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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-01-10 · 2 (10.1.1896) · page 20

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
2 (10.1.1896)
Date
1896-01-10
Page
– (sequence 20)
Language
German
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Seite 40 Dr. Bloch s Wochenschrift Nr. 3 borene Popper, Gattin des Herrn Josef Kraus, Mitchef der renommirten Großindustriellen-Firma Karl und Josef Kraus in Wien, im Alter von 29 Jahren, schmerzlich betrauert und beweint von Allen, die ihr nahe gestanden. Der Allmächtige gebe der Dahingeschiedenen die ewige Ruhe und der tiefgebeugten Familie lindernden Trost. Wien. (Akademischer V e r e i n „G a m a l a".) Freitag am 3. l. M. hielt im Vereinslocale Dr. Bernhard Münz einen Bortrag über ,Mendelsohn als Denker". Der Herr Referent entwickelte in seiner geistreichen Weise — nach jeder Richtung hin — das System dieses großen Denkers und erntete großen Beifall. An den Vortrag knüpfte sich auf Wunsch des Herrn Referenten eine lebhafte Debatte unter reger Betheiligung der Vereins Mitglieder und der erschienenen Gäste. Nächster Vortrag findet Freitag am 10. d. M. statt. Das Vereinslocal befindet^sich IX., Rothe Löwengasse Nr. 16, Thür 15. Wien. Es ist bereits ein Jahr verflossen, seitdem der Schreiber dieser Zeilen in diesem geschätzten Blatte die Mittheilung von dem Hinscheiden des zur Genüge bekannten Bezirksrabbiuers P. Flaut s. A. in Groß-Surany machte. Der Verewigte hat jetzt einen würdigen Nachfolger erhalten, zu dem die betreffende Gemeinde zu beglückwünschen ist. Dieser von Bonyhad, wo er bis nun als Rabbiner fungirte, nach Groß-Surany berufene Rabbiner, Namens I. Grünwald, im besten Mannesalter, ist ein vorzüglicher Talmudgelehrtcr und besitzt in hohem Maße alle beanspruchten Eigenschaften eines wahrhaften Seelsorgers. Am Schluffe des vorigen Monats hielt er seinen Einzug in den neuen Wirkungskreis. Man fuhr ihm bis Budapest entgegen. Der Empfang war sehr feierlich. Eine beträchtliche Anzahl von Personen aus seiner Gemeinde und aus der Ferne erwartete ihn am Bahnhofe. Er wurde mit Eljeurufen empfangen, stieg in einen Galawagen ein, fuhr zum Tempel und hielt eine der Feierlichkeit entsprechende Antrittsrede. Nebenb-i sei bemerkt, daß dieGattin Sr. Ehrwürden eine Enkelindes unsterblichen Preßburger Rabbiners M. S o f e r ist. F. Wien-Mariahilf 8 Jänner 1896. Am 7. Jänner 1896 fand die Trauung d-s hitsigen Hutfabrikanten Herrn Josef Sonnenschein, VI. Stumpergafse 44—46 mit Fräulein Toni Kaufmann, Tochter des Herrn Moise Kaufmann, Realitäten- und Grundbesitzer aus Jaffy, in Gödiug statt. Aus diesem Anläße hat der Talmud Thora- und Bethansverein des VI. Bezirkes, Stumpergaffe, seinen Vorstand Herrn Leopold I o k l zur Theilnahme an der Feier nach Göding entsendet. Der Rabbiner Herr Dr. Groß aus Lundenburg vollzog die Trauung und seine Ansprache machte auf die zahlreich anwesenden Festgaste einen tiefen Eindruck. Das Elternpaar der Braut hat anläßlich der Vermählung ihrer einzigen Tochter, sowie der Bräutigam Herr Josef Sonnenschein aus An. laß seiner Vermählung, mehrere Wohlthätigkeits-Vereine mit ansehnlichen Spenden bedacht. Brün«. (B e g r a b n i ß.) Vorige Woche fand vom Garnissnsspitale aus das Leichenbegängniß des Recruten des 8. Jnft.-Regts. Bruno H o f m a n n. der bekanntlich am 26. April von.dem Corporal Skacel durch einen Schuß in das Rückgrat schwer verletzt wurde und an den Folgen der Verletzung am Samstag verschied, nach dem israelitischen Friedhose statt. Die Trauerrede hielt Rabbiner Steif, und Cantor Feldmann sang die Trauerlieder. Ein Zug des 8. Jnft.