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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-01-31 · 5 (31.1.1896) · page 21

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
5 (31.1.1896)
Date
1896-01-31
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Nr. 5 Dr. Vloch's Wochrnfchrifi. A. Teweles, Leopold I o k I, Josef Sonnenschein zu Tempelverwaltern nahezu einstimmig gewählt. Ein im reactionären Sinne gehaltener Antrag erregte Heiterkeit und Entrüstung und wurde der Uebergang zur Tagesordnung beschlossen. — Dieser Antrag hatte infoferne einen Erfolg, als die Generalversammlung durch eine Kundgebung deutlich und klar ausgesprochen hat, daß der Verein sich n u r in fortschrittlichem und freiheitlichem Sinne bewegen soll. Der Vorsitzende erklärt hierauf die IV. ordentliche Generalversammlung für geschlossen. Wien. (AkademischerBerein „Gamal a".) Samstag den 25. d. hielt Dr. M. A. im Bereinslocale einen überaus interessanten und anregenden Vortrag unter dem Titel: „Methodisches". Der tief durchdachte Vortrag enthielt anregende Winke, wie die akademische Jugend ihre jüdisch-nationale Gesinnung und derzeit ideale, nur mehr durch Gefühle hervorgebrachte Anschauung über das jüdische Volk, seine geschichtliche und sociale Stellung in eine wissenschaftliche durch Vernunft und Entwicklung begründete Theorie verwandeln müßte und könnte. Der Herr Referent erntete den Beifall der zahlreich Versammelten. Der nächste Vortrag findet Samstag den 1. Februar statt. Das Vereinslocal befindet sich IX. Rothe Löwengasse 16/15. Gäste herzlich willkommen. Wien. (Jüdische akademische Lesehalle.) Samstag den 25. d. M. hielt Herr Docent Dr. Max Herz einen Vortrag über „Die materiellen Grundlagen des Bewußtseins". Der Vortragende verstand es, seine Darstellungen so klar und durchsichtig zu gestalten, daß sie auch im Laien sehr viel Interesse erweckten. Än dem mit vielem Beifall aufgenommenen Vorirag schloß sich eine lebhafte Discussion, an der sich die zahlreich erschienenen illustren Gäste lebhaft betheiligten. Im Anschlüsse an den Vortrag widmete Herr Privatdocent Dr. S. F e i l b o g e n dem jüngst verstorbenen Professor Dr. E. Brunnenmeister einen warmen Nachruf, bei welchem die Anwesenden durch Erheben von den Sitzen ihre Theilnahme kundgaben. Wien. („D i e Palm e"), Pensions- und Unterstützungsverein der israelitischen Religionslehrer in Wien, hielt am 6. Jänner ihre 13. Generalversammlung ab. Der Vorsitzende, Herr Religions-Schulinspector Dr. Leopold Langfelder bringt zur Kenntniß, daß die neuen Statuten des Vereines von der Statthalterei bestätigt wurden und spricht den Wunsch aus, es mögen nun alle Mitglieder mit vereinten Kräften an der Hebung des Vereines wirken. Der Verein besitzt gegenwärtig ein Vermögen von 13.500 fl., das in der Niederösterreichischen Sparkasse /angelegt ist, und sind die Sparcassabücher in der Cassa der Cultusgemeinde verwahrt. An Unterstützungen für Vereinsmitglieder wurden im verflossenen Vereinsjahre 250 fl. ausgegeben, die unverzinslichen Darlehen betragen 3380 fl. Im abgelaufenen Vereinsjahre spendeten dem Vereine: Die löbliche Cultusgemeinde als L-ubvention pro 1895 500 fl., Herr Ritter von G u t m a n n 500 fl., Herr Paul Schiff 100 fl., Herr Z i