Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 12 (1895)
- Issue
- 26 (28.6.1895)
- Date
- 1895-06-28
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 490 \ Br. Bloch's Wochenschrift. Nr. 26 er während seiner langjährigen Amtsthätigkeit in seiner Gemeinde gestiftet. Die trauernde Familie hatte den Trost, die Verdienste ihres theuren Todten in vollstem Maße gewürdigt zu sehen. Der Vorstand der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde hat an Frau RabbinK P o l l a k ein in den wärmsten Worten abgefaßtes Condolenzschreiben gerichtet, worin der wahren Religiosität, des musterhaften Pslichteisers, der strengen Gewissenhaftigkeit und der liebenswürdigen Bescheidenheit ihres verewigten Gatten in der ehrendsten Weise gedacht wird. — In M ii h r.-W eißkirchen fand am 24. d. M. für den Heimgegangenen Rabbinats-Assessor eine Trauerandacht statt, welcher der Gesammtvorstand mit dem Präses und dem Bürgermeister und ein zahlreiches Publicum anwohnten. Herr Rabbiner Dr. Rabinovicz hielt eine ergreifende Gedenkrede. Wien, 24. Juni. In den Räumen des Wiener Bet Hami- <1 rasch hielt zu Beginn seiner heutigen Borlesung Herr Rabbiner Dr. 2. G c l b haus dein Heimgegangenen Rabbinatsasscssor Herrn Rabbiner Marcus P o l l a k einen wannen Nachrlif. Die geistige Bethätigung des Berblichcncn, ineinte der Redner, war derart, daß inan die Empfindung hatte, als sei er gleich dem Propheten Jcreinia schon vorn Mutterleibe sür seinen heiligen Beruf bestiimnt gewesen. Die Worte des Tocenten machten aus das Auditorimn einen tiefen Eindruck, welches sich von den Ditzen erhob, um seine Gefühle der Dheilnahme zu bezeugen. Wien. Am 17. Mai starb hier im Rothschildspital der Lehrer Max Braun aus Holleschau. Bei Eintreffen der Trauernachricht haben sofort die Herren Karl und Heinrich Beer, Blum, Fall, H i r s ch und Andere beschlossen, den Leichnam des Verstorbenen nach Holleschau überführen zu lassen, und sendeten einen Delegirten zn diesem Behufe nach Wien. Sonntag, den 19. Mai, Nachmittags traf der Leichnam in Holleschau ein und wurde von sämmtlichen Mitgliedern der Cultusgemeinde mit deren Vorsteher an der Spitze, vom Bahnhofe abgehvlt, von wo derselbe in die Behausung des Verstorbenen geleitet wurde. Um 5 Uhr fand das Leichcnbegängniß unter imposanter Betheiligung sämmtlicher Bewohner von Holleschau ohne Unterschied der Confession statt. Rühmlich hervorzuheben ist die Anwesenheit des Herrn Bezirkshauptmanncs, Bezirks - Schulinspectors und sämmtlicher Mitglieder der katholischen Schule. Die Mitglieder des Casinovereines, dessen Mitglied der Verstorbene war, waren corporatw vertreten. Vor dem Schulgebäude, der Stätte der langjährigen Wirksamkeit des Verstorbenen, hielt der ehrwürdige Rabbiner F r e y m a u n einen warm empfundenen Nachruf, welcher vom Herzen kam und zum Herzen ging, so daß Keines Auge — ob Jude oder Christ — thränenleer blieb. Nicht genug rühmend muß anerkannt werden, daß sich die Vorsteher der Holleschauer Cultusgemeinde und viele Freunde des Verstorbenen der armen znrückbleibenden Witwe und deren fünf unmündigen Kinder thatkräftigst angenommen haben und sie durch sofortige Veranstaltung einer Collecte vor vorläufigen Nahrungssorgen schützte. Einen treuen Verfechter des Judenthums und einen unermüdlichen Jugendbildner hat Holleschau verloren. Möge er in Frieden ruhen. Lemberg. Laut Beschluß de^ 54. ordentlichen Generalversammlung ckto. April 1894 soll der Ausschuß des Vereines „Jad Charuzim" aus den vorhandenen Fonds und mit physischer Hilfe seiner Mitglieder ein eigenes Vereinshaus aufbauen. Zufolge dieses Beschlusses ist bei Leiser I m m erbaue r, Realitätenbesitzer in Lemberg, ein passendes Grundstück unter vortheilhaften Bedingungen um den Bewag von fl. 8935 ö. W. angekaust worden. Derselbe Herr hat beim Preise bedeutende Bonificationen gestattet, weil laut Bauplan auch eine Synagoge projectirt ist. Die Pläne, ausgearbeitet vom Baumeister Moriz S i l b e r st e i n, gegenwärügem Vorsteher des Vereines, find von der Jury von Fachkennern: H. Emil Edlen von Bl i s e s, Herrn F l e