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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-03-01 · 9 (1.3.1895) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
9 (1.3.1895)
Date
1895-03-01
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Slite 160 Vrvrrrrktzllrtzr WochrnschrM Str. 9 Das Archiv der israelitischen (Nrneiilde zu 2. in Bayern birgt zwei gleichlautende Schntzbriefe aus den Jahren 1645 und 1(565. Darin wird den Inden v. S. erlaubt, weitere drei Jahre gegen Entrichtung verschiedener Abgaben daselbst zu wohnen. Und noch eine weitere Gnnst wird ihnen dafür gewährt: „Es soll Ihnen auch vergönnt sein, Unfern Unletthanen und ins Gerecht Rothenberg gehörigen Geld ans billigen und beschcidenrlichen Zinns zu leyhen. . . . Were aber sach, daß auswendige, so Uns nit verwandt sehen, mit Pfand, so wissentlich nit entwender noch gestohlen waren, oder sonst zu Ihnen lonnnen, denselben ni ö g e n S i e a u s das H o ch st e, w i e Sie das genießen kö nn en, ley h en. Dieses Privileg mit den A n s w ä r t i g c n war für den prompten Eingang der hohen Judenabgaben nicht ohne Bedeutung. Denn in einem Gesuche vom Jahre 1664 an den Curfürsten Ferdinand Maria von Baiern um weitere Duldung, worauf der Schutzbrief vom Jahre 1665 folgte, fagen die Juden — wahrscheinlich alle drei Jahre ebenso gleichlautend, wie die darauf erfolgenden Schutzbriefe es waren —: „im Uebrigen wird unsere Nahrung in Dero Landen und Dero Orten am wenigsten, sondern außerhalb der C h u r f ü r st l i ch e n Pfalz, in der Nürnberger und Markgräflichen Jurisdiktion, also in fremden Landet: suchen thun." Diese fremden Lande waren aber nur 11/2, bezw. 2 Stunden Weges von S. entfernt. Nun noch ein drastisches Beispiel von dem Verbot des Handwerks unter den Juden. Nach dem „Reglement für gemeine Judenschafft in Fürth" vom 2. März 1719 (S. Histor. Nachricht von der Judengemeinde Fürth, Frankfurt und Prag 1754.) Art. 27 sollen ausnahmsweise 2 oder 3 jüdische Schneider geduldet werden, jedoch soll keiner einem Christen etwas arbeiten, bei Verlust seines Schutzes. Ebensowenig, bemerkt der Herausgeber, als ihre Barbiere und Musikanten die Christen bedienen sollen. Es darf daher nicht wundern, wenn Jahrhunderte lang von den Obrigkeiten gezüchtete üble Gepflogenheiten und Fehler nicht mit einenimale verschwunden siird, und noch weniger, daß den Juden von außen eingepflanzte unschädliche Neigungen nicht weichen wollen, sobald man dies wünscht. Im östlichen Europa, wo den Juden das Handwerk immer gestattet war, sind sie auch die hmrptsächlichsten Vertreter desselben, so daß vor Kurzem eine Zeitung in Jassy (,,Era nona") sich darüber aufhielt, daß ausschließlich jüdische Handwerker die G r a b m o n u m e n t e u n d G e w ö l b c auf d e m ch r i st l i ch e n F r i e d h o f e h e r st e l l e n. Einen Beweis dafür, daß die frühere Gesetzgebung noch heute^ die Berufswahl der Juden beeinflußt, liegt auch darin, daß z. B. im Großherzogthum Sachsen-Weimar, wo die Juden bis in die Mitte dieses Jahrhunderts kein Bäcker- und Metzgergewerbe betreiben durften, es jüdische Bäcker gar nicht und eingeborene jüdische Metzger nur in einer einzigen Gemeüwe gibt, während in Bayern, wo dieses Verbot viel früher aufgehört hatte, sich eine ziemliche Anzahl jüdischer Bäcker und fast in jeder Gemeinde jüdische Metzger vorsinden. , So ist denn auch die Neigung der Juden zum Handel, besonders in Deutschland, eilt geschichtliches Erg ebniß. EorrerjMlienLen. Wien. (Dos achtzigste Geburtsfest des Herrn Leclor I. H. Weiß gestaltete sich zu einer außerordentlichen Kundgebung der Sympathie und Verehrung für den greisen Gelehrten. Von den erschienenen Gratulanten erwähnen wir: Deputationen: Die ältesten Frequentanten des Beth Hamidrasch, geführt von Herrn Lector F r i e d m a n n; Jnspectoren der Religionsschulen in Wien, die Herren Dr. Jonathan W o l f, K a n i tz und Langfelder; eine Deputation des theologischen Vereines der Hörer der israelitischen theologischen Lehranstalt in Wien überbrachte ein Ehrendiplom; eine Deputation des academischen Vereines „Gamala" überbrachte