Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 12 (1895)
- Issue
- 48 (29.11.1895)
- Date
- 1895-11-29
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Seile 881 Nr. 48 Dr. Vloch's Wochrnschrist Zeugniß für jüdische Ueberhebung und Ausbeutungssucht. Doch die Herren sind, wie wir gesehen haben, keine fleißigen Leser des Neuen Testaments und im Abgeordnetenhause hat es auch kein katholischer Geistlicher der Mühe werth gefunden, sie eines Besseren zu belehren. Ich will auch dem Prinzen Liechten st ein nicht zumuthen, sich dem Bibelstudium zu widmen; ich weiß, er kann seine Zeit beim „Blauen Luchsen" besser anwenden, aber Se. Durchlaucht ist doch gewiß als guter Katholik schon einmal in Rom gewesen und hat den Vatican besucht. Da hat er auch wohl die berühmten Stanzen Raffaels gesehen. Was sagt er zu dem Bilde „Die Disputation über das Sacrament" mit den Figuren der jüdischen Propheten neben beit Aposteln Petrus und Johannes und dem vom Pfarrer Deckert so arg geschmähten König David? Und hat er in demselben Saal die Darstellung von S a l o m o n s Urtheil als Symbol der Gerechtigkeit gesehen? Vielleicht war er auch in Ravenna und hat in der Kirche San Vitale die Mosaiken aus dem sechsten Jahrhundert betrachtet, da hätte er Jesaias und Jeremias neben den vier Evangelisten gesehen und ihnen sein „Bravo Jesaias!" zurufen können. Und wenn er in Rom überden spanischen Platz ging, so hat er gewiß den Hut gezogen vor dem Monument, das Papst Pius IX. zur Erinnerung an die Verkündigung des Dogmas der unbefleckten Empfänguiß errichten ließ. Da hat er den Hut gezogen vor vier Juden! Denn an dem Monument befinden sich die Statuen von Moses, David (o Pfarrer Deckert!) Ezechiel und Jesaias mit Versen aus ihren Büchern; freilich für Schneider und Consorten nicht lesbar, denn sie sind nicht übersetzt, sondern in der Originalsprache wiedergegeben. Und nun frage ich Ihre Durchlaucht: Wäre es für Sie als guten Christen nicht schicklicher gewesen, das „Bravo Jesaias!" nicht zu rufen und solche Anrempelungen der Bibel einem deutsch-nationalen Wotans- und Bismarck-Verehrer zu überlassen? Aber auch diese Leute sind seit dem Lueger-Fiasco aus ihrer Rolle gefallen und Abgeordneter Steiner hat an sein Dentschthum ganz vergessen. Freilich, wenn man eine wohl memorirte Rede hält,' wird sie wohl im echten „deutschvolklichen" Tone abgefaßt sein, aber bei Zwischenrufen vergißt man sich leicht, wie es dem Prinzen mit seinem „Bravo Jesaias!" gegangen ist. Da hat Herr Steiner in der Sitzung vom 8. November, als der Name des Statthalters Grasen Kielmansegg erwähnt wurde, gerufen: „Er soll nach Hannover gehen, wohin er gehört!" Nach Hannover! hat er ihm zugeschrieen, wie man den Juden zuschreit, sie sollen nach Jerusalem gehen. Also Hannover gehört nicht mehr zu „Alldeutschland", der Hannoveraner ist kein „deutscher Bruder!" Dann haben ja unsere Deutschnationalen auch keinen Antheil an den deutschen Siegen, Pacher hat nicht Straßburg miterobert, Schönerer nicht bei Sedan gesiegt und selbst der Zweihundertmillionen- H a u ck, der so großmüthig und freigebig das Geld aus anderer Leute Taschen verschenken will, kann nicht über die Fünf Milliarden der französischen Contribution verfügen. Und wohin käme man, wenn man alle Deutschen „aus dem Reich" von Oesterreich sortjagen wollte! Dann könnte man ja nicht einmal dem braven Hammerstein ein Asyl gewähren und Schneider müßte auf die Ehre verzichten, den ehrlichen A h l w ar d 1 an die