Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 12 (1895)
- Issue
- 19 (10.5.1895)
- Date
- 1895-05-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 346 Dr. Bloch's Wochenschrift. Nr. 19 heute in den meisten Fällen und die jüdischen Assessoren und Lehramts-Candidaten wissen wohl, wie es mit der staatlich verbürgten Gleichberechtigung gehalten wird. Aber sie sollen nach der neuen Heilslehre auch keine Acrzte und Rechtsanwälte sein dürfen, wahrscheinlich weil sie nach der Talmudischcn Medicin heilen und nach der rabbinischen Jurisprudenz vertheidigen. Das sind reale, motivirte Dinge; wie man aber das semitische Element aus der Presse ausschließen will, das begreifen wir nicht recht. Wie will der Staat controlliren, wer die Artikel schreibt? Noch eine naive Frage, die die Herren uns gestatten mögen: Was soll nun der Jude treiben? Sollen alle Juden ohne Ausnahme alte Hosen verkaufen und Steine klopfen? Das wäre doch auch nicht ganz nach dem Geschmack der auserwählten Arier. Man sieht, auch die Ahlwardt'sche Sonne ist nicht frei von Flecken und auch dieses Musterprogramm ist nicht ohne Lücken. Aber der antisemitische Genius ist unermüdlich und er wird schon dieses große Werk ergänzen, um es zum wahren Evangelium des deutschen Volkes zu machen. Wir aber wollen dankbaren Herzens das Geschick preisen, das uns in so ernster Zeit, wo die sociale Frage so schwer auf jedem Volke lastet, einen Messias gesendet hat, der in selbstloser Hingebung alle Schmerzen lindert, alle Sorgen verscheucht und das wahre Glück bringt. . F. 8. Carl Vogt und Pfarrer Veckert. Diese beiden vorstehend zusammengestellten Namen in einem Athem auszusprechen ist kaum gestattet. Earl Vogt war einer der hervorragendsten Männer der Wissenschaften, ein Polyhistor. Pfarrer D ecker t glänzt durch seine Ignoranz auf allen Gebieten; nur als Geschäftsmann zeigt er sich dem Geriebensten überlegen. Earl Vogt war der Sohn einerachtbaren Familie, Pfarrer D e ck e r t erbringt in seiner eigenen Person den Beweis für die Rassen-Theorie. Allein, während mit Deutschland das gebildete Europa an der Bahre Earl Vogt's trauert, und selbst die nunmehr brutal antisemitische „Deutsche Zeitung" vom 7. Mai 1895 von Earl Vogt schreibt: „Er war einer derjenigen Gelehrten, denen die exacte Wissenschaft ihr heutiges System zu verdanken hat", hält Pfarrer Deckert Predigten über die Natur der jüdischen Rasse. Nun hat gerade Earl Vogt am 4. Dccember 1880 eine Studie über die semitische Rasse publicirt, die jedenfalls wcrth ist, neuerdings in der Erinnerung aufgefrischt zu werden. Earl Vogt citirte Zunächst nachfolgende von uns bereits einmal reproducirte Stelle aus einem Werke des zu den bekanntesten Botanikern gehörenden Akademikers de E and olle. Dieser schreibt: „Ich habe überall die jüdische Bevölkerung in derselben Weise wiedergeftuwen: arbeitsam, intelligent, sparsam, zuweilen bis zum Geize, aber mildthätig, wenig zu Gewaltthaten und Verbrechen gegen Personen geneigt und der Trunksucht nicht ergeben. Man wirst ihr vor, sie habe keine Würde, sei unterwürfig und zu schlau in Geschäften. Im Ganzen hat sie die Eigenschaften und die Fehler der hochcivilisirten Völker, d.h. vorzügliche Eigenschaften und erträgliche Fehler. Das Bild, welches Europa etwa zeigen würde, wenn es einzig von Israeliten bevölkert wäre, dürfte seltsam scheinen. Es gäbe dann keine Kriege mehr; das sittliche Gefühl würde demnach nicht so häufig beleidigt, Millionen von Menschen würden nicht den nützlichen Arbeiten aller Art enttissen