Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-05-03 · 18 (3.5.1895) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
18 (3.5.1895)
Date
1895-05-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/3020846-3021061-3021080--04519-3028709
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Seite 330 Nr. 18 Dr. Vloch's Wochenschrrfl. nnb auch bei dem f. und k. Olcichskricqs- und t und k. Neichssiiiaiizminisrcrium für die Zukuntt au.qeorduer und ciuqcyalrei: werden wird. Bczüchich des in dieser Iitterpclllttiou verzcichueieu Vorfalles stellen die Geferngleu au Seine Durchlauch:. den Herrn Ministerprafidemen die Ol n trage: „„Ist Leine Durchlaucht geneigt, sofort Vorsorge zu treffen, daß die in dieser Interpellation erwähnte Verlauwarung der k. und k. Militärbehörden in dem Linnc geändert, und neu pndlicirt werde, daß an Stelle des unzulässigen Begehrens der Beibringung des Taufscheines in den Olnfnahmsgefuchen um Gewährung von Olerarial- und Znhlplätzen in den k. und k, ONilitürcrzicbungs- und Bildungs-Olustaltcn lediglich die Olltcrsnachweisung" begehrt wird und daß überhaupt auch für die Zukunft ein gleicher Vorgang striete ciugchalrcn wird'-'"" Dr. Gotz. Wannieck. Dr. Habcrmanu. Dr. Erner. Dr. Promber. Schwab. Demel. Dr. Marchcr. Dr. Nuß. Dr. Hallwich. Proskowctz. Brenner. Moscon. Suttner. Scharfchmid. H. Toblhoff. Eltz. Tr.Polak. Dr. Mcngcr. Dr. Pergelt. Dr. Klein. Dr. Klneki. Kübcck. Dr. Funke. Neuber. Bons. Miskolczy. Hürrer. Wimhölzel. Dr. Stöhr. Wrabcp. Bendel. Lorvcr. Ängsten. Habicher. Tr. Groß. Attcms. Dr. Schauer. Kiclmanscgg." „Interpellation d c r Ol b g c o r d n e t e n D r. K r o n aweiter, Pernerstorfcr und Genossen an Scinc des H c r r n Zeno Grafen Welfe r s h c i m b, k. k. M i n i st e r s für Landcsvcrthcidignnq, Grecllcuz. Das Amtsblatt zur „Wiener Zeitung" vom er. April 1303, Nummer 91, sowie das „Prager Abendblatt" vom 18. April 1893, Nummer 89, enthalten eine Concursausschrcibuug für die Aufnahme in die k. k. Lnndwehr-Eadcttenschulc in Wien, und wird darin gefordert, die beim Commaudo der k. k. Landwehr- Cadcttcnschule in Wien cinznbringendcn Anfnahmsgesuche mit dem Taufscheine des AufnahmsbcwerbcrS zu belegen. Zn (Konsequenz dieser Anfnahmsbcdingung bestimmt auch Punkt 9, Absatz r>, dieser Verlautbarung, daß nur die Söhne der evangelischen und griechisch-orientalischen Militärgeistlichen Anspruch aus ein ermäßigtes Schulgeld genießen, und mangelt die gleiche Bestimmung rücksichtlich der Kinder der Feldrabbiner, welche, da sie nicht in der Lage sind, ein mit dem Taufscheine belegtes Aufnahmsgcsuch cinzubringen, von der Aufnahme in die k. k. Landwehr-Cadcttcnschnlc in Wien ausgeschlossen sind. Im Amtsblattc der k. k. Bczirkshauptmannschaft in Gaya, Nr. 4 vom April 1893, wird sub Nr. 28 kundgcmacht, daß mit Beginn des Schuljahres 1893/96 in den k. k. Militär- Erziehungs- und Bildungsanstalten beiläufig 273 ganztmd halbfreic Acrarial-, dann Stiftungs- und Zahlplätzc zur Besetzung gelangen. Als solche Anstalten werden namentlich bezeichnet: Das Officiers-Waiseninstitut, die Militär-Unter- und Dberrealschnlen und die Militärakademien. Den Aufnahmsgcsuchen für alle diese Anstalten ist nach dem Wortlaute der Verlautbarung dieser k. k. Bezirkshauptmannschaft der Taufschein des Aufnahmsbcwerbcrs beizulegen. Es sind somit confesfionsloS geborene und ungetauft gebliebene, sowie israelitische Staatsangehörige von der Aufnahme in alle die vorgenannten Militäranstaltcn ausgeschlossen. Die Gefertigten stellen daher an den k. k. Minister für Landesvertheidigung die Frage: „„1. Vermag derselbe die Ausschließung dieser Staatsangehörigen von den gcnannnten Miliiäranstaltcn gegenüber den Bestimmungen der Artikel 2, Z und 14 des Staatsgrundgcsctzes vom 21. Decembcr 1867, R. G. Bl. Nr. 142, über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger und gegenüber der von der k. k. Negierung in Betreff einer ähnlichen Olngclcgcnhcit durch den k. k. Finanzminister Tr. Edlen v. Plcncr in der 336. Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 20. März d. I. abgegebenen Erklärung zu rechtfertigend 2. Wenn nicht, ist derselbe geneigt, die erwähnten Eoncnrsansschrcibungcn als gesetzwidrig zu annnllircn und neue, den Staatsgrnndgesetzen entsprechende zu - verlautbaren V Ist insbesondere derselbe auch geneigt, den Kindern der Fcldrabbiner rücksichtlich der Ermäßigung des Schulgeldes in der k. k. Landwehr-Cadettenschule in Wien dieselbe Begünstigung zu gewähren, wie den Kindern der evangelischen und griechisch-orientalischen Militärgeistlichen 3"" Dr. Kronawetter. Pcrnerstorser. Kaftan, Dr. Kaizl, Dr. Kurz, Eim, Dr. Engel, Sokol, Dr. Fort, Dr. Brzoräd, Krumbholz, Dr. Kramckr, Rasln, Dr. Lang, Dr. Slavlk." Christenhatz in China. Die illustrirte Monatsschrift „Die katholischen Missionen" hat im Jahre 1876 (Freiburg i. B., 1876, S. 15. ff.) einen interessanten Maueranschlag veröffentlicht, der in der chinesischen Provinz Sutschuen angeschlagen war. Dieser „Aufruf an die Männer von Herz" zeigt, wie antisemitische Flugblätter, am Rande folgende aufreizende Sätze gegen die Christen: Rechts: „Jeder, der das Blatt liest, muß es auf dem öffentlichen Platz aufheften." „Einladung an die Gelehrten, Ackers - leute, Handwerker, Äaufleute, ihre Äräfte zu vereinigen, um das Ungehcuer zu ersticken und seinen Räubereien vorzukommeu." Links: „Kehren wir zur alten Glückseligkeit zurück*). Magistrats¬ und Militärpersouen, vereinigt eure Kräfte, um die falsche Religion zu vertilgen und die Dynastie der Tsin zu retten!!" „Diejenigen, welche dieses Urtheil aufbewahren, sind ebenso schuldig wie die Christen." Das Flugblatt zerfällt in drei Etagen. Die oberste wiederum in drei Theile und jedes Fach zeigt das Bild eines Mandarinen (nebst Diener), der sich besonders durch seinen Christenhaß ausgezeichnet hat. Unter diesen drei Bildern, in der zweiten Etage, befinden sich die Reden dieser drei chinesischen Beamten: „1. Worte T i e n - s i n - t s ch u'ö. Tausendmal verflucht seien dieser Mann und dieses äöeiti**), die nicht würdig sind, dem Meuschengeschlechte. anzugchören. Warum wollen sie sich so in Thiere verwandeln'? Der Bordertheil ihres Körpers ist von europäischer Abstammung und bei ihrein Eintritte in das Reich hat er Menschengestalt angenommen; aber sobald die Heimatluft sie berührt, kehren ihre ersten Züge bald wieder zurück. Sie beten weder Himmel noch Erde an und halten das Andenken an ihre Vorfahren nicht heilig. Ihre Frauen und Töchter gehören dem ersten Besten und deshalb haben diese unreinen Dämonen, würdige Nebenbuhler der Hunde, nur Bastarde barbarischer Nasse zu Kindern. Man erkennt sie an ihrer Haut, ihrem Haar und ihrem Horn, und wenn sie auch wollten, könnten sie doch niemals das Thier ablegen, um dem Menschengeschlecht anzugehören. 2. Worte Ly - ho ng - tschan g's. Ich öffne den Mund in meinem Zorn um euch zu verfluchen, ihr beiden Barbarenkönige. Wenn ihr cs waget, kommet noch einmal, die Ordnung des großen Reiches zu stören, Pferde- und Hundsgesiudel! .ist die Ursache alles Unglückes. Unter dem Vorwände,;um Guten zu ermahnen, zerstört er die Ordnung und verdirbt die Herzen. Aber mir wird er mein Gewissen und meine Treue nicht rauben. Verbrecher vom Fuß bis zum Scheitel, verdient er tausendmal den Tod; heimliche Nachstellung, Heuchelei, Haß der Auctorität, das sind seine Lieblingsträume. Jetzt, wo die Gewalt in meiner Hand ist, fallet und sterbet unter dem Schwerte Söhne und Enkel der Barbaren. Möge die.Religion uutergehen! Lassen wir die Lüge, folgen wir der Wahrheit und wir werden glücklich sein. 3. Worte P a o - T s ch a o's. Verflucht seien diese Europäer, diese Hunde von Missionären oder diese Regierer von Hunden, welche kommen, eine barbarische Religion zu predigen und die heilige Weisheit zu zerstören, welche den hehren Confucius entehren und verleumden, obgleich sie nicht die erste Seite eines Buches studirt haben. Der Himmel kann sie nicht mehr dulden und die Erde nicht mehr tragen. Schlagen wir sie, schicken wir sie in die Tiefe der Hölle, um ewig nachzudenken! Schneide man ihnen die Zunge aus, weil sie die Menge durch ihre Lügen verführen und weil ihre Heuchelei tausend Mittel hat, die Herzen auSzurcißen. Mögen die nur nicht meinen, daß mein Königshaus schwach und furchtsam sei; ich, Tsio (General), habe Kraft und Muth; die Strafen, die ich auferlege, sind schrecklich. Der 'Jiniifemttoit würden schreiben: „Kehren wir zur alten, deutschen Treue zurück!" Am», d. Red. **) Gnncint ist das christliche Ehepaar, das carikirt unterhalb der Rede des Tien-sin-ischn aufgrmalt ist.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.