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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-11-29 · 48 (29.11.1895) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
48 (29.11.1895)
Date
1895-11-29
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Sette 894 Nr. 48 Dr. Vloch's Wochenschrift. Kanitz fl. 30, Frau Rosa Kanitz zfl. 20, Frau Rosa Rosenbaum fl. 5, Herr H. Kellner in Saaz (durch Herrn Commercialrath Sigmund Neustadtl) statt eines Kranzes fl. 25, Herr Heinrich Mendl fl. 20, Frau Großmann fl. 5, Herr Heinrich Teltscher fl. 10. Frühere Ausweise: fl. 391, zusammen fl. 566. Wir beehren uns hiemit allen unseren verehrten Mitgliedern und Gönnern die Mitheilung zu machen, daß unsere Kinderbekleidung am Mittwoch, den 20. d. M., in aller Stille stattgefunden hat, indem wir 156 armen schulpflichtigen Kindern je einen warmen Wivteranzug, Schuhe, Wäsche, Obst und Backwerk direct in's Haus zugestellt haben. Im Namen des Gesammtausschuffes unseres Vereines danken wir hiemit aus vollstem Herzen allen denjengen, die durch ihre reichen Liebesgaben an Geld und Kleiderstoffen es uns ermöglichten eine so große Anzahl von Kindern zu bekleiden und so viele arme Eltern von einer Sorge zu befreien. Mit dem ersten Frosttage waren unsere kleinen Schützlinge bereits im Besitze ihrer warmen Winterkleidung und die vielen rührenden Dankbriese, die uns zugekommen, sind ein Beweis, daß es uns durch die Güte der geehrten Spender gelungen ist, vielen würdigen Familien eine frohe Stunde zu bereiten. Herzlichen Dank sagen wir jenen geehrten Herren, die durch die unentgeltliche Zustellung der 156 Cartons uns in unserem Bemühen so hervorragend unterstützten und — last not least — dem geschätzten Herausgeber dieses Blattes, der durch die Veröffentlichung unserer Berichte unserem Vereine neue Gönner und Freunde zugesührt hat. Für den Ausschuß des „Frauenhort- Rosa Feigenbaum Rosa Zifferer Schriftführerin. Präsidentin. Wien. (Auszeichnung eines Bankdir eetors.) Das ungarische Amtsblatt publicirt die Verleihung des Comthurkreuzes des Franz Josef-Ordens an den Director der Wien er Unionbank, Herrn Eugen Minkus. Wie«. Dem Verein „Ferienheimwurden folgende Spenden gewidmet: Als Gründer mit dem Betrage von 100 fl. traten ein: Herr und Frau Leopold Landeis; Frau A. Sch. aus Anlaß des Verlustes ihres Vaters 50 st.; Herr Sigmund Mandl: Aus dem Fond des ausgelösten Vereines „Orient- 50 fl. E. B. Wie«. (Die Besetzung der Oberlehrerstelle an der Volksschule in d er Werderthorgasse) ist neuerlich hinausgeschoben worden. Man hat nämlich in dem Religionsbefähigungs-Zeugniß des Competenten einen ganz irrelevanten Formfehler gefunden und damit den Zweck erreicht, daß diese von 95 Procent jüdischen Schülern besuchte Schule nach wie vor mit einem jüdischen Oberlehrer nicht besetzt werden muß. Das Provisorium dauert nun schon nahezu drei Jahre und die provisorische Leitung ist — contra legem — nicht einem an derselben Schule wirkenden jüdischen, sondern einem christlichen Lehrer anvertraut. Wie«. (Akademischer Verein „Gamala".) Am 22. l. M. hielt in diesem Verein in Anwesenheit der Bereinsmitglieder und zahlreicher Gäste Phil. M. Berkowicz einen interessanten — weil die gegenwärtigen Culturströmungen im Judenthume berührenden — Bortrag über „die Berliner Aufklärung-. Nach vollständiger Würdigung des unsterblichen Dichters und Schöpfers des neuhebräischen Styles N. Wessely, sowie der Verdienste der ersten heuhebräischen Zeitschrift „Meassef" als Anregung zur Aufklärung der Juden, schilderte der Bortragende die Ausartung dieser Resormbewegung in Folge einer falschen Auffassung des Judenthums von Seite Friedländer's und anderer Jünger Mendelssohn's. die das Streben ihres großen Meisters mißverstanden. Diese Ausartung allein Haite es zur traurigen Folge, daßdie Aufklärung jene zerstörende^Mchtung annahm, die einerseits große Massen zur Taufe geführt, andererseits die compacte jüdische Masse besoflders im Osten von der Haskala abgeschreckt und sie dorthin zurückdrängte, wo sie vor hundert Jahren gestanden. Wie«. Das Local der akademischen Verbindung „Kadimahbefindet sich derzeit: IX., Rogergaffe 3, Parterre rechts, Thür 3. Wie«. Der Verein Tomach