, hat sich der „Verein der jüdischen H o ch s ch ü l e r in Prag" constituirt, welcher gemäß seinen Statuten geeignet ist, die jüdischen Studenten aller Parteischattirungen in sich aufzunehmen. Der § 2 der Statuten besagt nämlich: „Der Verein, der alle politiichen und nationalen Tendenzen ausschließt, bezweckt die Wahrung und Förderung der ethischen und male r 'i e l l e n I n t e r e s s e n der jüdischen S t u d e n t e n . und die Pst ege der jüdischen Geschichte undLit e r a t u r." — So wird denn der neue Verein, gleich dem alten, nur auf breiterer Basis als dieser, bestrebt sein, für die Sache des Judenthums bildend und erziehlich zu wirken und darf wohl hoffen, in diesem seinem Vorhaben wirksamste Förderung nicht nur seitens der jüdischen Studentenschaft, sondern auch der weiteren jüdischen Kreise Prags zu finden. Gilt es doch jetzt mehr denn je, seine Aufmerksamkeit den gefährdeten Interessen des Judenthums zuzuwenden. — Der Ausschuß des Vereines hat sich nach den in der Generalversammlung vom 28. Februar vorgenommenen Wahlen folaendermaßen constituirt: Jur. Berthold Berka, Obmann. Jur. Gustav Popper, Obmann-Stellvertreter; Jur. Max Winkler, I. Schriftführer; Jur. Gottlieb Klein, II. Schriftführer; Jur. Max Bloch, Cassier; Med. Emanuel Sachs, Bibliothekar und Zeitungsverweser;' Med. Carl Katz, Oekonom. Brünn. (M ä h r i s ch -j ü d i s ch e r Waisenhilfsverei it.) Am 8. d. M. fand die diesjährige H au p tv e r f a m m l u n g dieses Vereines unter Vorsitz des kaiserlichen Rathes M a n d l statt. Der Rechenschaftsbericht für das abgelaufene Jahr bezeichnete dasselbe als ein Normaljahr. Zwar weist der Fond eine bedeutende Erhöhung aus, allein dieselbe — der Fond der Heinrich Gomperz'fchen Stiftung per 5000 fl. Rente — ist dem Vereine schon im Jahre 1894 zugefallen, der wirkliche Vermögensznwachs des vorigen Jahres besteht in einem Gebahrungsüberschuffe von 1111 fl. Die Jahresbeiträge der Mitglieder sind, von den Subventionen des

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