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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-03-08 · 10 (8.3.1895) · page 19

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
10 (8.3.1895)
Date
1895-03-08
Page
– (sequence 19)
Language
German
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Nr. 10 Oryrrrrdtziptzr Wochenschrift Seite 185 Lumina und noch zwei notable Personen, zur Linken der k. türkische Couful und zwei hervorragenden Gemeindemitglieder, welche die Trauerbänder des Bahrtuches hielten. Die fünf Söhne des Verstorbenen schritten hinter dem Leichenwagen. Der Obercantor, Herr Lazar Weis, sang einen ergreifenden Trauerchoral, bei welchem kein Auge thränenleer blieb. Beim Passiren des Trauerzuges wurden alle Geschäfte der Juden und Nichtjuden gesperrt. Die Söhne ehrten das Andenken des Verstorbenen durch reiche Spenden an Arme. Es erhielt die Schwarzmann'sche Schule 1000 Frcs., der Verein „Cremieux" 300 Frcs., das Asyl 200 Frcs. und die Chewra - Kadischa 3000 Frcs. DermiMes. Wien.(Vermählung desOberrabbinersDoctor Gübemann.) Mittwoch den 6. d. M. Nachmittags 4 Uhr fand in Döbling imHause des Herrn Max F r ä n k e l die Vermählung des Herrn Dr. Güdemann, Oberrabbiner der israelitischen Cultusgemeinde zu Wien, mit Frl. Jda Sachs aus Breslau, statt. Unter den Anwesenden bemerkte man den Präsidenten der Gemeinde, Vertreter des Cultusvorstandes und der Chewra- Kadischa, hervorragende Notabilitäten der Wiener jüdischen Gesellschaft, die Seelsorger und Prediger u. s. w. Den Trauact vollzog Herr Rabbiner Fleißig. Aus Anlaß seiner Vermählung sind dem Herrn Oberrabbiner Dr. Güdemann von Nah und Fern zahlreiche Beweise der Sympathie und Verehrung zugekommen. Wien. An den Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde in Wien ist nachstehendes Schreiben herabgelangt: Cabinets- Kanzlei Sr. k. u. k. Apostolischen Majestät, aä 122 Corr. Im Allerhöchsten Austrage Seiner f. und k. Apostolischen Majestät beehrt sich die Cabinets-Kanzlei dem löblichen Vorstande für die anläßlich des Ablebens Seiner k. und k. Hoheit des Durchlauchtigsten Herrn Erzherzogs A l b r e ch t zum Ausdrucke gebrachten Gefühle der Trauer und Theilnahme den Allerhöchsten Dank Seiner Majestät ergebenst bekannt zu geben. Wien, 2. März 1895. Braun w. p. Wien. Am 15. Februar feierte Herr Cantor Schiller mit seiner Gattin, geborene Blüml, das Fest der silbernen Hochzeit und gleichzeitig sein 40jähriges Amtsjubilänm. Mit 9 Jahren wurde Herr Cantor Schiller in die cantoralen Functionen eingeführt. Am 18. August 1865 wurde er Cantor in K 0 j e t e i n, am 5. September 1880 Cantor in Wien. Seine Gattin ist eine Tochter des verstorbenen Vorstehers in T 0 b i t s ch a u (Mähren). (Hochzeits-Jubiläum.) Am 6. März a. c. feierte der in den weiteren Kreisen sich allgemeiner Werthschätzung erfreuende Liqueur-Fabrikant und Hausbesitzer Herr Abraham Hutterer, Wien, Landstraße wohnhaft, im Kreise seiner Kinder und Enkel, mit seiner Frau Rosalia das Fest seines 40jährigen Hochzeits-Jubiläums, aus welchem Anlaffe dem Jubelpaare aus den weitesten Kreisen die herzlichsten Sympathiebezeugungen zukamen. Wien (Verlobung). Frl. Paula Heller, Tochter des Herrn Directors Heller von der Hohen Warte, hat sich mit dem klinischen Assistenten Herrn Dr. Max Reiner verlobt. Wien, 27. Februar 1895. Der Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten in W i e n hat 6 galizischen Zöglingen der Baron Hirsch-Stiftung, welche in Wien bei Handwerkern untergebracht sind, in Anerkennung ihrer Tüchtigkeit und Ausdauer Stipendien von je 60 fl. jährlich zuerkannt, welche für die Zöglinge in die Sparkasse eingelegt werden. Wien. („Ferienheim", Verein für israelitische Feriencolonien.) Dem vom Vereine „Ferienheim" herausgegebenen 3. Jahresberichte entnehmen wir, daß die regere Betheiligung der Mitglieder in dem abgelaufenen Vereinsjahre eine wesentliche Vermehrung der in die Feriencolonie entsendeten Kinder zur Folge hatte. Obwohl die in Schattmann^dorf und P e t r a u zur Verfügung stehenden Räume soweit als möglich ausgenützt wurden, war die Entsendung einer dritten Colonie, und zwar nach Straßnitz erforderlich. Die Gesammtzahl der Kinder betrug 227 gegen 45 im ersten und 181 im zweiten Jahrgang. Dennoch mußte eine große Anzahl von armen Kindern wegen unzulänglicher Mittel zurückgewiesen werden. Der Gesundheitszustand der oft schwachen und dürftigen Kinder