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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-06-28 · 26 (28.6.1895) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
26 (28.6.1895)
Date
1895-06-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 26 Dr. Blvch's Wochenschrift. Seite 489 Meinungen Aller; er war ein ausgezeichneter Kenner des Hebräischen und seine Abhandlungen zeichneten sich durch logische Schärfe und einen klaren Styl aus. Sie erschienen hauptsächlich in der „Jewisch’W'orld“ und, merkwürdig, sein letztes unbeendetes Manuscript schließt mit dem Worte: last (zuletzt). Seine Beerdigung fand vorgestern (Mittwoch) unter einer enormen Betheiligung aller Classen der jüdischen Bevölkerung statt. Und nun der Dritte, welchen wir zu betrauern haben. Noch nicht von der Bestattung Z i m m e r's vom Friedhose heimgekehrt, wurden wir an das Sterbelager Arthur Sebag- M o n t e f i o r e's, eines Großneffen unseres vor 10 Jahren verstorbenen großen Moses, berufen, der gestern Früh seine Seele aushauchte. Kaum 42 Jahre alt, war er doch schon ein tonangebendes Mitglied der verschiedensten Londoner Wohlthätigkeitsanstalten, ein würdiger Sohn seiner großen Ahnen, an deren" Seite in Ramsgate er die letzte Ruhestätte finden wird. New-Aork. In Amerika fühlt man auch viel mehr als in Europa in den kleinen zerstreut liegenden Gemeinden den schweren Mangel an geeignetem Unterricht in der Religion und Belehrung in den Lehren des Judenthums. Es ist begreiflich, daß daher ein Vorschlag des „American Hebrew“ lebhaften Anklang findet. Es soll nämlich hinfort jeder Student, der entweder das „Jewish Theological Seminary“ in New-Aork oder das „Hebrew Union College“ in Cincinnati besucht, gehalten sein, vor Beendigung seines Studiums ein Jahr als Wanderlehrer und Wanderprediger in den kleinen jüdischen Gemeinden zu fungiren. Der Vortheil wäre auf beiden Seiten, die jungen Leute erlangten die so nöthige praktische Uebung, die kleinen Gemeinden würden ihren Zusammenhang mit dem Judenthum befestigen und es ist daher erfreulich, daß man ernsthaft an die Verwirklichung dieses Planes geht. Natal. Der zweite Jahresbericht der jüdischen Hilfsgesellschaft in Port Elisabeth stellt eine sehr starke Einwanderung von jüdischen Handwerkern, besonders Schneidern und Schustern, fest, die in England keine Arbeit finden konnten und deshalb nach Südafrika auswanderten. Fast 3000 Mark wurden ausgegeben, um sie auf die einzelnen Plätze des Landes zu vertheilen und ihnen Arbeit zu beschaffen. Tunis. Hier hat die „Alliance Israelite“ ein Grundstück erworben, um eine Ackerbauschule, nach dem Vorbilde derjenigen in Jaffa, zu errichten. Das Terrain liegt drei-, viertel Stunden von der Stadt in Djedeida, ist sehr groß, mit fruchtbarem Boden und den nöthigen Gebäuden. Die Kosten belaufen sich auf circa Frcs. 400.000, aber diese große Aufwendung verspricht auch großen Nutzen für die 60.000 Juden von Tunis, die ein solches Institut sicher sehr stark in Anspruch nehmen werden. Die Leitung erhält Herr M. A v i g d o r, der ein Zögling des Seminars der „Alliance“ in Paris, dann als Gehilfe von Niego in Jaffa sich die nöthigen praktischen Kenntnisse angeeignet hat und dieselben nach der theoretischen Seite durch Absolvirung der Hochschule für Landwirthschaft in Montpellier vervollkommnete. Der neuen Schule steht eine glänzende Zukunft bevor, sobald die ersten Schwierigkeiten überwunden sind. Melbourne. Der hiesige römische Erzbischof sandte kürzlich einen Beitrag für die jüdische Wohlthätigkeits- Gesellschaft mit einem freundlichen Schreiben, in dem er hervorhob, daß die Juden so selten an die öffentliche Wohlthätigkeit appellirten, daß er sich ganz besonders freue, sie einmal fördern zu können. Vermischtes. Wien (Trauungen). Am 23. Juni fand im israelitischen Tempel in der Seitenstettengasse die Trauung von Frt. Jda S ch r a in e k, Tochter des Herrn Adolf L ch r a m e k, mit Herrn Leopold Drucker, und im israelitischen Tempel, II. Tempelgasse, die Trauung von Frl. Wilhelme B l a ll, Tochter des Herrn Ludwig B l ä n, mit Herrn Julius H e r z o g statt. Am 1«;. Juni wurde Frl. Berta Adelberg mit Herr Emanuel Sinai getraut. (Ferienheim). Ter Verein für israelitische Feriencolonien errichtet in Theresienfeld bei Wr.