Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 12 (1895)
- Issue
- 45 (8.11.1895)
- Date
- 1895-11-08
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 45 haben. Indem ich Ihnen auch ferneren Er-olg in Ihren Handels- Unternehmungen noch auf viele, viele Jahre hinaus wünsche, ergreife ich diese Gelegenheit, um Ihnen meine Ehrerbietung und Hochachtung zu entbieten. Selonoj". Ein sehr herzliches Schreiben erhielt der Jubilar auch von unserem ehemaligen Stadtoberhaupt Herrn G. G. Marasli mit der Entschuldigung, krankheitshalber nicht persönlich seine Gratulation darbringen zu können. Der Verwalter des hiesigen Comptoirs der Reichsbank Herr Malitzky sandte dem Jubilar ein Gratulationsschreiben in sehr warmen Worten, wobei er die Thätigkeit des Herrn Chayes auf dem Gebiete des Handels und der Industrie hervorhebt und ihm bei dieser Gelegenheit auch den Dank ausspricht für seine nutzbringende Thätigkeit während der Zeit,, als er in der Reichsbank als Censor figurirte. Einen sehr sympathischen Brief erhielt Herr Chayes auch von dem Vorsitzenden derSchwarzmeer-Donaudampsschiffahrts-GeseUschaft Fürsten I. Gagarin, welcher in sehr schmeichelhaften Ausdrücken die Thätigkeit Chayes' hervorhcbt und mit der Bemerkung schließt, daß der Jubilar wohl Ursache habe, mit Stolz und Befriedigung auf seine 25jährige Wirksamkeit in jeder Hinsicht zurückzuschauen. — Schriftliche Gratulationen sandten ferner der Vorsitzende des Börsencomites Herr E. Schulz, Polizeimeister Oberst Bunin, das Mitglied der Stadtverwaltung Herr Schwendner, der Niederländische Consul Herr Muntz und Andere. Ihre Gratulationen brachtcn dar: Das Stadtoberhaupt Herr V. N. Ligin, die Mitglieder der Stadtverwaltung Herr Mintschiaki und Dox und viele Stadtverordnete, der Kanzleichef des Stadtgouverneurs I. A. Kasarinow, der Beamte für besondere Angelegenheiten beim Herrn Stadtgouverneur Herr Stefansky, der Vorsteher des Slavischen Hilfsvereins Herr Snamensky und das Vorstandsmitglied Herr Randisch, der Inspektor der Volksschulen des Chersoner Gouvernements Herr Spanovsky, der Vorsitzende des Comite's für Hansel und Gewerbe und Direktor der Discontobank M. Koshewnikow, der Vorsitzende des Aufsichtsrathes der Commerzschule A. Trabotti und das Mitglied dieses Rathes Sußmann, das Mitglied der Kausmannschastsverwaltung I. Lemme, der Vicepräsident des griechischen Wohlthätigkeisvereins Radoconachi, der Aelteste der Kleinbürgeruprawa Dobrowolsly, die Consnln und die Vertreter der örtlichen Geschäftshäuser, Aerzte, Anwälte und Vertreter der örtlichen Gesellschaftsklassen. Vertreter der jüdischen Institutionen brachten gleichfalls ihre Gratulationen dar: die jüdische Geistlichkeit mit denr Rabbiner Eichenwald überbrachte Herrn Chayes eine Adresse, in welcher die jüdische Gemeinde ihrem Wohlthäter ihren Dank ausspricht, die Vertreter der Brvdskyschen Synagoge waren in corpore erschienen und überbrachten ihre Glückwünsche, der Berwaltungsrath der Synagoge Bethamidrasch übcrbrachte den» Jubilar seine Gratulationen, die Verwaltungsmitglieder des jüdischen Waisenhauses mit Herrn Chari an der Spitze, die