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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-01-17 · 3 (17.1.1896) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
3 (17.1.1896)
Date
1896-01-17
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 56 Dr. Vwch's Wochrnfchrist. Nr. 3 jüdische Volk in diesem Lande hat nicht nur bemerkenswerte Beispiele von Sparsamkeit, Fleiß und Gemeinsinn an ^en Tag gefördert, sondern auch die edelsinnigsten Philantropen dieses Jahrhunderts gingen aus seiner Milte hervor." (New-Aork, „Morning-Advertiser".) „Das Erscheinen Ahlwardt's in diesem Lande, um Vorlesungen zu halten, ist ebenso unangenehm, wie die Besuche seines anarchistischen Landsmannes Johann Mo st, dem er auch in vielen Beziehungen ' ähnlich ist ... Diesem Judenfresser muß deutlich zu verstehen gegeben werden, wie wir über ihn denken." (Louisville, „Courire Journal".) Aehnlich und noch viel schärfer schreiben die meisten großen Blätter über den Mann, der sich nicht begnügt, in Europa dem deutschen Namen Schmach zu bereiten. Während diese vernichtenden Urtheile über Ahlwardt und die Idee, die er vertritt, gefällt werden, veröffentlichen amerikanische Blätter den zur historischen Berühmtheit gelangten Brief, den Georg Washington au die Juden in Amerika richtete, als chm im ersten Jahre seiner Präsidentschaft eine patriotische Adresse derselben überreicht wurde. Dieser Brief athmet einen so hohen, reinen, vorurtheilslosen Geist, daß er ebenso ehrend für Georg Washington, als für die Juden ist, denen er versichert, daß sie in seinen Augen nie aufgehört haben, die vollste rückhaltsloseste Gleichheit zu genießen,die ihnen Mderwärts bestritten wird. New-Iork. Emanuel Meyer, der Begründer der „Clinton Street Schul", der ältesten jüdischen Synagoge an der Eastside, feierte jüngst seinen hundertundvierten Geburtstag in seiner Wohnung 2026 First Ave. Herr Emanuel M €ti er wurde im Jahre 1791 in Baiern geboren und kam als 44jähriger Mann nach Amerika und sein Fleischerladen in Attorney Street bestand durch 50 Jahre. Das Hinterstübchen des Ladens war durch Jahrzehnte ein beliebtes Rendezvous seiner Freunde, er verstand es.^ sich eine große Zahl zu erwerben, und oft konnte man daselbst Richter, Senatoren, Assemblymen und Aldermen beim Glase Bier und einer^Partie Pinocle beisammen sitzen sehen. Herr Meyer spielt noch heute sein Partiechen mit seiner Frau, raucht eine Pfeife, ißt und trinkt mit gutem Appetit und macht alle Tage ohne Stütze einen Spaziergang. Aus einer Rede des Bischofs Joseph S. Key in Houston Texas entnehmen wir Folgendes: „Statistische Daten beweisen, daß die Juden der Erziehung ihrer Kinder mehr Aufmerksamkeit zuwenden, als irgend ein anderes Volk. Unter 10.000 katholischen jungen Leuten stnd 35, von 10.000 Protestanten 35, von 10.000 Juden 351 Universitätshörer. Durch seine Erziehung, seine Bildung, seinen Reichthum hat sich der Jude verdient gemacht, eine Rolle in der Welt zu spielen und einen mächtigen Einfluß auszuüben. Ich bin ein Freund der Juden und bin stolz auf diese Freundschaft." Chicago. (Jll.) Frau Em. Mandel, eine bekannte Philantropin, hat dem Präsidenten der United Hebrew Charities einen Check für 20.000 Dollars übersandt, der zur Hälfte dem Tilgungsfond der Uebungsschule, zur anderen Hälfte der Errichtung eines neuen Armen- Hospitals gewidmet ist. Die großmüthige Spenderin, die Bicepräsidentin des Standard-Clubs, hat in ihrem Schreiben ihrer Ansicht Ausdruck verliehen, daß die gegenwärtigen Localitäten des Hospitals Ecke Judd Street, zu beschränkt seien. Wie«. (Oestcrreich isch - Israelitische Union.) Samstag den 18. d. M., Abends 7,8 Uhr, findet im Restaurant Khuner, l. Schottenring 19, eine Plenarversammlung dieses Vereines statt. Tagesordnung: 1. Mittheilungen des Vorstandes. 2. Bortrag des Herrn Reichsraths-Abgeordneten Professor Dr. Eduard Sueß: „Betrachtungen über die bevorstehenden Ausgleichsverhandlungen mit Ungarn." 