-Reustadt, wo ihm ein altes Schloß für die Ferialmonate unentgeltlich überlassen wurde, eine Feriencolonie in eigener Regie. Aus diesem Anlässe sind dem Vereine zur Erleichterung seiner schwierigen Aufgabe seitens edler Menschenfreunde folgende Spenden zngekominen:^Ettl. n. Ed. S ch w e i n b n r g, unentgeltliche Ueberlassung des Schlosses Theresienfeld; Frau Jda G l a s, 2 Stück Zephyr; Frau S. U n g a r, Stoff- und Tuchreste; Frau Notar Tr. Lnd. S k a l i tz, diverse Kleidungsstücke; Frau Pauline W i t t in a y e r, diverse Knabenkleider; W e l d l e r n. B n d i e, Stoffreste; Frau Dr. Julie F i a l l a, l Kinderbett, 2 Leuchter, 2 Bügeleisen; Frau Lina Schiss, 0 Sonnenschirme, :» Cravatten; Frau Rachel G o l d e n b e r g, 10 Knabenanzüge; Grünfeld u. B l o ch «durch Sam. L ö w y), 1 Stück Blaudruck; Wien e r Traulway-Gesellschaft, 33«> Fahrkarten; Ein Vereins Mitglied, diverse Kleidungsstücke; F r i^e d m a n n u. T ap e zier e r, 3 Dutzend Knabeuhüte; T. S ch w a rz m a n n, l<> Knabenanzüge; Franz Frankl, 1 Autosteinbaukasten sammt Material; H. O p p e n h e i m's Wwe. 4 Dutzend Zahnbürsten; Isaak M a u t n e r n. S o h n, 1 Stück Bettzeug, l Stück Handtücher; Aktiengesellschaft T r u in a u u n d M a r i e n t h a l, 1 Stück Bettleinen; S. Hoff m a tut u. C o., 1 Dutzend Gläsertücher; Jakob E h r e n w a l d, 1 Stück Bettzeug, Hermann S. D o c t o r, 1 Stück Bettzeug; M. B. R e umann's Söhne, 1 Stück^blauen Blousenstoff; S. Nagel, 1 Stück Handtücher; Dr. e. Bornet t, 1 Kistchen Zucker; Friedrich" R a tz e r s d o r f e r, 1 Dutzend Handtücher; Karl K o p p e l u. W a g n e r, 10 Meter Wachsleinwand; A nony m, 1 Packet Stoffreste; Ad. ll. B. H o f b a u e r, 4 Stück Seidenband; Frau Dr. Pas sau er, Möbel, Küchengeschirr und viele Utensilien; Frau Clara B e r g e r, diverse Koch- und Küchengeschirr; Leo B r a n d t, Bettzeilg und Stoffreste; F e l i xd o r f e r W e b e r e i und A p p r e t ll r, 1 Stück Bettzeug; Max K o h n u. C o., 13 Stück Seidenband; Isidor Chat, Strümpfe und Schürzen; Frau Giuditta M e tz n e r, 122 Stück Mädcheuhüte; Glistav T r e b i t s ch, Tapeten. Wien. (Das Leichenbegüngnifz -es Rabbiners Pollak) fand am 20. d. M. statt, leider unter bescheidenerer Betheiligung, als es der Verblichene verdiente, was nur damit zu entschuldigen ist, daß er in Wien noch zu wenig gekannt war. Im Trauerhause sprach zuerst der greise Bruder, Herr Ezechiel Pollak, Beamter der Wiener Cultusgemeinde, vom Schmerze des Aelteren überwältigt, der den Jüngeren zu Grabe trügt. Dann sprach der Sohn, Dr. Heinrich Pollak, den Tugenden und dem edlen Charakter des Vaters beredte Worte widmend. Ihm folgte der Lector Friedmann im Namen der Cultusgemeinde Mährisch - Weißkirchen, wo der Dahingeschiedene zuerst Rabbiner war und dort ein so gutes Andenken zurückließ, daß die Kunde von seinem Tode die ganze Gemeinde in Trauer versetzte. Und. schließlich widmete Oberrabbiner Dr. Schmie dl dem Ämtsgenossen tiefempfundene Worte des Abschiedes, in welchen er hervorhob, daß Rabbiner Pollak, obwohl aus der alten Schule hervorgegangen, doch mit seinem reichen talmudischen Wissen allgemeine Bildung verband und der Zeit gab, was der Zeit gehört. Auf dem Centralfriedhofe sprach zuerst Oberrabbiner Dr. Güdemann, das Wunder des Aronstabes, den Moses grünend, blühend und Mandeln tragend fand, allegorisch auf den Todten des Tages anwendend. Und zu allerletzt gab der Rabbiner von Holleschau, welcher Gemeinde der Verblichene nahezu ein Vierteljahrhundert als geistliches Oberhaupt Vorstand, Herr Dr. Frey mann, der Trauer seiner Gemeinde über diesen Todesfall Ausdruck und sandte seinem Vorgänger den 1 Dank in das Grab nach für alles Gute und Schöne, das ------WM

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