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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-04-05 · 14 (5.4.1895) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
14 (5.4.1895)
Date
1895-04-05
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 260 Dr. Bloch's Orstrrrrichifche Wochenschrift. Nr. 14 Wie«. Am 7. April, 1 Uhr Mittags, findet im israelitischen Tempel, I, Seiteustettengasie die Trauung von Frl. Helene Beck, Tochter des Herrn Hermann Beck, mit Herrn Victor Fuchsbalg statt. Wien, 1. April. Mittwoch den 27. März, Abends Yä7 ^hr, fand wie alljährlich im Tempel der israelitischen Cultusgemeinde Wien, XVI. Bezirk, Habergaffe 8, das feierliche Requiem für den verewigten Ignatz Edlen von K u f f n e r statt. Nach einem schön ausgeführten Choralgesang unter der Leitung des I. Cantors Herrn M. Schlesinger hielt Se. Ehrwürden Herr Dr. M. Deutsch eine ergreifende Gedächtnißrede, welche auf die zahlreiche Zuhörerschaft einen tiefen Eindruck machte. Unter den Anwesenden wurden bemerkt: Der Cuttusvorstand Herr S. R o s n e r mit dem Secretär Dr. Lieben; der G>'sammtoorstand der Chewra-Kadischa des XVI. und XVII. Bezirkes mit dem Präses Herrn B. Trnka, der Ausschuß des Vereines der Kinderfreunde mit dem Obmanne Herrn Nowak, der Ausschuß des Vereines „Gemiles Chesed" mit dem Obmanne Herrn Kornmehl, Stadtbaumeister Zagorsky, die Fabrikanten Mayer und Sittig, Herr Moriz Edler von Kuffner, Herr G. Wolf, Disponent des Hauses Kuffner mit dem gesammten Beamtenpersonale und ein sehr zahlreiches distinguirtes Publicum. Wie«. E. B. (S terbefall.) Am 31. v. M. wurde hier der einer achtbaren Familie entstammende Einjährig-Freiwillige des 3. Infanterie.Regimentes, Herr Gustav Bill, zu Grabe getragen. Dem militärischen Leichenconducte folgten außer den Leidtragenden die vollzähligen Abtheilungen der Einjahrig-Freiwilligen des 3. und 8. Infanterie-Regimentes, die ihrem beliebten Kameraden das letzte Geleite gaben und die letzte Ehre erwiesen. Friede seiner Asche! Wie«. Unter überaus zahlreicher Theilnahme fand das Leichenbegängniß des Hof- und Gerichtsadvocaten Dr. Friedrich Bunzl statt. Die Leiche wurde auf den Centralfriedhof überführt, wo Oberrabbiner Dr. G ü d em an n eine ergreifende Trauerrede hielt. Am offenen Grabe widmete ein College des allseits geschätzten Advocaten demselben einen Nachruf. Floridsdorf. Die Wahl des neuen Cultusvorstandes hat hier Dienstag den 2. April stattgefunden und brachte eine große Ueberraschung. Nachdem der bisherige Vorsteher Herr Josef Buch Wald, um sich und seinem Anhänge die Wiederwahl zu sichern, das mit der Opposition geschloffene Compromiß gelöst und mit den Vertrauensmännern der auswärtigen Mitglieder ein Abkommen getroffen hatte, durch welches den Letzteren die Mehrzahl der Mandate im neuen Cultusvorstande zugestanden wurde, war zwischen den beiden einheimischen Parteien ein heftiger Wahlkampf entbrannt. Bei der gestrigen Stimmenabgabe nun ließen zahlreiche auswärtige Mitglieder, namentlich jene aus Stockerau, die Partei des bisherigen Vorstehers im Stiche und stimmten für die 'Liste der Opposition, welcher sich auch die meisten einheimischen Mitglieder angeschloffen hatten. Das Resultat der Wahl war nun der Sieg der Letzteren, welche mit circa 30 Stimmen im Uebergewichte blieb. Der von beiden Seiten aufgestellte Herr Dr. König wurde nahezu einstimmig gewählt und dürfte das künftige Oberhaupt der Floridsdorfer israelitischen Cultusgemeinde werden, eine Eventualität, welche im Interesse des Friedens innerhalb der Gemeinde nur mit lebhafter Freude zu begrüßen wäre. Sache des neuen Vorstandes wird es auch sein, in der Rabbinersrage endlich klare Verhältnisse zu schaffen, damit Beruhigung in die erregten Gemüther einkehrt. Der neugewählte engere Cultusvorstand besteht aus folgenden Mitgliedern: Dr. Jacob König, Dr. Moriz L ö w h. Emanuel G r ü n w a l d, David E i s i nger, Ignaz Frisch mann, Dr. Adolf Schrötter, Jacob Glaser, sämmtliche in Floridsdorf; Heinrich Reichsfeld, Moriz Mandl und Moriz Schischa aus Groß-Enzersdorf, Hermann Munk und Emanuel Edelhofer aus Stockerau Josef Drill aus Pillichsdorf, Johann Lederer aus Korneuburg und Samuel P i s k aus Marchegg. 