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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-06-28 · 26 (28.6.1895) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
26 (28.6.1895)
Date
1895-06-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 480 Nr. 26 Dr. Bloch's Wochenschrift. Gebrauch, die breiten Fluren. Du sollst in meinem Schutz gesegnet leben, Jedem der Dich befehdet, will ich den Fluch ansetzen und Gemüthes Haß, lang dauernden Zorn; Gnade aber verleihe ich, Wunschgüter und Wohlstand Allen, die Dich werth halten. Durch Dich, den einen, sollen alle Erdbewohner haben, die Volkskinder Fried und Freundschaft und meinen Segen und Gnade in dieser Welt. Wachsend soll die Mannzahl Deiner Magschaft werden, bis das; die Erde mit Deinen Abkömmlingen gefüllt werde. 3. Erneuerte Verheißung. Dem Abraham erschien darauf vor Augen wieder der Himmel Hochkönig, der mit heiliger Stimme tröstend sprach: „Gar groß ist Dein Lohn, laß Dein Gemüth, das fromme, Dir nicht erschlaffen in Erfüllung meines Willens. Fürchte Dich nicht! Ich will Dich hier beschilden und beschirmen vor jeden Schaden mit meinen Vaterhänden!" Zur Antwort gab Abraham seinem Herrn: „ Was gibst Du mir zum Trost an Freimännern, da ich so freudlos bin? Den Erbstuhl darf ich keinem Abkömmlinge bauen, meiner Söhne einem: es sollen nach mir einst der Wonnegüter walten meine Verwandten! Du hast mir keinen Sohn gegeben; drum drücken Sorgen mich, ich selbst kann Rath im Herzen nicht erdenken' Es geht mein Hausvogt, der Freigeborene, froh und rechnet fest im Gedanken, daß einst seine Söhne meine Erbwarte seien: sie sehen, daß keine Geborenen mir von meinem Weib erwachen!" Da gab ihm eiligst Gott zur Antwort: „Erhalten sollen nimmer Deine Hausverwalter der Abkömmlinge Erbe; es soll Dein eigen Kind die Freudenschätze halten, wenn Dein Fleisch einst liegt. Schau den Himmel an! Zähle die herrlichen Zierden, des Himmels Sterne, die da hell leuchten und über die breite Brandung blinkend scheinen, so wird Deiner Magschaft Menge werden an Volkskindern reich." 4. Die Beschneidung wird eingesetzt und die Verhcißung erneuert. Drauf sprach der Herr nach dreizehn Jahren zu Abraham, der ewigliche König: „Lieber, wie ich Dich lehre, so leiste Du wohl unsern Treubund, Du sollst heiligen Deine Hausgenossen; setze Du ein sicheres Siegeszeichen an jeden des bewaffneten Geschlechts, wenn Du willst an mir einen Herrn haben und holden Freund für die Abkömmlinge dereinst. Ich will immer Deines Volkes Hirt sein und Halter, wenn sie mir hören wollen mit ihren Brustgedanken und meine Gebote vollführen. Es soll der Männer Jeder, der vom bewaffneten Geschlecht an diese Welt geboren wird aus Deinem Volk, in seiner Kindheit mir nach sieben Nächten durch das Siegeszeichen (die Beschneidung) geeignet werden. Thut, wie ich Euch heiße! Ich will Euch Treue halten, so Ihr tragt das Zeichen. Glaube sicher, einen Sohn wirst Du haben, von Deinem Weib geboren, den die Burgbewohner sollen alle Isaak heißen. Nicht brauchst Du Dich des Abkömmlings zu schämen: Ich will dem Mannkinde geben meine Gnade, göttliche Gaben und will ihm schaffen an Freunden Fülle. Von dem Leutefürsten kommen breite Völker, und Gebieter sollen ihm entstammen, hochberühmte Reichshirten, Wcltkönige weithin gepriesen." Da legte eiligst Abraham sein Antlitz auf die Erde, bewand die Offenbarung mit Hohn und Spott im Herzen, in seinen innersten Gedanken, da das Ereigniß er gar nicht hoffte, daß die griesgelockte Braut, *) die Sarah, nun noch einen Sohn gebären sollte; denn er wußte, daß sie zählte 100 Winter. Zu Gott sprach da der gar Bejahrte: „O, möchte Jsmael doch vor Dir leben, und zu Dank Dir tragen hartmuthigcn Sinn und Herzens Strenge, bei Tag und bei Nacht zu thun Deinen Willen." Freundlich gab der Fürst voll Allmacht ihm zur Antwort draus: „Obgleich an Wintern *) brfd, sowohl Verlobte, als Ehefrau und Weib überhaupt. alt, soll Sarah zur Welt Dir bringen einen Sohn; doch auch Jsmael, den Sohn der Hagar, will ich segnen mit Gnade." 