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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-01-10 · 2 (10.1.1896) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
2 (10.1.1896)
Date
1896-01-10
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 2 Dr. Vloch's Wocheuptzrifr. Seite 37 Karl Svab-Stipendium mit 120 fl.; 5. auf das Baron Leopold Popper-Stipendium mit 100 fl.; 6. auf das Dr. Eduard Oestcrreicher- Stipendium mit 100 fl.; 7. aus das M. L. Fachs-Stipendium mit 100 fl.; 8. auf das Johanna Fochs-Stlpendium mit 100 fl.; 9. auf das Moriz und Ernestine Schreiber-Stipendium mit 100 fl.; 10. auf das Arthur Sternthal-Stipendium mit 100 fl.; 11. auf das Max und Julie Neumann-Stipendium mit 100 fl.; 12. auf das Lorenz Svab-Stipendium mit 100 fl.; 13. auf das Abraham Schwartz-Stipendium mit 100 fl.; 14. auf das Salomon und Josefa Kohn-Stipendkum mit 100 fl.; 15. auf das Dr. Josef v. Rozsay-Stipendium mit 100 fl.; 16. auf das Jacob Böhm-Stipendium mit 100 fl.; 17. auf das Wilhelm Singer-Stipendium mit 100 fl.; 18. auf das Gerson und Julie Spitzer-Stipendium mit 100 fl.; 19. auf das Dr. Adolf Goldberger-Stipendium mit 100 fl. 20. auf das Julius Wolfner-Stipendinm mit 100 fl.; 21. aus das Dr. Ignaz Hirschler- Stipendium mit 100 fl.; 22. auf das Ignaz und Fanny Schreiber- Stipendium mit 100 fl.; 23. auf das Moriz und Marie Schmidl- Stipendium mit 100 fl.; 24. auf das Sam. Schwarz-Stipendium mit 100 fl.; 25. auf das Bernhard Deutsch de Halvan-Stipendium mit 100 fl.; 26. auf das Sigmund Gomperz-Stipennium mit 100 fl.; 27. auf das Ignaz Stern-Stipendium mit 100 fl.; 28. auf das Adolf Machlup-Stipendium mit 100 fl.; 29. auf das Adolf und Marie Brachfeld-Stipendium mit 100 fl.; 30. auf das Moses Bloch- Stipendium mit 100 fl.; 31—39. aus neun Vereins-Stipendien, von welch' letzteren vier eventuell in Stipendien zu je 50 fl. zur Vertheilung gelangen werden. Concurriren können mittellose ungarische Studirende, die an einer höheren Lehranstalt Ungarns sich durch Fleiß und gute Sitten auszeichnen. Als solche Lehranstalten gelten die Universität, das Polytechnikum und die Landes-Rabbinerschule. Die Bewerber werden angewiesen, ihren Gesuchen Geburtsscheine und authentische Atteste über ihre Mittellosigkeit sowohl als auch über den Fortgang ihrer Studien im letztvergangenen und laufrnden Schuljahre beizufügen. Ferner haben die Bewerber ihre Gesuche eigenhändig zu schreiben und in demselben zu erwähnen, ob sie bereits pramiirt wurden oder derzeit im Genüsse eines Stipendiums sind. Die solchermaßen ausgestatteten Gesuche sind bis 15. Februar l. I. an Herrn Dr. Josef Simon (Budapest, V, Badgasse 10) portofrei ein »senden. Neutra. (Borstandswahlen.) Die Constituirung des Vorstandes der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde ist am 31. December unter dem Präsidium des Wahlpräses, Herrn Dr. Heinrich Persßlenyi, statutenmäßig vor sich gegangen. Zum Vorsteher wurde mittelst Acclaniation Herr Emerich Arpässy gewählt, der, von einer Deputation abgeholt, in der Sitzung erschien und die auf ihn gefallene Wahl anzunehmen versprach. Der neue Gemeindepräses übernahm sodann den Vorsitz, um die Fortsetzung der Borstandswahlen zu leiten. Gewählt wurden ebenfalls mitAcclamation zum Bicepräfidenten Herr Josef Engel, Ritter des Franz Josef-Ordens, der von der auf ihn einstimmig erfolgten Wahl staats ses sioos durch eine Deputation verständigt und zum Erscheinen in die Sitzung abgeholt wurde. Zum Cultuschef Herr David K o h n. zum Caffachef Herr Dr. Moritz L ö v i n g e r. zum Schulpräses Herr Dr. Ludwig M u n e l s. Sanitätsrath und Stadtphysikus, zum Wohlthätigkeitschef Herr Adolf Ehrenseld, zu Tempelverwaltern die Herren Leopold F isch er jun. und Wilhelm Krauß jun., zum Oekonom Herr Max Kohn, welche dieauf sie gefallene Wahl anzunehmen erklärten. — Das Ergebniß der Wahl hat allgemein befriedigt. Berlin. Nachdem der aus den beiden Fällen Dr. Arons und Dr. I a stro w von den Conservativen construirte Angriffsplan auf die Universitätsfreiheit fehlgeschlagen, weil 63 ordentliche Professoren, unter denen kein einziger Jude, wohl aber Rector Adolf Wagner sich befindet, gegen das Gutachten des einen Professors protestirten, welches f ü r die Disciplinargewalt des Staates über die Privatdocenten lautete, laffen sich die conservativ-antisemitischen Blätter doch die Gelegenheit nicht entgehen, den Streitfall wenigstens gegen die Juden auszubeuten, das alte Lied von der Berjudung der Universitäten in ihren Lehrern und Hörern abzuleiern und als Heilmittel gegen diese „Uebel" ihr Arcanum zu empfehlen, daß die Juden gezählt werden müssen und nur in dem Verhällniffe zu ihrer Gesammtzahl zu den Hochschulen auf Katheder und Bänken zugelassen werden soll n. So schreibt die „Cons.' Correspondenz": „Der Mißbrauch der Universitätsfreiheiten geschieht meistens durch Juden. Ist diese Thatsache aus dem ganz ungerechtfertigten Ueberwiegen jüdischer Docenten und Stu. dirender auf den Hochschulen zu erklären, so sollte unseres Erachtens auch in diesem Punkte mit einer Reform eingesetzt werden. Freilich müßte diese Reform an den höheren Schulanstalten beginnen und in dem Sinne durchgeführt werden, daß die jüdischen Mitbürger nur im Berhältniffe der Bevölkerungs- Ziffer ihre Söhne den gelehrten Berufen zuzuführen berechtigt find." Es solle also die „Gleichstellung" nicht einmal so weit gehen, daß wenigstens jüdische Talente befördert werden, während von anderen Confessionen auch der Talentloseste Carriere machen kann, sondern die tüchtigsten geistigen Kräfte der Juden zu unterdrücken, wenn die Zahl der zum Studiren Berechtigten voll ist. Sind doch die beiden Docenten die im Vordergründe des Streitfalls stehen, bedeutende Gelehrte, Doctor I a st r o w sogar von Treitschke als großer Historiker anerkannt. Und es gibt keinen einzigen jüdischen Lehrer an unserer Universität, der nicht durch seine wissenschaftliche Bedeulung seine Stellung verdiente. Vielleicht ist gerade das die Urfache des Aergers unserer Antisemiten. In der medicinischen Facultät sind die Profefforen Bernhardt, Brieger, Fränkel, Hirschberg, Israel, Munk, Mendel, Senator, Straßmann und die Docenten B a g i n s k y, Fränkel, Katz, Klemperer, Landau. Litton, L e w i n und Paget Zierden der medicinischen Wissenschaft; in der juristischen Falcultät ist überhaupt nur ein einziger jüdischer Docent, und die an der philosophischen Facultät genießen einen Weltruf, daß nicht die Berliner Universität s i e, sondern sie die Berliner Universität ehren, die stets auf Männer stolz sein kann, wie Geheimer Rath Aron, H. Dessau, Regierungsrath Weinstein, Richard M. Meyer, S t e r n f e l d, Max Hermann, Georg H u t h u. A. Für den mißlungenen Versuch, die Universitätsfreiheiten zu beschneiden, muß wieder der Jude als Prügelknabe dienen und die alte Lüge von der Berjudung der Universitäten herhalten, wenn sie auch schon zu wiederholten Malen statistisch widerlegt worden ist und ganz gewiß selbst von denjenigen nicht geglaubt wird, die sich rhrer zu demagogischen Zwecken bedienen. Berlin, 4. Jänner. Die Einweihung des „Israelitischen H.ümatshauses", welches sein Entstehen dem durch seinen Wohlthäligkeitssinn allgemein verehrten Herrn Hermann Abraham und seiner gleichgesinnten Gattin verdankt, fand vorige Woche statt. Dieses Wohlthätigkeits- Jnstitut ist berufen, einen hervorragenden Platz unter den Humanitären jüdischen Schöpfungen Berlins einzunehmen. Bei der feierlichen Eröffnung des schlichten, aber vornehmen Baues, hielt Herr Rabbiner Dr. Ungerleider eine gedanken- und gemüthreiche Rede, in welcher er die Verdienste der Begründer des Hauses feierte. Namens des Curatoriums sprach Herr Stadtrath Nürnberg. Warschau, 2. Jänner 1895. Bor einigen Tagen starb hier, allgemein betrauert, der Banquier Heinrich Natanson. der sich in weiten Kreisen großer Achtung erfreute. Er war Obmann des Tempels und bekleidete diesen Ehrenposten seit der Erbauung des Gotteshauses. Ueberhaupt gehörte er zu den wenigen Anhängern der Fortschrittspartei, die dem Judeuthum, als solchem, nicht untreu geworden. Leider bietet die Warschauer Gemeinde in dieser Beziehung ein trauriges Bild. Nirgends steht der intelligente Jude seiner Religion so gleichgiltig gegenüber wie hier, und nirgends ist bei dem Volke der Haß gegen die Bildung ein so tiefer und ausgeprägter. Dies Letztere kann man, — wenn auch nicht ganz, so doch größtentheils, als eine Folge des Ersteren betrachten. Wie dem übrigens auch sei, Thatsache ist, daß die Kluft zwischen beiden Parteien immer größer, zu überbrücken immer schwerer wird. Bei dem Begräbnisse des obenerwähnten Obmannes des Tempels, des seligen H. Natanson, war die Theilnahme eine ungemein große; die ganze Finanzwelt war vertreten, viele Mitglieder der polnischen Aristokratie, mit einem Worte, fast alle Classen der Gesellschaft. Die Zahl der gespendeten Kränze betrug mehr als hundert. Als der Zug sich dem Tempel näherte, begann der Chor, der mit dem Comitä auf den zu der Synagoge führenden Stufen Posto gefaßt hatte, den bei solchen Gelegenheiten üblichen Psalm zu singen; indessen gestattete die Polizei kein Stillstehen des Leichenwagens, und mußte derselbe daher seinen Weg fortsetzen. Auch die Decorirung der Säulen des Tempels mit Crepp war von der Sicherheitsbehörde verboten worden. Es ist dies um so bemerkenswereher, als diese Art, einem verdienstvollen Todten die letzte Ehre zu erweisen, hier allgemein angenommen ist. Bei Schauspielern und Sängern findet sie

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