Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-12-13 · 50 (13.12.1895) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
50 (13.12.1895)
Date
1895-12-13
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3021061-3021112--05152-3029374
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 50 Dr. Vloch's Wochrnsttzrist. Seite 931 Worte Salomo's bei Einweihung des ältesten jüdischen Tempels, daß das jüdische Gotteshaus ein Haus des Friedens, der Liebe, auch gegen Andersgläubige sei und daß Gott walten möge, daß auch zur rechten Zeit au Israel» Volk Recht und Gerechtigkeit geübt werden möge. (Lebhafter Beifall.) Mit dem Danke des Obmannes Herrn Seligmann an alle Spender und Förderer des Baues schloß die Feier. Ein Banket beschloß am Abend den feierlichen Tag, an dem über ein halbes Hundert Männer und Frauen theilnahm. Zu Ehren des Obmannes des Tempelban-Comitös, Herrn Karl Seligmann, ward dieses vom Herrn Albert Reis veranstaltet. Zahlreiche Toaste wurden ansgebracht, unter denen viele sehr gelungen und geistreich waren. Erst nach Mitternacht trennte man sich frohgestimmt. Holte. (B ö h men.) Die Plenarversammlung der israeltischen Cultusgemeinde in Holm hatte den einstimmigen Beschluß gefaßt, dem gewesenen Abgeordneten Dr. Bloch mit dem Ausdrucke der Verehrung den Dank für sein bisheriges unermüdliches, parlamentarisches Wirken auszudrücken. Der Cultusvorsteher Herr Josef Schulhof übermittelte diesen Beschluß Herrn Dr. Bloch und fügte sein Bedauern hinzu, daß sich Juden gefunden haben, im Vereine mit den Antisemiten einen Kämpfer wie Dr. Bloch aus den parlamentarischen Schlachtreifen zu verdrängen. Sniatyn. Wir ersuchen die löbliche Redaction zu constatiren daß die schlimmsten Hetzer gegen Dr. Bloch in unserer Stadt die nachstehenden Männer waren: Hersch Goldes, Salamon Klug mann, Chaskel Öfterer, Borneh Stern b erg, David Goldes. Seide Schärf, Bosel stark, Chaim Schärf, Moses Stark, Salamon B u r i s. Moses Rubin. Alle diese haben für Trachtenberg gearbeitet und die jüdischen Wählermassen von der Theilnahme an der Abstimmung zurückgehalten. Drohobyez, 10. December. Der Präses unserer Cultusgemeinde Herr HirschGoldhammer beging am 6. d. M. sein siebzigstes Wiegenfest, aus welchem Anlässe ihm mannigfache Ovationen, die herzlichsten Sympathiebezeuauncen. viele briefliche und telegraphische Beglückwünschungen ans Nah' und Fern zukamen. Aus dem reichen Füllborn der letzteren wollen wir hervorheben: Ein sehr warmes Gratulutionsschreiben des Abgeordneten Sections-Chef Hofratb Eduard R i t t e r v. G n i e w o s z; telegraphische Glückwünsche der Rüchsratbs-Abaeordneten Professor v. Rosz k owski, Dr. Emil Byk u. A.; des Curatoriums der Baron Hirsch - Stiftung „an den verdienstvollen Obmann des Local-Comites iür Drohobycz-Boryslaw". Schulinspector Herr N. Landes beglückwünschte „den bewahrten Förderer des Fortschrittes"; der Lehrkö ver der Boryslawer Stiftungsschule „den hochgeehrten Obmann und aufrichtigen Föderer der Schule". Persönlich erschienen im Hause des Gefeierten unter vielen Anderen: Der israel. Cultusvorstand, der Bürgermeister unserer Stadt Herr Reichsraths-Abgeordneter Ochr y m o wie z, begleitet von Mitgliedern der Stadtrepräsentanz, welche dem Jubilar zu dessen 70. Geburtstage Glückwünsche namens der Stadt überbrachten, welcher er nahezu drei Jahrzehnte als Gemeinderath und Vice-Bürgermeister seine besten Kräfte geweiht, bis vor Kurzem ihn Gesundheitsrücksichten zum Rücktritte nöthigten. Krakau. Samstag den 7. d. M. wurde eine Deputation der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde. mit dem Präsidium Dr. Leon Horowitz und Hirsch Landau an der Spitze, von dem hierweilenden Statthalter Fürst S a n g u s z k o empfangen. Auf die Ansprache des Präsidenten antwortete der Statthalter, er werde stets mit gerechtem Wohlwollen die Angelegenheiten der Juden prüfen und ihnen seinen Schutz angedeiheu lassen. Abends fand zu Ehren des Statthalters ein Festbanket statt, zu welchem das Präsidium der Cultusgemeinde eingeladen war. Die Berathungen über das Statut der israelitischen Cultusgemeinde sind bereits durchgeführt und wurde der Entwurf desselben der Statthalterei zur Genehmigung vorgelegt, und hofft man hier allgemein, daß dasselbe die Genehmigung binnen kurzer Zeit erhalten wird. Bei der letzten Sitzung der Berathungscommission, hat der Vorsitzende