Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 12 (1895)
- Issue
- 22 (31.5.1895)
- Date
- 1895-05-31
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Nr. 22 Dr. Blvch's Wochenschrift. Galizien, Bukowina, Siebenbürgen und Ungarn. Reichhaltig und verläßlich wie immer ist der Geschäftskalender mit der chronologischen Zeittafel, den Ziehungstngen, einem Auszug aus dem allgemeinen Posttaris vom Jahre 186«;, den Stempel- und Gebührensätzen für einige der im Geschästsleben am häufigsten vorkonnnenden Geschäftsgegenstände und einem Auszug aus dem Notariatskatalog. Als literarische Beigaben bringt der Kalender eine Biographie des Reichsraths-Abgeordncten Dr. B y k mit Porträt und eine fesselnde Erzählung, „Eine Mischehe" von Leo Herzberg-Fränkel. Als Anhang ist der Verlags- und Sortiments-Katalog der ivmua Saumel VS Pascheles beigegeben. Wien. „<*iu jüdischer Fleischhauer." Sie beklagen sich, daß sie sich für Ihre fl. 8.— Beitrag Impertinenzen in's Gesicht sagen lassen mußten'? Warum find Sie hingcgangen'? Wien II. A. T. Sie sind so gütig, uns einen Ansschnitt aus dem Feuilleton der „Ostdeutschen Rundschau" vom 26. Mai 1895 (!) zu übersenden: „Herzog Albrecht „der Weise" von Sesterreich hat den gelben Fleck ans der Achsel des Inden befohlen, daß sich Jedermann hüten könne, und hat eine Judenordnung erlassen, wie sie gegenwärtig weder von Schneider noch von Gregorig mit gleicher Zielsicherheit versaßt würde; deshalb der Beiname." Mau traut wirklich den Augen nicht, wenn man das — Datum liest! Wien IX. Dr. L. B. Warum das O.uartett Udel beim Deutschen Schulvereinssest absagen ließ, wissen wir nicht. Wir glauben jedoch nicht, daß das aus den von den antisemitischen Blättern angegebenen Gründen geschah. Brünn. M. Br., Buchhalter. Für Ihre freundliche Anregung, welche wir in Erwägung ziehen wollen, verbindlichen Dank. Doch sind die technischen Schwierigkeiten nicht zu unterschätzen. Wien II l M. (£., Rembrandtstrafie. Das Wortspiel aus L u e g e r in hebräischer Sprache ist nett und doch nicht recht zur Vcrössentlichung geeignet. Wenn das von Bland zu Mund geht, wirkt es, gesprochen, ganz lustig: aber „Es nimmt ein leidenschaftlich Stammeln Geschrieben sich so seltsam ans", meint schon Goethe, und er hat Recht. Bukarest. „Roman." Wir sollen Gedichte bringen? Ihre vielleicht? Da würden wir uns noch eher entschließen, die des Pater 'Norbert Stock zu drucken, welche die „Reichspost" vom 25. d Bc. überaus lobend bespricht: „Recht aus dem Herzen ist uns das folgende Gedichtlein, mit dem wir schließen wollen: M a i täte r. Seid Ihr schon da. Ihr eklen Gäste? Daß der Teufel den Bauch Euch mäste! Blüßt uns inttner den Frühling verhunzen, Schweine, die in den Lüften grunzen." Das heißt doch Poesie! Wien III., „Grostmarkthalle". Unbesorgt. Wir verlieren Ihre Angelegenheit nicht einen Moment aus dem Auge. Hunde, die bellen, beißen nicht! Sogar die „Ostdeutsche" meint: „Wer noch zu hören wäre, ist der „Z w isch en j n d e". Was halten Sie von der neuen Charge? Wien VI. St. R. Ihre lange und — langweilige Untersuchung über den wahren oder vermeintlichen Antisemitismus de^' Herren B a h r und Bl ü l l e r - G u tt e n b r n n n lehnen wir kurzweg ab. Die Sache ist unwichtig und uns vollständig gteichgiltig. Einer mehr oder weniger, hüben oder drüben — kommt es Ihnen gar so genau darauf an? Budapest. C. v. T. Das „Deutsche Bolksblatt" des Bergani (Feuilleton vom 25. d. Bl.) macht in bekannter Wahrheitsliebe den Oberlieutenant gleich zum General. Ein großartiges außertourliches Avancement! — Ekelhafter Sudelwisch, nicht wahr? Alit Handschuhen ausassen! Berlin. „Fl.Th" Dieser K. W. S ch u l z e muß nach Jhern Andeutungen doch ein Mords-Banschwindler gewesen sein mit seinen Seite 41.") famosen Schemhppotheken! Jedenfalls ein „Freund" der