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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-03-06 · 10 (6.3.1896) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
10 (6.3.1896)
Date
1896-03-06
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 10 Vr Vloch's Wochrnschrist Seite 203 mit den zwei aramäischen Paraphrasen in Vergleich. Der Vergleich, in dem midraschische Erzählungen episodenartig eingestreut waren, wurde mit außerordentlichem Geschicke durchgeführt und fand beim Auditorium wohlverdienten Beifall. Wien. (Unterstützungs-Verein Osten). Das von diesem Vereine am 29. Februar zum woblthätigen Zwecke veranstaltete Elite-Kränzchen war von einer distinguirten Gesellschaft zahlreich besucht und sehr animirt; für die Wohlthätigkeit ist ein günstiges Resultat erzielt worden. Floridsdorf. (Brudermahl. — W o h l t h ä t i gkeits-Kränzchen.) Am 22. v. M. fand hier das alle drei Jahre übliche Brudermahl der Chewra-Kadischa statt, an welchem mehr als 70 Mitglieder theilnahmen. Den Borsitz führte der greise Präses Herr Max N e u m a n n, welcher das Fest mit einer warm empfundenen Ansprache eröffnete. Bon auswärtigen Teilnehmern hatten sich die Herren M. S ch i s ch a und M. M a n d l eingefunden. Der Letztere, zugleich Vicepräses der Floridsdorfer Cultusgemeinde, trat in seinem mit großem Beifalle aufgenommenen Trinkspruche für die Erweiterung der Vereinsthätigkeit zum Zwecke der Kranken-Unterstützung ein. Eine Reihe weiterer trefflicher Trinksprüche der Herren Dr. I. K ö n i g, Präses der Cultusgemeinde, Rabbiner Dr. Reich, Comitö-Obmann Gabriel Dukes. Redacteur Fleischer, ferner ausgezeichnete Gesangsoorträge desObercantorsHerrnKlein würzten das animirte Mahl, um dessen gelungenen kulinarischen Theil sich die Damen Frau Hermann G r ü n w a l d, Frau F r i s ch m a n n und Frau Wilh. Glaser in der aukopferndsten Weise verdient gemacht haben. Dem Festcomitö mit Herrn Dukes an der Spitze gebührt für die solenne Veranstaltung das vollste Lob. — Samstag den 29. v. M. fand in Bartsch's Saallocalitäten das Wohlthätigkeitskränzchen des hiesigen israelitischen Frauen-Wohlthätigkeitsvereines statt» welches von einem zahlreichen, distinguirten Publicum besucht war. Mit besonderer Befriedigung muß die Thatsache constatirt werden, daß der ,,Club evangelischer Glaubensgenossen" durch eine officielle Deputatron, bestehend aus Frau G r o ß m a n n und den Herren D i t t r i ck>, Müller, Strillak und Lehrer H arlf iug er, bei dem Feste vertreten war. Um das glänzende Gelingen des Abends haben sich die Borstandsdamen Henriette G r ü n w a l d, Betty Redlich, Emma W o d a k, Johanna G r ü n w a l d, Lotti D u ld n e r, Anna G r ünw a l d, Henriette Glaser, Dr. Julie K ö n i g, Hermine Wald, Laura Grün wald, Rosa Winkler. Katharina Herzog, Dr. Marie Schrott er und Regina Weiß, ^rner ein Comits junger Herren verdient gemacht. Das Reinerträgniß ist ein sehr namhaftes. Linz. Die Erben des Industriellen Hern Fr. Poch e, baben aus der Berlassenschaft des Genannten an den „Israel. Frauen-Berein in Linz-Urfahr" eine Spende von fl. 100 überwiesen. Tarnopol. Wie alljährlich wurde auch in diesem Winter die arme Schuljugend der hiesigen israelitischen Knaben- und Mädchenhauptschule