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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-06-14 · 24 (14.6.1895) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
24 (14.6.1895)
Date
1895-06-14
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Dr. Vluch's Wochenschrift. dir. 24 Seite 452 Redner bedauert die T Hatsache, das; viele Juden im socialdemokratischen Lager sich befinden, indem er ausführte, man möge welch immer wirtbschastlicher Einsicht sein, so müsse man doch in erster Reihe freie- Wohl freeeigenen, unterdrückten SBolfcs zu fördern bestrebt sein. Mit einem Appell an die Anwesenden, die jüdisch nationalen Bestrebungen nach Möglichkeit zu unterstützen, schloß der Redner, der für seine flammenden Worte mit "großem Applaus belohnt wurde. Es folgte nun eine Reihe von Ansprachen und Toasten der anwesenden Gäste, die der „Gamala" für den überaus schönen und gelungenen Abend ihre Glückwünsche darbrachten. Ueberdies brachte der Abend eine Ucberraschung: Es ergriff das Wort der Chacham der türkischen Gemeinde Herr A lkalai, und in herrlichen hebräischen Worten forderte er zur Einheit im Jndenthnme auf. (Rndolfsbund.) Dieser humanitäre Gesclligkeitsverein, ISfrO gegründet, bekleidete im verflossenen Winter 6fr arme Schulkinder, ohne Unterschied der Confcssion, mit vollständiger Wintcrkleidung. Seit seinem Bestände bekleidete der„Rudolssbnnd" frOO arme Schulkinder mit einem Kostenanßvande von über fl. frOOO. In der Generalversammlung wurde dem Ausschüsse das Absolutorinm crtheilt und wurde auch eine Anzahl von Armenräthen in den Ausschuß gewählt, welche diese Mandate in Anbetracht des Humanitären Wirkens des Bcreines auch bereitwilligst annahmcn. Um auch während des Sommers den Bctlcidungssonds zu vergrößern, finden an jedem Donnerstag, vom fr>>. Juni angcfangeu, Äcgclabcndc, und an jedem Samstag, vom l. Juni augcsangeu, Bergnügungsabcnde in Lachmaper's „Tivoli". Prater, statt, deren Reinertrag ebenfalls dem Äindcrbekleidungsfonds zustießt. Israelitische Lehrer, welche geneigt sind, während der zwei Tcrialmoulate die Leitung einer Fericncvtonic von 50 Knaben gegen (ßehalt und Berpslegung zu übernehmen, wollen ihre Offerte einscndcn an den Borstand des „Ferienheim", Wien, I., Schottcuring üfr. fr fr. (Früh übt sil8h . . .) Der Friscurlchrling Philipp M e l z c r attaquirte kürzlich den Sohn des Zahntechnikers Sicgmund M e r k l. Bon diesem deshalb zur Rede gestellt, erwiderte der Lehrling höhnisch: „S a u j u d', g eh' s e ch t e n!" Herr AR erkl strengte deshalb wider Melz e r die Ehrem beleidignugsklagc an. Bei der kür-zlich vor dem Bezirksgericht Alsergrund durchgcführtcn Verhandlung wollte sich der Kläger mit einer Abbitte zufrieden geben. Der Angeklagte, erklärte aber trotzig: „Einem Juden leiste ich leine Abbitte!" Trotz der Belehrung des Richters (Adjuncten Dr. Lorenz), daß er (M e l z e r) empfindlich bestraft werden müßte, blieb der Lehrling bei seiner Weigerung. Als ihn hierauf der Richter zu drei Tagen A r r e st vcrnrthcilte, zeigte er keineswegs Reue; beim Verlassen des Saales wandte er sich dem Kläger zu und drehte ihm eine lange Nase. M. Kromau. Die hiesige Gemeinde fühlt sich angenehm verpflichtet, Herrn AR. Blum in Wien für das Geschenk einer neuen Thora-Rolle mit prachtvollem Silberschmuck öffentlich zu danken. Herr M. Blum hat auch anläßlich der Vermählung seiner Töchter seine Vaterstadt mit Wohlthaten bedacht. Jägerndorf, 0. Juni Am ersten Sch'wuothkage feierte unser hier allgemein beliebte Rabbiner, Sc. Ehrwürden Herr A. Anschlowitz, sein 25jährigcs Amtsjubiläum in unserer Gemeinde. Aus diesem Anlasse wurde über Anordnung des Vorstandes ein besonders feierlicher Gottesdienst in unserem Tempel abgehalten, an welchem fast sämmtliche Gemeinde- Mitglieder theilnahmen, um Zeuge dieser schönen und innigen Feier zu sein. Als der geschätzte Jubilar zur Thora gerufen wurde, sprach der Herr Eantor Grünblatt einen in schönem Hebräisch von Herrn Spitzer verfaßten Miscliebereeli. Eine große Anzahl junger Damen und Herren, die aus diesem Anlasse unter der tüchtigen Leitung unseres bewährten Eantors Herrn G r ü n b l a t t mehrere Chöre cinstudirt hatten, brachten einen Chor mit