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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-05-17 · 20 (17.5.1895) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
20 (17.5.1895)
Date
1895-05-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Ente 364 Dr. Bloch's Wvchenschrrfl. Rr. 20 Darum drehte ein Gelehrter oft fleißig die Muhle und ein zweiter schleppte Balken, indem er die schweißtriefende Arbeit anpries (Gittin 67l>), und mehr als 1OO Autoren, welche an der Herstellung des Talmuds mitgearbeitet haben, waren zugleich Handwerker und führten Handwerkernamen. Neben dem Astronomen Samuel (Mezia 85 b), dem Arzt Theodus (Nasir 52 a), Baumeister Abba Josef (Midr. zu Exedus <*. 13), dem Chirurgen Abba (Taanith 21 b), dem Feldmesser Ada (Erubim 56 b), den Schreibern Meir <Gittin 67 r>) Nahum und Nathan (Pcah e. 2) findet man die Holzhauer Hillel und Akiba, welche die Gründer berühmter Schulen waren, den Böttcher bar Jllai (Jost: „Gesch. d. Judenth.", 2, 86), welcher das Faß auf den Schultern in's Lehrhaus trug, darauf er sitzend vortragen sollte, den Spänglcr ben Chananja, dessen Autorität eine große Geltung hatte, M Fischer Jose, den Grützemacher Josua, einen Holzhauer Chanina, einen Lederarbeiter Jose, einen Ofensetzer Ami, einen Sandalenmacher Jochanan, einen Schmied Jsak, einen Sticker Simeon, einen Töpfer Nehemia, einen Walker Abba Oschaja, einen Zimmermann Abin, einen Zwirnmacher Simeon, die Schuster Oschia und Chanina, die Schneider Aba und Chanan und viele Andere, welche als die vornehmsten Juristen in den palästinischen Hochschulen und Akademien hohen Rang und Stellung eingenommen und weitreichenden Einfluß ausgeübt haben. Der citirte Antisemit H. Naudh beruft sich auf einen Satz bei Herder, unterschlägt indessen entweder aus Unwissenheit oder aus Bosheit folgende herrliche Stelle Herder's (Band 2, Buch 16, B. 3): „Es wird eine Zeit kommen, da man in Europa nicht mehr fragen wird, wer Jude oder Christ sei, denn auch der Jude wird nach europäischen Gesetzen leben und zum Besten des Staates beitragen. Nur eine barbarische Verfassung hat ihn daran hindern oder seine Fähigkeit schädlich machen können." Der Artikelschreiber unterläßt aber nicht, die „christlichen Mitbürger von Graz" zu einem reellen Gebühren im geschäftlichen Verkehr mit christlichen Gewerbs- und Kanfleuten, „im aufmerksamen Entgegenkommen durch Lieferung solider Maaren und coulante Preisbemessung" eindringlichst zu ermahnen. Die deutsche Treue scheint sich somit bis nun nicht genugsam bewährt zu haben, was die Vermuchung rechtfertigt, daß nicht in dem jüdischen Kaufladen dem leichtgläubigen Landmann die ärgsten Schundwaaren aufdisputirt werden. Die Steirer wünschen eine Steigerung des Fremdenverkehres und sie haben dazu die merkwürdigsten Anstrengungen gemacht, wie der „Fall Koppenheyer" beweist. Artikel, wie der vorstehende, sind die richtigen Mittel, um diesen Zweck zu erreichen. Trutobold in der Hehprrdigt. Schreibebrief des deutsch-nationalen Studenten. XXVIII. Wien, im Wonnemond 2005. Liebwerthester Kumpan Pumpo! „Im wunderschönen Monat Mai" — o pfui doch, da wäre mir ja bald ein Citat — pardon! — verzeihe! — eine Wortanführung — ans den Gedichten des „liebe- und träumebcdürftigcn Mauschlers" Heine, wie der wülsch-germanische Schlachzize Vergani ihn nennt, wider Absicht entwischt. Also im Monat Mai, kurz- und schlechtweg, hat der nach der Juden Meinung nichtswürdige Herr Pfarrer von Weinhaus wiederum wie alle Jahr um die Zeit eine Folgereihe — Reihenfolge klingt zu gemein — von Fürträgen gehalten, zu Ehren des heiligen Josef und Aller, die seinen Namen führen — einen ausgenommen - - unter gewaltigem Zustrom der Volklichkcit. „Die Reise um das Judenthum in sieben Tagen" dürfte man diesen Rundkreis von Kirchenreden sehr bezeichnend heißen. Die reiche Begabung dieses Priesters der Nächstenlüge für den heiligen, selbstrekünen Beruf ist Dir, o Pumpo, genugsamlich bekannt, ebenso seine lebhafte Verstellungsgabe und seine unerschöpfliche Erfindungskraft. Er hat sie allbeide wiederum auf's Glänzendste bewährt. Ganz neue, ganz überraschende Dinge hat er enthüllt, von denen