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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-05-17 · 20 (17.5.1895) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
20 (17.5.1895)
Date
1895-05-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 20 Dr. Bloch's Wochenschrrfl. . gesehen, aber Paulus Meyer hat es ihm auf Ehrenwort und Handschlag versichert, daß Rabbi Moldawan — von dem die lügnerische Judenbrut behauptet, er habe überhaupt nicht existirt — dabei gewesen sei, wie ein in den letzten Zügen liegender Jude — kein Jsraelite, Gott bewahre! — sich noch rasch die Hühneraugen schneiden und die Füße mit arischem Blute einreiben ließ. Wer daran zweifelt, zahlt Herrn Decker t einen entsprechenden Betrag. Daß der Teig der Osterbrote der Juden mit Christenblut angemacht wird, ist allbekannt. Deshalb schicken diese elenden Semiten offenbar auch die blutleeren, armen Chriftenkinder in die Feriencolonien, damit wieder frisches Blut in ihre bleichen Wangen ströme; in den Jahresberichten dieser Vereine steht auch deutlich zn lesen, daß die Kinder gewogen werden und wie leicht sie vor und wie schwer sie nach der Sommer-Mast waren. Das ist die vielgepriesene, jüdische Wohlthätigkeit! Die Inden haben auch eine Actiengesellschaft gegründet, die alle Hostien auskauft, denk' mal. Der Sitz ist in Paris. Aber die Israeliten thun das nicht, die sind edle, liebenswürdige und achtenswerthe Leute, die Deckert's Zuneigung in vollem Maße besitzen. Schade, daß sie schon ausgestorben sind. Die Heiligen und die Apostel, das waren durchaus Israeliten — kein einziger Jude darunter. Und wer hat aus den Israeliten Inden gemacht? Die Rabbiner l Das sind grundschlechte, verworfene Menschen " ohne Ausnahme. Nicht Einer ist unter ihnen, der in der Art "Deckert's wäre, nicht Einer, so wahrheitsliebend, so menschenfreundlich wie er, so hilfsbereit, so edel denkend, so selbstlos, rechtschaffen, mit einem Wort, so — deckertisch. Der Rabbiner verfälscht Vormittags die Bibel und Nachmittags hält er sie geheim. Wozu er sie überhaupt verfälscht, wenn er sie geheim hält? Offenbar ans besonderer Gewissenhaftigkeit. Die Rabbiner gestatten nicht, daß die Judenbuben vor dem zurückgelegten achten Jahre beten. Hast Du schon so was gehört? Einfach schauerlich, sag' ich Dir. Auch fertigen sie — pulverisirtes Blut an! Decke r t sah selbst einmal in einem Gasthof einen Juden zur mitternächtigen Stunde, die Nacht war schwarz und schaurig, 'aber hell schien der Mond in's Zimmer -- sich von seinem Lager , erheben — schwere Seufzer entrangen sich seiner Brust, nach einem Säcklein greifen und seine Ruhestätte mit einem unheimlichenPulver bestreuen, worauf er sich wieder zur Ruhe begab und weiterschlief. — Die Mehlspeise essen sie nicht aus demselben Teller wie das Fleisch, auch bedienen sie sich anderer Eßzeuge dazu. Choeolade-Torte mit Gollasch-Sauce zu genießen, ist ihnen streng untersagt. Auch thun sie es fast niemals oder doch nur äußerst selten. Für das Verbrennen der Juden, wie es der gute S ch n e id e r anempfiehlt, ist D e ck e r t nicht so ganz unbedingt. Worüber soll er denn nächstes Jahr predigen, wenn die Juden bis dahin alle verbrannt sind? Er glaubt auch nicht, daß sie zu „erlaufen" sind. Dem Spitzer-Weimar (!), dem ist's freilich gelungen, gerade so ein ordentlicher Christ zu werden, wie der Pfarrer D e ck e r t selber einer ist, aber das dankt er nur seiner besonders glücklichen natürlichen Veranlagung. Man kann die Judenfrage also warm oder kalt behandeln, mit Wasser oder mit Feuer, je nachdem — Wasser nützt aber wenig, Feuer ist meiner Ansicht nach die gründlichere Cur. Die Gelehrsamkeit dieses prächtigen Priesters ist bewundernswürdig. Er hat Bücher gelesen, die gar nicht erschienen sind, und citirt sie mit einer Geläufigkeit, die Staunen erregt. Seine hebräischen Kenntnisse sind ganz außerordentliche. „Die Juden lassen sich am Samstag von ,Schabbes-Schickses' bedienen. Und wißt Ihr, Andächtige in Christo, was Schickse ist? Scheusal ist es! Das ist der Dank, den sich christliche Dienstboten gefallen lassen müssen. ..." Die Uebersetzung Schickse in „Scheusal" soll, wie mir ein alter Hausirer — „Zahnbürstel gefällig? Hosenträger?" — sagte, etwas frei sein. Ich habe übrigens nie gehört, daß ein Jude vom Pfarrer Deckert behauptet hätte, er wäre eine „Schickse". Auch soll es, wie mir