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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-01-03 · 1 (3.1.1896) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
1 (3.1.1896)
Date
1896-01-03
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 1 Dr. Vloch's storben, betrauert non Allen, welcbe die anßerordcnlliche Be-; gabung und seltenen Charaktereigenschaften des Dahingeschiedenen kannten. Wien. (Todesfall.) In Meran starb Herr Moriz Neun^k nn. der Gründer und bis vor Kurzem noch öffentliche »^sellschafter der in Wien, VI., Mariahilferstraße 35, etablirten Herrenkleider-Confections-Firma M. Neumann. Der Verstorbene, welcher das Geschäft vor fast 50 Jahren in Agram als einfacher Schneidermeister begründete, erfreute sich durch seine Rechtschaffenheit, Solidität und seinen Wohlthätigkeitssinn allgemeiner Sympathien. — Das Geschäft, welches beute außer dem Haupt-Etablissement noch drei Filialen in Wien und neunzehn in der Provinz und im Auslande betreibt und zum Jubiläum seines fünfzigjährigen Bestandes rüstet, wird nunmehr unter der bisherigen Firma von dessen drei Söhnen fortgeführt und übersiedelt demnächst in das ueuerbaute Metropoliten-Clothing Haus Nr. 19 in der Kärntnerstraße. Wiener-Neustadt. (Tempel-Lotterie.) Die für den 21. December 1895 bestimmte Ziehung der Lotterie zur Erbauung eines Bethauses in Wiener-Neustadt mußte unwiderruflich auf den 15. Oclober 1896 verschoben werden. Der Grund liegt hauptsächlich darin, daß Lose im Werthe von mehr als Mark 15.000 verschickt wurden, welche weder retournirt, noch mit dem Baarbetrage bezahlt worden sind. Da das Comite für jedes fehlende Los die nicht unbedeutende Staatssteuer jedenfalls zahlen muß, so würde der Tempelfond dadurch schwer geschädigt. Vielleicht genügt diese Erinnerung, die Adressaten zu veranlassen, entweder, was gewiß wünschenswerth wäre, die Lose zu bezahlen, oder mittelst frankirten Briefes zu retourniren. Krakau. 30. December. Der hiesige Verein „Sefas Emes" veranstaltete ^ine Gedächtnisfeier für den verstorbenen jungen Gelehrten Dr. Samuel Fuchs, Rabbiner in Kojetein. Nach dem Vorsitzenden sprach in schwungvoller hebräischer Sprache der Bruder des verstorbenen Gelehrten. Herr Samuel F u ck s, Redacteur der hierorts erscheinenden Wochenschrift „Hamagid". Er dankte herzlichst dem Vorsitzenden des Literaturvereines, wie der ganzen Versammlung für die warme Theilnabme an seiner Trauer und entrollte ein geradezu hinreißendes Bild von dem Leben seines gottseligen Bruders, hob seine literarischen Leistungen, speciell das gediegene Werk über „Ben Balam" und die hebräische Zeitschrift „Hachoker" hervor und schloß mit einem kräftigen Appell an die Versammelten, jüdische Wissenschaft und die heilige Sprache nach Kräften zu fördern. Zuletzt widmete Herr Neuberger dem Hingeschiedenen einen warmen Nachruf und besprach die rühmlichst bekannte Broschüre desselben über „die Bedeutung der hebräischen Spräche für das Judenthum". Sämmtlichen Rednern wurde reicher Beifall gezollt. Przemhsl. Der Verein „Jeschurun" veranstaltete Sonntag am 15. v. M. eine Makkabäer-Feier, welche glänzend verlief. Der große Saal des „Kaufmännischen Casino" erwies sich als ungenügend, um die Menge der Theilnehmenden zu fassen. Nach den einleitenden Worten des Vorsitzenden betrat Herr B. Rapp aport die Tribüne und hielt einen ideenreichen Festvortrag, der alle Anwesenden entzückte. Lebhaften Applaus ernteten die Damen Frau Ingenieur Katz für ihr meisterhaftes Clavierspiel und Frau Dr. Mannheim für ihre virtuose Leistung auf der Zither. Herr Postofficial Gans declamirte lljejski's „Bileam" und ein Studentenchor sang „Haneroth halolu" und zum Schluffe „Dort wo die Ceder" mit großer Bravour. Lngo?. (R a b b i n e r-J n st a l l a t i o n.) Aus L u g o s telegraphirt man dem „O. E.": Die Installation des neuen Rabbi Dr. Ludwig V e nett a n e r ging vorgestern hier in feierlicher Weise im Beisein der Vertreter sämmtlicher Confessionen vor sich. Im Tempel erwarteten den Rabbiner Obergespan Jakabffy, Vicegespan Bela L i t s e k, Obernotär Ladislaus Szögyeny, Honvedoberst Virünyi, Oberstlieutenant Bellmont an der Spitze des Officierscorps, der Präsident des Gerichtshofes P e c z e l y, der Geistliche der reformirten Gemeinde C h o v a n der rumänische Pfarrer I g n e a, Bürgermeister Marsovßky, Districtspräsident S t e r n t h a l und zahlreiche Deputationen, welche der patriotischen Predigt des neuen Rabbi mit tiefer Andacht lauschten. Nachmittags fand ein zahlreich besuchtes Banket statt. i Wochenschrift. Seite 15 Velovar. 