Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 12 (1895)
- Issue
- 9 (1.3.1895)
- Date
- 1895-03-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Vestrrrriltzisrtzr WochrnsttzriN Seite 161 huldigend die wärmsten Wünsche für ein gesegnetes und ferner erntereiches Greisenalter der Lehrkörper der Landesrabbinerschule. Budapest: Dem Literarhistoriker der Traditionsliteratur, die goldenen Früchte altjüdischer Weisheit mit modern-wissenschaftlicher Kritik umfassend, begrüßt zu seinem 80. Jubeltage mit dem Gefühle des Dankes für die gewonnene Anregung „der theologische Verein der Rabbinerschule". — S. Buber aus Lemberg, Dr. Sidon W ers ch e tz. Dr. Ad. Lai m d orfer, Tetschen, k. k. Commercialrath Alois Pollak, Wien, Drd. Freund, Klagenfurt, Dr. Rabbinowicz, Weißkirchen, Familie Hirschberg aus München und Stuttgart. Dr. Templer, Mähr.-Aussee, Dr. H. Bloch, Budapest, Dr. Pollak, Trebitsch, Rabb. H a n d l, Eibenschitz, Dr. Kaminka Prag, Dr. F e u ch t w a n g, Nikolsburg, Dr. Weiner, Groß- Meseritsch, Dr. Unger, Jglau, k. Rath Ignaz Wilhelm Wien, k. Rath Dr. Bernhard Wölfl er, Wien und viele Andere. — Bon seiner Heimatsgemeinde wurde der Jubilar zum Ehrenmitgliede per Reklamation ernannt. Schließlich seien noch erwähnt mehrere Dedicationen anläßlich des Jubiläums. Prof. Dr. Kaufmann aus Budapest sendete „Die Erstürmung Ofens und ihre Vorgeschichte". Nach dem Berichte Jsak Schulhofs (1650—1732) mit einer biographischen Einleitung. Rabbiner Dr. Ad. Brüll in Frankfurt a. M. : Reden gehalten am Neujahrsfeste und Bersöhnungstage des Jahres 1893. Rabbiner S. Singer aus London und Prof. S. Schechter aus Cambrigde veranstalteten eine Ausgabe einer Oxforder Handschrift. Bon Dr. Templer, Mähr.-Aussee: Predigt gehalten am 13. Feber 1894. Wien. (C o t t a g e-E i s l a u f-B erein.) Löbliche Redact ion! Unter höflicher Bezugnahme auf die in Nr. 7 Ihres geschätzten Blattes vom 15. d. M. unter dem Titel „Eine Ausschließung aus einem Eislaufverein" enthaltenen Zuschrift des Herrn Michael Fr e u n d, ersuchen wir um gefällige Veröffentlichung nachstehender Erklärung: Wir waren allerdings leider gezwungen, Herrn Michael Freund und dessen Schwägerin zu ersuchen, unseren Eisplatz in Hinkunft nicht mehr besuchen zu wollen, haben aber sowohl ihm, als auch der erwähnten Dame den Mitgliedsbeitrag und die Eintriltseinlage zurückcrstattet; eine Begründung dieses Entschluffes wurde jedoch Herrn Freund nicht bekanntgegeben, da wir nach unseren Bereinsstatuten hiezu nicht verpflichtet sind. — Wir mrissen uns jedoch entschieden dagegen verwahren, daß diesem Entschluffe irgend welche Motive confessioneller Natur unterschoben werden; in gleicher Weise müssen wir auch die aus obgenannter Zuschrift zwischen den Zeilen herauszulesende Insinuation einer confessionellen Unduldsamkeit oder Gehässigkeit energisch zurückweisen. Die Berechtigung dieser Verwahrung geht schon daraus hervor, daß wir unter unsere Anteilscheinbesitzern und Mitgliedern, sowie auch unter unseren sonstigen Besuchern alle C o n f e s s i o n e n, also auch die israelitische, vertreten haben und daß somit konfessionelle Gründe weder für die Erwerbung der Mitgliedschaft in unserem Vereine noch für den Verlust derselben von irgend w e l ch e m Ei n f lusse sein können. Mit verbindlichstem Danke für die gütige Veröffentlichung vorstehender Zeilen, zeichnet * hochachtungsvll Der Berwaltungs-Aus schuß des Cottage-Eislauf-Bereins! Wien, am 20. Februar 1895. Wien. (Zur H a u s i r e r f r a g e.) Das „G r em i u m der Wiener Kaufmannschaft" hat in seiner jüngst stattgehabten Plenarsitzung die Betheiligung an der Action eines gegenwärtig in Bildung begriffsncu Comites zur vollständigen Abschaffung des Hausirhandels e in ft i m nt i g abgelehnt. Wir können das Gremium der Wiener Kaufmannschaft zu diesem mannhaften Beschlüsse nur auf das Wärmste beglückwünschen und geben der zuversichtlichen Erwartung Raum, daß die muthige That, als welche sich dieser Beschluß im Hinblick auf die gegenwärtiae, alle Objectivität des Denkens und Handelns verseuchende Strömung gualificirt, Schule machen und nicht vereinzelt bleiben werde. Wien. Dem Jahresberichte des Kaufmännischen Unterstützungsvereines „Osten" entnehmen wir, daß im verflossenen Jahre die Einnahmen fl. 2894 58 betrugen, während an Unterstützungen fl. 1784°85 verausgabt wurden und trotzdem 352 Petenten unterstützt wurden, so können wir