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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-09-27 · 39 (27.9.1895) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
39 (27.9.1895)
Date
1895-09-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 39 Seite 709 Wis-LL-Lü» j*3etary' v ^w3BB<^?a»i«imMi»wiwifc«j^ Dr. Blvch's Wochrnschrifi und Friedmann fl. 5; David Geiringer I. Salzgries 5 fl. 5 Julius Gottlieb I. Stadiongasse 6 und 8 fl. 5; (Etwaige Verlautbarung unter I. G.) Sigmund Mendel IX. Porzellangasse 27 fl. 10: Filipp Bondy I. WiPPlingerstraße 38 fl. 5; M. B. Nenmann's Söhne Wien fl. 5: Alfred Gerngroß VH. fl. 5; Hugo Gerngroß VII. fl. 5; B. Egger X. Himbergerstraße 187 fl. 5; Dr. Arnold Hirsch I. Kolowratring 1 fl. 10; I. v. Fleischl, St. Gilgen, fl. 5; Sam. Nyitrai I. Kärntnerstraße 23 fl. 5; Sigmund Geiringer I. Kantgasse 3 fl. IO; Moritz Waldmann und Bruder, Wien, (Eisen-Engrotz-Geschäft) fl. 2; Bela Singer Wien fl. 1; S. Kelsen Wien fl. 5; Ignaz Ornstein II. Praterstraße 43 fl. 5; Löwy und Schnitzer II. Ferdinandsstraße 13 fl. 5; Julius Granichstädten, Ottakring, Seeböckgasse 24 fl. 10; Alois Pollak, k. k. Commercialrath, VII. Mirthengasse 13 fl. 25; Julius Fränkel I. Opernring 5 fl. 2; B. Popper, Dir. Wr. Bankverein, fl. 5; Carl Lang XV. Hackengasse 7 fl. 10; Gebrüder Guttmann Wien fl. 30; I. Eißler und Brüder I. Schmerlingplatz 2 fl. 40; Julius Brecher und Adolf Brecher IX/1 fl. 5; Admin. „Neues Wr.-Journal" fl. 5; H. Bergmann's Sohn und Co., Untere Donanstraße 39 fl. 5; Jgn. L. Pollak (in Firma H. Bergmann's Sohn u. Co.) fl. 5; Max Kaufmann I. Deutschmeister platz 2 fl. 5; Herm. Pollak's Söhne I., Vorlaufstraße 3 fl. 5; John Schiff I. Eßlinggasse 7 fl. 10; D. Bloch IX. Nußdorferstraße 3 fl. 2; Julius Hellmann I. Rockhgasse 2 fl. 3; M. Patzowsky Vll. Zollergasse 31 fl. 2; Hauser und Sobotka Wien fl. 5; Sigmund Blatt Wien fl. 2; M. H. Bramer Ung.-Brod fl. 12; Gottlieb Taussig XII/2 fl. 10; Adolf Mandl jun. IX/1. Maria- Theresienstraße fl. 5; Gabriel Böhm II. Schöllerhof fl. 5; Eduard Sachs I. Franz Josefs-Quai 35 fl. 10; Jacob und Josef Kohn I. Elisabethstraße 26 fl. 5; Max Schosberg II. Circusgaffe 40 fl. 3; Philipp Westphal I. Schottenring 15 fl. 5; Jgn. Sonnenfeld Fünfhaus Lichtgaffe 4 fl. 5; Marc. Engel Baden Alleegaffe fl. 20; Gebrüder Rausnitz Baden fl. 1; Gebrüder Rausnitz in Gaaden fl. 5; Carl Weiß Ritter von Weißenhall I. Kärnthnerstraße 51 fl. 10; Frau R. Herrmann I. Landesgerichtsstraße 18 fl. 5; Eduard Brüll Kaltenleutgeben fl. 10; Emanuel Subak Baden fl. 5; Nina Leon I. Schottenring 17 fl. '2;. Moritz Bauer, Dir. Wr. Bankverein fl. 10; Annonym fl. 10; Moritz Wäitzner und Sohn IX. Kolingaffe fl. 3; Dr. Alfred Berger I. Gonzagagasse 5 fl. 10; Heinrich Berger I. Gonzagagasse 5 fl. 50; Annonym I. Z. fl. 10. Zusammen fl. 525. Vom Jahrmarkt des Lebens. Ministerpräsident Baron Bansfy nnd Jontel Kahne. In ganz Siebenbürgen sind die freundlichen Beziehungen, welche zwischen dem früheren Obergespan und nunmehrigen Ministerpräsidenten Baron Bansfy und Jontel Kahne bestanden, bekannt. Jontel Kahne, der M.-Szigeter chaffidäische, aber hochgebildete Jude und feurige ungarische Patriot, der nicht nur!m Denken und Handeln, sondern auch in Wort und Schrift diesen Patriotismus bethätigte, hat nächst dem Baron Bansfy um das Zustandekommen der Szamosthaler Bahnlinie die größten Verdienste. Wenn Baron Bansfy als Obergespan ein prononcirter Judenfreund war und jeder Jude im Decker und Naßoder Bezirk in ihm nicht nur einen Beschützer, sondern einen wahren väterlichen Freund verehrte und liebte, so war dies hauptsächlich dem Einflüsse, den Jontel Kahne auf ihn übte, zuzuschreiben. Dies kann als historische Thatsache bezeichnet werden, denn als dieser treffliche Mann einem Raubmorde zum Opfer fiel, kam Baron Bansfy zu Pferde von Klausenburg angesprengt, wo er entkernt von seinem Amtssitze, zufällig den tragischen Tod seines Freundes erfuhr. Hunderte der zum Leichenbegängniß Erschienenen, vom tragischen Falle tief Erschütterten, wurden durch das verstörte Aussehen des Obergespans noch tiefer ergriffen, der laut weinend in den Klageruf ausbrach: Kahne, du kluger Kahne, was hast du nur gethan, daß du dein kostbares Leben nicht besser