nicht einmal der israelitischeste Jude und der jüdischeste Jsraelite eine dämmernde Ahnung hatte. Wie wir Deutsch-Völkler zur allgemeinen Kirche uns stellen, brauch' ich Dir doch nicht zu erzählen. Wir verwerfen das alte Geschichtenbuch der Juden in seiner Gänze, halten uns lieber an Wotan — weil wir einen Gott brauchen, der ein Auge zndrückt — an Freya, Donar und besonders an Thor! Einen eigenen Baldur-Dienst haben wir auch. Die Allerunverfälschtesten der Unserigen tragen weder die Schnee-Nelke Lueger's, noch die himmelblaue Kaiserweißbartsblume als Sinnzeichen im Loche des Knopfes, weil Kornblüh und Nelkenstock verjudete Botanik sind, sondern ein Zweiglein der Mistel, zum Zeichen der Erinnerung daran, daß Alt- Hödur „plind von Gepurth" den jugendfrohsamen Baldur mit einem Mistelzweige seinerzeit leiderwotans getödtet. Die edle Schmarotzerpflanze, welche dem Stamm der Eiche die besten Säfte und Kräfte entzieht, ist unser eigentlicher, urgermanischrassenvölklerischer Merks- und Erkennungspflanz. In eine Kirche gehen wir überhaupt nicht. Erstens haben wir dazu gar keine Zeit übrig und dann bleiben wir aus Ueberzeugung im Wirths-und Kaffeehaus sitzen. Aber wenn ein Deckert predigt — dann ist's ganz etwas Anderes. Dieser herrliche Mann bewirkt das unerhörte Wunder, uns um seiner. Predigtstuhl zu schaaren, uns in seine Kirche hinein zu locken, obgleich sie zum Theil auch vom Judengeld erbaut wurde. Die geistsprühenden Unterscheidungen, die er gleich zu Eingang machte, verblüfften die Hörerschaft. Er theilte die Semitenschaft ein vor Allem einmal in Juden, dann in Israeliten. Das sind die beiden Hauptarten dieser gottverfluchten Ostler. Ferner gibt es noch eine Menge Kreuzungen und Spielarten, die wohl zu beachten sind, als jüdische Israeliten, israelitische Juden, jüdische Juden, mosaische Israeliten, israelitische Semiten, und so in's Unendliche weiter. Jetzt ist nun überdies zu beachten, daß von jeder Gruppenabtheilung wahre und falsche im Umlauf sind, sowohl echte semitische, jüdische Israeliten, als auch falsche, mosaische, israelitische Juden; die von einander zu kennen, ist äußerst schwierig und erfordert besondere Vorkenntnisse und Studien, die man sich am sichersten und raschesten aus Deckert's abgesammelten Schriften erwirbt, welche er auch mit edler Ein-, Zu- und Vordringlichkeit von der Kanzel herab empfiehlt. „Der kleine Judenfresser in der Westentasche." — „Die Kunst, in acht Tagen Rassenantisemit zu werden." — „Blut- und Grausmärchen." (Auch brieflich.) — „Der junge Hostienschänder." (Ein Roman.) — „Der Ritualmord in der Kohlmessergafse"- und noch viele andere schöne Werke dieser Art waren zum Verkaufe ausgelegt. Da sie aber nur gegen Baarzahlung und nicht gegen Ehrenwort erhältlich waren, war ich leider nicht in der Lage, mir diese liebliche, antisemitische Bücherei einzuwirthschasten, so wie ich gewünscht Hütte. Deckert gibt leider nichts auf Raten — gleich muß geblecht werden. Seine Reden tragen eine große, heiligende, sittlichende Kraft in sich. Mit einem ordentlichen Ingrimm gegen alle Schlechtigkeit und Niedertracht erfüllt, verläßt der Hörer das Gotteshaus. Der Mann da droben, so muß er sich sagen, schildert das Alles aus eigener Erfahrung und nur deshalb mit so brennenden Farben. Er kennt das Alles sehr genau. Wenn er auf Betrügereien, Lumpereien und Gannereien, ailch Fälschungen, Lügen, Winkelzüge und boshafte Schurkenstreiche — der Juden nämlich — zu sprechen kommt, da hat jeder Hörer das Gefühl, daß da Einer redet, der was von der Sache versteht, der das Alles mitgemacht hat, ein erfahrener Fachmann und kein läppischer Laie. Darin liegt meiner Ansicht nach die Hauptkraft seiner hin- und hcrreißenden Beredsamkeit. Diese lächerlichen, jüdischen Gebräuche! — Ich kam aus der Heiterkeit gar nicht heraus. Wenn die Juden heiraten, zerbrechen sie ein Ei, das mir Christenblut gefüllt ist und trinken es ans. Ob das so gut ist, daß sie sich gar so darum reißen? Wenn sie sterben, liest man ihnen den zugeklebten Jesaias vor und sklbt ihnen die Fußsohlen mit Christenblut. Deckert hat es zwar selber nicht

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