Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 12 (1895)
- Issue
- 12 (22.3.1895)
- Date
- 1895-03-22
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 224 -tr. 12 Dr. Bloch's Oeyerrrichische Wochenschrift. Bei den hierauf stattgehabten Ergänzungswahlen wurden folgende Herren gewählt: Für den Vorstand die Herren: S. Deiches, Max Hescheles, B. Landau und M. A. Op per. Für den Bethausvorstand die Herren: I. Axelrad, Albert Kahane und D. Kolieb. Als Schiedsrichter die Herren: Leopold Klausner, David La nd an und Josef S i lb erm ark. Als Rechnungsrevisoren die Herren: Jacob Obst und I. B. Weiß. Wie«. (Allgemeiner Kranken-Unterstützungs- Verein „Nächstenliebe".) Dieser humanitäre Verein, welcher bekanntlich im vorigen Jahre sein fünfundzwanzigstes Jubiläum unter zahlreicher Betheiligung der besten Kreise unserer Stadt festlich beging, hielt am 17. d. M. in Sohr's Restaurationslocale seine 26. ordentliche General-Versammlung ab. Dem vorliegenden Rechenschaftsberichte entnehmen wir. daß der Verein auch im abgelaufenen Jahre eine sehr ersprießliche, humanitäre Thätigkeit entfaltete, indem er mehr als 6000 fl. als Krankenuuterstützungen. Curbeiträge, Witwenunterstützungen sowie Beiträge zur Errichtung von Grabsteinen rc. widmete. Die Mitglieder erhalten nämlich im Erkrankungsfalle ein wöchentliches Krankengeld in den ersten 13 Wochen je 10 fl. und in den weiteren 13 Wochen je 5 fl. nebst freier ärztlicher Behandlung für sich und ihre Familienmitglieder. Die Gesammt- Einnahmen des Vereines beliefen sich aus 7697 fl. 26 kr. Die Caffagebahrung des letzten Jahres ergibt einen Ueberschuß von 1390 fl. 27 kr. Der Vermögensstand des Vereines beträgt derzeit 11.754 fl. 43 kr. Die Versammlung, welcher der Obmann Herr Jacob Theumann. präsidirte, nahm den Rechenschaftsbericht des Vorstandes beifällig zur Kenntniß. ertheilte dem Vorstände das Absolutorium und nahm die Wahl von sechs Vorstandsmitgliedern, zweier Ersatzmänner und zweier Revisoren vor. Der Vorstand hat sich hierauf sofort constituirt und wurden die Herren Jacob Theumann zum Obmann, Ignaz Kantor zum Obmann-Stellvertreter. Emanuel Frankl zum Caffaverwalter, Arnold Fuchs zum Schriftführer und Jacob Ehrlich zum Schriftführer-Stellvertreter gewählt. Die Herren Jacob Th eum a nn und Emanuel Frankl sind auch Armenräthe der Stadt Wien; Ersterer steht bereits länger als ein Decennium an der Spitze dieses Humanitären Vereines. Wie«. (Wohlthätigkeits-Ball im X. Gemeindebezirk in Wien.) Der israelitische Humanitäts- Verein für den X. Gemeindebezirk Wiens veranstaltete Sonntag ben 10. März 1895 in Rappel's Rosensälen seinen Wohlthätigkeits-Ball. Dieses wohlthätige Unternehmen, unter der Leitung des Obmannes des Humanitätsvereines. Herrn D. Weiß, ist auch heuer seiner Bestimmung vollauf gerecht geworden, indem es gelang, ein bedeutendes Reinerträgniß zu erzielen. In diesem Bezirke ist es eine äußerst erfreuliche Erscheinung, daß die jüdischen Bewohner von seltener Einmüthigkeit und Opferwilligkeit erfüllt sind, wenn es gilt, gemeinnützige Unternehmungen und Werke der Wohlthätigkeit zu fördern. Vom Ballabend sesbst läßt sich nur das Allerschönste berichten. Ein ungemein reger Besuch machte den Abend zu einem äußerst animirten. Von Ehrengästen bemerkte man die Herren Bezirksausschüsse Director Sacher, L. Braun, den Obmann des Tempelbau-Comitss Herrn S e l i g m a n n, den Obmann des Tempelvereines Herrn S. R o s e n t h a l, die Herren Doctoren Koch, Handl, Back, Rosenthal, Pick, N a g y, die Herren Zimmermann, I. Heller, Architekt P o p p e r u. A. Das Ballarrangement, das unter der trefflichen Führung der Herren M. Polaczek und Ad. Engl stand, war ein bewundernswerthes. Wien. Am 17. d. M. wurde Herr Jacob Steiner zu Grabe getragen. Ec zeichnete sich durch altjüdische Frömmigkeit aus, war während einer Reihe von Jahren Bürgermeister in Eibenjchütz, wo unter feiner Verwaltung der dortige Tempel erbaut wurde. In Wien bekleidete er mehrere Jahre hindurch dasAmteinesB thausvorstehersam Tempel des IX. Stadtbezirkes. Der Vorstand dieses Gotteshauses erschien in corpore, um ihm das letzte Geleite zu geben, Herr Rabbiner Dr. G e l b h a u s hielt in der Trauerhalle einen warmen, zu Herzen gehenden Nachruf. Wien. (Co stümkränzchen der „Bokalia".) Ja dem prächtig decorirren Saale „zum wilden Mann" fand Montag als Tarnevalsnachzügler das diesjährige