bewahrtest, dein Haus und deine Person nicht besser bewachtest; mit dir wird meine rechte Hand begraben." Wenn ein ungarischer Magnat, der schon als Obergespan den Muth hat, einen in Tracht und Lebensweise polnischen ' Juden öffentlich wegen seines innern Werthes seinen Freund, Berather und seine rechte Hand zu nennen, was Wunder, wenn er als Ministerpräsident kühn seinen Liberalismus bekundet. Jüdische Soldaten. K. k. Corpscommando. ^J. N. 7190. An Se. Wohlgeboren Herrn?. und k. Militär-Verpflegstz Official 3. Classe Samuel Hirsch mann in Foca. Sarajevo, 30. August 1895. Laut Zuschrift des Bezirksamtes in Foca Nr. 6791 vom 16. d. M. haben Euer Wohlgeboren am 26. Juli l. I. den vierjährigen Sohn des Focaner Einwohners Halim Urnovie vom Tode des Ertrinkens gerettet. Für diese entschlossene und beherzte That kprccke ich Euer Wohlgedoren im Namen des Allerhöchsten Dienstes die belobende Anerkennung des Corpscommandos aus. Appel. General. Ein edler, antisemitischer Priester. In der antisemitischen Versammlung des 1. Wahlkörpers in Hernals war es einem geistlichen Herrn, dem Redemptoristen-Ordkn-priestkr Heidenreich, gegönnt, ein Redeblümlein zu pflücken, das an Würze und Kraft alles bisher Gebotene übertraf. Unmittelbar nach dem Prinzen Liechtenstein bestieg Pater Heidenreich die Tribüne und verlos einen Appell, der in folgende Sätze ausklang: „Ziehet in das Schlachtgetümmel und werfet hinaus die letzten Juden, nnd wenn Rothschild das Geld haufenweise unter seine Knechte wirft, so saget ihm: Da hast Du Deinen Lohn! Henkt Euch auf, Ihr Juden! Darum ziehet hinaus, Ihr Männer, in den Kampf und werfet hinaus die Juden und ihre Knechte. So will es Gott für sein katholisches Volk." Ein Mißtrauensvotum gegen den Antisemiten Dr. Kaiser. Im Freudenthaler Landgemeinden - Bezirke in Schlesien, welchen Bezirk der antisemitische Abgeordnete Kaiser im Reichsrathe vertritt, haben die Antisemiten bei der Landtags-Ersatzwahl eine Schlappe erlitten. Wie bereits gemeldet wurde, blieb die Ersatzwahl für den Landtag im ersten Wahlgang unentschieden, da von den 89 abgegebenen Stimmen der Antisemit Kaiser 29, der liberale Candidat, Bürgermeister Franz Schindler von Engelsberg, 23 Stimmen erhielt und die übrigen Stimmen sich zersplitterten. Bei der Nachmittags vollzogenen Stichwahl erhielt, wie man uns telegraphirt, der liberale Candidat Schindler 53 Stimmen und erscheint somit gewählt, der Antisemit Kaiser brachte es nur auf 35 Stimmen. Diese Niederlage des Abgeordneten Kaiser wird gleichzeitig als ein Mißtrauensvotum seiner Reichsrathswähler angesehen, die ihn bei seiner Candidatur für den Landtag im Stiche ließen. Ob der Reichsrathsabgeordnete Dr. Kaiser die Conseguenzen dieses Mißtrauensvotums ziehen wird? Das Ende des Vereines „Zum heiligen Petrus''. In den westlichen Bezirken Wiens erregt die Verhaftung eines Mannes, der seit längerer Zeit als antisemitischer Agitator stets eine markante Rolle gespielt hat, großes Aufsehen. Der antisemitische Parteigänger wurde wegen gemeiner Schwindeleien hinter Schloß und Riegel gesetzt. Der Verhaftete ist der Bauspängler und Installateur Frav; Kraus, VI., Gumpendorferstraße 16 wohnhaft. Die Opfer des Herrn Kraus recrutiren sich, wie ja alle von den Antisemiten Betrogenen, aus dem Stande der kleinen Leute. Hausmeister, Portiere, Greißler, Schuster und Schneider find es, die von Kraus um ihre mühsam zurückgelegten Ersparnisse gebracht worden find. Die Höhe des Schadens, welchen diese kleinen Leute erlitten haben, kann aus dem Grunde nicht festgestellt werden, weil Kraus seine Betrügereien seit achtzehnFahren betrieben hat. Mit Hilfe einiger ihm ergebener Leute gelang es ihm damals, den Vorstand des Petrus-Vereines zu werfen und sich selbst an die Spitze desselben zu stellen: bald darauf war auch der Vereinsausschuß beseitigt und Kraus war unumschränkter Herr. Als die Behörde ihn aufforderte, den Ausschuß namhaft zu machen, sandte er eine gefälschte Li ste ein. Dies that er auch fernerhin, so oft die Behörde reclamirte. Während seiner ganzen Thätigkeit hat er auch nicht eine einzige Krankenunterstützung ausgezahlt, dagegen fortwährend neue Mitglieder geworben und Beiträge eincaffirt.

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