3«fti«, I.April. BorigenMontag den25. März (Feiertag) fand im israelitischen Tempel zu P r e ß b u rg die Trauung der Tochter des Herrn I. S. Barth, Obmann der Chewra- Kadischa in Z n a i m, mit Herrn Max P ol l a k aus Proßnitz statt. Am 24. März (Sonntag) fand auch in Z n a i m die Trauung der Tochter des hiesigen Cultus-Beirathes Herrn Johann M ü ck mit Herrn Ignatz W a l l i s ch statt. Efsek, 26. März. Am heutigen Tage wurden unter impo-' sanier Betyeilr'gung der Bevölkerung, der Feuerwehr und deren Musik die sterblichen Ueberreste des kaum zwanzigjährigen Carl Horn, Sohn des hiesigen hochgeachteten Bürgers Simon Horn, zu Grabe geleitet. Dex junge Mann fiel einem entsetzlichen Verbrechen zum Opfer. Samstag Abends im Nachhausegehen begriffen, überfielen denselben an der Grenze der Stadt mehrere 16—17jährige Burschen, von denen einer dem Unglücklichen einen Stich in die Brust versetzte, welcher eine sofortige inners Verblutung zur Folge hatte. Unsäglich war der Jammer der Eltern und Geschwister. Im Trauerhause sprach in Vertretung des erkrankten Oberrabbiners der Secretär Schwarz mit erschütternder Kraft der Beredsamkeit. Mögen die gramgebeugten Eltern in der allgemeinen Theilnahme Trost und Beruhigung finden. Wittkowitz. Bezugnehmend auf die harnischrasselnde Berichtigung vom 2. März des Dr. Schweinburg theilt man uns noch mit, daß nicht Herr Dr. L. Schweinburg, Anstallsbesitzer in Znckmantel, und seine Gattin den Glauben gewechselt haben, sondern deren beide Knaben Erich (7 Jahre) und Kurt (2 Jahre) in der Zuckermanteler Pfarrkirche unter großem Pompe getauft wurden. Als Pathen fungirten der dortige Bürgermeister und die Gräfin Stillfried. Es steht nichts ans über den § 19! Wir mußten die Berichtigung des Herrn Doctors aus preßgesetzlichen Gründen aufnehmen. Diese Berichtigung der Berichtigung bringen wir gerne freiwillig. Eger. Am 21. März l. I. trugen wir den Senior und Begründer der hiesigen Cultusgemeinde Herrn Leopold Kohner zu Grabe. Derselbe, stets eines ^der rührigsten und verständnißvollsten Gemeindemitglieder, schuf bereits in den 60er Jahren einen Betverein, der sich dann im Laufe der Zeit zur Cultusgemeinde ausgestaltete. Der rege Geist des Verklärten, sowie sein geläuterter Sinn für jeden Fortschritt auf culturellem Gebiete, bewirkten die Einführung zeitgemäßer Institutionen in Schule und Gotteshaus, die er stets zu fördern bestrebt war; ja wir sehen ihn sogar noch bei dem'vor zwei Jahren neuerbauten Tempel, diesem Bauwerke, in regster Antheiluahme mit seinem weisen Rathe als leitendes Baucomitömitglied vorstehen. Sein reiches Wissen auf theologischen und weltlichen Gebieten, sein von edelster Humanität getragener Charakter, seine stets bereite Hand in Uebung von Wohlthätigkeitsacten, sowie sein anerkannt reelles geschäftliches Gebühren als Kaufmann machten ihn zum Mittelpunkte der hiesigen Judenheit und ward ihm deshalb allenthalbeu die größte Verehrung zutheil. Dies zeigte sich an dem Ehrengeleite zur letzten Ruhestätte, woran sich die verschiedensten Gesellschaftskreise der hiesigen Stadtbevölkerung betheiligten. Sein verdienstvolles Wirken wurde sowohl vom Rabbiner Herrn S. Popper sowie vom Cultusvorstande Herrn M. Gott lieb in ehrenden Nachrufen gewürdigt. (Möge der Verklärte nun den reichsten Lohn ernten für sein ruhmvolles Wallen auf Erden. Bukovar. Unser Herr Rabbiner Se. Ehrwürden Dr. Julius Diamant hat sich mit Fräulein Sulamith Löwy, der Tochter des sel. Comitats-Oberrabbiners David L ö w y, verlobt. Königsberg in Preußen, 1. April. Der bisherige außerordentliche Profeffor der Mathematik Herr Dr. Hermann Mi nko w s ki ist zum ordentlichen Professor an unserer Universität ernannt worden. — Ein um wenige Jahre älterer Bruder dieses erst im 29. Lebensjahre stehenden hervorragenden belehrten ist Profeffor der inneren Medicin an der Straßburger Universität. Beide Herren Professoren sind glaubenstreue Israeliten. Sniatyn. Der Verein „Kinderfreund" versendet den Rechenschaftsbericht für das letzte Schuljahr. Der Verein entwickelte eine ersprießliche Wirksamkeit. Die von ihm veranstalteten Festlichkeiten erfreuten sich hervorragender Theilnahme und erzielten die besten Erfolge, welche der armen Schuljugend zugute kommen. Der Bericht gedenkt mit Wehmuth des verstordenen Kinderfreundes Dr. Meller und spricht den Dank aus den ehrenwerthen Herren Gutsbesitzern, Gutspächtern und Privaten in den nahegelegenen Orten der Bukowina, die es uns ermöglicht haben, die Beköstigung der 84 allerärmsten Schulkinder durch nahezu 4 Monate im Winter glänzend durchzuführen, da dieselben uns in menschenfreundlichster und herzgewinnender Weise Victualien in größeren Quantitäten gewidmet haben und theilweise auch Geldbeträge uns zur Verfügung stellten. Der Verein verdient aufrichtige Unterstützung und Förderung. 7

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