3. Anträge und Interpellationen. Wien. (Personalnachrichten.) Frau Jda Güdemann, Gattin des Oberrabbiners Dr. Güdemann, ist von einer Tochter glücklich entbunden. — Herr Robert Reiser. Mit- Chek der Firma Erste Prager Malzfabrik M. Reiser & Söhne, hat sich mit Fräulein Adele Spiro aus Krumau verlobt. Fräulein Bertha G o l d st e i n, Tochter des Obercantors Herrn Josef Gold stein, hat sich mit Herrn Rudolf Blau verlobt. Am 4. d. M. feierte Herr MendlPordes und dessen Frau Adele das Barmizwahfest ihres Sohnes Julius im israelitischen Tempel zu Währing. Aus diesem Anlaß erhielt die Familie zahlreiche Beweise der Sympathie von Nah und Fern. Beim Barmizwahmahl, welches am 6. d. M. stattfand, erschienen zahlreiche Gäste, um den wackeren Eltern zu gratuliren. Aus Lemberg langten fünfzehn Telegramme ein. Herrn Professor Hammerschlag sind aus Anlaß seines 70. Geburtsfestes zahlreiche Beweise der Sympathie aus weitesten Kreisen zugekommen, und von Seite seiner früheren Schüler wurde ihm eine Adresse überreicht, die unter Anderen von den Universitätsprofefforen Hofrath G r ü n h u t, Dr. Zuckerkandl, Dr. I. Mauthner m Wien, Dr. G. I e l l i n e k in Heidelberg und Dr. Freiherrn v. S ch e y in Graz unterfertigt wurde. Wien. (Akademischer Verein „Gamal a".) Samstag den 11. d. M. hielt im Vereinslocale vor einer zahlreich versammelten Zuhörerschaft Herr Dr. S. R. Landau einen Vortrag über „Zionismus, eine sociale Frage" und erntete seitens seiner Zuhörer Beifall. Samstag den 18. d. M. um 8 Uhr Abends veranstaltet der Verein im Restaurant Robitschek, I. Wipplingerstraße 1, eine Feier zu Ehren des greisen, um die hebräische Literatur hochverdienten Schriftstellers Kalman Schulmann, der jetzt das 50jährige Schriftstellerjybiläum feiert. Gäste herzlich willkommen. Wien. (JüdischeakademifcheLesehalle.) Dem edlen Beispiele des Herrn Docenten Dr. Feilbogen folgend, hat sich eine neue Reihe akademischer Lehrer bereit erklärt, in der Jüdischen akademischen Lesehalle Vorträge gemeinwissenschaftlichen Inhalts abzuhalten. Den Reigen eröffnete am II. d. M. der rühmlichst bekannte Augenarzt Herr Docent Dr. Leopold K ö n i g st e i n mit dem Thema: „Der Ausdruck des Auges". Seiner formvollendeten Behandlung des Gegenstandes war es zu danken, daß der anscheinend specifisch medicinische Vortrag zu einem auch für Laien verständlichen sich gestaltete und die zahlreich erschienenen Zuhörer in hervorragender Weise fesselte. Unter den Anwesenden bemerkten wir Herrn Architekten Max Fleischer, den Assistenten an der Wiener Sternwarte Herrn Dr. Eduard Mahler, Herrn Dr. Bernh. Münz u. A. — Samstag den 25. d. M. wird Herr Dr. M. Friedländer über „Soeiaüstisches aus dem jüdischen Alterthum" sprechen. Wien. (Verein sui Hebung der Gewerbe.) Das Comite des am 25. Jänner im Ronacher-Saale unter dem Protektorate des Herrn Dr. Wilhekm Exner, Hofrathes und Reichsrathsabgeordneten, stattfindenden Festballes, welches aus nabezu 150 Personen des Gewerbcstandes besteht, hielt am 6 d. M. im Schlaraffia-Saale eine Cvmiteversammluug, verbunden mit einem gemüthlichen Vergnügungsabende ab. Der Vorsitzende, Herr L. Gnttmann, begrüßte die Versammlung, in welcher sich auch der Bezirksvorstand des ersten Bezirkes, Herr Picker, Baurath Ritter v. Goldschmidt,, die Bezirksausschüsse W a l d st e i n, Riedl, Dr. Oscar Hein und W e i ß w a s s e r befanden, und ertheilte dem Herrn Vereinspräses S. Br od das Wort, welcher in schwungvoller Ansprache den Zweck der Veranstaltung nämlich die Gründung eines Gewerbeheims, hervorhob und zur Unterstützung dieses Strebens aufforderte. Nach einigen Berathnngen, das Fest betreffend, wurde zum geselligen Programm übergegangen und fand ganz besonders die von Med. Dr. S. H ay inscenirte Posse „Eine ruhige Partei" von Wimmer, in welcher Herr Dr. Hay und Frau,-sowie die Damen Guttmann, Brod und Beck, ferner Herr Lieben vortreffliche Leistungen boten, den lebhaftesten Beifall. Fräulein Nini Polatschek brillirte durch einige prachtvoll vorgetragene Lieder. Nach den Vorträaen folgte ein animirtes Tanzlränzchen. Für den am 25. d. M. stattfindenden Festabend sind Einzelnkarlen ä 1 fl. 50 kr. und Familienkarlen, für vier Personen giftig ü 5 fl. zu haben bei dem Festobmann L. Guttmann, I., Bäckerstraße 1, bei dem Vereinspräses Herrn S. Brod, I., Wipplingerstraße 26, und bei S. Steiner, I., Bellariastraße 6. Wien. (Der literarische Geselligkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria") hielt am 6. Jänner d. I. seine diesjährige ordentliche Plenarversammlung ab. In den Ausschuß wurden gewählt die Damen: Natalie Pollak, Präsidentin; Rosa Kraus, Vice-Präsidentin; A d e l e P o p p e n s ch e l l e r, Cassierin; Camilla Wagner, I. Schriftführevin; Rosa W e str e i ch, II.-Schriftführerin; Rosa W o r t m a n n, Bibliothekarin; Berth a Schallt, Rosa F e i t h, Regine M ü n z und BerthaZughaft. j Dem Rechenschaftsberichte entnehmen wir, daß der Verein nunj mehr in das 5. Jahr seines Bestandes getreten ist und 40 ordentliche und 4 beittagende Mitglieder zählt. Während des abgclaufenen Jahres I fanden mit Ausnahme der Sommermonate alle 14 Tage literarische! Nachmittage statt, an welchen regelmäßig Vorträge, zumeist über

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