doch mit einem Caffa-Guthaben von fl. 767 30 abschließen. Die Einführung des Zonentarifs bei den Staatsbahnen und die Reducirung der Fahrpreise bei der k. k. priv. Kaiser Ferdinands-Nordbahn haben es uns möglich gemacht, daß wir noch mit diesem Guthaben das Jahr 1893 abschließen konnten, denn die Fahrpreise sind in einer Weise geringer geworden, daß der Verein mit weniger Mitteln mehr leisten konnte, als in früheren Jahren, wo die Einnahmen fl. 6000 betrugen. Was könnte unser Verein heute mit einer Einnahme von fl 6000 jährlich leisten, heute, wo die Beförderungspreise so billig geworden sind. Wie vielen Petenten könnten wir hilfreich unter die Arme greifen, die nicht gerade aus den östlichen Ländern und nicht krank, sondern gesund sind und trotzdem sich in größerer Nothlage und Verzweiflung befinden, als Diejenigen, die wir im Sinne unserer Statuten unterstützten und die gewiß nnterstützungswürdig sind. Wie vielen verschämten Armen könnten wir dann helfen' die ohne ihr Verschulden in diese Lage gerathen sind und wie glücklich würde sich das leitende Comits schätzen, wenn es die Mittel hätte, der leidenden Menschheit in noch ausgiebigerem Maße helfen zu können. Nur Männer braucht der Verein, die mit ganzer Hing bung sich diesen edlen Wirken widmen wollen, Männer, welche das Herz am richtigen Platz haben, Männer, die den wahren, edlen Zweck unseres Vereines genau kennen und den inneren Drang in sich fühlen, denselben der großen Außenwelt auch bekannt zu machen. Im Sinne der Statuten wurden 15 Percent der Netto- Einnahmen im Betrage von fl. 328 74 dem Reservefond zugeführt. r: elcher nun die Höhe von fl. 14.795'74 Nominalwerth erreicht hat und ist dieses Capital theils in österreichischer Notenrente, theils in Losen bei der Oesterreichisch-ungarischen Bank hinterlegt. Budapest, 13. Februar. Der achtzigste Geburtstag des Directors der Landes-Rabbinerschule, Herrn Rabbiner Moses Bloch, wurde vorgestern mit zahlreichen Kundgebungen der Dankbarkeit und Verehrung festlich begangen. In der mit Blumen und Emblemen reich geschmückten Aula des Seminars versammelte sich das Professoren Collegium der Anstalt, das Rabbinat und die Vorsteher der hiesigen Cultusgemeinde, zahlreiche Rabbiner und Deputationen aus der Provinz, Freunde und Schüler des Jubilars, dem der Präsident der Landeskanzlei, Herr Martin Schweiger, nach herzlichen Worten der Begrüßung ein Glückwunschschreiben des Unterrichtsministers Dr. Julius Wlassi cs überreichte, welches in anerkennendster Würdigung der Verdienste des Jubilars um die ungarische Judenheit und die von ihm geleitete Anstalt sich ergeht. Hierauf feierte Herr Rabbiner Dr. S. K o h n die Bedeutung seines greisen Collegen als Lehrer und Bereicher der talmudischen Wissenschaft in längerer Ansprache, au deren Schluß die Hülle von dem Oelgemälde fiel, das in künstlerischer Ausführung die Züge des Gefeierten wiedergibt und in der Aula der Rabbinerschule seinen Platz finden soll. Hieran schloffen sich Gratulationsansprachen der gegenwärtigen und der ehemaligen Zöglinge der Anstalt, der Abordnungen der Gemeinden rc., und Allen antwortete der Achtzigjährige mit seltener Geistesfrische, indem er immer erneut betonte, daß er alle die Ehrungen und Auszeichnungen, welche ihm zu Theil wurden, nicht als seiner Person, sondern derThorawiffenschaft, deren Träger er sei. dargebracht. Die große Zahl von Briefen und Telegrammen (darunter von den Rabbinerschulen in Breslau, Wien, Berlin rc.) legte Zeugniß dafür ab. daß des Ehrentages des Jubilars auch in der Ferne gedacht wurde. RzeSzow, 22. Februar. (Wie sollen wir unsere Kinder zu Handwerkern machen?) Die traurige Lage unserer hierländischen Glaubeusgenoffen und deren geistiges und materielles Elend sind schon oft und von den verschiedensten Seiten beleuchtet worden, allein es ist tief betrübend und beschämend, daß alle Schritte dielem Hebel nur einigermaßen abzuhelfen auf schier unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen. Daß selbst die höher gestellten und intelligenten Kreise der galizischen Judenschaft diesem Maffenelend leider zum großen Theile gleichgiltig, wir möchten fast sagen, apathisch gegenüberstehen. ist allzu bekannt. Aber nicht genug an diesem Unglücke, scheitert selbst die von answärts gekrachte Hilfe an dem Nebelwollen, das uns in gewissen Schichten entgegengebracht wird und das trotz aller Behauptungen, daß Galizien keinen Anti-