Csftü>nkcänzchen des Währing er humanitären Geselligkeits-Clubs „V o kal i a" statt. Das glänzende Fest, zu welchem die vollständige Regimentsmusik-Capelle Nr. 3, Erzherzog Carl, in anerkennenswerther Weise aufspielte, kann gu den glänzendsten Veranstaltungen des heurigen Faschings gezählt werden, und es gebührt in erster Linie dem allgemein beliebten Club-Obmann Dr. Sigmund Pollak mit seinem Stellvertreter Dr. Winter, welche im Vereine mit den übrigen Comitemitgliedern kein Opfer an Zeit und Mühe scheuten, allgemeines Lob. Wien. (Humanitäre Legate.) Der kürzlich verstorbene Nordbahnbeamte Herr Philipp Zwilling er vermachte 500 fl. der israelitischen Cultusgemeinde in W' e n und 4500 fl. zu einer Heiratsausstattungs-Stiftung für ein armes, aus Mähren oder Niederösterreich stammendes, in Wien wohnhaftes israelitisches Mädchen. Floridsdorf. In Entgegnug auf unseren Bericht über den Ball des Floridsdorfer israelitischen Frauen-Wohlthätigkeitsvereines in Nr. 11 der „Oesterreichischen Wochenschrift" erhielten wir von fünf Floridsdorfer Herren eine Zuschrift, in welcher sich dieselben dagegen verwahren „unberufen" genannt zu werden, in Floridsdorf ein Purim-Kränzchen nach ihren Geschmacke arrangiren zu dürfen. Das Comite bestand aus Söhnen angesehener Cultusvorstandsmitglieder und aus solchen selbst. Einige der Comiteherren fungiren schon an die zehn Jahre als solche sowohl bei den Simchas-Thorawie bei den Purim- Kränzchen. Die Zuschrift bestreitet ferner, daß es in der Absicht der Herren gelegen gewesen sei, den Frauen-Bereins-Ball zu stören, sondern dieselben seien lediglich von der Absicht ausgeganqen, eine gemüthliche Purim-Unterhaltung zu schaffen, wie man sre von früher gewöhnt war. Was die Herren sonst noch an polemischen Bemerkungen Vorbringen, überschreitet den Rahmen einer thatsächlichen Berichtigung und muß aus preß, gesetzlichen Gründen abgelehnt werden. Mattersdorf. (E i n g e s e n d e t.) Herr Wolfgang Trebitsch in Wien, ein bekannter Wohlthäter plant eine Stiftung - zu Gunsten der Schüler unserer Vereins - Anstalt «Jesode Thoras Emes». Mittwoch am 13. d. M. fand die Semestral-Prüfung statt im Beisein zahlreicher Gönner des Vereines. Leider war Herr W. Trebitsch verhindert, derselben beizuwohnen. Allgemein bewundert wurden die gründlichen Kenntnisse der Schüler, welche mit Exactheit und großer Präcision alle Fragen beantworteten. Die Unterrichtserfolge sind in der Thal mustergiltig. Nach Schluß der Prüfung hielt Oberrabbiner und Director B. Ehrenfeld eine ergreifende Ansprache an Lehrer und Schüler, Be de zu eifriger Pflichterfüllung mahnend. Der Oberrabbiner nominirte gleichzeitig drei der besten Zöglinge, welche mit dem Stipendium des Herrn Wolfgang Trebitsch in Wien betheilt werden sollen. In einer rührenden Ansprache mahnte er zur Dankbarkeit und erflehte den Segen des Himmels für den edlen Wohlthäter. Die Vereinsleitung: Heinrich Rosenberger, Präses. Trebitsch. Am 13. März wurde hier der gewesene Manufacturist Herr Jsak Subak, ein Bruder der vorteilhaft bekannten Herren Emanuel und Hermann Subak in Wien, unter zahlreicher Betheiligung zu Grabe getragen. Der Verewigte hatte sich während einer fünfzigjährigen, eifrigen und soliden Geschäftsthätigkeit eine sehr geachtete Stellung in der Kaufmannswelt errungen. Die frommen Stiftungen, die er testamentarisch errichtete, betragen mehr als 2000 fl. Der hiesige Rabbiner, Herr Dr. Pollak, hielt ihm einen warmen Nachruf. Aus Mähren. (Zur Delegirten-Versammlung der jüdischen Cultusgemeinden.) Am 25. März werden sich wie alljährlich die Delegirten der jüdischen Cultusgemeinden in Brünn versammeln, um den Bericht des Curatoriums über die Verwaltung des mährisch-jüdischen Landesmassafondes entgegenzunehmen und Anträge zu stellen, welche sich auf die Erhaltung und Kräftigung der Cultusgemeinden beziehen. Hiemit soll nun auf eine Angelegenheit hingewiesen werden, die bisher völlig ignorirt wurde, deren Regelung aber im Interesse der Gemeinden, wie in em der Cultusfunctionäre dringend geboten ist. Bekanntlich sind die Verhältnisse in Mähren derart, daß die meisten Cultusgemeinden nur mit äußerster Anstrengung die zur Erhaltung eines Rabbiners, Cantors, eventuell Religionslehrers erforderlichen Mittel aufbringen können; an einen Ruhegehalt für die invalid gewordenen Funktionäre, an eine eventuelle Pension für deren Witwen kann unter solch prekären