ein Ehrendiplom. Hierauf erschien der gesammte Lehrkörper der jüdisch-theologischen Lehranstalt, geführt von Rector Schwarz, Herr Oberrabbiner Dr. M. Güdemann und Herr Rabbiner Fleißig begrüßten persönlich den Jubilar, ferner erschienen Herr Prediger L ö w y von Favoriten, Herr Dr. Taglicht von Mariahilf und Dr. Gelb haus vom IX. Bezirk, Rabbiner Reich aus Baden. In Vertretung des Cultusvorstandes überbrachten Landesschulrath Dr. Gustav Kohn, Gemeinde-Secretär Dr. Th. Lieben und Obercantor G o l d st e i n eine Gratulationsadresse der Gemeindevertretung. Reichsrathsabgeordneter Dr. I. S. Bloch beglückwünschte persönlich den Jubilar und dessen Familie. Der Vorstand des Beth-Hamidrasch erschien vollzählig und überbrachte einen prächtigen Silber-Pokal: Präsident Ober- Rabbiner Dr. Schmiedl, W. R. v. Guttmann. Dr. Ludwig R. von Guttmann, M. Karpeles, Bernhard Kohn und Adolf Kohn. Die österreichisch israelitische Union war vertreten durch Herrn K a n i tz und I a i t e l e s. Ueber 500 Gratulationsschreiben und Telegramme von Einzelnen und Vereinen sind eingetroffen. Einzelne mögen hier eine Stelle finden. So das von Sokolow in Warschau: „Geburtstagsfeier in literarischen Kreisen festlich begangen. Nach entsprechendem Act in der Synagoge, Schriftsteller, Vertreter jüdischer Intelligenz vereint in Anerkennung Euer Hochwürden unvergängliche Verdienste um Literatur Wissenschaft Geschichte des Judenthums. Wir veranstalteten eine gesellige Unterhaltung. Ansprachen dem heutigen Ehrentage gewidmet. Werthschätzung Euer Hochwürden unermüdlicher, ersprießlicher Riesenarbeit. In einstimmiger Huldigung ausgebracht begeisterte Lechaim auf Ihr Wohl. Im Namen zahlreicher Gratulanten bringen dem Altmeister wahrer Forschung jüdischen Wissens zum achtzigsten Geburtstag innige Glückwünsche. Möge Segen Gottes noch lange Hochwürden in seiner hochbedeutsamen wissenschaftlichen Wirksamkeit begleiten Hoch lebe . unser Nestor der Geschichtsforschung,hoch lebeLector Weiß."— Sokolow. B o b ruisk, Günzburg: „Langes allgemein beglückendes Leben wünscht zum heutigen Ehrentage." — Kiew: „Herzlichste Glückwünsche zu Ihrem 80jährigen Jubiläum. Möge Sie der Allmächtige noch lange rüstig und frisch erhalten zur Fortsetzung Ihrer ruhmvollen und segensreichen Ttätigkeit für jüdische Literatur und Wissenschaft; Ehre und Ruhm dem großen Gelehrten in Israel. Im Namen zahlreicher Kiewer Verehrer Rabbiner Z u cke r m a nn."—Kiew: „Dem hochverdienten Literarhistoriker, dem berühmten Altmeister unter den Gelehrten Israels senden herzlichste Glückwünsche zum achtzigsten Geburtstage, Dr. Max Mandel stamm. Schulmann. Baratz, und Z e j l i n." — Warschau: „Es gratulirt dem Meister jüdischer Wissenschaft zu seinem 80. Geburtstag." Literaturverein Rabbi Weiß lebe hoch, „Achiaffaf. Paris: henrenx aäresser sineöres sonbaits an savant illnstre, qui enltivant seienes juive depuis son enfance lui eleva monument dnrable, „Zadoc Kahn.“ London: Herzlichste Glückwünsche zum 80. Geburtstage von Rabbiner S. Singer. Jaffa: Jeworechecho haschen Mizion jarich jamechu n schnothecho „wahad hapoel“ wahad botte hassefer. Philadelphia: Herzlichste Gratulation, Verehrer „Sulzberger". Freiburg Breisgau: Dem Altmeister unserer Wissenschaft, dem lichtvollen Ordner und muthigen Kritiker der Zeiten und ihrer Forscher herzliche verehrungsvolle Segensgrüße Prof. Lazarus. Hamburg: Innigste Segenswünsche, Gott erhalte Sie als Leuchte unserer Wissenschaft Rabbiner Dr. Leimdörfer. Berlin: Das Lehrercollegium der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judenthums in Berlin sendet dem großen Lehrer und Schriftsteller, dem gediegenen Kenner der jüdischen Literatur, beste Grüße und Wünsche. Breslau: Der Lehrkörper des jüdisch-theolog. Seminars sendet Ihnen, dem ehrwürdigen Jubilar, dem um die Förderung der jüdischen Wissenschaft hochverdienten Gelehrten anläßlich der Feier Ihres achtzigsten Geburtstages herzlichste Glückwünsche. Budapest: Dem Schöpfer und Meister der Literatur-, Geschichte der Halacha bringen zum achtzigsten Geburtstagsfkste

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