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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-01-31 · 5 (31.1.1896) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
5 (31.1.1896)
Date
1896-01-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 5 Dr. Vloch's Wochrnschrifi Seite 83 „Der jeweilige Erzbijchvf von Gr an und Primas von Ungarn besitzt 92.200 Joch bebauten Landes, außerdem das Regalrecht in vielen Städten und Ortschaften. Ihm zunächst steht an Grundbesitz und Einkommen der Erzbischof von Olmütz mit circa 84.000 Joch Grund, sowie jener von Kalocsa in Ungarn und von Salzburg. Das Bisthum von Diakovarin Croatien umfaßt über 25.000 Joch." Bis gegen das Ende des achtzehnten Jahrhunderts gab es, Holland ausgenommen, überhaupt keine Juden, dessen Vermögen die zehn Millionen überklettert hätte. In diesem Jahrhunderte sind die Vermögen gewachsen; aber gewiß bei den Christen weit mehr als bei den Juden. Der Vater des Teppichfabrikanten Haas besaß einen Webstuhl, auf dem er selber arbeitete; der Vater des Bierbrauers Dreher hat mit nichts angefangen. Diese Beispiele ließen sich in unserer Stadt in langer Reihe fortsetzen. Man denke an den Reichthum der englischen Lords. Einhundertfünfzig Herren besitzen die Hälfte des englischen Bodens. Das Einkommen von 67 dieser Grundherren wird auf 13,700.000 Pfund Sterling berechnet; das heißt diese 67 Grundbesitzer haben mehr zu verzehren als das österreichische Kriegsbudget ausmacht. Der Herzog von Sutherland besitzt an Grund und Boden 482.676 Hektare; das ist mehr als neunzig deutsche Quadratmeilen. Der Herzog von Westminster hat ein tägliches Einkommen von 2000 Pfund, jährlich demnach mehr als sieben Millionen Gulden. Eine amerikanische Liste von 1890 umfaßt 122 Personen, die zusammen ein Capital von 1552 Millionen Dollars (weit mehr als die französische Kriegsentschädigung) besitzen. Man lese die Namen dieser Millionäre und man wird unter denselben nicht einen einzigen Juden finden. Es gibt reiche Juden und sie sind die Ausnahmen. Man durchforsche statistisch alle Erdtheile und man wird erstaunen, wie wenig der Jude von dieser Erde, von den Alpenweiden bis tief hinab in die Schächte der Bergwerke sein eigen nennt. Die Mehrzahl der Juden ist arm, und zwar arm bis zur schrecklichsten Nothlage, wo sie in größeren Massen zusammen wohnen. Diejenigen, welche in jedem Juden einen Rothschild suchen, wird der folgende Auszug aus einem Artikel des „Journal des Debats" von: 15. August 1890 eines Anderen belehren: „ . . . . Das Schicksal der russischen Juden ist nichts weniger als beneidenswerth. Unter allen Nationalitäten des großen Rußland habe ich Niemand armseliger gefunden als diese mageren Juden im Kaftan und großen Stiefeln, die ohne Rast durch Straßen und Wege eilen, um etwas zu verdienen. Man spricht heutzutage viel von der Hebung des Proletariats und Ausgleichung der socialen Gegensätze; ich darf versichern, daß in Europa keine Classe ärmer ist, keine mehr Mühe hat, sein Stück Roggenbrot zu verdienen, als neun Zehntel der russischen Juden." Verfasser dieses Artikels ist nicht irgend ein gefühlvoller Laie, sondern der berühmte Mationalökonom Leroy- B e a u l i e u, der als Verfasser des bekannten Werkes: „L’empire des Tsars et les Russes" sich als vorzüglicher Kenner Rußlands erwiesen hat. Der amtliche Bericht der 1893 gebildeten Bielaia Tzerkor-Sanitüts-Commission besagt: „Das Maximum an Erkrankungen und Todesfällen trat bei der jüdischen Bevölkerung ein, und das Gleiche. scheint 1894 der Fall gewesen zu sein. Die amtirenden Aerzte sind der Meinung, daß als Hauptursachen der Epidemie in Bielaia-Tzerkor und anderen Plätzen des südwestlichen Rußlands, die überwiegend von Juden bewohnt sind, die Ueberfüllung der Wohnungen, die erstaunliche A r m u t h und die dürftige Nahrung zu betrachten sind. Zahlreiche jüdische Arbeiter kamen nach Bielaia- Tzerkor, um auf den Eisenbahnbauten thätig zu sein; nach deren Beendigung stehen sie ohne Beschäftigung und Nahrung da