und die Staatsschulden und die Steuern würdm geringer werden. Den bekannten Tendenzen der Israeliten zufolge würde der Cultus der Wissenschaften, der Literatur, der Künste, besonders der Musik sehr weit getrieben werden. Industrie und Handel würden blühen. Man würde nur wenige Angriffe auf Personen sehen und die Vergehen gegen das Eigenthum würden selten gewaltsam ausgeführt. Der Reichthum würde durch die Wirkung einer mit Sparsamkeit verbundenen, intelligenten und regelmäßigen Arbeit ungemein zunehmen. Dieser Reichthum würde großartige Mildthätigkeit üben. Die Geistlichkeit würde mit dem Staate gar nicht oder nur über Nebendinge in Confiict kommen. Unglücklicherweise gäbe es manche Bestechmrgen und wenig Festigkeit bei den Beamten. Die Heirate:: wären stühzeitig, häufig und ziemlich allgemein in Achtung gehalten; demnach wären auch die Uebel, welche aus Sittenlosigkeiten hycvorgehen, selten. Dieser Unistand, sowie einige gute, hygienische Vorschriften würden dazu beitragen, die Bevölkerung gesund und schön zu machen. Die Geburten wären häufig, die mittlere Lebensdauer länger. Aus allen diesen Ursachen würde die Bevölkerung ungemein znnehmen. Es wäre etwa der Zustand Chinas, mit mehr Moralität, inehr Intelligenz, mehr Geschmack und ohne die scheußlichen Aufstände und Schlächtereien, die das himmlische Reich entehren." „Zur Eutwerfung dieser Skizze bedarf es keines Aufwandes von Phantasie, denn sie beruht ans wohlbekannten Thatsachen. Aber ich beeile mich, hinzuzufügen, daß eine in solcher Weise zusammengesetzte Gesellschaft nicht lebensfähig wäre. Wenn in Europa oder den benachbarten Ländern nur einige Nachkommen der alten Griechen oder Römer, der Cantabrer oder Celten, der Germanen, Slaven oder Hünen zurückgeblieben sein sollten, so würde die ungeheure israelitische Bevölkerung, die wir annah men, bald unterjocht, zerstampft und beraubt sein. Je größer ihr Reichthum, desto schneller ihre Plünderung. Je schöner die Rasse, um so mehr würde man, sie behandeln wie die Circassierinnen und die jungen Gefangenen, die einst in Babylon weinten. Und wenn es keine Barbaren mehr in Europa geben sollte, so würden sie über's Meer herüber kommen. Mit einem Worte, die Annahme einer großen, sehr civilisirten, d. h. sehr humanen, sehr milden, sehr intelligenten und sehrreichen Berölkerung ohne Plünderer und Despoten, welche aus ihr Nutzen ziehen, läuft ebenso den Thatsachen zuwider, wie die Annahnre eines Continents, der nur von Pflanzenfressern ohne Raubthiere bewohnt wäre. Man kann theoretisch eine höchst civilisirte Gesellschaft construiren, die von der Barberei entfernt wäre, aber das wäre kein vollkommener Zustand, denn eine solche Gesellschaft könnte sich nicht vertheidigen." „Wie kommt es, daß diese kleinen, in der Welt zerstreuten jüdischen Gemeinden Eigenschaften und Fehler besitzen, welche einem vorgeschrittenen Zustand der Civilisation au: besten entsprechen? Aus den gewöhnlichen Ideen der Philosophen und Geschichtsschreiber läßt sich diese Thatsache nicht erklären." „Wenn die Religion allein den Charakter der Juden und Christen bestimmte, so .müßte man gerade das Gegentheil von dem sehen, was man findet. Die Israeliten lassen sich vorzugsweise durch das Alte, die Christen durch das Neue Testament leiten. Nun müßte gerade das Alte Testament rauhe Sitten erzeugen und gewisse Ungerechtigkeiten entschuldigen. Es stellt Gott als einen Rächer'") dar, der an mehreren Generationen das Unrecht eines Vaters straft, der ein Volk auserwählt hat und somit die anderen