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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-01-18 · 3 (18.1.1895) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
3 (18.1.1895)
Date
1895-01-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 3 es dem Verfasser frei, sein Werk nach eigenem Ermessen auch in einer anderen Sprache erscheinen zu lassen. Termin 31. März 1896, Preis 1000 Kronen (5O0 Gulden). 2. Die Geschichte irgend einer jüdischen Gemeinde Ungarns in quellenmäßiger, volksthttmlicher Darstellung. Die Arbeit soll literarischen Werth haben und nicht stärker als IO Druckbogen sein; sie ist bis 31. December 1895 in ungarischer Sprache einznreichen. Preis 5O0 Kronen (250 Gulden). Die von fremder Hand und leserlich geschriebenen, mit einem Motto versehenen Arbeiten sind in Begleitung eines den Namen und Wohnort des Verfassers enthaltenden verschlossenen Briefes an den Präsidenten der Gesellschaft (derzeit Rabbiner Dr. Samuel Kohn, Budapest, VII. hoilö-n. 4 sz.) einzusenden. Budapest im December 1894. Das Präsidium der israelitisch-ungarischen literarischen Gesellschaft Dr. Franz Mezey m. p. Dr. Samuel Kohn w. p. Secretär. Präsident. Stanislau, den IO. Jänner 1895. „Die Dir Wegweiser sein sollten, führen Dich irre." Diese Worte muß man leider unseren Religionslehrern zurufen. Zu ihrer Entschuldigung kann nur vorgebracht werden, daß sie, was aber weit schlimmer ist, auch unsere Heranwachsende Jugend das Opfer eines an sich wohlgemeinten Gesetzes, des sogenannten Katechetengesetzes sind. „Denn was hilfts dem Töffel, wenn es Brei regnet und ihm fehlt der Löffel." Dieses Gesetz, welches die Anstellung jüdischer Religionslehrer bezweckt und für die sittliche Erziehung unserer Jugend so segensreich wirken sollte, scheitert nicht nur an dem Mangel geeigneter Candidaten, sondern es wird vielmehr verderblich, da Personen mit diesem wichtigen Unterrichtszweige betraut werden, die hievon keine Ahnung haben. Das Gesetz verlangt nämlich von den anzustellenden Religionslehrern zwei Dinge: erstens die Lehrbefähigung für Volksschulen, zweitens die Zulassungserklärung seitens der betreffenden Cultusgemeinde. Leider haben es unsere Cultusgemeinden verabsäumt, rechtzeitig für die Heranbildung von Candidaten mit geeign ter Vorbildung für den Religionsunterricht Sorge zu tragen nnd bestätigen fast Jeden, der nur das erste Requisit l esitzt. Man nimmt Lehrer, welche für den profanen Unterricht in der Volksschule vielleicht etwas Erkleckliches leisten könnten, und verpflanzt sie auf ein ihnen völlig fremdes Gebiet, in welchem sie sich niemals zurechtsinden werden, da ihnen die elementarsten Kenntniffe hiefür abgehen. Es sind Fälle vorgekommen, daß solche Religionslehrer aus purer Unkenntniß ihre Weisheit aus Missionsbüchern : „Saat auf Hoffnung" schöpften, oder daß Lehrkräfte, die behufs Erlangung einer entsprechenden Lehrerstelle nahe daran waren, ihren Glauben abzuschwören, nach Erlassung des Kat.'chetengesetzes Religionslehrer wurden. Der Nachtheil ist ein doppelter, indem hiedurch die ohnehin mit Lehrkräften sehr spärlich versehenen Volksschulen ebenso tief als der Religionsunterricht selbst geschädigt werden. Letzteres bildet eine eminente Gefahr für unsere Jugend, die hauptsächlich darin besteht, daß sie, bei einem solchen Religionsunterrichte nur auf falsche Bahnen gelenkt, für die ethischen Grundlagen unserer Religion kein Berständniß haben, während viele Eltern sich dennoch bei dem in der Schule ertheilten Religionsunterricht beruhigt fühlen und ihr Gewissen damit salviren, statt für eine geeignete Ausbildung durch entsprechende Lehrkräfte zu sorgen. Es wäre höchste Zeit, daß unsere Cultusgemeinden sich aufrasfen, um dieser eminenten Gefahr, bevor es zu spät ist, vorzubeugen und für die entsprechende Ausbildung von Lehramtscandidaten an den Lehrerbildungsanstalten in den betreffenden Disciplinen durch Errichtung eigener Curse vorzusorgen. Ein Lehrer der Baron Hirsch-Stiftung. Breslau. Ueber die Beerdigungsfeierlichkeit beim Heimgang des Herrn Dr. Rosin wird uns aus Breslau geschrieben: Sofort nach dem gegen 2 Uhr erfolgten Tode des Freundes und Collegen traten das hiesige Rabbinat und das Lehrer-Collegium des Seminars zu einer Berathung zusammen, um die Vorbereitungen zur Beerdigungsfeier zu treffen. Es wurde beschlossen, die Ehrenwache an der Bahre des Verblichenen den Hörern des Seminars zu übertragen. Am Donnerstag den 3. d. M., Vormittags 11 Uhr, wurde die Bahre von den Collegen des Verblichenen in die trauerumflorte Seminar- Synagoge getragen, wo