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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-03-01 · 9 (1.3.1895) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
9 (1.3.1895)
Date
1895-03-01
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 164 Vestrrrrichifchr Wochenschrift Nr. 9 und eine reizende Mazur fanden die beifälligste Aufnahme. Bis in die frühen Morgenstunden währte der Tanz und nur schweren Herzens verließen die Ballgäste den Saal. Wien. (Akademischer Verein „Ga mala".) Samstag den 23. Februar überreichte der Verein „Gamal a" dem Herrn Lector am Bet-Hamidrasch I. H. Weiß die Ernennung zum Ehrenmitgliede des Vereines; Herr Lector I. H. Weiß dankte in warmen Worten und sprach sich -sehr anerkennend über die Thätigkeit des Vereines „Gamala" aus. In nächster Zeit wird im Vereine ein Vortrag über das Wirken und die Bedeutung des Herrn Lectors I. H. Weiß abgehalten werden. Ferner hielt Samstag den 23. Februar das Mitglied des Vereines Herr Cand. med. Sigi Werner einen Bortrag: Stellung der Juden am Ende des XMI. und Anfang des XIX Jahrhunderts. Der Referent entwarf mit klaren, markanten Pinselstrichen ein anschauliches Bild der politischen Lage unserer Nation in den verschiedenen Staaten Europas. Referent geißelte mit scharfer Ironie das assimilatorische Streberthum in den damaligen Berliner Kreisen, die um fremden Beifall buhlend, um ein eitles, werthloses Zustimmungslächeln der bisherigen Bedrücker zu erhaschen, mit fliegenden Fahnen in das Lager des fremden Glaubens übergingen. Biele interessante Einzelheiten bot auch die Schilderung des gegensätzlichen Verhaltens, das von Frankreich und Deutschland in der Judenfrage eingenommen wurde. Als nach Beendigung des Vortrages Vicepräses Korn dem Referenten für den genußreichen Abend dankte, da bewies der reichliche Beifall, der den Worten des Vorsitzenden folgte, daß dieser im Sinne des ganzen Auditoriums gesprochen hatte. rrr. Wie«. (Lese- und Unter st ütz rngsverein „Libanon ia".) Samstag den 9. Februar 1895 fand die constituirende Versammlung dieses Vereines statt, zu welcher Herr Gemeinderath Dr. Stern, Dr. Kraus, Jnivector M. Kanitz und Dr. Grün, Dr. Proßnitz, wie auch die Vertreter der jüdisch-akademischen Verbindungen: „Kadimah", Unilas", „Gamala", des Theologenvereines, der jüdist-akademischen Lesehalle erschienen waren. Der Vorsitzende Herr Bet.-Med. Josef Frey eröffnete um 7 Uhr die Versammlung, indem er die Anwesenden herzlich willkommen hieß. Bei der hierauf abgehaltenen Wahl erschienen Herr Vet.-Med. Josef Frey zum Obmann, der städtische Thierarzt Herr Heinrich Rosenzweig zum Obmannstellvertreter, die Veterinäre Herren Fleischer und Altmann zu Schriftführern. Herren W oh l m u t h und I e l l i n e k zu Casiieren, Löwy und I. Fischer zu Bibliothekaren und Blaustein zum Zeitungswart gewählt. Hierauf ergriff Herr Dr. Stern und nach ihm Herr Jnspector Kanitz das W rt, um das Entstehen des Vereines zu feiern und Ihre schwungvollen Reden waren von nicht endenwollenden Beifall begleitet. Nach Abschluß der Constituirung kündeten die Säbe schlage den Beginn des Commerses an und als das Gaudeamus verklungen war. ergriff der Präses der Versammlung Herr Bet.-Med. Josef Frey nochmals das Wort, setzte auseinander, aus welche Weise die „Libanonia" gegründet wurde und wies darauf hin. daß die Idee der Freiheit nunmehr in der jüdischen Nation ihre eifrigsten Verfechter finde und daß es einem Verein, der sich für solche Ideen einsetzt, an den nvthigen Sympathien nicht mangeln werde. Mit einem Wunsche für das Gelingen schloß er seine Rede. (Beifall.) Es sprach Herr Doctor Kraus, Herr Doctor Proßnitz und die Vertreter der einzelnen Verbindungen. Wien. Der Leopoldstädler Kranken-Unterstützungs-Verein „Nächstenliebe" hält Donnerstag, den 7. März 1895 präcise 7 Uhr Abends in den Saal-Localitäten „zum goldenen Widder" II. Bezirk, Taborstraße 36 seine XIV. ordentliche General-Versammlung. Dem Jahresbericht entnehmen wir: Es sind dem Vereine 22 wirkliche und 3 unterstützende Mitglieder beigetreten, hingegen sind 32 Mitglieder allsgeschieden - sieben der letzteren wurden leider durch den Tod entrissen. Das Vereinsvermögen beträgt heute st. 14.382 95 gegen fl. 13.309*65 im Vorjahre und lst Zuzüglich des Reservefondes von fl. 600.