vernachlässigt. Das Neue Testainent in: Gegentheile ist von Milde, Wohlthätigkeit und Unterwürstigkeit durchdrungen. Gott wird in ihm vorzugsweise als gut und mitleidig dargestellt; er nimutt alle Menschen ohne Unterschied der Rasse und Herkunft als seine Kinder an. Die Milde und Deinuth sind sogar bis zur Uebertreibung aneinpfohlen, wie in dem Gebote, die andere Backe darzubieten, wenn :nan auf die eine geschlagen wurde. Nun sehen wir gerade die Juden bis zum Gehorsam gegen diese seltsame Vorschrift demüthig, während die Christen häufig hochmüthig, gewaltsam, ausschließlich in ihren Neigungen und über die Maßen streng in ihren Gesetzen sind. Wenn die Religionen allein die Völker gebildet hätten, so könnten die Juden ganz gut gewaltthätig sein, während die Christen unterwürfig se'n müßten. Das Gegentheil ist aber der Fall." „Man jagt: die Juden sind unterwürfig, mißtrauisch, sparsam und ihren Angehörigen zugethan, weil sie seit langer Zeit verfolgt wurden. Aber viele christliche Völker sind auch verfolgt und in verschiedener Weise unterdrückt worden, haben aber unter solchen Verhältnissen stets gesucht, sich zu einpören. Die Juden haben geduldet und geschwiegen, während die Spanier unter den Arabern, die Polen, die Irländer und andere mehr sich ganz anders betrugen, wenn sie glaubten, Ursache zu Klagen zu haben. Die verhältnißmäßige Milde der Israeliten hängt also weder von ihrer Religion, noch von ihrer Behandlung ab. Die.Naturgeschichte kann das Rüthsel allein lösen." „Die jüdische Rasse ist eines der ältesten Culturvölker, das sich niemals mit einem anderen gemischt hat. Während der brutalen Rohheiten des Mittelalters hatten die Juden Handelsbeziehungen erfunden, welche die Völker verbinden, wie z. B. den Wechselbrief. Sie trieben Künste und Wissenschaften. Schon vor zweitausend Jahren hatten sie bemerkenswerthe moralische und intellectuelle Begriffe, welche die Tradition um so besser erhalten hat, als die allgemeine Zerstreuung doch die Jsolirung der Race nicht hinderte. Daher kommt es, daß ein Israelit, wenn er auch seinen: Urgroßvater oder einen: weiter entfernten Ahnen gleicht, dennoch die Eigenschaften und Fehler eines civilisirten Menschen und zugleich jene schöne Bildung seiner Rasse besitzt, die von den Künstlern mit so viel Recht bewundert wird." „Die christlichen Völker im Gegentheile treten kau::: aus der Barbarei heraus. Ihre Civilisation hat in Centtal-Europa seit drei Jahrhunderten und in Rußland erst seit Peter dem Großen begonnen. Sie haben noch immer gegen ihre früheren Gewohnheiten des Raubes, der Ungerechtigkeit, der moralischen und physischen Gewalthätigkeiten zu kämpfen.' In: Süden unseres Continentes gibt es noch Bevölkerungen, welche die Blutrache für eine Tugend halten, selbst wenn sie gegen Nachkommen eines Beleidigers geübt wird. Die westlichen Küsten Europas haben Bewohner auszuzeigcn, welche über einen Schiffbruch jubeln, weil er ihnen Gelegenheit zum Plündern gibt. In unseren civilisirt-sten Staaten verbrannte man vor zweihundert Jahren die Ketzer und vor hundert Jahren die Hexen. Noch im achtzehnten Jahrhundert waren arbiträre Verhaftungen an der Tagesordnung und Leute von hohen: Range schäutten sich nicht, ohne Scheu vor Gesetzen und Gerichten, die Niedergestellten prügeln zu lassen. Im Anfang unseres Jahrhunderts henkte :::an noch in England einen Menschen *) Vergleiche den hochinteressanten Aussatz vomOberraüincr Tr.Giideinann : „Der Gott der Rache" in der „Oesterreichischen Wochenschrift", Rr. 40—4«, Iahrg. >887.