war ein vortrefflicher, so daß ärztliche Hilfe nur in geringfügigen Fällen in Anspruch genommen wurde. Die Beaufsichtigung der Knaben in S ch a t tmannsdorf übernahm der hiesige Religionslehrer, Herr L. W i e s n e r, der in Straßartz Herr Drd. theol. M. Bauer, während die Mädchen unter der bewährten Führung des Frl. Wilhelmine U n g e r standen. Materiell ist der Verein im abgelaufenen Jahre durch den Beitritt einer größeren Anzahl von Stiftern, Gründern und Mitgliedern, sowie durch zahlreiche Spenden gefördert worden. Trotz der großen Ausgaben, welche mehrere tausend Gulden betragen, weist der Bericht einen Vermögensstand von mehr als 11.000 fl. und ein reichliches Inventar aus. Der Bericht enthält eine ausführliche Schilderung anläßlich der wiederholt vorgenommenen Jnjpicirungen, einen Bericht über das am Geburtsseste Seiner Majestät, .stattgehabte Kinderfest, ferner über die Heuer so besonders glänzende Akademie, welche am 12. December 1894 zu Gunsten des Vereines „Ferienheim" in den Sofiensälen abgehalten wurde und das schöne Reinerträgniß von 3050 fl. lieferte, und schließt mit einer höchst interessanten Studie der verdienstvollen Schriftführerin Frau Antonie Graf, unter dem Titel: „Die Kinder der Armuth". Möge der Verein, an dessen Spitze Frau Sofie G r ü n f e l d steht, auch in den kommenden Jahren einen so stetig wachsenden Fortschritt zeigen wie bisher. Das „Ferienheim", ist infolge zahlreicher Anmeldungen gezwungen, neue Colonien — außer den bereits bestehenden — zu errichten, und wendet sich zu diesem Behufe an die israelitischen Landgemeinden Oesterreich-Ungarns mit der Bitte um gefällige Bekanntgabe geeigneter, in gesunder Waldgegend gelegener und durch directe Bahnlinie mit Wi en verbundener Orte (Fahrtdauer höchstens 3—4 Stunden), wo man vereinigt 40 —50 Kinder mit dem Lehrer in vollständige Verpflegung bei ritueller Kost unterbringen kann. Gefällige detaillirte Mittheilungen hierüber wolle man adressiren an das Präsidium des „Ferienheim". Wien, I., Schottenring 23. Wien. (Das Comitezur Erbauung einer Synagoge nach polnisch-jüdischen Ritus) legt soeben seinen Rechenschaftsbericht vor, dem wir folgende Daten entnehmen: Die Einnahmen betrugen 101.365 fl .42 kr. die Ausgaben 101.182 fl. 13 kr., so daß ein Cassasaldo von 183 fl. 29 kr. verbleibt. Das Bilanz-Conto weist ein ActiwSaldo von 76.553 fl. 71 kr. aus. Die Gesammtsumme der freiwilligen Geldspenden beträgt 18.619 fl. 50 kr., jene der Spenden für die Lotterie 2634 fl. 06 kr. Die Fenster-Spenden repräsentiren einen Werth von 870 fl. Der Bericht des Baucomites schließt mit folgenden Worten: „So ist nun in unserer, von dem Widerstreit materieller Interessen erfüllten Zeit ein Werk vollbracht worden, das den höchsten und hehtsten Idealen zu dienen bestimmt ist. Ein Gotteshaus, allen Regeln geläuterten Geschmackes entsprechend, eine Zierde des Stadttheils, wurde aufgerichtet, und jeder Gottesdienst vereinigt eine zahlreiche andächtige Gemeinde, die ihr Herz an der hohen Schönheit der geweihten Stätte, an ihrer gediegenen Ausstattung, an der ungestörten Ordnung und der Würde der liturgischen Verrichtungen und an dem künstlerischen Vortrag der frommen Gesänge erfreut. Mögen über die hohe Kuppel dieses Gotteshauses immer nur Zeiten der Wohlfahrt und des Friedens dahinziehen, mögen alle Gläubigen, die zu dieser Andachtsstätte wallen, dort Stärkung des Gemüthes und geistige Labung finden! Das walte, Gott!" Große Wohlthätigkeits-Akademie. Die anläßlich des Trauerfalles in der kaiserlichen Familie verschobene große Akademie des F rau en-W 0 h lt h ä t i g k e i ts ver ein es im VIII. Bezirke findet am 9. März in den Musikvereinssälen statt. Das Programm der Akademie, welche durch einen von dem Schriftsteller Herrn Moriz v. Gutmann verfaßten Festprolog eingeleitet wird, ist ein äußerst gewähltes. Von den mitwirkenden Künstlern erwähnen wir: die Hof-Opernsängerin Frau Schläger, Fräulein Hassan vom Burgtheater, Fräulein Stein vom Theater an der Wien, die Pianistin Fräulein von Tim 0ni, Herrn Friedrich Mitterwurzer vom Burgtheater, Herrn Victor Kutschern vom Deutschen Volkstheater, Herrn M a r a n vom Theater in der Josefstadt, den Violinvirtuosen Jaques Weint raub aus Paris und Herrn Professor Storch. Eintrittskarten ä 2 fl.. Familienkarten 5 fl. sind im Comitslocale im „Hotel de France" erhältlich.

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