Mitglieder der Verwaltung des jüdischen Krankenhauses, die Mitglieder des jüdischen Damenwohlthätigkcitsvereins, die Mitglieder des Paläsiinavereins, die Berwaltungsmitglieder des jüdischen Commisvereius, welche dem Jubilar das Diplom eines Ehrenmitgliedes überreichten, der Vorsitzende der Gesellschaft zur Verbreitung der Aufklärung unter den Juden Herr Weinstein, der Vorsitzende der Gesellschaft Trud M. Margulies, sowie Vertreter der verschiedensten öffentlichen Anstalten, denen Herr Chayes hat Spenden zugehen lassen. Vermischtes. Wien. (Audienz.) Der Gewerbe-Oberinspector Herr Michael Kulka wurde vorige Woche von Seiner Majestät dem Kaiser in Audienz empfangen, um für seine jüngsterfolgte Beförderung in die VI. Beamtens-Rangsclasse den Dank abzustatten. Wien. Se. Majestät der Kaiser hat dem Dr. Wolf Altsch u l, Oberstabs- und Chefarzt des Militär-Hafencommandos in Pola, den Orden der Eisernen Krone erster Classe und dem Fregatten-Capitän Friedrich Pick Edler von Seewart das goldene Militär-Berdienstkreuz verliehen. Wien. Die von dem bekannten Compofiteur Ignaz Brüll neucomponirte Oper „Gloria", Text von Menasei, dem Librettisten der Oper „Cavalleria rusticana,“ ist vom Direktor Pollini für das Hamburger Stadttheater, angenommen worden. Wien. (Trauung.) Sonntag den 17. November um 2 Uhr Nachmittags findet im israelitischen Tempel in Wien, XV., Turnergasse, die Trauung von Fräulein Emmy Lan d e is, der liebenswürdigen Tochter des Fabrikanten Herrn Leopold Landers, mit Herrn Albert Steiner statt. Wien. (Verlobung.) Herr Dr. S. Schüller, Hof- und Gerichtsadvocat in Wien, hat sich mit Frl. CäcilieHorowitz. Tochter des Gemeinde- und Cnltusrathes Herrn Jakob Horowitz in Neu-Sandec, verlobt. Seite 841 Wien. Der Wiener Wärmefluben-Berein eröffnet am 15. November aus den Stiftungsgeldern des verewigten Baron Moritz K ö n i g s w a r t e r in der Brigittenau eine neue Wärmestube. Wien, 2. November 1895. (Der Tod eines Lehrers.) In Rudolssherm fand unter zahlreicher Theilnahme das Leichenbegängniß des plötzlich aus dem Leben geschiedenen städtischen Volksschullehrcrs Herrn Joseph Löwit statt. Herr Löwit, welcher an der städtischen Knaben-Bolksschule in der Neubergenstraße seit vielen Jahren thätig war, bekleidete auch die Stelle eines Gewerbeschullehrers an der Gewerbeschule im XIV. Bezirke in der Stättermayergasse. Vorgestern Abends wollte Herr L Lw i t sich gegen 6 Uhr in die genannte Anstalt zum Abendunterrichte begeben. Als er nur wenige Häuser vom Schulhaufe entfernt war, wurde ihm plötzlich so unwohl, daß er zu dem Vermischtwaarenhändler Herrn I. Zdarsky sich begeben mußte, um sich dort etwas zu erholen. Dorthin wurde rasch rneä. Dr. S ch w a r c z berufen, welcher Herrn Löwit ärztlichen Beistand leistete. Da sich sein Zustand etwas besserte, wurde ein Wagen geholt und Herr Löwit fuhr in Begleitung des Herrn Z d a r s k y nach seiner Wohnung. Auf der Fahrt wurde Löwit vom Schlage gerührt, der seinem Leben ein Ende machte. Es war erschütternd, als man der Familie den Vater, der erst vor kurzer Zeit gesund das Hans verlassen hatte, todt