Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 8 (21.2.1896)
- Date
- 1896-02-21
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Dr. Vloch's Wochrnschrifk. Seite 149 Nr. 9 Juden in der Geschichte der Vordpolsahrken. Die wenn auch derzeit noch wenig beglaubigten sensationellen Erfolge des Norwegers Frithjof Nansen auf dem Gebiete der Polarforschung haben die arktische Wissenschaft wieder für eine Zeit lang in den Vordergrund des allgemeinen Interesses gestellt. Der Kampf gegen die rohe Naturgewalt bildet eben eine der idealsten Bestrebungen der Neuzeit. Die Bezwingung jungfräulicher Höhen, das Eindringen in die Fieber-Dschungeln des äquatorialen Afrika, das schrittweise Vorrücken in der Eiswüste des Nordens zeigt den Menschen an seiner ethischen Arbeit, muthig und beharrlich. Dem Einen winkt die Unsterblichkeit durch das Conversations-Lexikon, dem Anderen rühmloser Untergang und kurzes Vergessen. Es ist ein Vorrecht des gebildeten Mannes, die Höhe eines rein wissenschaftlichen Zweckes zu erfassen und sich diesem zur Verfügung zu stellen mit Seele und Leib; baar jeden mercantilen Interesses stellen sich die Pionniere der Geographie und Naturwissenschaften in die Breschen unserer dürftigen Erkenntniß und lösen selbstlos gefährliche Probleme, deren Genuß erst späteren Jahrhunderten Vorbehalten ist. Ihnen genügt die That und das ritterliche Bewußtsein, ihrer Zeit nichts schuldig geblieben zu sein. Aber an der Erschließung unseres Planeten haben auch Männer theilgenommen, welche einem Stamme angehören, dem man Muth, Selbstverleugnung, wissenschaftliches Streben und Energie abspricht, und dem man zwar alles Schlechte an-, aber alles Gute abdichten möchte. Es gibt eine stattliche Zahl von Juden, die sich als Polarfahrer außerhalb der Cultur gestellt, die gekämpft haben mit Eis und Finsterniß, mit quälendem Hunger und der Urgewalt des Bären, mit lähmender Eintönigkeit und der Gefahr rühmlosen Verschollenseins, mit Schneesturm und blutvergiftendem Skorbut, die aber dabei redlich Antheil haben an der Beseitigung geographischer Jrrthümer und an der Vermehrung unserer Kenntniß von der Erde. Schon im 16. Jahrhundert hatte der holländische Jude Plancius die Theorie vom offenen Polarmeer aufgestellt, und durch dieselbe den theoretischen Gl und zum Versuche der Nordost-Passage und der Fahrten zum Pol gelegt. 1596 schossen einige reiche jüdische Amsterdamer Kaufleute Geld zusammen und schickten Bareutz mit 7 Schiffen, schwer mit Waaren beladen, in die Kara-See. An Bord befanden sich auch mehrere Juden, die als Dolmetscher bei den sarazenischen Völkern dienen sollten, die man in Ostsibirien vermuthete. Das unglückliche Ende dieser Expedition ist bekannt. Spitzbergen wurde entdeckt, Novaja-Semlja umsegelt, aber die Schiffe wurden im Eise zerdrückt, der Führer starb und nur 12 Mann kehrten nach Europa zurück. Fast an allen amerikanischen Nordpolexpeditionen der Neuzeit haben Juden theilgenommen. Unter Kanes Begleitern im Smith-Sund 1853 befanden sich die Juden Gary und Becker. Letzterer war einer der Theilnehmer jener verunglückten Schlittenpartie, welche bei — 35 Grad R. im Schnee begraben, geschwollen und verstört, unfähig zu sprechen, erstarrt und verhungert am 20. März liegen geblieben waren. Es wäre unmöglich gewesen, die Armen aufzufinden, wenn nicht eine kleine Freimaurerflagge die Stelle bezeichnet Härte, an welcher die Leute unter dem Schnee lebendig begraben war en. August Sonntag im Jahre 1859 zweiter Director auf der Dudley-Sternwarte in Albany opferte seine schöne Stellung, um sich dem Dr. I. Hayes auf seiner Fahrt zum Nordpol 1860 anzuschließen. Auf einer Schlittenfahrt mit einem Eskimo fand er im December desselben Jahres im Alter won 28 Jahren bei Sorfalik unterhalb Cap Alexander seinen Tod. Dr. Hayes ehrte das Andenken seines Gefährten in folgender Grabschrift: „In der traurigen Einsamkeit der arktischen Wüste schläft unser Kamerad den Schlaf, der in dieser geplagten Welt kein Erwachen