Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 12 (1895)
- Issue
- 37 (13.9.1895)
- Date
- 1895-09-13
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 680 Dr. Bloches Wochenschrift Nr. 37 Edi stampft mit den Füßen und schreit: „Nein, diese Schmach muß gerächt werden. Papa, ich will Jude, ganzer Jude sein, ich gebe mit Dir schon heute in den Tempel." „Die Rache, Kind, ist Gottes, aber du wirst Genugthuung und Befriedigung finden, wenn Du Dein jüdisches Bewußtsein wahrst." Und bald darauf fieht man Vater und Sohn in den Tempel gehen. Es war das erste Mat, daß Edi einen Tempel besuchte, und seinen ersten Gang dahin machte er mit dem ganzen Hochgefühle, ein Jude zu sein. Briefkasten. München Dr. K. Es wundert Sie, daß die ultram ontauen Hetzer aus Ungarn nach dem Auslande gehen, um dort über Ungarn zu schimpfen. Der Llericalismus war seit jeher immer und überall international. Er wird aber speciell in Ungarn nicht müde, gegen die vaterländisch-gesinnten Juden zu hetzen und zu schüren und sie als vaterlandslos und international hinzustellcn. Neustadt! bei Haid. Eifriger Leser. Die „Deutsche Wacht an der Miesa", ein Blättchen, das den Merkspruch führt: Für Volksthum, Freiheit und Vaterland, läßt sich aus Narienbad schreiben. „Und wenn' ein gesunder Antisemitismus auch hie und da berechtigt ist, so darf er dennoch nie die Schranken überspringen. Daß bei uns der Antisemitismus hie und da überschäumt — ist bekannt, hoffen wir aber, daß er sich nie und nimmer auf die Gasse wagt, da dieses unserer Stadt als Weltcurort schaden müßte." Das ist doch reizend! Man muß seine Grundsätze immer hübsch den geschäftlichen Rücksichten unterzuordncn verstehen. Wien. 2 Demokraten. Sie theilen uns mit, daß die israelitische Volksküche angeblich bei dem antisemitischen Kartosselbändler und Agitator Heinrich Mages am Naschmarkt einkauft und daßderDenunciant Pf. am Quai bei den Juden schnorren gebt, sie mögen ihm Garn zu färben geben. Es scheint also doch was Wahres daran zu sein, daß die Arier den Juden ins Garn gehen! Dortmund. Ph. W—r. Wir sind Ihnen für Ihr freundliches Anerbieten, unser Blatt in Ihrem neuen Wohnorte verbreiten zu wollen, sehr verbunden. Wien X. Otto L. Die „Ostdeutsche Rundschau^ entwickelt eine neue Theorie des Rechtes auf Prügel. „Wie Rede und Gegenrede, ist auch das Prügeln und Geprügeltwerden ein Bestandtheil des staatsgrundgesetzlich gewährleisteten Rechtes der Meinungsäußerung ein Recht, von dem die Versammlungstheilnehmcr nach Gutdünken Gebrauch machen mögen, das zu beeinträchtigen auch Niemand befugt ist." Das Recht, geprügelt zu werden, wollen wir den Herren, nachdem sie es so nachdrücklich für sich reclamiren, nicht streitig machen. Retz. I. R. Viele große und starke Worte bilden noch lange nicht das Wesen der Poesie. Doch ist Ihrer Hymne ein gewisser rhetorischer Schwung nicht abzusprechen. Die Form läßt noch zu wünschen übrig: „verwest — gelöst — felsenfest" sind sehr unreine Reime. Dankend abgelehnt. Wien, II. „Lescrlein". Sie haben vollkommen Recht. Die „Schmähpost" ist schon ganz verblödet. Schreibt sie doch am 8. in der Rubrik „Gerichtssaal": „Natürlich stellte der jüdische Advocat auch den Angeklagten als unschuldig hin." Ja, um Himmelswillen, als schuldig wird er ihn doch nicht hinstellen — dazu ist ja jemand anderer da! Stellt denn der jüdische Advokakat Dr. Max Anton L ö w, wenn, er den Pfarrer Deckert vertheidigt, ihn vielleicht als schuldig hin?! II. A. w. g. Eger. Freund d. Bl. Was Sie uns über die Bewerbung des Jro um Plener's Mandat mittheilen, ist weder neu, noch interessant. Besser gefiel uns schon der Passus in den „Unverf. D. W." auf den Sie uns aufmerksam machten: „Der vorausahnende Geist deutscher Hoffnung sagt uns, daß wir daran wohl thun, mit geschichtlichem Wasftnruhme die zagen, kleinmüthigen Menschen zu durch säuern. (Aha!) Sollte der Wirbelwind eines politischen Ereignisses einmal etwas unsanft aus der dunklen Zukunft in den Bummelwitz der Zeit fahren (!) und Heller Waffenktang auf das Friedenscongreßgeschwätze antworten, so werden wir, die wir zu unseren Elsenhelden in die Schule gegangen sind, ebenso keck und munter für unsere Volkssache in den Harnisch springen und zum Sturm von den Thürmen läuten und zur Mobilmachung aller Volkswehr rufen, wie die Krieger und Sieger von St. Privat und Sedan. Das walte deutsche (!?) Vorsehung!" Budapest. „Dr. fj.“ Unsere liebe „Ostdeutsche Rundschau^ bringt doch immer was Neues. Das muß ihr der Neid lassen. Hören Sie doch das Allerneueste: „das Eine steht fest, daß die chamitischen Egypter den semitischen Einwanderern nicht günstig gesinnt waren, (es scheint wenigstens so) daß sie jene entweder durch harte Bedrückungen zur Auswanderung zwanaen (!) oder sie geradezu aus dem Lande stießen. (Der Mann ist bibelfest, der das geschrieben!) Nun, mau sieht, daß die Egypter 2200 Jahre vor uns ganz tüchtige und thatkrästige -Antisemiten waren." Israelitischer Landeslehrerve: ein Böhmen: Die,,Oesterreichische Wochenschrift" strebt lediglich nach Objektivität und jede Anymosität ist ihr fern. Nadautz: Phil.-Dr. M. Friedländer Wien, I., Schwarzenbergplak Nr. 4. Giesing. M.-A.-g. Danken für das Pasquill. Der Mann und sein Werk sind wiederholt als verlogen und gemein gebrandmarkt worden. Jungbnnzlan. Ein Eingeweihter. Sie theilen uns mit, daß das Offert des christlichen Goldstaffierers' sich für den Cultusvorstand als das vortheilhafteste erwies und daß ihm deshalb die Arbeiten für den israelitifchcn Tempel zugewiesen werden mußten. Wir nehmen es zur Kenntnis;. Anzeigqn. ... . Monatsschrift für die nationalen Interesse« des jüdischen Volkes. Redacteur: Dr. Heinrich Loewe in Berlin. „Z i o n" ist das Organ der jüdischen Jugend, welche dem jüdischen Volke neues Leben einflößeu und neue Kraft zuführen will. 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