Präses Doclor Leon Horowitz den Mitgliedern derselben, speciell dem Bicepräses H. H i r s ch Landau, der hervorragend eu Antheil an der Berathung hatte, den Dank namens der Gemeinde ausgesprochen. Neubydschow, den 8. December 1895. (W a r n u n g.) Im Interesse der leider häufig mißbrauchten Güte unserer Glaubensgenossen ersuche ich Sie höflichst, folgender „Warnung" in den Spalten Ihrer geschätzten Wochenschrift gefälligst Raum geben zu wollen. Bor einigen Tagen besuchte mich eine bejahrte Frau, die sich als Witwe nach einem Cantor in Mähren ausgab. Da dieselbe im Besitze einer Empfehlung von einem (mir unbekannten) mährischen Rabbiner war, so nahm ich keinen Anstand, mich mit einem Betrage in ihre Spendenliste, die die genannte „Witwe" mit sich führte, einzutragen. Nun wurde ich jetzt von verschiedenen Seiten darauf aufmerksam gemacht, daß jene Frau eine Schwindlerin sei, die sich mit einem Mann in der Welt herumtreibt, was ich hiermit zur Warnung bringe. Hochachtungsvoll Dr. Felix Kanter, Rabbiner. Neubydschow, den 8. December 1895. Prag. Geehrter Herr Redacteur! Unter Berufung auf § 19 Pr.-Ges. ersuche ich Sie, die in Nummer 48 der Zeitschrift Dr. Bloch's „Oesterreichische Wochenschrift" unter dem Schlagworte „Aus Böhmen" veröffentlichte Notiz folgendermaßen zu berichtigen. Es ist nicht wahr, daß ich auf die Anfrage eines Wählers erwiderte: „Was eine Allianz mit den Antisemiten anbelange, seien es nur die Umstände, welche von Fall zu Fall eine taktische Cooperation erheischen. Meine Antwort auf die Interpellation des Wählers H 'rrn Ohrenstein lautete dahin, daß ich mir wohl Fälle zu denken vermag, in welchen Fragen der bürgerlichen Freiheit (Preß-, Vereins-, Versammlungsrecht) oder der Action der parlamentarischen Minoritätsparteiln gegen den Druck des Präsidiums eine takrische Cooperation mit den Antisemiten erfordern, daß aber eine Allianz zwischen den freisinnigen, die freie Schule vertheidigenden, autonomistischen Jungczechen und den schwarzgelben, centralisirenden.reactionären, die Borhut der Clericalen bildenden, die confessionelle Schule anstrebenden Antisemiten ausgeschlossen fei, wie dies der Abq. Herrn Dr. Engel auf meine Anregung bereits im März l. I. in der Versammlung des politischen Vereines Närodni jednota ceskozidovskü v Ceskem Brode erklärte. Achtungsvoll Jur. Dr. Jac. Scharf, Prag, am 6. December 1895. Landtagsabgeordneter. Leipzig. (DieStadtverordnetenwablen inLeipzig.) In Sachsen ist der Antisemitismus in vollem Rückgänge begriffen. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Leipzig babln die Antisemiten eine schmähliche Niederlage erlitten. Bon 13.872 al - gegebenen Stimmen erhielten die Socialdemokraten 8228 Stimmen, die conservatkv nationalliberalen (Sarh Uparteiirn 4265, die Bürgerpartei 633. die Antisemiten .>46 Stimmen. Die Socialdemokraten erlangten sechs, die Cartellparteien zwei Mandate. Breslau. In der im Auditorium maximum der hiesigen Universität am Donnerstag den 5. d. M. stattgefuudenen ersten Versammlung der nunmehr vereinigten nicht incorporirttn Studentenschaft wurde cand. phil. U. Bretholz aus Stanislau, Hörer am jüdisch-theologischen Seminare, u. a. einstimmig zum Vertreter gewählt. Auf diese Weise drückten ihm die Studenten, deren Sympathien er sich schon längst durch sein freundliches und zuvorkommendes Wesen, sowie seine glänzende Beredtsamkert und organisatorische Fähigkeit in hohem Maße erworben hatte, ihre Anerkennung und ihren Dank sür seine hervorragende Betheiligung an ihrer Constitution aus. London, 28. November. Gegenüber den Beschwerden, welche seit langer Zeit in den Arbeiterkreisen gegen die Ein- Wanderung fremder Arbeiter erhoben werden, die angeblich die Schuld an dem Rückgang der Löhne tragen, veröffentlichen die jüdischen Gewerkvereine, gegen deren Mitglieder jene Beschwerden sich ja in erster Reihe richten, ein Manifest, in dem sie deren Grundlosigkeit zu beweisen suchen. Sie erklären, daß sie nicht nur nicht zur Verschlechterung der Lohnverhältnisse beigetragen haben, sondern vielmehr insofern segensreich gewirkt haben, als sie mehrere Betriebe hier erst geschaffen hätten, wie die Mäntel-, Mützen- und Pantoffel-Industrie, sowie die Herstellung billiger Schuhe. Die Schuld am Niedergang der Löhne treffe die Frauen; diese hätten den Lohn sür die Her-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.