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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-07-12 · 28 (12.7.1895) · page 2

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
28 (12.7.1895)
Date
1895-07-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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_.'. WJULJJJ Dr. Bloch's Wvchrnfchrist. Nr. 28 Seite 514 In den Gemeinden gab es um jede slavische Volksschule, im Reichsrathe um jede slavische Mittelschule Hartnäckige Kämpfe. Auf alle und jede Weise suchte siegle geistige Entwicklung der nichtdeutschen Nationalitäten zch hemnren. So sammelte sich in den letzteren gegen M eine Huth von Haß, welche gewaltsam die künstlich gezogenen Dänune durchbricht. Gesetzlich hat die deutsch - liberale Partei den nichtdeutschen Völkern Alles gewährt, praktisch versuchte sie es, ihnen Alles zu nehmen und an Stelle der geschriebenen Gleichberechtigung das Gewohnheitsrecht der deutschen Präponderanz zu setzen. Sie hat damit höchst unklug gehandelt. Bei jedem Versuche, die Entwicklung der nationalen Eigenart der nichtdeutschen Volksstämme zu zu hemmen, wird sie sich einer geschlossenen Coalition der slavischen Majorität gegenübersehen. Was fürchten denn die Deutschen in Oesterreich, deren geistige Zusammengehörigkeit mit dem großen Deutschen Reiche ihnen stets einen gewaltigen Rückhalt und ein natürliches Uebergewicht sichern wird, während die Czechen und Slovenen kleine Völkerinseln in: großen deutschen Meere darstellen? Kann die Gewährung eines slovenischen Gymnasiums unter solchen Umständen wirklich eine Bedrohung des deutschen Besitzstandes bedeuten? Es liegt in: Gegentheile in dringendsten Interesse des deutschösterreichischen Volksstammes, den kleineren Nationalitäten mit der Großmuth des reichen Mannes die Mittel zu ihrer nationalen und intellectuellen Ausbildung zu gewähren, sie frei zu machen im Wege der Bildung und auf solche Weise Oesterreich ii: Wahrheit zu einen: freiheitlichen Staatswesen auf Grundlage Hes gleichen Rechtes zu :nachen. Man hat Cilli einen „Geßlerhut" für die Deutschen genannt. Die nationale Uebertreibung hat da in: Großen gearbeitet. Zum Geßlerhute ist Cilli erst durch die schrankenlose Agitation, durch die künstliche Ueberreizung des Nationalgefühls geworden. Erst als die Deutschen ihr „Justament nicht!" sprachen, riefen die Slovenen ihr „Justament!", und sie riefen es umso lauter, je mehr sie die Ueberzeugung gewannen, daß nationale Unduldsamkeit die Weigerung veranlaßte. Und die unausweichliche Folge davon war, daß sich nun alle Slaven gegen die Deutschen in der Verteidigung des verfassungsmäßigen Rechtes der Slovenen vereinigten. Nochmals! Das verfassungsmäßige Recht muß auch uns Juden über Alles gehen! Wir stehen auf dem Standpunkte des Abgeordneten Dr. Kronawetter, der keine Gefahr für den deutschen Charakter Wiens darin erblickt, daß in irgend einer Kirche der Reichshauptstadt czechische Predigten gehalten werden. Ebensowenig bildet es eine Gefahr für die Deutschen, wenn das slovenische Volk ein Gymnasium erhält. Das Recht der Minorität muß uns Juden heilig fein, denn „auch wir waren einst Fremdlinge in Egypten" und als Fremdlinge gelten wir noch heute im civilisirten Abendlande. Was wir für uns fordern, müssen wir auch Anderen zugcstehen und das „Gewohnheitsrecht der Deutschen" in Cilli dürfen wir sowenig anerkennen, wie das „Gewohnheitsrecht" der ehrenwerthen Bürger von Saybusch. Schneider'» Bluthunde. Die „Reichspost" braucht nicht näher charaktcrisirt zu werden.. Unsere Leser wissen aus zahllosen Einzelheiten, daß es kein schamloseres u:ü> zugleich dümmeres Lügenblatt gibt als das Organ des Täuflings Spitzer-Weimars!) Wir haben einmal aus einer einzigen Nummer der „Lügeupost" gleich sieben Geschichten, angeblich aus Niederösterreich, citirt, in welchen mit Verschweigung der Personen- und Ortsnamen ebensoviele jüdische Schandthaten erzählt wurden. Da hieß es: „Der jüdische Beamte W. hetzte gegen den Ortspfarrer." „In Th. verhöhnte ein Judenbube