Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 13 (1896)
- Issue
- 2 (10.1.1896)
- Date
- 1896-01-10
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Nr. 3 Dr. Vloctz's Wochrnfchrifl. fchen Schriftthumes Hervorrufen» wenn sie stets darauf Hinweisen, daß eine Uebersetzung derselben zu den nothwendigsten Dingen des Staatslebens gehöre. Es wäre auch nicht überraschend, wenn sich bei der Leichtgläubigkeit des Volkes schon die Meinung verbreitet hätte, die Inden hätten fämmtliche Exemplare des Talmuds und des Schulchan-Aruch in einer von Kanonen und Ringgräben geschützten Festung aufbewohrt und wehrten Jedem den Eingang zu derselben. Der Um st and, daß alle erwähnten jüdischen Werkein jeder öffentlichen großen Bibliothek Jedem, der nach ihnen verlangt, zur Verfügung stehen, sollte allein genügen, dem blöden Ammenmärchen von der Gefährlichkeit dieser Schriften ein Endezu machen. Aber es scheint, daß wir noch geraume Zeit warten dürften, bis der gesunde Menschenverstand diesen Sieg wird feiern können. Vorläufig haben auch wir in Dresden, dem ruhmvollen Beispiel, welches das preußische Herrenhaus gab, als es über die „jüdischen Geheimgesetze" .ine öffentliche Debatte hielt und auch gleich dem Deutschen Reichstag und den Badischen Kammern unsere Schulchan - Aruch - Tagesordnung gehabt. Der Antrag W e l l n e r's und Genossen forderte die stattliche Uebersetzung des Schulchan - Aruch und brachte als Motivirung die alten Phrasen von der Beunruhigung der breiten Volksclassen vor, die angeblich keinen Schlaf und keine Ruhe finden können, so lange nicht der Widerspruch zwischen den geheimen Satzungen des Judenthumsund den Staatsgesetzen offenbart wird. Der Bürgermeister Dr. Dittrich-Plauen beantragte nach einer längeren Debatte schließlich den Ucbergang zur Tagesordnung, der einstimmig angenommen wurde. In der Debatte selbst wurde nichts gesagt, was nicht bei ähnlichen Gelegenheiten schon wiederholt worden war. Der Berichterstatter meinte ganz richtig, die Commission habe es nicht für nöthig gefunden, die Uebersetzung zu befürworten, da Jeder, der Interesse für eine solche habe, hebräisch lernen und dann die Prüfung des Schulchan-Aruch sich besorgen könne. Ueberdies könne es nur Sache des Reiches sein, derlei literarische Unternehmungen zu besorgen und nicht die eines einzelnen Staates. Anderer Meinung war der hochgeboren Graf zur L i p p e-B a r u t h, der meinte, man müffe um jeden Preis wissen, was im Schulchan-Aruch stehe. Ob die Ahnen des hochgeborenen Herrn durch die mangelnden Kenntnisse über den Inhalt des Schulchan - Aruch am seligen Leben und Sterben gehindert waren, erfuhr man aus der Rede des Grafen nicht. Bürgermeister Dr. Beck findet gar keinen Grund, daß die Uebersetzung just aus Kosten des sächsischen Staates hergestellt werde. Der Kammerherr von F r e g e-W e l t z i e n. der wohl aus irgend einem Schematismus erfahren, daß in Berlin ein Orientalisches Seminar existire, meinte, man möge sich an dasselbe um freundliche Uebersetzung des erwähnten Werkes wenden. Ob dieselbe postwendend eintreffen müsse, erfuhren wir nicht. Das Ergebniß der Debatte war, wie erwähnt, der Uebergang zur Tagesordnung, was übrigens am besten auch ohne die vielen Reden hätte erzielt werden können. Hervorhebenswerth ist aber jedenfalls die Thatsache, daß auch die conservativen Befürworter der Petition es unterließen, sich mit den Anschuldigungen gegen Talmud und Schulchan- Aruch zu identificiren, die sie lediglich c i t i r t e n. Diese Mäßigung ist umso anerkennenswerther, als sie von ihren Gesinnungsgenossen im preußischen Herrenhause nicht geübt wurde. _ —m—. Landeskonferenz der israelitischen Grmeindedistrirte in Budapest. Die kirchenpolitischcn Gesetze, speciell die Gesetze über die Reeeption und die Religionsfreiheit haben der ungarischen Judenheit nicht nur Rechte verliehen, sondern auch Pflichten auferlegt. Um diesen voll entsprechen zu können, wurde für Seite 39 Montag, den 6. Jänner eine