sich gegen 1V4 Uhr das Rabbinat, die Seite 51 Hörer des Seminars, eine große Anzahl Rabbiner Oberschlefiens, der Gefammt-Borstand der hiesigen Gemeinde, das Curatorium des Seminars, der Vorstand der israelitischen Industrieschule und Vertreter fast aller jüdischen Vereine einfanden. Herr Dr. L e v i eröffnete die Feier mit einer Ansprache, in welcher er mit thränendurchbebjer Stimme im Namen des Lehrer- Collegiums dem Heimgegangenen Gruß und Dank entbot. Darauf ergriff im Namen der Hörer des Seminars Herr Rabbinats-Candidat Leo Frankel das Wort, um den Verstorbenen als Lehrer und als Mensch zu preisen. Sein Fleiß, seine Gewiffenhaftigkeit seien allen seinen Schülern leuchtendes Vorbild gewesen; seine Schlichtheit und Herzensgüte» seine wahrhafte Frömmigkeit, mit welcher er glühende Liebe zum Judenthum verband, würden unauslöschlich anspornend im Gedächtniß seiner Hörer fortleben. Nachdem Herr Obercantor C e r i n i den Psalm 16 vorgetragen, setzte sich der Leichenzug in Bewegung. Dem Sarge voran schritten die Zöglinge der israelitischen Industrieschule, rechts und links wurde er von den Hörern des Seminars flankirt. Gegen 3 Uhr Nachmittags erreichte der unübersehbare Conduct die Leichenhalle. Nach einem Chorgesange ergriff Herr Rabbiner Dr. Rosenthal im Namen der hiesigen Gemeinde das Wort, um den großen Todten als treuen, aufrichtigen Freund aller derjenigen zu feiern, welche das Glück hatten, zu ihm in nähere Beziehung zu treten. Nachdem sodann noch Herr Director Dr. Schwarz im Namen des von ihm geleiteten Wiener Rabbinerseminars gesprochen, widmete Herr Rabbiner Dr. Guttmann dem Heimgegangenen im Namen des Rabbiner-Verbandes, dessen Mitglieder zum großen Theil seine Schüler seien, innige Worte des Nachrufs. Am 10. December v. I. hielt der Verklärte noch in jugendlicher Frische einen schönen Byrtrag zum Gedächtniß unseres unvergeßlichen Josl. Strelitz, 8. Jänner. Bei der gewaltigen Fenersbrunst in der Nacht vom 7. auf den 8. d. M. im Hause Schloßgasse 88 ist unter vielen andern unersetzlichen Kostbarkeiten auch die große Bibliothek des Ober- und Landesrabbiners Dr. I. Hamburger total vernichtet worden; eine Büchersammlung von 40 Jahren, über 5000 Bände stark. Außerdem befand sich in demselben Zimmer noch die neueste Auflage seines kürzlich vollendeten Riesenwerks „Real-Encyklopädie" für Bibel und Talmud. Ath. I und. II nebst drei Supplementen, jedes 1000 Exemplare, die der Verfasser selbst drucken ließ. Der Schaden beträgt mehr als 20.000 Mk. Ferner beklagt der Verfasser den Verlust einer großen Anzahl Manuscripte werthvollen Inhalts, deren Schaden unersetzlich ist. Die Versicherungssumme ersetzt leider noch nicht den zehnten Theil des Schadens. Alt-Berun, 6. Jänner. Eine rohe antisemitische Ausschreitung wurde gelegentlich einer jüdischen Hochzeitsfeier in Scene gesetzt. Im Saale der Witwe Frey hatten sich die Hochzeitsgäste um das Brautpaar versammelt und begaben sich von da aus zur Trauung nach der hiesigen Synagoge. Als von dem Rabbiner aus P l e ß der Trauungsact vollzogen werden sollte, drang, wie der „Oberschl. Anz." berichtet, ein Pöbelhaufen gewaltsam in die Synagoge, erbrach die Thür zum Frauenchor, warf daselbst die Pulte um und schlug mit Stöcken auf die Bänke, so daß der Trauungsact in roher Weise gestört wurde. Auf dem Rückweg von der Synagoge nach dem Hochzeitshause wurden die Hochzeitsgäste mit Koth und Steinen beworfen. Fürth, 4. Jänner. Anläßlich des Neujahrsfestes verlieh der Prinzregent eine größere Anzahl von Auszeichnungen. Darunter befinden sich folgende an Glaubensgenossen vertheilte: Den Titel Justizrath erhielt der Rechtsanwalt Herr Heinrich Hahn in Nürnberg, den Titel Commerzienrath empfing der von hier gebürtige frühere Fabrikant und jetzige Privatier Herr Heinrich Berolzheimer in Nürnberg und Herr Kaufmann Ludwig Metzger, Inhaber der Firma S. Guldmann in Nürnberg, den Titel eines Kgl. Professors Herr Maler Harburger in München. Edmund Harburg er. der uns in den „Fliegenden Blättern" so lebenssprudelnde, köstliche Gestalten vorzuführen pflegt, ward es an der Wiege nicht gesungen, daß er Maler werden werde. Zu Eichstädt am 4. April 1846 geboren, widmete er sich als junger Mann nämlich zuerst dem Baugeschäft und sattelte erst mit 20 Jahren um. Die Kritik zählt ihn gegenwärtig ^zu den hervorragendsten Vertretern der deutschen Genremalerei.^,-" New Aork. Die Einwanderung russischer Juden nach den Bereinigten Staaten hat im vergangenen Jahre erheblich Orflrrrrlchllchr Wochenschrift

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