— in Wertpapieren investirt, welche bei der Oesterreichisch-Ungarischen Bank in Verwahrung liegen. In dem Vorstand sitzen die Herren: S. Reumann. Obmann. Adolf Schramek, Obmann- Stellvertreter, Richard Bunzl, Obmann-Stellvertreter, Salomon R u b i n st e i n, Controlor, Hermann Löwy, Cassier, Moritz Rosenblatt. Schriftführer. Als Ansschüsse, die Herren: Adolf Fischer, Jonas Fleischer, Sigmund Kauders. Leopold -Klein/ Max Knöpfmacher, Bernhard K o h n jr., Hermann Krämer, Leopold L e w i ng er, Jacob L ö b l, Gustav P o l l a k, Dr. Salo Rappap ort, Micyael^So n n en s ch e i n, Ignaz Schuster. Revisoren: Herren Sami Steiner, Moriz S t r a ch. Als Bereinsärzte fungiren: die Herren Dr. I. A. Goldmann, ll., Taborstraße 46. Ordination von 1—3 Uhr. Dr. Ed. F r is ch a u e r, ll., Stefaniestrraße 9 Ordination von 2—3 Uhr. Dr. Sigmund Frankl, ll., Lilienbruiingasse 12 Ordination von 723—4 Uhr. Prag. (Der Allgemeine Unter st ützungs- Verein fürKranke, ReconvalescentenundKurbedürftige in Prag.) versendet den Ausweis für das Jahr 1891. Aus demselben geht hervor, daß das Vermögen von fl. 2884 99 auf fl. 2938*53 gestiegen ist, obwohl 160 Petenten mit fl. 634.— betheilt, 28 Kurbedürftige nach Teplitz, 26 nach Carlsbad, 19 nach Marmnbad, 2 nach Franzensbad befördert nnd weitere 85 Kranke mit Unterstützungen bedacht wurden. Der löblichen Direction der Böhmischen Sparkaffa, welche dem Vereine in diesem Jahre die namhafte Spende von fl. 200 zukommen ließ, ferner der löblichen Direktion der k. k. P'iv. Böhmische Westbahn, wie auch allen Gönnern des Vereines, die denselben in hochherziger Weise mit' Spenden bedacht, wird hiermit der besondere Dank ausgesprochen, mit der Bitte, dem Vereine auch fernerhin das bisherige Wohlwollen zu bewahren. Adolf Freudenfeld Schriftführer. Prag, 26. Februar. (Trauerkundgebungen.) Im neuen israelitischen Tempel (Geistgasse) gab Herr Rabbiner Dr. Ka minka in seiner Predigt am vorigen Samstag den Gefühlen tiefer Trauer und Wehmuih Ausdruck, die die Israeliten Oesterreichs aus Anlaß des Ablebens Sr. kaiserl. Hoheit des Feldmarschalls Erzherzog Albrecht empfinden. Der Prediger hob im Anschluß an die Thora-Vorlesung vom halben Schekel, der von Allen ohne Unterschied als gleicher Beitrag eingefordert werde, besonders den humanen Sinn des großen Sohnes des habsburgischen Kaiserhauses hervor, der keinen Unterschied zwischen den Stämmen der Völkerschaften kannte und der in einer Rede es einmal öffentlich aussprach: „Die Söhne aller Völker st ämme fnhlen sich im Wetteifer an Treue, Hingebung und Dienstfreudigkeit als Brüder vereinigt unter dem kaiserlichen schwarzgelben Banner." — Heute hat die Direction des Deutschen M ä d ch e n - L y c e u m s parallel mit einem Gottesdienst für die katholischen Zöglinge des Instituts, der in der Ursulinerkirche stattfand, einen solchen für die israelitischen S ch ülerin n en (die die Mehrzahl aller Zöglinge bilden), ebenfalls im neuen israelitischen Tempel veranstaltet, dem außer den zahlreichen Schülerinnen auch theilweise deren Angehörige, sowie Professoren und Lehrerinnen der Anstalt beiwohnten. Der Tempelchor trug Gesänge aus dem Seelenfeier- Ritual vor, worauf Herr Rabbiner Dr. Ka minka die Kanzel bestieg und in einer ergreifenden Trauerrede ein Lebensbild des verblichenen Erzherzogs entwarf, indem er dessen Heldenmuth, Pflichttreue und Demuth pries. Mit der Absingung eines Eborales schloß die erhebende Feier. Auch für die israelitischen Schüler der Gymnasien und Realschulen werden besondere Trauerfeierlichkeiten veranstaltet. Teplitz. Unsere hiesige Judenschaft hat einen schweren Verlust erlitten. Das langjährige Mitglied des hiesigen Vorstands-Collegiums Herr Leopold © fl nt e 1, Chef und Gründer der gleichnamigen, seit mehr als 50 Jahren bestehenden Firma, ist am 26. Februar in seinem 77. Lebensjahre einem Herzschlag erlegen. Der Heimgegangene genoß allgemeine Verehrung und sein Tod erregt aufrichtige Theilnahme. Raudnitz a- E. (Verlobung.) Fräulein Paula M e st itz. Tochter des Herrn S. Mestitz (Seniors der Firma S. M e st i tz u. Sohn in R a u d n i tz), hat sich mit Herrn Sigmund Hartmann von der Firma Joachim Götz' Sohn in Prag verlobt. Jablonitz. Am Mittwoch, den 20. Februar, verschied hier plötzlich der im ganzen Comitat allgemein geachtete Kaufmann Jacob Bauer im Alter von 58 Jahren. Der Heimgegangene eifreute sich einer großen Beliebtheit und wurde wegen seiner menschenfreundlichen Gesinnung lwn Allen, die ihn kannten verehrt. An seinem Sarge trauern Gattin, und Geschwister sowie die hiesige Cultusgemeinde, die ihren Gemeinde- und Schul-Präses ihn ihm verloren. Sein Leichen-

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