27. December 1895. Am 25. Dec-mbcr fand hier das Begräbniß des iu einem Wiener Sanaronnm verstorbenen angesehenen hiesigen Kaufmannes und Hausbesitzers Wilhelm Weiß statt. An der Leichenfeier betheiligie sich ein sehr zahlreiches Publicum aus allen Kreisen der Bevölkerung, unter Anderen Landtagsabgeordneter Erzpriester I. S tek o w i c, zahlreiche Mitglieder der Beamtenwelt, die Feuerwehr mit ihrem Obmanne Advocaten M. R o i c, der Gesangsverein ,,Dvojnice" mit dem Präses k. Notar Dr. M. S t r i z i c .'c. Der Gesangsverein brachte im Trauerhause und auf dem Friedhofe in schöner erhebender Weise Trauerchöre zum Vorträge. An der Bahre hielt Bezirksrabbiuer S. D. Tauber mit beredten Worten einen warmen Nachruf, der den regen Wohlthätigkeitssinn und das edle Herz des Verstorbenen würdigte. Obercantor Leo Mirs ky executirte in würdiger Weise die üblichen Trauergesänge. Tyrnan, 29. December 1895. Ein Kind inJem (Gemeinde. Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Tr. David Herzog, Sohn des hiesigen geachteten Kaufmannes Herrn Leopold Herzog, welcher vor einigen Jahren das hiesige Tbergymnasimn sreguentirte. nebnbei dem Talmud-Studium mit Fleiß oblag und sich dann unter Leitung Sr. Hochehrwürden Herrn Dr. I. Hildesheimer zum Rabbiner gnalisieirte und schließlich an der „Ahawath Scholaum"-Sin'agoae in Berlin zum Rabbiner bestellt wurde, stattete in der verflossenen Woche, nach mehrjähriger Abwesenheit, 'einen Eltern einen Beiuch ab. Der Cultusvorstand beeilte sich den jungen Rabbiner mit der Abhaltung einer Predigt im biesigen Cultustempel zu beehren, ivelch ehrender Einladung auch Folge gegeben wurde. Am jüngsten Sebbath beim Hauptgottesdienste war auch das schöne GotrcsPnis mit Besuchern überfüllt. Alt und Jung, Bornehm und Gering, Männer und Frauen, alle eilten herbei um den jungen Prediger zu sehen 'und zu hören, da er bei dieser Gelegenheit seiner Bat rstadt die Ernlingsfrüchte seines Fleißes und Strebens darbringen sollte. Nach einer angemessenen Einleitung legte der Prediger den 2. Bers des 49. Eap. des 1. Buches Mvsis zum Gruudtexte seines Vortrages und entwickelte in schwunghafter Sprache den ethischen Wertb „der Liebe der Kinder zu ihren Eltern." Bereits im Tempel wurde dem hocherfreuten Pater, der überglücklichen Mutter und ihrem Sohne von allen Seite'u gratulirt Der Ausspruch: Ein weiser Sohn ist die Freude seines Vaters, ging hier buchstäblich in Erfüllung. Am Nachmittage wurden dem gefeierten Rabbiner Ehrenvisitew von allen Seiten abgestaltet. Der hiesige Nabbinatssitz ist noch immer vacant. Es wurden daher von maßgebender Seite Stimmen laut, daß dieser junge Rabbiner, vermöge seines biederen Charakters und seines eifrigen Strebens insbesondere aber vermöge seiner wahren Religivsität. jnr unsere Gemeiude eine gute Acguisition wäre, was mir sowohl ihm als auch seinen Eltern vom Herzen gönnen möchten. Hainas kir. Hohenelbe. Sehr geehrter Herr Redacteur! Mit Bezug aus die in Nr. 50 Ihrer Zeitschrift „Oesterreichische Weckenschrift" vom 13. December 1895 enthaltene Correspondei'z aus Hohenelbe ersuche ich Sie auf Grund des £ 19 des Pr-.ßgesctzes um die Aufnahme nachstehender Berichtigung in di? nächste Nummer dieses Blattes: „Es ist unwahr, daß ich zu den angeblich in Hohenelbe befindlichen Bürgern gehöre, welche den Herrn K. H. Wolf aus Wien zur Wahlabstimmung am 22. v. M. herbeschworen, damit dieser Brandreden gegen die Juden halte. Es ist unwahr, daß ich zu den Antisemiten gehöre und das ganze Jahr nur von jüdischen Mitbürgern der ganzen österreichisch-ungarischen Monarchie beschäftigt werde. Es ist unwahr, daß ich für Herrn K. H. Wolf gestimmt habe. Eine Candidatenrede dieses Herrn habe ich mir mit demselben Rechte angehört, wie die Mitbürger jüdischer Consession in Hohenelbe. Es ist unwahr, daß ich mich über die Wahl dahin geäußert habe: „Wenn es nach meinem Willen gegangen wäre, wäre ich von der Wahl des Gegencandidaten erbauter gewesen." Es ist unwahr und ich verwahre mich dagegen, daß ich je jüdische Mitbürger ausgenützt oder gar ausgebeutet oder wie Zigeuner behandelt habe. Ich cvnstatire thatsächiich, daß ich am 22. November l. I. nicht in Hohenelbe, sondern in Wien weilte, daß ich mich daher an dieser Wahl gar nicht betheiligen konnte, daß ferner mein Compagnon Herr William Clay Ausländer und als solcher nicht wahlberechtigt ist. Ich cvnstatire thatsächlich, daß Ihr Herr Correspoude: t nicht einmal die Flamen kennt, wenn er mich Albert Eich'u.u und Herrn Clay — Klee nennt."

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