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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1895-01-11 · 2 (11.1.1895) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
12 (1895)
Issue
2 (11.1.1895)
Date
1895-01-11
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 2 WrprrreMMchr WochenschrM Seite 37 Geltung stehenden ministeriellen Vorschriften, wodurch die Niederlassung nichtpreußischer (polnischer) Elemente in unseren Grenzbezirken verhindert werden soll. Diese Vorschriften, die ursprünglich nur gegen russisch-polnische Ueberläufer gerichtet waren, sind, wie erinnerlich, um die Mitte der Achtziger-Jahre auf die Galizier und in unserer Zeit auf die Mährer und Czechen ausgedehnt worden. Auch Lieutenant Kümmelmann ist Galizianer. Sein Fall ist aber trotzdem nicht gerechtfertigt, ihm lag es gewiß ferne, sich in Schillersdors anzusiedeln; er wollte vielmehr nur, da er der Sohn eines reichen Gutsbesitzers ist, sein praktisches Wissen für seinen künftigen Beruf erweitern. Die in jüngster Zeit erfolgten Ausweisungen von Oesterreichern aus dem preußischen Grenzgebiete sind jedenfalls äußerst seltsame Symptome des „neuesten" Curses. Lille. Einer der Veteranen der Nord-Armee aus dem deutsch-französischen Krieg ist dieser Tage gestorben, nämlich Oberst Jacob, welchem die Soldaten des Generals Faidherbe den Beinamen „Oberst Stelzfuß" gaben. Gustave Leon Jacob wurde 1832 in Paris geboren; er hatte gerade die ersten Chargen erlangt, als der Krimkrieg ausbrach: bei S ebastopol verlor er ein Bein. Für seine besondere Tapferkeit vor dem Feinde erhielt er das Kreuz der Ehrenlegion und eine Anstellung im Sleuerdienst. Die Niederlagen, welche die französische Armee im Jahre 1870 erlitten, gingen dem alten Militär sehr nahe und veranlaßten ihn. sich trotz seiner Invalidität zur Verfügung des Generals Farre zu stellen, welcher ihn zum Officier ernannte und ihm das Commando eines Regimentes der Mobilgarde übertrug. Nachdem er wacker die Campagne im Norden mitgemacht hatte — während welcher Zeit er auf jeden Gehalt zu Gunsten der Familien der Mobilisirten Verzicht geleistet — trat er wieder in den Civildienst zurück, wurde zum Officier der Ehrenlegion und zum Finanzeinnehmer von Dunkirchen, später zum Generalschatzmeister des Departements der Creuse ernannt. Wien. (O est er r e i ch is ch -I sr a e l i t i sche U n ion.) Samstag den 12. Jänner 1895 findet im Restaurant Robitschek I., Wipplingerstraße 47, Abends halb 8 Uhr, eine Vereins- Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Mittheilungen des Vorstandes. 2. Vortrag des Herrn Dr. Jakob Tauber. Rabbiner: „Ezekia". Ein Nationalheld. 3. Anträge und Interpellationen. Wien. (Trauungen.) Sonntag den 13. d. M. findet in der neuerbaulen Synagoge EL, Leopoldgasse 29, um halb 12 Uhr die Trauung des Herrn Emanuel Bloch mit Fräulein Rosa Hoch stein statt. Um 2 Uhr Nachmittags, findet in der polnisch-israelitischen Synagoge die Trauung des Fräulein Anna Sollender, Tochter des Herrn Ephraim Sollender, mit Herrn Simon Wang statt. Sonntag, den 20. Jänner findet im israel. Tempel der Seitenstettengasse die Trauung von Frl. Louise Keß ler, Tochter des Herrn Ignatz Keßler, mit Herrn Leop. Singer statt. Wien. Einen schweren, unersetzbaren Verlust hat das Judenthum zu betrauern. Der Oberrabbiner Herr Philipp Plaut in G r.-Sura ny, Ungarn, bat im 77. Lebensjahre, nach 44jähriger Thätigkeit in erwähnter Gemeinde, am 27. Kizlew d. I. das Zeitliche gesegnet. Der Verewigte erwarb sich durch seine immense Gelehrsamkeit auf dem Gebiete des Talmud einen klangreichen Namen verfaßte mehrere Werke, von welchen einige veröffentlicht sind, und erfreute sich nicht minder durch glühende Frömmigkeit und gewinnenden Umgang der allgemeinen Verehrung. In seinem Testamente gab er seinem letzten Willen Ausdruck, daß sein Tod weder schriftlich noch telegraphisch angezeigt werde, daß nach den ersten 7 Trauertagen ein Grabstein, worauf nur sein Name und Sterbetag bezeichnet seien, ihm gesetzt werde und daß niemand bei dem Grabe eine Leichenrede halte. Sein Lerchenbegängniß zeigte jedoch eine beträchtlich große Anzahl der Trauergäste, darunter auch mehrere R^bbinrn. Der Rabbiner der Budapester orthodoxen-Gemeinde, Herr I. Reich, hat das Testament des Verblichenen vorgelesen, das sehr ergreifend und erschütternd wirkte. Wien. Die Generalversammlung.des