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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1896-01-03 · 1 (3.1.1896) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
13 (1896)
Issue
1 (3.1.1896)
Date
1896-01-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 1 Dr. Vloch's Wochrnschrifl. Seite 5 des Confirmations-Unterrichtes und der Confirmationsfeier hat sich bewährt und wird diese nunmehr alljährlich abgehalten werden. In Folge vielfacher Beschwerden über mangelhafte Tempelbeleuchtung hat sich der Vorstand entschlossen, das G a s-G lü h l i ch t für die gesammte Tempelbeleuchtung einzuführen, was sich vollständig bewährt hat. Der Vorstand der Cultusgemeinde hat mit der Abhaltung der Exhorten beim Jugend-Gottesdienst den Vereinsprediger betraut, wofür dem Cuitusvorstand der Dank votirt wird. Bei der Feier der silbernen Hochzeit des verdienstvollen Schriftführers, unseres langjährigen Collegen Herrn Herm. Liebermann wurde demselben eine würdige Adresse überreicht. Während des abgelaufenen Jahres wurden im Vereinstempel 33 Trauungen, 22 Cvnfirmationen,, 23 Namensgebungen abgehalten. An Spenden sind eingegangen 4865 fl. Zum Pensionsfond hat gespendet Herr Cultusvorsteher Salo Cohn fl. 500. Herr Friedrich P o l l a k senior spendete für den Tempel eine silberne Weinkanne und st. 100. Herr Adolf Freund, Herr und Frau Max Schlesinger spendeten je einen fein ausgestatteten Thoramantel, Herr Ernst und Frau Hermine S ch ü l l e r spendeten zwei Kästchen zur Aufbewahrung der Gebetbücher. Die Generalversammlung spricht den edlen Spendern den Dank aus. Der Cultusvorstand hat an die Leitung des Bereinstempels nachstehende Zuschrift gesendet: „A n den geehrten Bor st and des Tempelvereines für den VI. und VII. Bezirk Wien. „In der Plenarsitzung vom 29. December 1894 wurde mit großer Befriedigung der abgelaufenen 10jährigen Thätigkeit des Vereines, der die Aufgabe, einen erhebenden Gottesdienst einzuführen und zur Erbauung aller seiner Vereinsmitglieder und der zahllosen dieses Bethaus besuchenden Gäste zu erhalte», in der vollkommensten Weise gelöst hat, gedacht und Ihrem Präsidenten Herrn Max Fleischer für sein opferwilliges, hervorragendes Wirken Dank und Anerkennung durch Erheben von den Sitzen votirt. „Wirfreuen uns als die Vertreter des Cultusvorstandes, Ihnen hievon Mittheilung zu machen und Sie aus diesem Anlasse ans das Herzlichste zu beglückwünschen und zu begrüßen. Mit dem Ausdrucke unserer vorzüglichsten Hochachtung haben wir die Ehre zu zeichnen. „W i e », am 3. Jänner 1895. „Der Vorstand der Israelitischen Cultnsge m ei n b e." Die Generalversammlung nahm diese Zuschrift mit lebhaftem Beifall zur Kenntniß als Zeichen des steten Wohlwollens der Muttergemeinde für den Tempelverein. Der Antrag des Vorsitzenden dem Cultusvorstand den herzlichen Dank auszusprechen wurde unter lebhaftem Beifall einstimmig angenommen. Der Delegirte des Cultusvorstandes Herr Salo Cohn erbittet sich das Wort: „Es ist ihm bereits eine liebe Gewohnheit, alljährlich an der Generalversammlung dieses Tempelvereines theilzunehmen und den Verein zu seinen Erfolgen herzlichst zu beglückwünschen. Nunmehr ist der Redner selber Mitglied des Vereines geworden, und er nimmt darum erhöhteren Antheil an dem steten Aufblühen aller Bereiusiustitutionen. Der Verein dankt dies zunächst der musterhaften Vereinsleitung vor Allem der Arbeit seines tüchtigen, allverehrten Präsidenten. Der Cultusvorstand beobachtet mit großer Genugthuung die erfreuliche Entwicklung des Vereines (lebhafter Beifall), welcher die Gemeinde vielfach entlastet. Der Cultusvorstand hat den