e r e r 20 fl., Herr Julius I a l o w e tz 50 fl. (anläßlich der Bar-Mizwah seines Sohnes). Schließlich bedauert der Herr Vorsitzende, daß dieser eminent humanitäre Verein in der Oeffentlichkeit noch zu wenig bekannt ist und daher auch viel zu wenig gewürdigt wird. Er bittet die Vereinsmitglieder, nach Möglichkeit dahin zu wirken, daß die Bestrebungen des Vereines möglichst weite Verbreitung finden. Ueber Antrag des Revisors Herrn Aron Schnürmacher wird der Bereinsleitung das Absolutorium und der Dank einstimmig votirt, überdies dem Cassier Herrn Oberlehrer Seligmann K o h n für die präcise und gewissenhafte Rechnungslegung die vollste Anerkennung ausgesprochen. „Die Palme", die sich die Unterstützung unserer Religionslehrer zur Aufgabe gemacht, verdient in der That die kräftigste Unterstützung unserer edeldenkenden jüdischen Mitbürger. Unsere Religionslehrer, die bei ihrem bescheidenen Einkommen nicht einmal pensionsberechtigt sind, haben wahrlich kein beneidenswerthes Los. Tritt in einer solchen Lehrer-Familie eine Erkrankung ein oder stirbt gar der Ernährer, dann befindet sich die Familie in einer wahrhaft bemitleid enswerthen Lage. Diese traurigen Verhältnisse veranlaßten die Religionslehrer zur Selbsthilfe. Allein die monatlichen Einzahlungen der Mitglieder allein können unmöglich den Verein die Mittel schaffen, die er bedarf, soll er seinen Zweck erreichen und den Bedürfnissen entsprechen. Wir erlauben uns daher die Aufmerksamkeit unserer geehrten Leser auf diesen wahrhaft eminent Humanitären Verein zu lenken und fügen nur noch hinzu, daß laut § 4 der Statuten Jeder Gründer des Vereines wird, der einen einmaligen Betrag von 50 fl. leistet, unterstützende Mitglieder zahlen einen jährlichen Beitrag von 2 fl. ö. W. Möge dieser Appell nicht wirkungslos verhallen und „der Palme" recht zahlreiche Wohlthäter zuführen. Leb. Wien. Der Verein zur Hebung der Gewerbe in Wien veranstaltete Samstag Abends sein diesjähriges Bavfest. Das schöne Fest fand unter dem Protectorate des Hofrathes Dr. ner statt und nahm einen sehr gelungenen Verlauf. Am Seite 101 Honoratiorentische waren Hofrath E x n er mit Frau und Tochter, die Abgeordnetin Noske, Kronawetter und Picker, sowie der ehemalige Gemeinderath Lang und die Bezirksausschüsse W a l d st e i n und W e i ß w a s s e r, sowie Dr. S k r e i n erschienen. Die Jugend entwickelte bei den Klängen der braven Bosniaken-Capelle eine imponirende Begeisterung für den nationalökonomischen Zweck der festlichen Veranstaltung und unterhielt sich köstlich bis in-die ersten Morgenstunden hinein. Den Tanz hatten Fräulein Jda Guttmannmit Herrn Dr. Freund, Fräulein B r o d mit Herr.. Kraus, Fräulein B e ck mit Herrn Dr. Tugendhat und Fräulein K o h n mit Herrn Dr. Spitzer eröffnet. Das unermüdliche Konnte — Herr Brod Präses, - Herr G u t t m a n n erster und Herr Beck zweiter Vicepräses — darf mit sich und dem Balldebut seines Vereins zufrieden sein. Besonderes Verdienst um das Gelingen des Festes gebührt außer dem Herrn Festobmanne und Vicepräsidenten des Vereines HerrnFabrikanten L.G u tt m an n und dem Vicepräsidenten Hermann Beck, Herren Thonwaarenfabrikanten S. S te in erden Buchdruckereibesitzer Alfred Kisch, Architekten Schön, k. und k. Hoflieferanten R