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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-12-13 · 50 (13.12.1895) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
50 (13.12.1895)
Date
1895-12-13
Page
– (sequence 17)
Language
German
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IAA‘g2gaBBgaaa<aEESSFg«ga8f^a^TlMhl t t ■ l—, >»j _,! Nr. BO Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 933 Chorgesänge, hierauf die Volkshymne. Nach erfolgter Bekleidung'wurde im Sitzungssaale des Tempel-Vereims die XXVIII. ordentl. Generalversammlung abgehalten. Der greise Vereins- Präsident Herr M. Feßler begrüßte die anwesenden Mitglieder, insbesondere den Vorstand des Tempel-Vereines, verlas hierauf den Jahresbericht über die mannigfaltige ersprießliche Thätigkeit des Vereines und wies darauf hin, daß in diesem Jahre für Unterstützungen um 369 fl. mehr und für den Freitisch 91 fl. gegen das Vorjahr verausgabt wurden, und constatirte ferner, daß in Anerkennung der erfolgreichen Humanitären Thätigkeit des Vereines im abgelausenen Jahre 46 neue Mitglieder dem Vereine beigetreten sind. Ferner hielt er für das verehrte verstorbene Mitglied und Ehrenmitglied Herrn Wilhelm Ritter v. Guttmann einen wohlverdienten, ehrenvollen Nachruf. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl wurden von den 4 ausgelosten Vorstands-Mitgliedern 3, und zwar Herr Leopold Stow a s s e r, Herr Richard Baumgartner und Herr Jacques Winkler per Acclamation wiedergewählt und anstatt des Herrn Dr. Julius Ullmann, Hof- und Gerichts-Advocaten, welcher keine Wiederwahl entnimmt, der Med. Dr. Herr Carl L ö w y einstimmig neugewählt. Hierauf wurde über Antrag der Revisoren, der Herren Herrn- Liebermann und Ernst Schüller, dem Borstande das Absolutorium ertheilt. Wie». Einen Beweis dafür, daß auch das jüdische Gewerbe trotz Herrn Schneider sich die größte Achtung und allgemeine Beliebtheit zu erringen vermag, liefert die Gefchäftsbücherfabrik Jacques Fischer, Wien, I., Börsegasse 3, welche es durch ihre ausgezeichneten Erzeugnisse und durch das Princip strengster Reellität verstanden hat, die Concurrenz mit den hervorragendsten Firmen auf diesem Gebiete aufzunehmen. — Wir machen unsere Leser auf das Inserat der genannten Firma in unserer heutigen Nummer aufmerksam und bitten, ihren Bedarf zum Beginn des neuen Geschäftsjahres bei derselben zu decken. Wien. Samstag den 30. November fand in K huner's Restauration die vollständige Bekleidung von 152 jüdischen hindern durch den Humanitären Verein „Trenbnnd" in feierlicher Weise statt. Die Feier, bei welcher sich der Protector des Vereines Se. Ehttvnrden Herr Oberrabbiner Dr. M. Güdemann und ein zahlreiches, sehr distingnirtes Publicum einfand, wurde mit dem Vortrage des Mah- Town durch den bekannten Obercantor Herrn M. Scharr und sein Ehorpersonale eingeleitet. Hierauf hielt in Vertretung des erkrankten Obmannes Vorstandsmitglied Herr Heinrich Steif eine warnte Ansprache au die Gäste und an die bekleideten Kinder und schloß mit einem dreifachen Hoch aus Se. Majestät dem Kriser, in welches die Anwesenden begeistert einstimmten. Nach Absingung der Volkshymne sprach eines von den bekleideten Kindern in herzlichen Worten feinen Dank im Namen Aller für die erwiesene Wohithat ans. Zum Schlüsse executirte Herr Obercantor Scharr seine Composition „Wejosojn", die reichlichen, wohlverdienten Beifall faltd. Wien. (Bethaus-Nachricht.) Der Vorstand des Bethauses I. Schöulaterngasse hat au Stelle des verewigten Herrn M. G. Kohn Herrn Ä. Friedmaun zum Rabbiner dieses Bethauses ernannt und denselben mit der Abhaltung der Borträge an den mit dem Bethause vereinigten Bet-Hamidrasch betraut. Herr Rabbiner A. Ftiedmann trägt jeden Abend nach dem Minchagebet abwechselnd Pentateuch mit Raschi und Commentatorenund Talmud vorund hält überdies jeden Samstag nach dem Minchagebet ('/,4 Uhr) einen homiletischen Bortrag. — An demselben Bethaus wurde die Stelle des ersten Cantors, nachdem Herr I. H. Glück nach mehr als vierzigjähriger Dienstzeit in den Ruhestand getreten, neu besetzt. Seine Function versieht jetzt Herr S. Weinsteln dessen schöne Stimmmittel, verbunden mtt correcter Vortragsweise, allgemein Anklang finden. Wien-Mariahilf. (I u g e n d g o t t e s d t e n st.) Der Vorstand des Talmud-Thora- und Bethaus Vereines VI., S t u mp erg a s s e 42, veranstaltet Sonntag den lo.December 1895 um 3V«, Uhr Nachmittags anläßlich des Chanukasestes einen feierlichen Gottesdienst für die Jugend, und wird die -- speciell für Ute Jugend bestimmte — Festpredigt der