Redner beauftragt, der Generalversammlung die lebhaftesten-Sympathien auszudrücken." (Lebhafter Beifall.) Zum dritten Gegenstände der Tagesordnung verliest der Vereinsschatzmeister kaiserl. Rath Fried. Pollak (Myrthengasse) den Rechnungsabschluß und die Bilanz für das abgelaufene Verwaltungsjahr. Der Rechnungsabschluß ergibt ein Saldo von fl. 10.000 und einen Gebahrungsüberschuß von nahezu fl. 3000, welcher zu Abschreibungen für das Schuldenconto verwendet wird. Redner bietet eine interessante Beleuchtung der einzelnen Zahlen und Ziffern des Rechnungsabschlusses und warnt schließlich, durch die günstige finanzielle Lage des Vereines sich verleiten zu lassen, der weiteren Entwicklung sorglos zuzuschauen. Soll die Zukunft des Tempels und stiner Institutionen über alle Gefahren gesichert werden, so müssen die Vereinsgenossen alle Kraft aufwenden, um dem Vereine neue Mitglieder und dadurch auch neue Hilfsquellen zuzuführen. Mit dieser Mahnung schließt der Redner seine mit lebhaftem Beifalle aufgenommenen finanziellen Erläuterungen. Im Namen der Revisoren beantragt Herr Ignatz Klein die Genehmigung des Rechnungsabschlusses und die Ertheilung des Absolutoriums für den Vorstand. Der Antrag wird einstimmig angenommen. Als Revisoren für das kommende Berwaltungsjahr wurden neuerdings gewäalt: Ignatz Re sch o fs ky, Ignatz Klein, Leop. S t o w a s s e r und Dr. Carl L ö w y. Zum sechsten Gegenstände der Tagesordnung verliest der Vorsitzende einen Antrag des Herrn August Fischel, daß der Jugendgottesdienst Samstag Nachmittags stattfinden soll, damit auch die Schüler der Mittelschulen daran theilnehmen könnten. Der Vorsitzende, Herr Max Fleischer, bemerkt, daß die Verfügung über den Jugendgottesdienst nicht in die Competenz des Vereines, sondern in die des Cultusvorstandes falle. Die Vereinsleitung würde es sich jedenfalls angelegen sein lassen, den Antrag beim Cultusvorstaude zu empfehlen. (Lebhafter Beifall.) Beim letzten Gegenstände der Tagesordnung (Wahl in den Vorstand) ergreift zunächst das Wort Herr Moses Fefilcr. Er stellt sich den Vereinsgenossen als Candidat vor, trotzdem er, wie er sagt, blos auf bescheidene Verdienste in der Vergangenheit Hinweisen und keine erhohtere Thätigkeit für die Zukunft versprechen kann. Redner verweist indeß aus die hohe Bedeutnng der Zahl 7 im Judenthum. Schon die alte Bibel hat die Zahl 7 ausgezeichnet in mannigfacher Art, die Zahl 7 ist mystisch geworden, ein heiliges Symbol. Da der Redner bereits 6 Wahlperioden hindurch an der Leitung der Vereinsangelegenheiten becheiligt war, so wird man das Bestreben entjchuldigen, die 7. Wahlperiode als Mitglied des Vereinsvorstandes zu vollenden. Von dem hebräischen Knecht heißt es in der Bibel, er habe 6 Jahre zu dienen und am 7. frei zu ziehen; wenn der Knecht aber seinen Herrn liebt und in die Freiheit nicht ziehen mag, so hat ihm der Herr an der Thürpfoste das Ohr zu durchbohren. Redner fürchtet nicht, daß die Bereinsgenossen ihn zu ähnlicher Strafe verurtheilen würden, weil er nach der 6. Wahlperiode noch nicht seiner Wege geht, weil er den Verein und seine Institutionen liebt. (Lebhafter Beifall.) In wenigen Monaten wird er das 80. Lebensjahr vollenden und für einen Mann in seinem Alter ist es zwar nicht unbedenklich, Verpflichtungen für eine Wahlperiode von 3 Jahren zu übernehmen; er unterziehe sich der Aufgabe blos in der Hoffnung auf göttliche Hilfe. Die Mitglieder des Vereinsvorstandes bewähren eine dreifache Treue: zunächst Glaubenstreue, indem sie vor aller Welt durch die Pflege des Cultus, durch die rege Theilnahme an allen Ciiltusangelegenheiten gegen den niedern