israelit. Humanitätsvereines für den X. Gemeindebezirk Wiens findet Sonntag den 13. Jänner 1895, halb 6 Uhr Abends, im Vereinslocale statt. Borangeht ein Trauergottesdienst um halb 5 Uhr Nachmittags im Bethause, X., Keplerplatz Nr. 1. Die Predigt hält Dr. D. Löwy, Rabbiner. Wien. Herr Bauer, k. u. k. Oberlieutenant in P., derzeit Trafikant ll., Volkertplatz 16. ist gestorben. Derselbe hat in einem Feldzug durch seinen Heldenmuth sich ausgezeichnet. Er hat leider bei dieser That das rechte Bein verloren, einige Schüsse bekommen und mehrere Säbelhiebe, welchen Folgen der einstmalige Held vorvorgestern nach langem schweren.Leiden erlegen ist. Vom Officiersspital fand das Leichenbegängniß statt. Wien. 9. Jänner 1895. Dr. Heinrich Keller, ehem. Assistent an Professor Kraus I. med. Abth. im Rudolfspitale, hat sich VI., Gumpendocferstraße 40, niedergelaffen. Wien Der Verein zur Hebung der Gewerbe hält am Montag, den 14. Februar, 7*8 Uhr Abends, in Kyuner's Restauration I., Schottenring 19, eine Plenar- Versammlung ab, bei welcher Herr Reichsraths- Abgeordneter Carl Wrabetz einen alle Stände interessirenden Vortrag „S e l b st h i l fe" halten wird. Weiters wird die Firma Wulkan u. Neubrunn, Stadt-Steinmetzmeister, Steine für Monumentalbauten ausstellen und demonstriren. Auch Nichtmitglieder des Vereines, Herren und Damen, sind in dieser Versammlung herzlichst willkommen. Wien. (Der Kranken- und Unterstützungsverein „Selbsthilfe") veranstaltet am 19. d. M. in den Saallocalitäten „Zum goldenen Widder", ll., Taborstraße 38, ein Promenadeconcert mit Tanzkränzchen t Gründungsfest). Nachdem der Reingewinn zur Bildung eines außerordentlichen Unterstktzungsfondes verwendet werden soll, wäre ein zahlreicher Besuch wünschenswerth. Wien. (Akademie des Frauen-Wohlthätigkeitsvereines im VIII. Bezirke.) Die am 3. Jänner abgehaltene Comiteversammlung war von mehr als 100 ^itgliedern besucht, unter welchen wir Herrn GemeinderathLang, Herrn Cultusvorstand Fleischer, Herrn Präses Bro d vom Vereine zur Hebung der Gewerke, u. v A. im öffentlichen Leben hervorragende Männer bem rkten. Der Obmann des Comites brachte die Mittheilung, daß die Arbeiten des Comites ungestörten Fortgang nehmen, und ein glänzendes Programm gesichert sei. Herr Gemeinderath Lang dankte dem Obmann des Comites für die Einladung und sichert dem Comite die kräftigste Unterstützung der humanitären Bestrebungen zu, was mit Beifall ausgenommen wurde. Wien, 8. Jänner 1895. Um dem wohlthätig wirkenden Vereine „Tomech Ewjonim" eine namhafte Unterstützung zuzuführen, hat der Vorstand desselben den in diesem Blatte jüngst lobend erwähnten kleinen Chasan für einen im Bethamidrasch - Locale des Vereines „Thora Ez Chajim" II. Große Schiffgaffe 8, Freitag den 18. Jänner Abends und Samstag den 19. d. M. Morgens abzuhaltenden Gottesdienst, acquirirt. Da der Reinertrag den armen jüdischen Zugereisten, welche vom Vereine am Sabbath und Feiertagen mit ritueller^Kost versehen werden, zu Gute kommt, so wird um zahlreiche Theilnahme durch Lösung von Eintrittskarten gebeten. Eintrittskarten zu fl. 1 find beim Unterzeichneten Obmanne zu beheben. Prof. S. H o f f m a n n, Obmann ll., Große Sperlgaffe Nr. 21—23, I. Stock. Rzeszow. Am 23. December 1894, das ist am zweiten Tage des Chanucka und am 29. December 1894, das ist am letzten Tage des Chanucka, fand im Locale des Vereines „Chowewe Zion" in Rzeszow eine Makkabäerfeier statt. Die zweite Feier war dadurch bedingt, daß an der Ersten keine Frauen theilnehmen durften. Die Veranstalter der Feier waren Jünglinge, beseelt von einer begeisterten Verehrung für die Heldenthaten der Makkabäer. Unter der Patronanz des Bereinsausschuffes und unter deffen Anleitung gestaltete fich die Feier zu einer großartigen. Ein reichhaltiges Programm, aus 15 Nummern bestehend einerseits und eine geschmackvolleDecorirung des Vereins« saals anderseits, lockte ein zahlreiches Publicum an. Die Vertreter der angesehensten Corporationen der Stadt zeichneten den Verein durch ihre Gegenwart aus. Unter Anderem konnte man bemerken: Cultuspräsident rc., Herrn Ignaz Holzer, Cultusrath Herrn Jakob Kurzmann, Cultusrath Herrn Josef Schönblum, Gemeinderath Herrn Jacob Schlager, Präsident des Vereines „Bikur-Cholim" Herrn Samuel Fröhlich. Herrn Elias Grün st ein, Norbert Perlberger, Propinator.

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