Versammlung der Gemeindedistrictspräsidenten einberufen, welcher eine Conferenz der Vertreter der 26 israelitischen Gemeindedi st riete vorangina. Der Hauptgcgenstand beider Bersammlungen war die Einberufung eines israelitischen Landescongresses behufs Schaffung einer Landesorganisation der ungarischen Juden; in zweiter Reihe aber die Errichtung eines ungarisch-israelitischen Land es cul turfond s. Zu der am Sonntag im Prunksaale der Pester israelitischen Cultusgemeinde stattgehabten Borconferenz hatten sich die namhaftesten Vertreter der israelitischen Gemeinden in großer Zahl eingefunden; unter Anderen waren anwesend: Aus Budapest: Ludwig Adler, Moriz Adler, Dr. Wilhelm Bacher, Dr. Josef Bairoczy, Dr. Ludwig Blau, Moses Bloch, Armin Brüll, Dr.Franz Chorin, Jacob Deutsch. Alexander Deutsch de Hatvan. Moses Ehrlich, Adolf F e n y v e s s y, Jacob F ü r st, Dr. Raphael G o l d b e r g, Dr. Ignaz Goldzieher, Max Grünbaum, Jacob Hosfmann de Lörincz, Dr. Josef H ü v ö s, Dr. Moriz Karman. Dr. David Kaufmann, Dr. M. Kayserling, Leopold Ke pp ich, Dr. Samuel Kohn, Gustav Kohner, Sigmund Kohner, Sigmund Kornfeld, Ludwig Krauß de Megyer, Dr. Theodor Löw, Moriz L ö w y, Dr. Paul Mandel, Dr. Desider Markus, Dr. Franz M e z e y. Dr. Moriz M - z e i. Dr. Anton Reumann, Dr. Armin Renmaun, Ignaz Pfeifer. Stefan Popper, Dr. Moriz Rethy, Dr. Julius Rosenberg, Dr. Adolf Schermann, Adolf Stern thal. Dr. Berthold Stiller, Dr. Moriz Stiller, Max Szabolcsi, Paul T e n c e r, Dr. Soma B i s o n t a i’ Alexander Wahrmann, Dr. Philipp W e i n m a n n, Berthold Weiß. Ludwig Wolfner; aus der Provinz: Tr. Moriz Adler (Neuhäusel), Hermann C s 6 r i (Baranno). Franz B a k o n y i (Kaposvär), Arnold B a r u ch (Ryiregyhäza), Dr. Armin B e r 6 n y i (Bökös-Gyula), Dr. Franz Berger (Hüdmezö-Vä'ärhely), Wilhelm Bing (Arad), Peter B o s ch ä n (Baja), Albert Bürger (Maros-Väsärhely). I. M. Deutsch (Steinamanger), Emanuel D o n ä t h (Trencsin). Dr. Franz D ö r i (Großwardein), Dr. Samuel Dözsa (Makö), Alexander P. Engel (Bonyhäd), A. M. Erdensohn (Szolnok), Heinrich Feledi (Balassa-Gyarmat), Joseph Fischer (Preßburg), Dr. Julius Fischer (Tapolcza), Julius Friedmann (Turüc;-Szt.-Märton), Dr. Martin F o d o r (Karczag), Moriz Glück de Marosväradja (Alvincz), Dr. Wilhelm G o l d s ch m i t t (Oedenburg), Wilhelm G u t t m a n n de Gelse (Groß-Kanizsa). Moriz Haas (Ryiregyhäza), Dr. Josef H e u m a n n (Moor). Eduard Hertz (O-Kanizsa), Samuel Horowitz (Klausenburg), Adolf Hirsch (Ragy-Atäd), Gustav I ü n k e r (Csurgo), Wilhelm K a c s e r (Szarvas), Dr. Sigmund K a c s e r (Groß-Kikinda), Dr. Ludwig K e c sk e m 6 t i (Kecskemet), Jacob K i s (Szolnok), Jacob Klein (Rosenberg). Dr. Moriz Klein (Groß-Becskerek), Adolf K u n f i (Kaposvär), Joseph Kupferstich (Sepfi-Szt.- György), Alexander Leopold (Szegszärd), Dr. Immanuel Löw (Szegedin), Moriz L ö w y (Jglö), Ignaz M ä n d i (Szabolcs), Jacob Milk» (Szegedin), Dr. Jacob M Oslo w i tz (Kaschau), Dr. Bernhard Reumann (Stuhlweißenburg), Dr. Moriz Reumann (Galantha), Dr. Armin P e r l s (Fünfkirchen). Dr. Philipp Pfeiffer (Raab), Dr. Benedek Pillitz (Beszprim), Dr. Bernhard Politzer (Rosenberg), Dr. Adolf P r o p p e r (Eperies), Moriz R e i ch a r d (Sätoralja - Ujhely), Armin R e i ch m a n n (Debreczin), Dr. Simon R e i s m a n n (Kaschau), Dr. Jzsö Rösa de Bäsärhely (Szegedin), Dr. Jacob R o t t m a n n, Julius R a p p o ch (Groß-Kanizsa), Bernhard S ch e i b e r (Klein-Czell).Dr. Nathan Schlesinger (Lipto-Szt.-Marton), Ignaz Schreiber (Raab), Albert Schütz (Großwardein), Moriz Sichermann (M.-Sziget), Dr. Moriz Spitzer (Groß-Kikinda), Moriz Spitzer (Heves), Josef Sternberg (Werschetz), Salamon Sternt h a l (Temesvar), Emil S z a l k a i (Ryirbator), Alexander S z a l k a i (Mateszalka), Heinrich Szenczer (Ungvar), Dr. Philipp S z i l a s i (Szabadka), Tr. Ignaz V a r r o (Groß-Kikinda), Moriz Weiß (Klausenburg), Armin Bert- Heim (Stuhlweißenburg), Dr. Adolf Winkler (Oedenburg),