ausgezeichneter Wirkung zum Vortrage. Sodann bestieg der geschätzte Jubilar die Kanzel und hielt eine aus tiefem Herzen dringende Rede, in welcher er in innigen und schönen Worten einen Rückblick auf seine bisherige Thätigkeit, an die festlich versammelte Gemeinde hielt, die eine mächtige Wirkung hervorrief. Als nun zum Schluss e der geschätzte Jubilar ein inniges und seelenvolles Gebet zum Allgütigeil sendete, um ferneren Beistand und Schutz für sich und seine geliebte Gemeinde zu erstehen, da blieb fast kein Auge thränenleer und Alles stimmte zum Schlüsse in ein inniges und herzliches „Amen“ ein. Hierauf sang der Chor einen Psalm. Sodann dankte der geschätzte Jubilar in herzlichen Worten dem löblichen Vorstände für diese ihm in so hohem Muße zu Theil gewordene ehrenvolle Auszeichnung. Ferner dankte er dem Herrn Eantor Grünblatt für den feierlichen Gottesdienst, sowie Alten, die zur Verwirklichung und Verschönerung dieses Tages beitrugen. Hiermit war die Feier im Tempel beendet. Zu Hause angelangt, erschien eine Abordnung des Vorstandes unter Führung unseres verdienstvollen Präses, des Herrn Ad. Pollak, beim geschätzten Jubilar, beglückwünschte ihn im Namen des gesammten Vorstandes in herzlichen Worten und überreichte ihm ein namhaftes Geldgeschenk. Ferner erschien der Vorstand der „Chewra Kadiselia“, der Vorstand des „Frauen-Wohlthätigkeitsvereines" und beglückwünschten auf's Herzlichste den Gründer ihrer humanitären Vereine. Fast sämmtliche Gemeindemitglieder erschienen im Laufe des Tages, im Hanse ihres geschätzten Rabbiners, und jedes Mitglied wußte durch besondere Aufmerksamkeit, Geschenke in verschiedenster Form ihren allverehrten Herrn Rabbiner zu erfreuen! Möge es uns vergönnt sein, mit ihm das 50jährige Jubiläum in unserer Gemeinde feiern zu können zur Freude des geschätzten Jubilars und seiner hochgeehrten Familie wie zur Freude und zum Segen unserer Gemeinde. — e — Prag, 4. Juni 1805. Dem hiesigen Universitätsoptiker A. Rosenthal (Inhaber A. Oppenheimer) ist der Titel eines k. u. k. Hofoptikers und Mechanikers verliehen worden. Er ist jetzt der einzige jüdische Gewerbetreibende in ganz Böhmen, der diese Auszeichnung genießt. Prerau. Bei der Seelengedächtnißfeier am zweiten Tage Schebuoth gab Se. Ehrwürden Herr Dr. Jakob Tauber einen tiefempfundenen Ausdruck dem unsterblichen Andenken an den frühverklärten Philanthropen Herrn Wilhelm v. G u t m a u n, einen weltberühmten Sohn Leipniks, der in der Residenz durch die Gaben seines Herzens und Geistes und durch seine groß angelegten geschäftlichen Beziehungen zu einer Zierde der Menschheit und zu einem Wohlthätcr der Welt sich gestaltete. Kami?, 6. Juni. Am verflossenen Sonntag, den fr. Juni d. I., fand im hiesigen israelitischen Tempel die Trauung des Fräuleins Bertha Fischer, Tochter des verewigten Fabrikanten Herrn Adoll Fischer, mit Herrn Leopold K o h n, Känsinann in Wien <4., Kohünessergasse) statt. Als Trammgs,zeugen fignrirten seitens der Braut deren Bruder Herr Ignaz F i s ch e r, Fabrikant, der Bürgermeister unserer Gemeinde ist. Seitens des Bräutigams dessen Bruder- Herr Adolf K v h n ans Wien. Unser allgemein beliebter Rabbiner- Herr Dr. Heinrich F losch vollzog den Trannngsact. Etaremiasto. Herr Leopold Obstgarte n ans Czeruo- Witz, derzeit hier, hat sich mit Fräulein Regine K a n d e l uns ARoKiska verlobt. Lodz, fr. Juni. Wir kommen eben vom Begräbnis; des verblichenen Herrn Salomon R o s e u t h a t. Er starb i m H a u s c Gottes beim Verrichten des Kaddis ch -(Gebetes im 6fr. Lebensjahre. Er gehörte von Jugend am zu den Fortschrittlern, er besaß allgemeine Bildung, und auch die hebräische Sprache sanimt deren Literatur waren ihm gut bekannt, er war froh, Bildung und Licht zu verbreiten. Die Kreisstadt Wielnn (Gouv. Katisch), wo er einst gewohnt, hat ihm viel Gutes zu verdanken; kurz, er geleitete immer seine Mitbürger ans dem Wege der Eivilisation, undsein vernünftiges kluges Wort war immer maßgebend. Ihr aber, Kinder des verewigten ehrwürdigen Bakers: behaltet sein Andenken in Ehren, Sein letztes Wort, sein letzter Sinn galt ja dem Andenken seinerlängst in Gott ruhenden Eltern. H. P e r I et.

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