Kleingewerbetreibenden. Zur ausführlichen Behandlung in der Fall für uns ungeeignet, und verzichten wir dankend auf die Zusendung der ausführlichen Daten. Prag. Mor. R. Diese Rede war wirklich ein peinlicher Skandal, aber vorauszusehen. Wir find nicht gesonnen, auf Empsiudlichkeiten besondere Rücksichten zu nehmen. „Wer redet, was ihn gelüstet, Bluß hören, was ihn entrüstet." Troppau. „Abonnent und Förderer." So schätzbar uns Ihre sonstigen Anregungen sind, Ihre Ansichten über Assimilation vermögen wir durchaus nicht zu theilen. „Getaufter Jnb - beschnittener Christ." Wien VII. „Snbabonnent 1*95." Bon diesem „neuen Blaune" gilt, was Napoleon Hl. nachgefagt wurde: „Er spricht wenig, aber er lügt immer": paßt wenigstens in die Gesellschaft!" Lundenburg. „Junger Leser." Sie verkennen ganz das Wesen der wahren Poesie. Ihre Reimereien erinnerten uns ein wenig an die des alten, braven Simon Dach: „Gott, Du Erz-Hirt Deiner Heerde Vater alter guten Zeit, Du bestellst den Kreis der Erde Mit gewünschter Obrigkeit." Ebenso anständig, brav, honnet, geivissenhaft, aber — Prestbnrg. Ad. St. Die Aehnlichkeit ist nicht gar so „verdammt verdächtig" als cs Ihnen scheinen will. sichrer werden vcrmutblich noch in einigen anderen Erzählungen geputzt. Wer in literarischen Dingen nur einigernmßen bewandert ist, könnte noch ganz andere Parallelstellen finden, wo der Gedanke an Plagiat ode^. 'Nachempfindung ganz ausgeschlossen ist. Wien. „Wohlthätiges Fräulein." Ja, geehrtes Fräulein läßt sich nichts machen. Sie müssen sich's eben gefallen lassen^ daß das ekelhafte Sudelblatt „Reichspost" des Spitzer-Weimar *!/ alte jüdisch anklingend en Namen der Wohtthäter und Wohlthäterinnen verzeichnet, die nicht nur ihrGeld, fonderu auch ihre Zeit und Person nir die Armen eingesetzt. Es wäre gewiß angezeigter gewesen, wenn die Wiener Inden diesmal eine kleine Kraftprobe durch vollständige Abstinenz abgelegt hätten. Die Schnorrpost verdächtigt schließlich noch ein wenig das Eomiw der — Defraudation: „Und dann beim Rechnunglegen Bleiben sieben Kreuzer oder acht, Womit die Armen werden bedacht!" li'unittno Adriatica di Sicurta in Trieft. In der am 22. d. M. in Triest stattgefundenen Generalversammlung dieser Gesellschaft find die Rechnungsabschlüsse und der Geschäftsbericht nir das 56. Geschäftsjahr (1894) zur Vorlage gelangt. In Folgendem heben wir die wesentlicheren Daten hervor: Die in der Lebens versicheruligs-Section im Jahre 1894 zum Abschluß gelangten Versicherungsverträge repräsentiren ein versichertes Capital von fl. 12,769.125 und eine Jahresrente per fl. 22.86t». Der Versicherungsbestand beträgt am Ende des Jahres 18!>4 rund 76 Millionen Gulden Capital und sl. 197.255 Jahresrente. Die Prämieneinnahme bclie; sich auf fl. 3,074.252. Für Todes- und Erlebensfälle find st. 1,255.137 zur Auszahlung gelangt und außerdem sl. 244.917 für schwebende Schäden refervirt worden. Die Prämienreserve ist um sl. 1,444.45k gestiegen und beträgt nun 17'2 Millionen Gulden. Die Prämieneinnahmen in den Elementar- (Feuer- und Transport-) Versicherungsbranchen bezifferten sich auf sl. 6,935.650, die Rückversicherungen kosteten sl. 3,293.693 und für Schäden wurden abzüglich der Rückversichernngsantheile sl. 2,379.261 ausbezahlt. Die Schadcnreferve beträgt fl. 490.593, die Prämienreserve sl. 1,846.597 und das Portefeuille mehrjähriger Versicherungen sl. 23,343.117. Unter Zugrundelegung der Course vom 31. Tecember 1894 ergab sich für die gesellschaftlichen Efiecten eine Courssteigerung von fl. 396.702, welcher Betrag zur Erhöhung der bestehenden Coursreserven verwendet wurde. Rach Abzug von sl. 48.571 für Abschreibungen resultier ein Jahresüberschnß von sl. 482.521, wovon ft. 150.>>0o der disponiblen Reserve zugewiesen wurden. Als Dividende werden, wie im Vorjahre,