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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-11-01 · 44 (1.11.1895) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
44 (1.11.1895)
Date
1895-11-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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K*?ä-*Ä3W * &5Z8tK£S!*s£~XX&BE£&»Bi*-.¥-'<B3S£KarvsiBt*&BeBiaaHsaaBmtai*s3maBBize’ Nr. 44 Dr. Bloch's Wochenschrift Seile 82! meiner so freundlich gedenken und ganz besonders für die Ehre, die Sie mir in diesem Gotteshanse erwiesen haben. Ich nehme Ihr schönes Geschenk mit Vergnügen an. Dieses Buch ist den Christen sowohl als den Juden heilig. Wenn ich aus eigener Erfahrung sprechen soll, so kann ich mit gutem Gewissen sagen, daß alle Juden, mit denen ich hier und anderswo in Berührung gekommen bin, mir immer nur liebevoll entgegengekommen sind. Zu meinem tiefen Bedauern werden meine Gefühle gegen die Juden nicht von allen meinen Landsleuten getheilt; es gibt in Rußland, wie auch in anderen Ländern, Biele, die keine Sympathien für Juden haben, sondern Ansichten hegen, welche ich aufrichtig mißbillige. Aus tiefster Seele wünsche ich Ihnen Glück und Gedeihen, und ich spreche die Hoffnung aus, daß das Volk Israel nicht immer von Gott verlaffen sein möge. Gott gebe, daß die Zeit bald komme." London. In der letzten Sitzung des Russisch-Jüdischen Comites legte der .sehr ehrenwerthe Herr Julian Ritter von Goldsmid den Vorsitz nieder. Es war erwartet worden, daß auch andere Vereine außer der „Anglo Jcwish Association" seine wirksame Beihilfe verlieren würden, denn es ist absolut nöthig. daß Herr Julian Ritter von Goldsmid, wenn er seine Gesundheit völlig Wiederheist,llrn will, seine öffentliche Thätigkeit, der er sich mit solcher Hingebung gewidmet hat, ganz bedeutend einschränke. Er war nie nur dem Namen nach Präsident, man kann ruhig sagen,daßerdie Seelealler jener Körperschaften gewesen ist, denen er unterstand. Immer bereit, mit seinen Collegen zu couferiren, unermüdlich und thätig eingreifend, sobald es nothwendig war, ist Herr Julian Ritt»r von Goldsmid das Haupt des Russisch-Jüdischen Comites gewesen von dem Augenblick ab, da er im Jahre 1882 zum Nachfolger des Bürgermeisters gewählt wurde. Das Comite war, wie noch erinnerlich, das Ergebniß der beim Bürgermeister (Lord- Mayor) abgehaltenen Versammlurig am 1. Februar 1882. Diese bestand aus Vertrauensmännern, welche den unter dem Namen „Mansion-House-Fund" bekannten Fond übernehmen sollt, n. Als der damalige Bürgermeister (Sir I. Whttaker Ellis) im November desselben Jahres sein Amt niederlegte, beantragte er. daß man Herrn Julian Ritter von Goldsmid zu seinem Nachfolger wählen möge, unter dessen Verwaltung der 2. Fond im Jahre 1891 aufgebracht wurde. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß das Comite, welches nur mit Widerstreben die Amtsniederlegung des Herrn Julian Ritter von Goldsmid annahm, von einer Wrederbesetzung des Präsidentenstuhles abstehen würde. Dwse Handlungsweise ist das größte Compliment, daß das Comite Herrn Julian Ritter von Goldsmid machen könnte. Wien. (Trauungen.) Sonntag am 3. November findet um 2 Uhr Nachmittags im israelitischen Tempel der Leopoldstadt die Trauung von Frl. Hermine Neurath, Tochter des Herrn MichaelNeura th, mit Herrn Wilhelm Loewy statt Am 22. October wurde Frl. Johanna Freistadtaus Wien mck Herrn Franz Walter aus Budapest getraut. Verlobung. Frl. Valerie Politzer, Tochter des Herrn Ludwig Politzer, hat sich mit Herrn Josef Fabri verlobt. Wien. (Ungarische C i v i l e h e.) Auf vielseitige an uns gerichtete diesbezügliche Anfragen theilen wir mit, daß Herr Secretär Josef Fuchs, II., Ferdinandsstraße 23, in Angelegenheiten der ungarischen Civilehe Auskünfte erlheilt. Wien, im October 1895. Die hiesige türkisch-israelitische Volks- und Religionsschule unter der Leitung des Directors Herrn Emanuel G r o a g ist bezüglich des an derselben zu ectheilenden spanisch-hebräischen Unterrichtes insofern einer Reorganisation unterzogen worden, als der interne Unterricht von dem externen gesondert wurde. Zu dem Zwecke wurde eine neue Kraft, in Herrn Jacob Baruch, Sohn des seligen Rabiners Baruch, angestellt. Während Herr Baruch den spanisch-hebräischen Unterricht in der Volksschule, wird Herr Chacham Alkalay denselben einzig und allein in der Religionsschule — geschaffen für die sephardischen Kinder der Mittelschulen — ertheilen. Es wird in der letzteren der Schwerpunkt