mit einer warmen Bekleidung und Beschuhung für den strengen Winter bedacht. Der väterlichen Fürsorge und Herzensgüte aber des jehiaen, allgemein beliebten und hochverehrten Direktors dieser Anstalt, Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. S. Dankowicz. ist es zuzuschreiben, daß die diesjährige Bekleidung viel reichlicher ausfiel als je, denn auf dessen Initiative wurde eine Collecte durch den Lehrkörper veranstaltet, die Dank der Freigebigkeit der hiesigen jüdischen wohlhabenden und intelligenten Bevölkerung eine nicht unansehnliche Summe ergab. Es gelang ihm vom hiesigen Magistrate die Summe von 150 fl., von der Svarcasse 300 fl., von dem human denkenden und wohlthätigen Gutsbesitzer Herrn T. Sommerstein 75 fl. u. dgl. zu erhalten. Am 13. December 1895 wurden 150 Knaben und 100 Mädchen betheilt. Dazu bekommen täglich 42 arme Schulknaben in der hiesigen Volksküche ein warmes Mittagmahl und ein Laibchen Brod. Budapest, den 1. März 1896. An dem vorige Woche vom Ministerpräsidenten Baron Bänffy gegebenen Diner nahmen folgende Glaubensgenossen theil: Dr. Adolf Oetvös- Silberstein, Michael Szalai und Dr. Isidor Kraus. Budapest. (Leichenrede eines reformirten Geistlichen über einen Juden.) Das hier erscheinende Tageblatt „Fövärosi Lapok" meldet folgenden, von erfreulicher Toleranz eines christlichen Geistlichen zeigenden Fall: In der Gemeinde Lzyanta des Biharer Comitats wurde am 27. v. M. der junge Arzt der Gemeinde. Dr. B6la Bergl, beerdigt. Nachdem der Rabbiner die rituelle Function versehen hatte, trat der reformirte Seelsorger Stefan TH6t an die Bahre und würdigte in einer schönen Rede die Verdienste des Verstorbenen, für den er zum Schluffe ein Gebet verrichtete. Die erhebende Sc.me rührte die Trauergäste zu Thränen. Czernowitz (Bukowina), am 27. Februar 1896. (T r a u u n g.) Sonntag am 23 d. M., um 2 Uhr Nachmittags, fand im hiesigen Tempel die Trauung des Fräulein Jeanette Schiffer, Tochter des Secretärs der israelitischen Cultusgemeinde, Herrn Moschulom Schiffer, mit Herrn Stadtbaumeister Fünkel unter überaus großem Pomp statt. Zur angesetzten Stunde versammelte sich ein zahlreicher Kranz von Damen, fast sämmiliche Honoratioren der Stadt, darunter mehrere Reichsraths- und Landtagsabgeordnete, der Vicebürgermeister mit mehreren Stadt- und Gemeinde!äthen, der Cultnsvorstand und der Cultusrath mit den beiden Präsidenten, Universitätsproflssorcn, Consistorialrath v. Bejan, viele Ralhe, sehr viele Advocaten, Notare, Aerzte, der Lehrkörper der israelitischen Schule, Vertreter der Presse, die angesehensten Kaufleute der Stadt, sowie ein überaus zahlreiches distinguirtes Publicum. Nach den üblichen Gesängen des Obercantors Herrn Rosenhek unter Assistenz des vollen Chores und Orgelbegleitung vollzog Herr Oberrabbiner Dr. Rosenfeld den Trauungsact. Eine lange, sehr gehaltvolle Ansprache seitens des Herrn Oberrabbiners an das junge Brautpaar schloß dann die imposante Feierlichkeit. Groff-Meseritsch. Am Samstag den 29. Februar l. I.,Abends, veranstaltete ein Counts in den Gasthauslocalitäten des Herrn Fuchs zu Groß-Meseritsch einen Purimball, welcher nicht nur die auserlesenste Gesellschaft unserer Cultusgemeinde, sondern auch viele Gäste von Nah und Fern