und fallen als die ersten Opfer der Epidemie." Allerdings stinkt der Pauperismus bei den Juden nicht nach Fusel und empört sich nicht gegen die gesellschaftliche Ordnung in den schmutzigen Symposien der Beiseln. Der Jude, noch so arm, führt ein geregeltes Familienleben, ißt die ganze Woche trockenes Brot, um Frau und Kinder ordentlich zu kleiden, insbesondere die letzteren zu erziehen, und wenn er Samstag oder Sonntag mit seiner Familie Staat macht, gehört viel physiognomische Kenntniß dazu, aus den Gesichtern die Entbehrungen herauszulesen, mit welchen diese Leute kämpfen. Und diesen Schein der Wohlhabenheit bei den ärmsten Juden nimmt die Außenwelt für echt und meint, im Judenthume liege der Reichthum der Welt, nur besitze der eine Jude mehr davon als der andere, seinen Theil habe jedoch jeder daran. So wenig entspricht der Cultus des Gottes Mammon der jüdischen Natur, daß die Gründer, Stifter und Hohepriester in der Secte der fanatischen Mammonsfeinde, Marx, Las falle, Ricardo, Joh. I a c o b y u. s. w. aus der Mitte des jüdischen Volkes hervorgegangen sind, was so wenig ein Zufall sein kann, als der sogenannte „jüdische Erwerbssinn". Der Mammon war den Juden des Abendlandes nie „ein Gott", blos zuweilen ein wirksames Amulett, ein Talisman, ein Schutz gegen arischen Religionsfanatismus. Man schonte ihres Lebens, weil man wünschte, daß sie zunächst viel Geld aufhüuften und man führte sie zum Holzstoß, um sich dann ihres Besitzes zu bemächtigen. In einem von Dr. Steinherz in den „Mittheilungen des Institutes für Oesterreichische Geschichtsforschung, VIII 611 ff veröffentlichten Artikel „lieber die Verträge von Eltville 1349" wird eine interessante Urkunde zum Abdruck gebracht. Carl IV. schenkt dem Markgrafen Ludwig von Brandenburg drei Ju d en h ä u s e r in N ür nb er g, die dieser auswählen kann, „wenn die Juden da selb st zunächst werden geslagen". Also eine Anweisung auf die nächste Judenverfolgung! Im österreichischen Abgeordnetenhause hat Abg.Lippert auf den vom Historiker Werunsky vorgeführten actenmäßigen Nachweis hingewiesen, wie und in welcher Art und zu welchem Zweck jederzeit die Judenverfolgungen inscenirt wurden. Er sagte: „Die geistlichen Herren, z. B. der Erzbischof von Cöln oder der Erzbischof von Mainz, borgten bei den Juden darauf los, und wenn sie große Summen geborgt hatten, meinten sie, jetzt könne wieder einmal ein Judenbrennen kommen. Sie waren ganz unschuldig daran, aber sie hatten einen ganz merkwürdigen Jnstinct, das ein Jahr vorher zu kennen; da kamen b;e Herren und sagten dem Kaiser: Wenn wieöer einmal sollten Juden gebrannt werden, dann erbitten wir uns dieses oder jenes Haus. Wir haben Urkunden in Händen, die schon im Vorhinein den geistlichen Kirchenfürsten die Häuser gaben, die möglicherweise im Laufe der. nächsten Jahre verbrannt werden können." Der Historiker Werunsky zeigt an Beispielen, mit welchen Mitteln nachgeholfen wurde, wenn das erwartete „Judenbrennen" unvermuthet länger ausblieb. Ein älterer christlicher Autor fragte erstaunt seine Glaubensgenossen: „Was soll doch das bauen, daß man sie (die Juden) io lange sie Geld haben, zu Christen machen will, und wenn wir das Geld hinweg haben, wir sie so lange zufrieden lassen, bis sie wieder etwas gesammelt haben?" (Christ. Gerson von Recklichhausen, Leipzig 1721, 6. Ausl.) Christian Gerson war der Abstammung nach ein Semite, er hatte der „abendländischen Moral" noch nicht ganz auf den Grund geschaut. Dem Altar des Mammongottes fehlte es nie an Rauchopfern, allein der Flammenschein des lodernden Scheiterhaufens beleuchtete nicht den Juden als celebrirenden Oberpriester dieses Götzen, sondern als das unglückliche Opfer, dessen verkohlte Gebeine man heute als Zeugniß anruft, daß „bei den Juden der Gelderwerb Selbstzweck bilde." Der Orient mußte verarmen, weil Reichthum der sichere Vorbote des Untergangs war. Sultan, Pascha- und Kadi fanden Vorwände genug, um den reichen Mann zu

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