-Regts. mit der' Musikcapelle bildete den Militär-Conduct. Als Trauernde waren erschienen: der Bataillonscommandant-Stellvertreter Hauptmann Podlouczek, der Commandant der 15. Compagnie Hauptmann Schwabe mit den subalternen Offkcieren und der Mannschaft. Beim Zollhausglacis löste sich der Leichenzug auf. das ausgerückte Militär defilirte vor dem Hauptmanu Podlouczek und marschirte sodann in die Kaserne. Biele Trauergäste geleiteten dieLeiche bis nach dem israelitischen Friedhofe. Budapest. Einer der liebenswürdigsten und vornehmsten Repräsentanten der hauptstädtischen Kunstwelt ist gestern unvermuthet aus dem Leben g es ch i e d e n. Willy D eu t sch, der geniale, einst viel gefeierte Clavierkünstler, ist einem langwierigen Leiden erlegen, das ihn schon geraume Zeit dem Kreise seiner zahlreichen Frennde und Verehrer entzogen hatte. Ein geist- und empfindungsvoller Künstler, ein edler Mensch ist in ihm dahingegangen. Willy Deutsch war keiner jener modernen Claviertitanen, die es lieben, blendende Hexenritte auf ungesatteltem Bösendorfer zu vollführen, er war ein feinsinniger Künstler, der dem Componisten diente mit Herz und Hand, mit eindringendem Verständniß, tiefer Empfindung, mit technischer Meisterschaft. Nicht im glühenden Nebeldunst vollbackiger Reclame zog der Stern seiner Kunst an dem modernen Concerthimmel vorüber, Jahrzehnte hindurch leuchtete er mit mildem, aber vollem Glanze, nicht blendend, aber nachhaltig erfreuend. Auf gleich hoher Stufe wie der ausübende Künstler stand in Willy Deutsch der liebevolle Pädagog, der einer ganzen Generation ehrliche Kunstbegeisterung ins Herz, gediegenstes Können in die Finger gezaubert. Aber der größte Künstler in Willy Deutsch war der Mensch selbst Denn dieser hatte es verstanden. Alles, was ihm nahe getreten war im Leben, fest und unlösbar in den Bannkreis seines "edlen großen Herzens, seines heiteren, sprühenden Geistes, seines liefen, humorvollen Gemüthes zu ziehen. Wie eine feine Lasur von Jvonie und Satyre lag es über den Mienen, über den Empfinden Deutsch'. Aber es war nur ein flüchtiger Nebelschleier, durch den die Sonne seines goldenen Humors warm und voll durchleuchtete. In geistreichen Apercus, im Sprühfeuer der Rede schnellte Willy Deutsch ganze Garben von Pfeilen ab, aber ihre Spitze war stumpf und in den Honig ehrlichen Wohlwollens getaucht — sie haben nie verletzt. Und darum istWilly Deutsch bis an sein Lebensende, welches ihm großherzige Freunde sorgenlos gestaltet haben, ein Liebling Aller geblieben, d'e ihn gekannt halten. Er ist dahingegangen in das lichtvolle Reich seiner Muse, und es sind nur Thränen der Freundschaft, die ihm folgen. Seit einigen Wochen wußten nur mehr seine intimsten Freunde, daß Willy Deutsch, gebrochen an Leib und Seele, im israelitischen Spital Aufnahme gefunden hatte. Hier hauchte er nach langem, schweren Leiden seine edle Seele aus. Sein Freund, der Maler Bela Groß, drückte dem Künstler die Augen zu. Das Leichenbegängniß Willy Deutsch' fand von der Todten. kammer der israelitischen Abtheilung des Kerepese: Friedhofes aus statt. Budapest. Der israelitische Frauen verein veranstaltete gestern Nachmittags das erste seiner beliebten P r o m e n a d econcerte. Im großen Redoutensaal lagen auf einem langen Tische die hübschen Gewinnstsachen der Tombola, deren Lose von vornehmen jungen Damen feilgeboten wurden. Die Auslosung ging unter Aufsicht der Präsidentin Frau David v. B i s ch i tz und der Ausschußdamen