vereinigte. Um 8 Uhr eröffnete Herr Dr. Otto M ü l l e r den Ball und viele Paare schloffen sich unter den Klängen der Pirnitzer Musikcap eile an. Chotzen. Im hohen Alter von 77 Jahren verschied hier Herr Hermann L ö w y, der durch nahezu eine Generation als Religionslehrer und Functionär des hiesigen Cultusvereines thätig war und sich allgemeiner Beliebtheit erfreute. Brandeis a. d. Adler. Hier verschied am 16. Februar Herr Moritz S a ch s l, ein durch Biederkeit und Rechtschaffenheit ausgezeichneter Glaubensgenoffe. Trotzdem er in Brandeis der einzige Jude war, bekleidete er doch viele Ehrenstellen, namentlich in der Stadtvertretung und in der Gemeindesparcaffe. Pisek. Sonntag den 15. Mrz findet im israelitischen Tempel zu Wodnian die Trauung des Herrn Moritz Edelstein, Cantor und Lehrer in Wodnian, mit dem Fräulein Jda Schüller, Tochter des ehrwürdigen verdienstvollen Rabbiners Herrn Josef Schüller aus Wodnian, statt. Herr Rabbiner Schüller, der seit vier Decennien das Rabbineramt äußerst taet- und würdevoll bekleidet, gehört zu den achtbarsten, gelehrtesten, wirklichen, Rabbinern Böhmens und erfreut sich besonders in seiner Gemeinde der allgemeinen Achtung und Verehrung. Proßnitz, 1. März 1896. Auf vielseitig geäußerten Wunsch der hiesigen Gemeindemitglieder hat der junge Rabbinatscandidat Herr D r. I o s e f H o f f. mit Zustimmung des hiesigen Rabbinats- und Cultusvorstandes anläßlich des P u r i m f e st e s am 28. Februar beim Freitag-Abendgottesdienste eine Festpredigt gehalten, die durch die Streiflichter, die er in seiner wohldurchdachten Rede aus die Wirren und Bewegungen der jetzigen Zeit passend hineinzuilechten verstanden hat. eine nachhaltige Begeisterung hervorgerufeu. Gliniany, 27. Februar. Dieser Tage fand in der hiesigen vom Baron Hirsch gegründeten Schule die Prüfung statt und das Resultat derselben war ein höchst erfreuliches. Der Obmann dieser Schule. Herr Leo Wolf, verdient für sein mühevolles Wirken alle Anerkennung. London. Der Prinz von Wales beehrte Herrn und Frau Leopold von Rothschild mit einem Besuche auf ihrem Landsitz Ascott. Seine königliche Hoheit dehnte seinen Besuch von Samstag bis Montag aus. Paris. An der Eeole Practique des Hautes Etudes in Paris ist ein Lehrstuhl für die Geschichte des talmudischen und rabbinischen Judenthums errichtet worden. Zum Professor wurde Israel Levi ernannt, der seiner philologischen Studien wegen wohlbekannt ist. Palästina. Die Blutlüge hat ihren Weg nun auch nach Jerusalem gefunden, wo ein griechischer Missionär behauptet, daß ein arabisches Kind von Juden ermordet worden sei. Zufolge dieses Gerüchtes wurde ein österreichischer Jude, Namens Perlemann, geschlagen und schwer verletzt. Das vermißte Kind kehrte aber unversehrt heim, und Perlemann erhob nun die Anklage gegen den Missionär, welcher verhaftet wurde. Jerusalem. Die Erlaubniß zum Baue des neuen Spitals, welches von einem Comitß in Frankfurt und Amsterdam hier errichtet werden soll, ist Dank den Bemühungen des deutschen Gesandten in Constantinopel endlich erlangt worden. Dieses Spital, welches außerhalb der Stadt erbaut und nach! modernsten Principien eingerichtet werden wird, wird einem

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