mein Gewährsmann schmunzelnd versicherte, „Schickses". geben, die ganz und gar keine Scheusale wären ... im Gegentheil! — Leider reicht mein Papier und vielleicht auch Deine Geduld Seite 365 o Pumpo, nicht dazu aus, auf daß ich Dir von allen An- und Aufregungen berichten könnte, welche mir in der Weinhauser Pfarrkirche zu Theil wurden Von tiefster Entrüstung über dieses schamlose Treiben erfüllt, verließ ich das Gotteshaus. Und das wird in einem Rechtsstaate geduldet? Leben wir denn in einem Urwald? Es muß da entschieden etwas geschehen, so geht's einmal nicht weiter. Ich werde mich doch nicht von den Inden pulverisiren und in eine Blutwurst stopfen lassen?! Ist das eine Manier? Und Deckert weiß doch, was er spricht? Der schwätzt doch keinen Blödsinn in den Tag hinein! Er ist Gelehrter und aus vielen Gebieten erprobt. Seine Kenschheitsvillen, Klappgürtel und zusammengekuppelten Patenlbüchcr zeigen, daß er einer der vielseitigsten Judengegner ist. Von uns Deutich-Völklern verlangte er zwar, wir sollten nicht „hoppalatschig" sein und den alten Juden Bismarck fahren taffen — das sollte ich ihm zwar übel nehmen, aber ich will doch erst Schöner e r fragen, ob er mir erlaubt, mich darüber zu ärgern. Delck' Dir, Pumpo, ein Judenftümmling im ersten Gliede hat die steirische Deputation geführt mld ist als Sprecher ausgetreten. Entsetzlich! Alldentschland's Blut- und Eisenschmied errieth es sogleich. Die Ermahnung zur dynastischen Treue galt auch deshalb nur den ostmärkischen Judenstämmlingen im ersten Gliede. Das haben die „Unverfälschten" glücklich heransgekitzelt und damit den Bann gelöst, der auf uns lag. Ja, jetzt ist Alles klar — Alles — die Mahnworte, das Lebehoch auf E>cn Kaiier — jetzt klappt Alles so prächtig zusammen, wie eine D e ck e r t'sche Villa! — — Unser großer Lueger ist also glücklich eines kräftigen Vice-Bürgermeisters genesen. Vielleicht sind zur Zeit, da dieser mein Schreibebries in Deine rassenreinen Hände gelangt, Gregorig und Jedliczka auch schon bis zur Vorfitzendeu- Schclle hinangeklettert. Die Judenliberalen haben endlich abgewirthschaftet — jetzt langen w i r in die Schüssel. Vielleicht ist für mich auch so ein saftiges Pöstlein im Rathhaus zu ergattern, wo man gar nichts zn thun hat gegen anständige Besoldung. Ja, jetzt pfeift der Wind aus einer ganz anderen Gegend. Paff' mal auf, Pumpo! Vor Allem wird eine Talmudübersetzung angefertigt von R o h l i n g, Deckert, M e y e r & Co. Dann bekommt der edle Ritter von Stampiglius den Auftrag, neue Stadtsiegel anzusertigen: Ein geschächteies Christenkind im blutrothen Feld. In dieser Stampiglie werden wir siegen! Die Beamten bekommen dann ihren zwölsmonatlichen Urlaub bewilligt, Amtsstunden von 10—11 Vormittags mit einstündiger Gabelsrühstückpause. Den bedauernswerthen Hausherren wird die Hauszinssteuer nachgesehen, die Grundsteuer geschenkt und der Zinskreuzer erlassen, außerdem hat jeder Anspruch auf eine Pfründe. Die Volksschullehrer werden zn Hosrärhen ernannt, bekommen doppelten Gehalt, freie Ringstraßenwohnung und jeder täglich eine Anweisung für ein Sondergemach beim Sacher, wo er mit Lueger-Beuschel verköstigt wird. Eine kleine Ballerine wird ihm zur Erheiterung beim Male aus Sladtunkosten beigestellt. Die Tramway-Ueberfüllung ist gründlich aus der Welt geschafft — weil ohnehin Alles in Unnummerirren oder Fiakern fahren wird. Die englischen Gasactionäre übernehmen wir, sowie Herr Reitzes in eigene Verwaltung. . . Tie Juden aber werden verhalten, Pfarrer Deckert's Reden anzuhören. Das überleben sie nicht, und somit erscheint auch die Judenfrage zur allgemeinen Befriedigung gelöst. Ueberhaupt wird sich Alles in Wohlgefallen auslösen — am Ende gar auch der Gemeinderath — — — M Ho, holdseligste aller sitzenden Jungfrauen, wollen Sie morgen mit mir festlich Treiben und srohsamen Ausflug mitmachen, so eine kleine deutsch-volkliche Landpartie? Auf grünem und duftigem Anger werden wir uns gar lieblich ergehen und Blaublümelein pflücken. Hier lesen Sie mal diesen Ausruf! Ist das lieb? Am plätschernden Wässerchen des Baches wollen der arische Jüngling und die rassenreine Maid lustwandeln Hand in Hand, alles „Judenzende" liege uns fern und abseit. Rach altem Brauchthum wollen wir den Baldur- Mond begehen, die holdseligste Blüthen- und Wünnenzeit. Sind

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