Ewjonim, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, arme zugereiste und kranke Juden mit dem Schabestisch zu versorgen, verseudet seinen Jahresbericht und ladet seine Mitglieder zu seiner DI. Generalversammlung für den 30- November d. I. ein. Der Ausweis bringt uns die erfreuliche Mittheilung von dem Zunehmen und Gedeihen dieser humanen Bereinigung — die Einnahmen sind wieder um 50°/«, die Zahl der Mitglieder um 173 gestiegen — berichtet uns auch, daß der Polizeipräsident von Wien, Ritter v. Steyskalmit einem Jahresbeitrag von fl. 10. dem Vereine beigetreten. Wer die Zahl der armen jüdischen Kranken und Reconvalescenten kennt, die, ambulatorisch behandelt, oft brod- und unterstandslos in unserer Großstadt herumirren, wer da weiter das Gefühl eines fremden Juhen^ der, krank und leidend, auch am Sabbath sein Heim, seinen Tisch entbehren muß, der. wird es verstehen, wie edel, wie jüdisch das Wirken des jungen Vereines ist, und wird nicht verfehlen, diesem wohlthätigen Vereine beizutreten. Dem rastlosen und wohlthätigen Obmanne Herrn Professor Hoffman, seinen treuen Mitarbeitern im Vorstande sei hiemit der öffentliche Dank für ihr gottgefälliges Wirken ausgedrückt, edle Menschenfreunde zu deren Unterstützung in diesem Werke ausgefordert. —s— Wien (Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten.) In Folge des enormen Andranges der aus allen. Ländern der österreichischungarischen Monarchie um Aufnahme ansuchenden Knaben linder großen mit der Versorgung und Bekleidung des dermaligen Standes der Bereinszöglinge von über 300 Knaben verbundenen Auslagen, welche bereits im Vorjahre ein namhaftes Deficit zur Folge hatten, hat der Vereins-Vorstand beschließen müssen, die Aufnahme von Knaben während der Monate Deeember und Jänner zu fistiren. Wien. (Silberne Hochzeit.) DaS Ehepaar Manuel und Marie Schwager feiert am 30. d. M. das Fest seiner sünfundzwanzigjahrigen glücklichen Ehe. Wien. Der in der Lehrerwelt rühmlich bekannte Volksschullehrer Herr L ö w. welcher an der hiesigen Talmud-Thora-Vereins- Bolksschule seit 32 Jahren zur vollsten Zufriedenheit des Vorstandes und der jeweiligen Herren Schulinspectoren wirkt, begeht am 8. December d. I. die Doppelfeier seines vierzigjährigen Lehrerjubiläums und seiner silbernen Hochzeit. Eine große Anzahl seiner ehemaligen Schüler, die sich heute geachteter Stellungen erfreuen, beabsichtigt aus diesem Anlasse dem Jubilar an diesem Tage in corpore ihre Glückwünsche cntgegenzubringen. Floridsdorf. Fräulein Jda Eisinger hat sich mit Herrn Hermann N e u h a u s verlobt. E. B. Prag. (Land tags wahlen.) Die Reichenberger Handels- und Gewerbekammer hat den Großindustriellen Adolf Perutz wieder mit einem Landtagsmandat betraut. Prag. 21. November. Die Prager israelitische Cultusgemeinde-Repräsentanz beschloß, an sämmtliche Gemeinderabbiner, sowie an die Vorstände aller neuen großen Synagogen Prags heranzutreten, damit dieselben Vorkehrungen für in den Synagogen vorzunehmende Sammlungen für den- Fonds zur Errichtung und Erhaltung von Offürien und Denkmälern der auf den böhmischen Schlachtfeldern Gefallenen treffen sollen^ Budapest. Der auf dem Gebiete des ungarischen Bergbaues bestens bekannte Herr ArnoldSilber sie i n (Herausgeber und Chefredakteur der „Ungarischen Montan-Jndustrie- und Handelszeitung") ist zum ordentlichen Mitgliede der U ngarischen Geologischen-Gesellschaft gewählt w ord en. Budapest. (Der Richter der könig. Curie. Dr. S. Dßcsey) wurde zum Senatspräsidenten bei der Budapester könig. Tafel ernannt. Monasterzyska. (Verlobung.) Fräulein Bertha S afrin, Tochter des Herrn I. H. S afrin, Gutsbesitzer in Monasterzyska, hat sich mit Herrn Apotheker Otto S a n d a u e r, Sohn des Herrn Jacob ©antauer, Cultusprasidenten in Sambor, verlobt. London. (I a k o b M o n t e f i o r e), ein geachtetes Mitglied der Londoner jüdischen Gemeinde, ist im Alter von 95 Jahren gqtorben. Seine Wohlthätigkeit sichert ihm ein ehrenvolles Andenken. Er war lange Zeit australischer Agent der Rothschild und wurde noch von König Wilhelm IV. zum Commiffär der Colonie Victoria ernannt, für einen Juden in damaliger Zeit eine seltene Auszeichnung.

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