den Priester und das hellige Sacrament." „In Schr. wählte ein reicher Jude zur Veranstaltung eines Kinderballes den weißen Sonntag" — und so fort, lauter erstunkene und erlogene Geschichten. Als ein christlicher Leser nach näheren Details fragte, antwortete die „Lügeupost", es stünden ihr keine näheren Daten zur Verfügung. Feig, heimtückisch und anonym betreibt die „Reichspost" die Ehrabschneiderei, und die antisenntische Moral erreicht ihre höchste Blüthe in dem getauften Juden Spitzer-Weimar (!) Steht den: Sudelwische keine Serie kleiner Niederträchtigkeiten zu Gebote, so hilft es sich mit einer einzigen großen. Eine solche ist die Behauptung in Her Nummer 153 vom 7. Juli d. I., der Obmann des Legitimatiousausschusses im Abgeordnetenhause habe diesem mitgetheilt, daß „gegen die Wahl des Herrn Bloch mehr als 1200 Reclaniationen eingelaufen seien." Die „Lügenpost" verwechselt hier absichtlich den Begriff der W a h l r e c l a in a t i o n mit dem Begriff des Wahlprotestes. Sie führt aus, daß ein Wahlprotest in der Regel von mehreren Wählern unterschrieben ist und daß sonnt, wenn inan die Zahl 1200 nur mit 2 multiplicirt, gegen die Wahl Dr. Bloch's 2400 Wähler protestirt haben, während es in seinen: Wahlbezirke kaum 4500 Wähler gäbe. Die Rechnung klappt! Wir haben auch nie daran gezweifelt, daß der Täufling S p i tz e r - W e i n: a r (!) rechnen kann. Die Lumperei liegt nicht in der Multiplication, sondern in der Verdrehung der Begriffe. Der. Sachverhalt ist nämlich folgender: In der Regel holt der Legitimationsansschuß über eine beanständete Wahl Erhebungen durch die politische Landesbehörde ein. In den: vorliegenden Falle reclamirte der Referent, um die Sache zu beschleunige::, die gesammteu Wahlacten. Da fand sich nun, daß noch vor der Wahl 1200 Personen, darunter mehr als 800 Anhänger Dr. Bloch's, die in der Wählerliste nicht verzeichnet waren, ihr Wahlrecht reclamirt hatten. Das sind die 1200 Reclamationen, von denen Graf Czernin gesprochen hat und welche geprüft werden müsst::. Wie gesagt, mehr als zwei Drittel dieser Reclamationen kommen auf Rechnung der Anhänger Dr. B l o ch's. Die „Reichspost" macht aber aus diesen 1200 Reclamctionen vor der Wahl, von denen 800 den: Dr. Bloch zu Gute kämen, 1200 Proteste nach der Wahl, die sich sämmtlich gegen Dr. Bloch richten. „Wär' die Geschichte nicht verflucht gescheidt, man war' versucht, sie herzlich dumm zn nennen." Gegen die Wahl des Abgeordneten Dr. Bloch liegt kein einziger Protest vor, und würde die Zahl der eingebrachten Proteste für die Verificatiou einer Wahl entscheidend sein, so wäre jene des Vertreters von Kolomea längst verificirt. Aber die Entscheidung darüber, in welchem Maße die vor der Wahl angemeldeten, in: Wahlacte verzeichneten Reklamationen berechtigt erscheinen und das Wahlresultat beeinflußt hätten, wenn sie rechtzeitig berücksichtigt worden wären, ist nicht so einfach, und dieser Umstand erklärt die bisherige Verzögerung zur Genüge. So viel zur Feststellung der Wahrheit gegenüber den Entstellungen der „Lügeupost". Daß dieselbe zu solchen Entstellungen greift, daß sie die frechsten und dümmsten Mittel anwendet, um die öffentliche Meinung gegen den Abgeordneten Dr. Bloch zu beeinflussen, erklärt sich aus der Absicht, welche das antisenntische Gesindel bei seinen: Sturmlaufe gegen das Mandat des Dr. Bloch leitet. Es vergeht kann: eine Sitzung, in welcher Schneider nicht die endliche Erledigung dieser Wahlangelegenheit fordert. Mit knirschendem Jngrimn: sieht er Dr. Blo.ch noch immer auf den Abgeordnetenbänken sitzen; so lange dieser Mann Abgeordneter ist, ist der Zeugniß- und Stampiglienfälscher zum Schweigen verurtheilt. Schneider hat ein großes Materiale, ein ungeheures Lügengewebe über den Tal:n::d zusaminengetragen, aber er kann damit nicht auspacken, solange ihm Dr. Bloch gegenübersitzt, weil jede seiner Lügen sofort :::it aller Gründlichkeit widerlegt und unwirksam gemacht würde. Damit Schneider sein Gift

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