und faulen Jndifferentismus laut protestiren. Sie bewähren aber auch jeder Zeit eine beispielsvolle Pflichttreue in der Erfüllung aller öffentlichen Aufgaben und eine collegiale Treue, welche sich in der Eintracht und in der Friedfertigkeit zeigt, die innerhalb des Vereinsvorstandes seit je gewaltet hat. Diese Friedfertigkeit und Collegialität war für den Vorstand das Geheimniß seiner Erfolge und für den Verein die Quelle des Segens, wie der Zwist und die Zwietracht unfern Vorfahren zum Fluch geworden und zur Zerstörung Jerusalems und des Tempels geführt. Den Geist unverbrüchlicher Treue zu bewahren und zu pflegen verpflichtet sich der Redner bis an sein Lebensende. (Lebhafter Beifall.) . Es ergreift das Wort Herr Hermann Liebermann. Er ist leider nicht in der Lage auf ein Alter wie der verehrte Herr Vorredner hinzuweisen und auch nicht mit einer Rede sich vorzustellen wie sie Herr Feßler geboten hat. Allerdings ist er auch nicht mehr jung und seit seiner ersten Candidatenrede in diesem Vereine sind bereits 20 Jahre im Strome der Zeit dahingerauscht. Was er während dieserzwei Decennien Geringes oder Bedeutendes für den Verein geleistet bleibt zur Beurtheilung der Vereinsgenossen. Ihm persönlich istderBerein eine eigentliche Heimat geworden, hier umschlingt uns alle ein freundliches Familienband und Niemand scheidet gerne aus diesem trauten Familienkreise. Die Angelegenheiten des Vereines zu fordern, das geschaffene Werk zu stützen und zu kräftigen, den Cultus und den Gottesdienst zu verherrlichen, erachten wir Alle als unsere vornehmste Aufgabe. An der Seite der verehrten Collegen in dem bisherigen Geiste weiter zu arbeiten will er gerne versprechen, wenn seine Liebe zum Vereine ihm von Seiten der Pereinsgenossen mit denselben Sympathien und mit demselben Vertrauen erwidert wird. (Lebhafter Beifall.) Vorstandsmitglied Herr Friedrich Pollak (Schmalzhofgasse) ergreift das Wort. Er bemerkt vor Allem, daß wenn es auch recht ist» daß Jeder, der sich zum Eintritte in den Bereinsvorstaiid meldet, sich den Vereinsgenossen persönlich vorstellt, so könnte man Diejenigen von dieser Aufgabe entheben, welche bereits Jahrzehnte hindurch an allen Vereinsangelegenheiten Mitwirken. Er persönlich ist den Bereinsgenossen seit 25 Jahren bekannt, ein volles Vierteljahrhunderl wirkt er mit als einer der Vereinsvorsteher an allen Bereinsaufgaben. „Bor 3 Jahren hat der Hof- und Gerichtsadvocat Dr. Engel in meiner Abwesenheit für mich eine Candidatenrede gehalten, ohne bis heute für diese Vertretung die Expensen einzufordern." (Lebhafter Beifall.) „Heute kann ich mich durch den verehrten Dr. En gel nicht vertreten lassen und was ich selber den Vereinsgenossen zu sagen habe bildet nicht gerade eine Candidatenrede." Im Laufe der letzten Jahre hat der Redner die Ueberzeugung gewonnen, daß der Verein über eine größere Anzahl jüngerer, bewährter Kräfte verfügt, welche er zur Mitarbeit herangezogen sehen möchte. Redner würde Vorschlägen, von seiner Wiederwahl Abstand zu nehmen und an seine Stelle eine jüngere Kraft zu acquiriren. Sollten aber die Vereinsmitglieder darauf beharren, daß er nach wie vor im Vereinsvorstand verbleibe, so werde er sich der ehrenvollen Aufgabe nicht entziehen. (Lebhafter Beifall.) Schließlich ergreift das Wort Herr Adolf Ruzicka- Die Bereinsgenofien, so sagt der Redner, werden von ihm nicht die Erklärung erwarten, daß er bereit sei in den nächsten Monaten den 80. Geburtstag zu feiern, wie der verehrte Senior des Vereines Herr Moses Feßler. Nicht einmal mit dem Bierteljahrhundert des ge-

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