auf Bibel, Propheten . und wenn möglich auch auf den Commentar Raschi mit spanischer Uebersetzung gelegt werden. Den deutschen Religionsunterricht und jüdische Geschichte ertheilt und lehrt Herr Director G r o a g. Auf diese Weise hofft das türkisch-israelitische Schulcomite allen an eine Religionsschule gestellten Anforderungen vollkommen zu entsprechen. Die Volksschule ist ganz den hiesigen Communalschulen gemäß organisirt und untersteht dieselbe der Aufsicht der k. k. Schulbehörden. Wien. (Gesellschaft für Sammlung und Conservirung wo n K u n st- und h i st o r i s ch e n Denkmälern des I u d e n t h u m s.) Die Gesellschaft hat ihr Museums-Locale im Hause I. Rathhausstraße 13 in Wien eröffnet. In der letzten Zeit sind ihren Sammlungen werthvolle Geschenke an Kunstwerken aus Silber, Bronce und Majolica, ferner Büsten, Kupferstiche und Bücher, sowie Objecte von historischem Werthe rc. zugekommen. Nach Ordnung und Aufstellung der Gegenstände, an welchen stets der Name des Spenders angebracht erscheint, werden diese Sammlungen zum öffentlichen Gebrauche freigestellt werden. Wien. (Vorlesungen imWiener Bet-Hamidrasch im Winter-Semester 1895—1896.) Sonntag von 11—12 Uhr. Herr Lector Weiß: Talmud; von 6—7 Uhr Abends. Herr Lector Friedmann: Die Könige und die zeitgenössischen Propheten. Montag von 6—7 Uhr Abends. Herr Lector Weiß: Talmud (Beracholh). Dienstag von 9—10 Uhr Vormittags. Herr Lector Weiß: Talmud; von 6—7 Uhr Abends. Herr Lector Friedmann: Midrasch (Bereschit Rabba). Mittwoch von 6—7 Uhr Abends. Herr Lector Weiß: Talmud (Berachoth). Do nnerstag von 9—10 Uhr Vormittags. Herr Lector Weiß: Sefer ha-Mizwaus; von 6—8 Uhr Abends. Herr Tr. Gelbhaus: Bibelexegese und Didaktik des Religionsfaches für Volks- und Mittelschulen (der Prophet Jeremias) für Lehramtscandidaten für Volks- und Mittelschulen. Samstag von V»11—12 Uhr Vormittags. Herr Lector Friedmann: Die lauf. Parascha; von 6 — 7 Uh:- Abends. Herr Dr. Gelbhaus: Bibelexegese und Didaktik des Religionsfaches in Volks- und Mittelschulen (der Prophet Jeremias). Zu den Vorlesungen des Herrn Dr. Gelbhaus am Donnerstag und Samstag sind auch nichttheologische Zuhörer zulässig. Vorträge des Herrn Lector Friedmann sür Gymnasialschüler: Bibel, Mischna, Talmud 2 mal. Samstag von 4—6 Nachmittags. Sonntag Abends nach 7 Uhr Abtheilung a. Sonntag bon 9—11 Uhr Vormittags. Dienstag Abends von 7 Uhr ab Abtheilung b. Die Bibliothek ist täglich (Samstag ausgenommen) von 10—12 Uhr dem allgemeinen Gebrauche geöffnet. Wien Am 26. d. M. fand im kleinen Musikvereins-Saale vor einem zahlreichen Publikum das Concert des Herrn Obercantors Kläger statt. Es war ein äußerst genußreicher Abend, den uns Herr Kläger verschaffte. Uns, die wir bis nun Herrn K läge r's treffliche Leistungen im cantoralen Gesänge kennen gelernt haben, bot sich nun die Gelegenheit, Herrn Kläger auch als hervorragenden Concertsänger zu bewundern. Die Art des Bortrages, der Umfang und der Schmelz der Stimme, die treffliche Schulung zeigten uns in Herrn Kläger einen Künstler, der auch strengen Anforderungen vollauf Genüge leistet und desstn eigenstes Gebiet der dramatische G.sang ist. Dies bewiesen die von ihm mit besonderem Feuer und mit dramatischem Ausdruck vorgetrageueu Arien aus den Opern „Hans Heiling", „Maskenball" rc. Stürmischer Beifall lohnte den Sänger und ein prachtvoller Lorbeerkrcniz wurde ihm überreicht. Die anderen Mitwirkenden» Pianistin Frl. L o r e n o w i t s ch und Cellist Herr A über boten auch Gediegenes und ernteten reichen Beifall. Wien. (Freiplätze.) In derPariser Sprachschule werden einige ganze u.nd halbe Freiplätze im Abendcurse für französische und englische Handelscorrespondenz und Handelssprache vergeben. Würdige Bewerber und Bewerberinnen haben sich längstens bis 10. October an die Direction I, Schwertgaffe 4 zu wenden. Die aus diesen Cursen hervorgegangenen Correspondenten und Correspondentinnen finden Anstellung in den ersten Handelshäusern des In- und Auslandes. Triesch. In unserer Gemeinde herscht große Freude über das lerrliche Gelingen der im letzten Sommer unternommenen Tempelrenovirung. Dieselbe wurde genau nach den Anleitungen des edlen und weit berühmten Wiener Architekten, Herrn Max Fleischer ausgeführt. Hauptsächlich jedoch haben wir Vieles der hingebungsvollen Widmung des Bancomites (Herr Fabrikant Moritz Knapp, Herr I g n atz Meißner und Herr Fabrikant Berthold Münch) zu danken.

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