kennt, hier, wo keine liebenden Hände Blumen auf sein Grab streuen und keine Augen von Trauer sich trüben. Aber die sanften Sterne, die er im Leben so liebte, werden über ihn ewiges Todtenamt halten, und die Winde werden über ihn jammern und die Natur wird ihre geftorenen Thränen ewig auf sein Grab fallen lassen." lind weil hier schon von eiltet Grabschrift die Rede ist, so sei auch des Nachrufes gedacht, den Adolf Greely dem Astronomen der Lady - Franklin - Bay - Expedition 1881—1884 Eduard Israel widmete. Diese Polarfahrt war eine der unglücklichsten, denn % der Theilnehmer sind bei Kap Sabine elend verhungert, darunter auch Eduard Israel. Ueber diesen schreibt Greely wörtlich: „Israel war ein junger Mann von einigem Bernlögen, graduirt an der Ann-Arbor-Ilniversität, ein vielversprechender Astronom, der eine Zukunft vor sich hatte. Sein Tod ging mir sehr nahe, denn während der langen Monate, da er niein Schlafgenosse war, hatten seine freundlichen Worte dazu beigetragen, ntich zu ermuthigen. Er hatte sich bei Jedermann beliebt gemacht und bei Sabine nannten lvir ihn oft unseren Benjamin. Seine Dienste waren sehr werthvoll für unsere wissenschaftlichen Arbeiten und Forschungsreisen. Beini Lesen des Begräbniß-Formulars ließ ich alles weg, was seinen Religionsgenossen anstößig sein konnte." Daß der Arzt der österreichisch-ungarischen Polarexpedition 1872—1874 Dr. Kepes ein Jude wm, ist bekannt. lieber seine wichtigen und erfolgreichen Dienste als Arzt und Zoologe hat sich Payer in seinem populären Buche äußerst lobend ausgesprochen. Auch Hall und Rares zählten Juden zu ihren Begleitern, und wenn es unmöglich ist, alle aufzuzählen, die als Polarfahrer ihr. Leben gewagt und dabei Juden gewesen sind, so hat dies wohl darin seinen Grund, daß die Wissenschaft nicht nach dem Glaubensbekenntnisse fragt, sondern die Tüchtigkeit nimmt, wo sie zu finden ist. Der deutsch-nationale Guido List als Bibelforscher. Unter den deulschnationalen Gelehrten Oesterreichs nimmt Guido List die erste Stelle ein und in der „Ostdeutschen Rundschau" vom 12. Februar 1896 lesen wir einen Artikel aus seiner Feder: „Die Juoen als Staat und Nation." In diesem Aufsatze wird nichts Geringeres behauptet, als daß das Königreich Judäa ein an Strenge nicht mehr zu übertrefsendes Fremdengesetz sein Eigen nannte, das mit ängstlicher Sorgfalt die R a c e n r e i n h e i i wahren und das Entstehen einer Mischehe so viel als möglich verhindern sollte. Für's Zweite geht hervor, daß der Staat Judäa mir allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln trachtete, internationalen Wandervögeln und Glücksrittern innerhalb seiner Grenzen den Aufenthalt zu erschweren und deren Eintritt in den Staatsdienst in was immer für einer Form unmöglich zu machen. Für's Dritte uno Letzte aber tritt mit unwiderlegbarer Gewißheit die Thatsache hervor, daß die Gesetze des alten Königreiches Judäa noch heute für den Staat gelten, welchen das internationale Judenthum von jedem Staate seiner Wirthsvölker bildet, daß diese Gesetze, unter denen eben dieses Fcemdengesetz eines der wichtigsten Abschnitte bildet, die Ursache sind, weshalb eben die Juden in die übrigen Völker noch nicht aus- oder in ihnen untergegangen sind, sondern unvermischt und fast racenrein als Parasiten auf anderen Volksstämmen fortwuchern. Sollten nun die Träume und Anstrebungen der Zionilen sich jemals verwirklichen, so werden zweifellos auch in dem neuen Königreiche Judäa die noch heute geltenden Gesetze zur Geltung kommen, welche in schroffster Form alles Nichtjüdische aus Staats- und Nationaldienst ausschließeu. Man kann davon völlig überzeugt sein, daß es im künftigen Staate Juda keine nichtjüdischen Ober-, Unter- oder sonstigen Bezirksärzte, daß es in der künftigen großen hebräischen Friedensarmee keine nichtjüdischen Officiere geben wird, und daß das Erzrabbinat von Jeddho gewiß nicht einmal ein „Fremdling der Gerechtigkeit" einnehmen wird. Sollten wir daraus keine Schlüsse ziehen dürfen."