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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-02-01 · 5 (1.2.1895) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
5 (1.2.1895)
Date
1895-02-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 5 Deflrrretchisttze »ochenptzrtst Seite 8T wie alljährlich ein Kränzchen, welches sich nach den bis jetzt gediehenen Vorbereitungen und den schon erfolgten An- Meldungen zu einem der animirtesten und besuchtesten Feste des heurigen Carnevals gestalten wird. Der rührige Ausschuß, unterstützt von einem Jungen Damen-und Jungen Herrencomite, gibt sich alle Mühe, den Ball, der schon seit einer Reihe von Jahren sich einer besonderen Beliebtheit bei der tanzenden Jugend erfreut, auf der Höhe seiner Vorgänger zu erhalten. Das Kränzchen findet Sonntag den 17. Februar im Ballsaale Ronacher statt. Wien. (AkademischerDerein „Gam,al a".) De t Vicepräse-Zdes Vereines Med. Salz sprach am vergangenen Samstag den 26. d. M. als Fortsetzung seines vor zwei Wochen gehaltenen Vortrages über das Thema: Was heißt Jüdlsch-Naiional?" — Redner entwickelte in höchst anziehender Weise die Priucipien, die Postulate und die bereits errungenen Resultate der jüdisch-nationalen Partei. Insbesondere wies der Referent am Schlüsse seines mit Beifall aufgenommenen Vortrages auf die sehr rührigen Jüdisch-Nationalen Galiziens hin, die in verhältnißmäßig kurzer Zeit bedeutender Erfolge sich rühmen können. An das Referat schloß sich eine lebhafte Discussion an, an der sich der Vereinspräses Drd. med. Ernst, die Vereinsmitglieder phil. Korn, jur. D a w i d, Phil. W a ch ft e i n, med. Rosenberger, Phil. Berkowicz, wie auch die Herren Gäste phil. Barn ch. med. Rudi n, vet. Fleischer und Gl aß betheiligten. Als eine erfreuliche Thatsache. verdient hervorgehoben zu werden, daß sich gegen die allgemeinen Forderungen der Jüdisch-Nationalen fast gar kein Widerspruch geltend machte. Dem Vortrage wohnten auch viele Mitglieder des neu gegründeten jüdisch-nationalen Vereines der Thierärzte „L i b a n o n i a" bei. üu. Jamnitz, 28. Jänner 1895. Gestern, Sonntag den 27. d. M., wurde Frau Franziska Stukart im 68. Lebensjahre zu Grabe getragen. Die Verblichene, die in Datschitz seit, ihrer frühesten Jugend wohnhaft ist, gehört zu den angesehensten und würdigsten Familien dieser Gegend und hinterläßt eine Anzahl Söhne und Töchter, die einflußreiche und angesehene Stellungen bekleiden. Der eine ihrer Söhne ist der bekannte Polizei-Commissär Dr. Moritz Stukart in Wien. Die Verewigte zeichnete sich durch große Wohlthätigkeit, edle Herzensgüte und wahrhafte Frömmigkeit aus, und wird ihr plötzlicher Tod von der ganzen Umgegend ohne Unterschied der Confession auf's Tiefste bedauert. Die ganze Stadt und Viele von der Umgegend, sowie die Spitzen der Behörden betheiligten sich am Leichenbegängniß und erwiesen ihr die letzte Ehre. Stampfen, den 27. Jänner 1895. (Todesfall.) Freitag verschied hier der einstige Deputirte des Stampfner und Malaczkaer Bezirkes bei dem israelitischen Congresse und bis zu seinem Ableben Präses des Preßburger und Wieselburger Kreises der Corigreßgemeinden, Herr Leopold Spitzer, eine auch außerhalb der Gemarkung unseres Comitates weitgekannte Persönlichkeit, im Alter von 81 Jahren. Durch den unersetzlichen Verlust, den die angesehene Familie erlitten, hat auch die hiesige israelitische Cultusgemeinde eines ihrer hervorragendsten Mitglieder verloren. Sein Leichenbegängniß gestaltete sich zu einer äußerst imposanten Trauerkundgebung. Rach Tausenden zählten die Trauergäste, die sich von Stampfen, Malaczka und deren Umgebungen recrutirten. Unter denselben waren zu bemerken: Oberstuhlrichter N a g y aus Malaczka mit einem zahlreichen Beamtenkörper, der hiesige Ortspsarrer Hochwürden Ignatz Land, der hiesige Octsvorstand, der Reichstagsabgeordnete NagySando raus Budapest; außerdem gaben ihm sowohl die hiesige als auch die Malaczkaer Feuerwehr in voller Adjustirung das Geleite. An der Bahre, welche die vom Schmerze gebeugten Familienglieder umstanden, hielten sowohl der hiesige Ortsrabbi Ehrwürden Samuel Wesel, wie auch der Malaczkaer Rabbi Ehrwürden Dr. P i s z k o Herz und Gemüth tief ergreifende Trauerreden. — Durch dieses Hinfcheiden wurden folgende comitatsbekannte angesehene Familien in tiefe Trauer versetzt. David Spitzer, K o n y h a; Karl Spitzer, Detrekö-Baralja; der auch auf wissenschaftlichem Gebiete thätige, allgemein bekannte Moritz Spitzer aus