brüderliche Brust zu drücken. ' Ja, mein lieber Steiner, den Zuruf hätten Sie lieber unterlassen sollen, wenn Sie ein guter Deutscher sind. Es wäre besser gewesen, Sie hätten einen czechischen Antisemiten ersucht, ihn zu thun. Doch vielleicht thue ich Jhiver unrecht, vielleicht haben Sie nur an die GeograMeäyyrgessen und geglaubt, Hannover liege irgendwo oder Galizien. """ ^sbG) znoaF chuo \ du» iioitntomj) ,o1n3nu? I Zur Reichsrathswahl in Kolomra. Auf einhelligen Beschluß des Ausschusses des Vereines „Chawewe Zion" hier, erlauben wir uns, nachstehendes Mahnwort an unsere Glaubensgenossen, Wähler in den Städten Kolomea, Buczacz*und Snyatin aus Anlaß der bevorstehenden Ergänzungswahl in den Reichsrath zu richten: Gl aubensgenos s en! Ein Sturm der Entrüstung geht durch die sogenannte jüdische Publizistik im In- und Auslande gegen die bloße Aufstellung der Candidatur eines Dr. T r a ch t e n b e r g, der um das Judenthum keine anderen Verdienste aufzuweisen hat, als nur den traurigen Muth, neben dem vielfach verdienten Dr. Bloch zu candidiren. Wir möchten Euch nicht die berüchtigte Vorgeschichte und die Mittel, die angewendet wurden, den Dr. Bloch zur Niederlegung seines Mandates zu bestimmen, recapituliren. Wir wollen auf die bloße Thatsache — die allein für sich Bücher redet — Hinweisen, daß Dr. Bloch dem fürstlichen Antisemiten Prinzen Liechten st ein geopfert wurde. Was hat Dr. Bloch verbrochen, daß man sich seiner zu entledigen suchte? Diese Frage ist leicht zu beantworten; er hat die Ehre des Judenthums gegen aller Art Angriffe in rücksichtslosester Weise, wie und wo er konnte, vertheidigt und das eben war es, was seinen Fall verursachte., Das Judenthum will man schlechterdings nur to l er ir t wissen, d. i. so viel wie am Gnadenknochen nagen lassen — aber die Anmaßung, den anderen im Staate verfassungsmäßig anerkannten Confessionen die viel geschmähte jüdische Confession gleichzustellen und aus dieser Stellung rechtliche Confequenzen zu ziehen, das durfte man doch nicht dulden. Da aber Dr. Bloch stets offen und redlich für das Judenthum eingetreten ist, so wollte man ihn aus den Reihen Derer, die politisch vorsichtiger sind, hinausdrängen. An der Wiederwahl des Dr. Bloch ist nicht blos die Judenschaft der drei bekannten Städte interessirt, welches Interesse doch ein durchaus locales ist und sich mit dem der andersgläubigen Wähler völlig identificirt, sondern vielmehr die ganze Judenheit. Ordnet Euer locales Interesse, das auch ein Dr. Bloch zumindest so gut wie ein jeder Andere vertreten kann, dem höheren, gesammt-jüdischen Interesse unter und wählet den Dr. Josef Bloch, den uns Gott zur Ehrenrettung des Judenthums gesandt hat, wie Er einst den Josef nach Egypten zur Erhaltung des Hauses Jacob sendete. Der biblische Joses, Vice-König von Egypten, machte von seiner jüdischen Abstammung kein Hehl und dennoch zauderten seine Brüder, ihn anzuerkennen. Auch dem Dr. Josef Bloch, der der Einzige in unserem Pämamente ist, welcher sein Judenthum rückhaltlos eknWwck, sucht man die Anerkennung durch Kleinlichkeit sucht vorzuenthalten. . * ' o * ÄlJntTHfta ^vntnfff nt'j An Euch, Glaubensgenosse^^ tWt Ae Mua^e Nothwendigkeit heran, durchEuekI.H)^mL<;jri An-rkennun g un^KmM«MEMM9 gegenjeme laoen MNjirnr rnbj$ M ckm Sin mim] §IInfmd3 .oilfior, „i KMGMsM) MH Mch Mß^vchM WuwhMn uHoPpSpnäsiSS» .7$ mf} frd -Lüsuz mtM onbrrt ÄDmbtching n(i: -M inMBtMMW scMKMeNlzMch^MrMMe^ädemn mn nnrlimipftß .i(T mwH no (bi 3Üoß