Vereins- Prediger Herr Dr. Julius Max Bach halten. Wie«. (Warnung.) Wie Se. Ehrwürden Herr Rabbiner G o l d st e i n aus Fiume uns mittheilt, reisen 2 Seute, der Eine mit Namen Bernhard Zoldesztor, angeblich Prediger in Wien, der Zweite mit Namen S im o n o w i ts ch, unter betrügerischen Vorspiegelungen herum, um unsere wohlthätigen Glaubensgenossen zu plüudern. Die Leute reisen derzeit nach Croatien und Slavonien und unsere dortigen Glaubensgenossen mögen hiermit gewarnt sein. Wien. Die k. k. befugte Privatschule für französische und englische Sprache „Pariser Sprechschule", Wien, I., Schwertgasse 4, hat ein Fräulein-Pensionat eröffnet, in welchem in kurzer Zeit die französische und englische Sprache in Wort und Schrift so rasch und vollkommen erlernt wird, als ob sich die jungen Damen zu diesem Zwecke in London und Paris befänden. Umgebung in der Anstalt nur Engländermuen und Pariserinnen. Wien. Sonntag den 8. d. M. fand anläßlich des Jahrestages der furchtbaren R i n g t h e a t e r - K a t a st r o p h e im Bel- Hans „Liwias Chen" ein Tranergottesdienst statt. Das Gotteshaus war ans diesem Anlaß schwarz drapirt und wurden die rituellen Gebete verrichtet sowie ein Seelenlicht angezündet. Der Vorstand des Bethauses mit dem Obmann Emil I e l t n e k an der Spitze, sowie ein sehr zahlreiches Publicum wohnte dem feierlichen Erinnerungsacte in tiefernster Stimmung an, welcher in würdevoller Weife vor sich ging und der Pietät Ansdruck zu verleihen bestimmt war, welche das traurige Ereigniß allgemein hervorgerufen hat. Hohenelbe, 7. December 1895. Am 22. v. M. war in unserer Stadt die Wahl für den Landtag. (Bereits 24 Jahre vertrat uns pflichtgemäß und gewissenhaft Herr Hofrath Dr. Hermann H a l l w i ch.) Es befinden sich hier einige Bürger in unserer Mitte, die einen Gegencandidaten zur Waylabstimmung an obigem Tage (K. H. Wolf, Schriftleiter eines Wiener antisemitischen Blattes) herbeschworen, um eine Brandrede gegen uns Juden zu halten. Es sind hier unter den Antisemiten zwei Herren, und zwar Herr Albevt Eich in g er und Herr Eduard Schreiber. Belde besitze« ein großartiges Bleichverfahren und werden das ganze Jahr nur von unseren Glaubensgenoffen beschäftigt, und zwar kann man behaupten von der ganzen österreichisch-ungarischen Monarchie (in Wien sind die größten Industriellen Zwischenhändler, tu Brünn, Nachod, Pest ec.). Den erwähnten Herren haben die Brandreden gegen uns Juden so gut gefallen, daß selbe für den erwähnten Candidateu gestimmt haben und nicht für Herrn Dr. H a l l w i ch. Trotzdem fiel W o l s, welcher wülhend gesprochen hatte, durch. — Schließlich muß ich noch erwähnen, daß der bei Herrn Albert Eichinger beschäftigte Buchhalter sich zu einer Tischgesellschaft, bet welcher mehrere Glaubensgenossen zugegen waren, geäußert habe, daß sein Chef mit der Wahl des Herrn Dr. H a l l w i ch nicht zufrieden sei, und zwar mit den Worten : Wenn es nach seinen Willen gegegangen wäre — wäre er von der Wahl des Gegencandidaten erbauter gewesen. Es ist richtig, dieses öffentlich zu constatireu, den« dieser Industrielle hat zahlreiche jüdische Abnehmer. i.A. Eichinger hat auch eineBleichanstalt in Mittel-Langenau mit Klee in Compagnie.) Zum Nutzen und zur Ausbeutung sind wir Juden gut, in anderen Fällen aber werden wir wie Zigeuner behandelt. E. ß. Prostnitz. Dr. Josef Hofs, Rabbinats-Caudidat, Sohn unseres verehrten Seelsorgers Dr. E. Hoff, wird am Channka-Abend im hiesigen Tempel predigen. — Herr Adolf Fröhlich, Fabriksvirector bet D. Schwarzmann & So. hier, hat aus Äulaß des Hinscheidens seines Schwiegervaters den israelitischen Frauenwohlthätigkeits-Berein und die Ortsarmen mit Spenden bedacht. Budapest. (A u s z e i ch n u n g.) Dem Budapester Advocateu und Secretär der Landes - Kanzlei, Dr. Joses Simon, wurde der Titel eines kaiserlichen Rathes verliehen. Feuilleton. Am Chanuka-Abend. Betrachtung von Jda O p p e n h e i m. „Ich träumt als Kind mich zurücke," singt der Dichter, in der Ferne sich nach seiner Heimat sehnend. — „Ich träumte als Kind mich zurücke." Diese Worte fanden unwillkürlich den Weg über meine Lippen, als ich im eigenen Heim zum erstenmale die Chanukalichter brennen sah, zum Andenken. an die Zeit, in der unsere Glaubensbrüder, Gut und Blut einsetzten, um für die idealen Güter unseres Volkes zu kämpfen, zu siegen und zu sterben. Mit wacher Innigkeit und Klarheit stehen sie vor mir, die Bilder, die längst ich vergessen geglaubt! Mit sonnenhellen, deutlichen Farben zaubern Erinnerung und Phantasie jene

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