o s e n t h a l, Anstreichermeister Mensch und Makler, Installateur Friedmann, Eisenconstructeur, Schwarz, Spänglermeister I. Pick, Maschinenfabrikanten Wert heim, Hoflieferanten Beck, Steinmetz L. K ul kan, Stadtbaumeister Zerkowitz. Um den Blumenverkauf erwarben sich vollstes Lob die Damen: Johanna Beck, D. Dunkelblau, Wilhelmine Steiner, Ernestine Wertheim, die Fräuleins Bergmann. Broch, Goldstein, Fisch ler, Wechseler, Weiß rc., welche in den vom Tapezierer Adolf L ö w y äußerst geschmackvock decorirten Blumenzelten mit Virtuosität functionirten. Wien. Bei dem am 19. d. M. stattgehabten literarischen Nachmittag des literarischen Geselligkeit-Vereines jüdischer Mädchen „Moria" referirte Herr Dr. Max I e r u s a l e m über das Thema: „Welches soll die Stellung der jüdischen Mädchen und Frauen zur nationalen Bewegung sein? Es entspann sich alsbald eine sehr rege Discussion, an der sich Gäste und Mitglieder lebhaft betheiligten. Der Nachmittag, der ungemein zahlreich besucht war, verlief in der auimirtesten Weise. Der nächste literarische Nachmittag findet Sonntag den 2. Februar, 3 Uhr Nachmittags, I. Schottenring 23 statt und sind Gäste (Damen) herzlich willkommen. dl. Wien. („P r o v i d e n t i a".) Bor einigen Tagen fand unter Vorsitz seiner Präsidentin, der Frau Honora Krall, die 17. Generalversammlung des Frauen-Wohlthätigkeitsvereines „Providentia" statt. Der bei diesem Anlasse erstattete Jahresbericht gewährt einen Einblick in die außerordentlich wohlthätige Wirksamkeit des Vereines. Dem Bericht zufolge wurden von der „Providentia" im verfloffenen Bereinsjahre 17 erwerbsunfähige Witwen, 320 Wöchnerinnen und 130 kranke Frauen mit insgesammt 3100 fl. und 500 Centnern Kohle unterstützt. Die Unterstützungen werden ohne Unterschied der Nationalität und Confession gewährt. Angesichts der steigenden Bedürftigkeit wäre dringend ein Massenbeilritt von Mitgliedern zu diesem Vereine zu wünschen. An Stelle des in früheren Jahren veranstalteten „Providentia"-Zränzchens wird von dem rührigen Vereinsvorstand demnächst eine Matin 6 e veranstaltet werden, deren Ertrag hoffentlich den Ausfall des Kränzchens decken wird. Budweis, den 23. Jänner 1896. Dieser Tage feierte der allgemein hochgeachtete Seelsorger unserer Gemeinde, Herr- Rabbiner AdamW u n d e r, sein 50jähriges Priesterjubiläum. Der greise Jubilar beging dies so seltene Fest in größter körperlicher und geistiger Frische und versieht noch alle Amtsfunctionen in vollstem Maße. Noch ein anderer Beamter unserer Cultusgemeinde feiert am 1. Februar d. I. ein schönes Fest. Es ist der Secretär der israelitischen Cultusgemeinde Herr Sigmund Modry, der seinem 25jährigen Dienstjubiläum entgegensieht. Herr Modry, der sich in dieser Zeit durch seinen gottesfürchtigen und rechtschaffenen Lebenswandel die Achtung Aller, die ihn kennen, erworben hat, zählt zu den beliebtesten und populärsten Personen unserer Stadt. E .B. Protznitz. (Goldene H o chz eitsfeier.) Am 2. Februar begeht ein hervorragendes Mitglied unserer Gemeinde, Herr Joachim P o l l a k mit seiner allverehrten Gattin Lisette die Feier der goldenen Hochzeit. Mit jeder Faser seines Herzens an seinem angestammten Glauben hängend, ein

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