zurückbrachtc. Ein Sohn des jäh Berstorbcneil liegt infolge des Schreckens über den Tod des geliebten Vaters bedenklich krank danieder. Löwit war auch israelitischer Religionslehrer au zwei Unterrichtsaustalten des XIII. Bezirkes. Er war ein unermüdlicher Kämpfer für die fortschrittlichen Ideen und wirkte lange Jahre in selbstloser Weise als Schriftführer des Deutsch-liberalen Vereines in Rudolfsheim. Wien. (Spenden für den „Frauenhort" in Wien.) Ergebniß einer Collecte des Herrn Milrad in Kuttenberg. Frau Phil. Baß, Frau W. Pollak, Frau El. Rosenzweig, Frau C. Singer, Frau Jos. Wohrizek und M. Milrad je 1 fl., zusammen 6 fl. Herr Rudolf Bisteghi fl. 5, Stefi fl. 4, Herr Albert Cohn fl. 10, Frau Jlli Langer fl. 5, Frau Adele Berolzherm fl. 6. Herr Max Meier, Lederhändler in Dux (Böhmen), hat, gerührt von dem Schicksale des verwaisten 14jährigen Knaben, dessen in dem vorletzten Berichte Erwähnung geschieht, folgendes Schreiben an den Verein gerichtet: „Geehrte Frau Präfidentin des Wohlthätigkeits-Bereines Frauenhort! Als Abonnent der „Oesterreichischen Wochenschrift" ersehe ich aus dem Berichte vom 25. November aus Wien, mit welcher Mühe und Liebe Sie unter den kleinen armen Kindern walten. In diesem Berichte ist auch erwähnt, daß ein I4jähriger Knabe, welcher weder Vater noch Mutier hat und bei feiner armen Schwester wohnt, Arbeit sucht und keine finden kann. Ich würde diesen Knaben, wenn er von braven Eltern abstammt und wenn er Lust hat, das Ledergeschäft zu erlernen, bei mir in die Lehre aufnehmen, den Knaben kleiden und gänzlich verpflegen." Für einen armen jüdischen Handwerker in Wien von I. Hönigsfeld, Buchhalter in Schutz, 1 fl. Für die Armen Jerusalems unter H. St. 2 fl. Ferner sendet uns W. K. eine Spende von 3 fl. für die in größter Nothlage schwebenden israelitischen Familie Bauer X. Quellengaffe 75, 1. Stock, Thür 11V2. Selbe wurde vergangenen Donnerstag armuthshalber aus der Wohnung delogirt. Die Frau bekam während der Delogirung einen Blutsturz und befindet sich am Krankenlager unter Behandlung des Herrn Dr. Handl, X. Himbergerstraße Nr. 46. Der Mann, gewesener Geschäftsmann, ist schon lange ohne Erwerb, dazu sind noch 2 kleine Kinder da, für die nicht einmal der geringste Nahrnngsvorrath Vorhanden ist, und so ist die Familie dem Verhungern ausgesetzt, falls nicht rasche Hilfe geleistet wird. Wien. (Eine herzlose arische Mutter.) Die 57jährige Beamtenswitwe Marie K r 0 b. Rudolfsheim, Preysinggaffe Nr. 7 wohnhaft, wurde unlängst verhaftet und dem Landesgerichte eingeliefert, weil sie ihre 14-jährige Tochter seit zwei Jahren dem Laster zugesührt und daraus Nutzen gezogen hat. Marie Krob war schon vor zwei Jahren wegen desselben Deliktes dem Strafgerichte überantwortet worden, doch wurde das Verfahren eingestellt, weil die Tochter damals ihre belastenden Angaben im Landesgerichte widerrufen hatte. Kremfier. Am 1. November fand anläßlich der Beeidigung der Soldaten ein feierlicher Gottesdienst statt. In einer Rede setzte Herr Rabbiner Dr. Frankl die Wichtigkeit und die Bedeutung des dritten Gebotes auseinander. Den Dr. Bloch's Wochenschrift.