i s ch e l, Ingenieur, Herrn H. Sulver, Architekt, Herrn E.R i e m e r, Stadtbaumeister, und Herr Schleien, Bauleiter, approbitt und anerkannt worden. Da nun der Kostenüberschlag aus fl. 50.000 berechnet ist, für welche Privatim bei der privilegirtcn galizischen Hypothekenbank fl. 25.000 als Anleihe zugesichert sind, zu deren Amortisationsdeckung außer dem Einkommen dieses Gebäudes auch die jährlichen Subventtonen a) des hohen Landesausschusses fl. 100, h) der galizischen Sparkasse fl. 100, e)des hiesigen Gemeinderathes fl. 100 und ä) des israelitischen Cultusvorstandes fl. 100 dienen sollen, kann jedoch bis nun, trotz der bereits eingegangenen Spenden, unter.welchen auch die des Herrn Samuel Edlen v. Horowitz mit fl. 1000 erscheint, zusammen fl. 11.000, zum Angriffe dieses Baues noch nicht geschritten werden. Es erlaubt sich daher der gefertige Ausschuß, zu bitten, des redlichen jüdischen Handwerkerstandes Galiziens, der im Schweiße seines Angesichtes ehrenhast von einem niederen Culturniveau seit dem 25jährigen Vereinsbestande sich heraufgearbeitet hat, nicht zu vergessen. Edle Philanthropen mögen unserer guten Sache (Ruhestätte nach ermüdeter Tagesarbeit) beistehen, damit uns durch materielle Mittel geholfen werde. Der Ausschuß des israelitischen Handwerker-, Unterstützungs- und Fortbildungsvereines „Jad Charuzim", Lemberg. Szymon M e l e ch, Moriz S i l b e r st e i n, Obmann. Vorsteher. Schmerl P o r i e s, Schriftführer. Krakan. Dienstag, den 2. Juli findet in: Hotel Metropole die Trauung von Frl. Fanny Kahane ans Jassy mit Herrn Emil Moriz Diamant aus Wien statt. Lugos. Vergangene Woche, Freitasi Abends, hielt der von der Lugoscr israelitischen Cultusgemeinde zum Probevortrag eingeladene Pancsovaer Oberrabbiner Dr. Kelemen im hiesigen Gotteshanse eine Probepredigt. Die Räume des Gotteshauses waren dicht besetzt, unser allverehrter Herr Bicegespan v. Litsek, in Begleitung des Herrn Generalmajors v. Babos, Bürgermeister v. M a r s o v s z k y, Oberstuhlrichter v. Podhradszk y, Oberarchivar v. B a g o s s y, Stadthauptmann Ignaz Kral und mehrere höhere Beamte und Ossiciere erschienen. Die Wirkung dieser schwungvollen, mit edlem Pathos in ungarischer Sprache vorgetragenen Predigt war eine nachhaltige. Ung.-Ostra. Se. Eminenz der Erzbischof vonOlmütz Doctor Theodor Ko h n empfing huldvollst die Deputation der israelitischen Cultusgemeinde. Se. Ehrw. Rabbiner Dr. Em. Lenke begrüßte ihn, worauf Se. Eminenz unter Anderem erwiderte: „Ich freue mich sehr und danke Ihnen, daß Sie mich beehrt und erschienen". Triest. (Eine Anfrage.) Geehrter Herr Redacteur! Gestatten Sie, daß ich eine Anfrage an Sie richte, die Ihnen als Wiener vielleicht komisch erscheinen mag, mir aber, der fern von der Residenz, wichtig genug ist, um mir eine Belehrung von Ihnen zu erbitten. Seit Jahren liest man in den Zeitungen, daß der gewisse Herr Schneider nach Art der Wwe. S ch r ö ck e l Sonderzüge nach verschiedenen Landern der Monarchie unternimmt; der genannte Herr, der offenbar von Berus Reiseunternehnler ist, wird aber gleichzeitig „Mechaniker" genannt, ich weiß nun nicht, ob nach den jetzigen Gewerbegesetzen; der Besitzer eines Reisebureans unbedingt Mechaniker sein muß, oder ist dieses sozusagen ein Ehrentitel? Für freundliche Auskunft zum Voraus bestens dankend verbleibe mit vorzüglicher Hochachtung M. L., Abonnent. Paris. (Ein Geschenk an den Lonvre.) Baron Edmund R o t h s ch i l d kaufte einen bei Pompeji anfgefundenen antiken Silberschatz um eine halbe Million Francs an und machte ihn der Kunstsammlung des Louvre zum Geschenk, welche wegen mangelnder Fonds die zuerst an sie gerichtete Offerte ablehnen mußte. Der Minister der schönen Künste drückte dem Baron R o t h s ch i l d den wärmsten Dank ans. Bur-St. Georgen. Sonntag, den 31. Juni begeht der um die hiesige Cultusgemeinde hochverdiente und allseite geachtete Cassicr der Chewra Kadischa, Herr Philipp G r ü u, die |Jcier des 10. Geburtstages. Dem Jubilar, welcher sich der besten Gesundheit erfreut, geheil jetzt schon zahlreiche Synlpathiekundgebnngen zu.