5. Sarah verlacht die Verheißung. Das Weib lachte des Weltvölkerherrn, nicht hold und freundlich, sondern die Hochbetagtc belegte mit Hohn in ihrem Herzen die Verheißung Gottes gar sehr in ihrem Sinne, da sie nicht sicher glaubte, daß Erfüllung dem Versprechen folgen würde. Als das hörte da der Himmelsvater, daß in dem Haus erhub das Weib des Abraham ein hoffnungslos Gelächter, da sprach der heilige Gott: „Sarah will nicht sicher glauben meinem Wort, es wird jedoch fürder sich erfüllen, wie ich es vormals Dir verhieß. Das sage ich Dir sicher, in dieser selben Zeit wird Dir von Deiner Ehefrau ein Abkömmling erwachsen. Wenn ich zum anderen Mal eben diese Wohnungen besuche, dann ist mein Wort erfüllt, das vielen Samen Dir verheißt, und sehen wirst Du, lieber Abraham, dann an Dein eigen Kind." 6. I s a a k's Opferung.' Die Verheißung ward erfüllt, Isaak geboren; er wuchs heran dem Vater zu Lust. Da aber begann den Recken der reiche Gott zu prüfen, die Kraft versuchend, die dem Edelinge innewohnte. Er sprach zu ihm: „Geh' Du nun eiligst, Abraham, zu lenken Deine Schritte und geleite Du mit Dir Dein eigen Kind! Du sollst Deinen Sohn mir weihen zum Opfer. Sobald Du erstiegen hast die steile Höhe, den Ring des Hochlandes, das ich von hier Dir zeige, dann sollst Du dort oben mir einen Scheiterhaufen setzen, sollst schlachten Deinen Sohn mit Schwertes Schärfe und dann mit schwarzer Lohe des Lieben Leib verbrennen und mir verleihen zum Opfer." Nicht versaß Abraham da die Reise. Auf gab der selige Abraham feine Nachtruhe eiligst, seines Nothretters Geheiß nicht widerstrebend. Der heilige Mann gürtete sich mit grauem Schwerte; er zeigte, daß des Geisterwortes Furcht ihm innewohnte. Seine Esel begann zu zäumen der greise Goldesspender, und zwei junge Männer ließ er mit sich wandern: sein eigen Mannkind war der Dritte und er der Vierte selbst. Sie gingen durch die Wüste, bis daß wonnig glänzend an dem dritten Tage die Sonne aufftieg. Da sah der selige Mann die Höhe hoch emporragen, wie ihm der Fürst des Himmels vorhcrsagte. Da sprach Abraham zu seinen Amtleuten: „Ihr, meine Recken, möget rasten hier an diesem Ort; wir kommen Beide wieder, sobald wir, was uns Beiden geboten ist, Gott gegeben haben." Da ging der Edeling mit seinem eigenen Sohn hin zu jener Stätte, die ihm der Herr bezeichnet, wandernd über Wälder; Waldholz trug der Sohn, der Vater Feuer und Schwert. Zu fragen begann der winterjunge Mann: „Mein Fürst, wir führen Feuer hier und Schwert: wo ist das Opferthier, das Du edelglänzend zum Brandopfer zu bringen denkest?" Abraham war eins mit sich, daß er es vollsührte ganz wie ihm der Fürst geboten und sprach: „Das wird der sicherwahre König selbst schon finden, des Menschenvolkes Wart wie ihm gemäß es danket." Starkmuthig stieg er darauf die steile Höhe hinan mit seinem Sohn. Cr begann der Holzstoß zu schichten und Hellgluth zu erwecken und band mit Fesseln dann die Füße und Hände seinem eigenen Sohn, und auf den Altar Hub er den Isaak, den jungen, und eiligst ergriff er das Schwert bei der Hitze; er wollte schlachten seinen Sohn mit beiden Händen und die Brandgluth dämpfen mit des Sohnes Blut. Angezündet war der Brand. Zum Tod war nicht betrübter einst der Todschläger erster! Ueberantworten wollte seinen Erbwart in des Brandes Gluten der beste aller Helden, zu einem Siegcsopfer seinen Sohn, den trauten, der sein einziger Erbwart auf Erden war, der Trost seines Lebens; doch trug er fürder den Leuten zur Lehre langdauernde Hoffnung. Kund gab er das, als er den Knaben nahm und fest mit seinen Händen das Volkeskunde alte Erbschwert

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