Theodor Kern, Max Brüll de Domony und Kepp i ch ununterbrochen vor sich. Mit dem Resultate konnten beide Theile zufrieden sein; dem Frauenverein fiel zu Gunsten der Volksküche im VII. Bezirk eine nette Summe zu, während die Gäste hübsche, mitunter ziemlich werthvolle Gegenstände erhielten. Die Musik besorgte eine Militärcopelle. Troppau. (Jüdisch-Literarischer Verein.) Im Locale der hiesigen Cultusgemeinde fand Samstag den 4. Juni 1895 die constituirende Versammlung dieses Vereines statt, welche sehr gut besucht war. Den Vorsitz führte Herr Dr. Sonnenschein; als Schriftführer fungirte Jur. H i r s ch. Die Statuten des neuen Vereines, über welche für das vorberathende Comitö Jur. E i b u s ch i tz referirte, wurden in der von diesem Comitck vorgeschlagenen Form mit geringen Aenderungen angenommen. Weiters wurde Herr Dr. E i b u s ch i tz. Advocat in Troppau, über Antrag des Vorsitzenden von der Versammlung ersucht, im Vereine mit den Herren Dr. Abr. B l ü h, C i e r e r. Donath, Ku 1k a und Spiegel der Landcsregi"rung gegenüber als Proponent auszutreten. E. B. Meran. Anfangs dieses Monats traf hier Ihre Durchlaucht Frau Pauline Fürstin von Metternich zum dauernden Aufenthalt ein und nahm im herrlich gelegenen „Praderhof" Logis. Letzterer ist Eigenthum des bekannten früheren Industriellen Herrn T. Markus und seiner wegen ihrer hohen Geistesgaben in weiteren Kreisen geschätzten Gattin Frau Betti Markus. Kolomea Die hier erscheinende „Gazeta Kolomyjsha,, berichtet in Nr. 101 vom 21. December 1895 von einem neuerlichen hochherzigen Acte des Herrn Baron Hirsch: Er habe, um diejenigen armen christlichen Schulkinder, welche die Wohlthaten der Stiftungßschulen. zu deren Besuche sie statutenmäßig berechtigt seien, nicht genießen, schadlos zu halten, sich veranlaßt gefühlt, dieselben gelegentlich der Weihnachtsfeste zu beschenken. Von den zu diesem Zwecke bestimmten fl. 10.000 feien Winterkleider gekauft und in die Städte, wo Stiftungsschulen sich befinden, gesandt worden. Auf Kolomea entfielen einige Dutzend Gewänder, welche Dr. Milgrom dem Obmanne des Vereines „Christlicher Kinderschutz" übergeben wird. Pirnitz. (M ähre n.) Herr Josef H o f m a n n. Realitäten- und Grundbesitzer, ist bereits durch 28 Jahre Bürgermeister der politischen Gemeinde Pirnitz und seit Entstehung der Schulnovelle l863/1870 Mitglied des k. 1 Bezirksschulrathes für den Landbezirk Jglau und wurdezufolge seines allbekannten Wirkens als Bürgermeister von Seiner k. k. Majestät unseren glorreichen erhabenen Monarchen mit dem goldenen Berdienstkreuze mit der Krone ausgezeichnet. Die Ehrung fand am 28. v. M. bei dem stattgefundenen Amtstage der k. k. Bezirkshauptmannschast Jglau im Beisein sämmtlicher Gemeindevorsteher des Bezirkes statt. Anläßlich dieser besonderen Ehrenbezeugung speiste am obbenannten Tage unser Herr Bürgermeister hundert Ortsarme mit einem Miltagmahle, dabei bedachte er auch der jüdischen Armen und überreichte dem Cultnsvorstande eine bedeutende Spende an Geld mit der Bemerkung, nachdem diese Armen mit den anderen nicht zusammen das Mahl güs rituellen Rücksichten nehmen können, für diesen Betrag den jüdiichen Armen Fleisch zu kaufen. Der Cultusvorstand betheilte laut Anordnung die Ortsarnren und stattete in Namen derselben dem Herrn Bürgermeister den Dank ab. Dieser Act der Humanität verdient besondere Anerkennung und veröffentlicht zu werden. Gliniany, den 31. December 1895. Fräulein Fanny Rosen, Tochter des Herrn Jacob Rosen aus Gliniany, hat

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