Szeleskut; Siegmund Spitzer, Wien; Ignatz Spitzer, Morva-Szt. Janos; Ignatz Ritter v. Lederer, Rohrbach; Siegmund Groß, Großöconom, Budapest; Rosalia Edle von Kn ff n er, Ottakring; Helene Deutsch, Preßburg und Henriette Schnabel, Trebitsch. Die Gemeindevertretung hat im Einvernehmen mit dem Cultusausfchusse dem an der hierortigen deutschen Volksschule wirkenden Lehrer Jacob Ko ratet wegen mannigfacher Verdienste um die Pflege des religiösen Gesanges und um die Verschönerung des Jugendgottesdienstes die ihm bisher gewährte Remuneration von jährlich 300 Kronen auf 400 Kronen erhöht. Diese Art lehrerfreundlicher Gesinnung verdient Nachahmung. Gliniany. Die Gemeinderathswahl in Gliniany wurde allhier am 23. und 24. Jänner 1895 vorgenommen. Herr Leo Wo lfist in dieser Gemeinde bereits 30 Jahre im Gemeinderathe Assessor, ein Mann von festem Charakter; da er aber im Alter vorgerückt ist, so hat er sich von dieser Wahl ganz zurückgezogen, da er dieses Amt jüngeren Leuten überlassen wollte. In der 1. Wahlgruppe wurde Herr Leo Wolf trotz seines hohen Alters, jedoch in Berücksichtigung seiner bisherigen Leistung, seines Fleißes und feine Energie zum Gemeinderathe für die nächste 6jährige Session gewählt. Bon Indens Nein! von C h r i st e n, und zwar u. A. vom Herrn Apotheker Helm, Apotheker Brückner, Bezirksrichter Bajewsky, den Herren Bezirksgerichtsadjuncten Ja nko und Dziarski, k. k. Notar Herrn K ö r b e r, Med. Dr. Dolnicki, Kanonicns Herrn Wiezchowski, Pfarrer B a e z y n s k i, Pfarrer R e s s y t a l o w i c z und noch anderen Christen. Gurahnmora, 27. Jänner 1895. Gestern fand hierorts im Gemeindesitznngssaale die 19. ordentliche Generalversammlung des „Kcanken-Unterstützungs-Vereines" in Gurahumora statt. Aus dem vorgetragenen Rechenschaftsberichte entnehmen wir, daß der Verein, welcher gegenwärtig aus 75 Mitgliedern besteht, im Jahre 1894 fl. 320.61 eingenommen und fl. 275.33 an Unterstützungen verausgabt hat. Das ganze Vereinsvermögen besteht heute aus fl. 922.68. Nach Erthellung des Absolutoriums an dem abgetretenen Ausschüsse erfolgte die Neuwahl der Bereinsleitung für das Jahr 1895. Zum Bereinsobmann wurde Herr Moriz Mittelmann zum 15. Male einstimmig wieder — und in den Veremsausfchuß folgende Herren gewählt: Saul Schieb er, Berl Schieber, Nute S ch a p i r a, Marcus R o s e n h e k, Israel Ellenb o gen. Marcus M a r c o w i c z, Jsak Leib S ch ä ch t e r, Salomon S t i e b e r, Uscher B e n d l e r und Marcus Jura n. Sambor. Das Maccabäerfest, vom hiesigen Vereine „Bnej Zion" am 30. December veranstaltet, hatte den besten Erfolg. Mit Aufmerksamkeit lauschte das zahlreich versammelte Publicum den hinreißenden Reden, Declamationeu und Nationalliedern, die das Programm bildeten. Viel Beifall hatte die polnische Declamation des Herrn Bloch, das Flötenspiel des Herrn Beer und die deutsche Festrede des Herrn Bader. Zur Verherrlichung der Feier trug auch nicht wenig Fräulein Helene Re ich mann bei, welche in dem zweiten Acte von K. G u tz k o w's „Uciel Acosta" die Rolle der Judith übernommen harte und mustergiltig durchführte. Die Feier endete mit der Schlußrede des Bereinspräsidenten Herrn A. Laden, der an die hervorragenden Leistungen des Abgeordneten Dr. Bloch erinnerte, und mit der Absingung des Auferstehungsliedes, wobei sich Herr Liebermann als Chorleiter auszeichnete. Nameszto (arva). Am letzten Donnerstag starb hier der im ganzen Comitat allgemein geachtete Kaufmann Moses Kreisch im Alter von 75 Jahren. Der Heimgegangene erfreute sich einer großen Beliebtheit und wurde wegen seiner menschenfreundlichen Gesinnung von Allen, die ihn kannten, verehrt. Das Judenthum betrauert in ihm einen warmen Sohn und treuen Anhänger. Das Leichenbegängniß, welches am Freitag stattgefunden, war wegen seiner starken Betheiligung ein Zeugniß für den ehrenvollen Lebenswandel des Verblichenen. Unter den Anwesenden sah man sämmtliche Cultusvorsteher und zahlreiche Vertreter der Vereine. Am Grabe hielt Se. Ehrwürden der Herr Rabbiner D u s ch i n s k y dem Heimgegangenen einen ergreifenden Nachruf. Friede seiner Asche! Mannheim. (Sang am Adam.) Der „Antisemit" Volksbote für Mannheim-Heidelberg, ist in Frankfurt a. M. confiscirt worden wegen eines Artikels, betitelt „Sang an Adam". Berlin, 21. Jänner. Anläßlich des gestern stattgehabten Ordenssestes sind die Herren Justizrath Dr. Fuld, Frankfurt a. M., Oberrabbirrer Weil, Straßburg i. E. und

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