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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-12-28 · 52 (28.12.1894) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
52 (28.12.1894)
Date
1894-12-28
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Nr. 52 Vrstrrretchlfchr MochenschrM Seite 1015 Dem Comits ist ferner Herr Moritz Ritter v. G u t tm ann beigetreten. Da diese Akademie zu einem der glänzendsten Feste der Saison sich heranbilden durste, an welchem sich die hervorragendsten Persönlichkeiten des Judenthums in Wien betheiligen werden, so ist derselben ein großer Erfolg voraussichtlich. Das Comitä versammelt sich jeden Donnerstag 8 Uhr Abends im Hotel Müller, Kohlmarkt. Die Karlenausgabe findet bereits Mitte Jänner statt. Lvien. (Akademischer Verein „G a m a l a".) Samstag, am 22. d. M. hielt Herr Ignaz Menkes im Veretnstocale einen Vortrag über „sociale Seite der Judenfrage" Der Reonec entwickelte die yenngen socialen Zustande: Herr Menkes ist der Meinung, daß mit der Verbesserung der heutigen Zustände auch die Lage unseres Volkes eme Aenderung znm Eulen erfahren werde. Dieser Auffassung der Judensrage, die auch Herr med. P o l l a k unterstützte, traten mit Geschick die Verelnsmitglieder Herr phil. Korn und HerrDrd. Werner wie auch der East Herr pytl. B a r u ch entgegen. rtt-ien. Am 7. Jänner 1895 feiert der Bibliograph Herr Eduard Oehlenberg, ein Freund und Föroerer unseres Blaues, mit seiner Gattin Reg ine, Tochter des Cyewra-Vorjlehers S. Hirsch m Tarnow das Fest der silbernen Hochzeit. Herr Oehlenberg ist ein Enkel des berühmten Talmudisten, Keeis- RabblnersNalyanOe y len b er g m Lemberg, welcher von 1839—1858 zu Lemberg segensreich wirkte. Brünn. (L e i ch e n b e g ä n g n l ß.) Der hiesige Fabrikant und Mitglied des Bezirksausschusses des vierten Eemelndebezirkes, Leopold Löw Beer, hat durch daS am 16. d. M. erfolgte Ableben seiner Gattin, Frau Bertha Löw-Beer, einen schmerzlichen Verlust erlitten. Die Tyeilnahme, welche aus diesem Anlasse dem Genannten entgegengebracht wurde, kam auch in der zahlreichen Betheiligung an dem gestern Nachmittags stattgefundenen Leichenbegängnisse der Frau Bertha Löw Beer zu sichtbarem Ausorucke. Im Trauerhause Nr. 13 der Bürgergasse hatten sich mehrere Gemeindeausschutz-Mitglieder, der Ausschuß des vierten Gemeindebezirkes, mehrere Großindustrielle, sowie zahlreiche Vertreter der Handelswelt eingesuuden. Kolin, am 21. December 1894. Mit der Widmung, alle jährlich die Zinsen humanitären Zwecken in unserer Gemeindzuzusühren, übergab Herr Marcus Kr a sa, Grundbesitzer in Radtm dem hiesigen israelitischen Cultusvorstande Kronen- Rente im Betrage von 2000 Kronen. — Gestern fand hier die Wahl von drei Delegirten, behufs Vornahme der Neuwahlen für die Landesrepräsentanz statt, es wurden die Herren Vorstandsmitglieder JUDr. Jos. P o d v i n e c, Fabriksdirector Julius Kraus und Heinrich P o l a c e k einstimmig gewählt. Tyrnau, 23. December1894. Heute am ersten Chanuckatage feierte die hiesige israelitische Schule ein außerordentlich erhebendes Fest. Der hiesige israelitische Frauenwohlthätigketts- Verein, dessen Präsidentin Frau Josephme Koppel ist, beschenkte 33 arme Schulkinder mit warmer Winterbekleidung. Die Bertheilung fand um 3 Uhr Nachmittags im großen Sitzungssaale der Cultusgemeinde im Beisein des Cultusvorstandes, der Schulcommiffion, des Lehrkörpers, sowie des Ausschusses des Frauenvereines statt. Die Präsidenten begrüßte in einer warmen Ansprache sämmtliche Anweseudell, dankte Allen und Jedem für die wohlwollende Unterstützung, welche Ansprache mit großem Beifalle ausgenommen wurde. Aus langen Tischen lagen die Kleidungsstücke, versehen mit den Namen der Schüler und je eine Düte Backwerk als Liebesgabe. Nach durchgeführter Belheilung dankte ein Lehrer im Namen der beschenkten Kinder und mit einem allgemeinen Hoch aus die edle, gutherzig: Präsidentin schloß die erhebende Feierlichkeit. HamaSkir. Kojetein (Mähren). Der Sabbath des 29. December wird ein doppelter Weihesabbath für unsere Gemeinde fein, die, seit dem Tode des Rabbiners Jacob Brüll des geistigen Führers beraubt, sich verwaist fühlte. An diesem Tage wird unser neugewählter Rabbiner Dr. Salomon Fuchs, der nunmehr bereits dem österreichischen Staatsverbande angehört, seine Antrittsrede in unserem ehrwürdigen, Jahrhunderte alten Gotteshause halten. Möge dieser Tag einen Markstein in der segensoollen Entwicklung unserer Gemeinde bedeuten und eine Zelt friedlichen Gedeihens und kräftigen Emporstrebens in ihrer Mitte eröffnen! Prag. Mittwoch, am 26. October fand im israelitischen Tempel der Geistgasse die Trauung von Fräulein Ottilie B eji Diener, Tochter De» Cuttns-Prases uuD Landlagsabgeordneten Dr. Ludwig BenDlener, mu Herrn Georges GolDenbaum aus Berlin stau. Sanok, den 22. December 1894. Auf Veranlassung mehrerer hier angesehener juDischer Burger ist eine Voiksleseyalle „Jeschurun" gegrunoel worben. In Den Ausschuß wuroen ernjtimmig gewählt: Dr. Friedrich H erz ig als Pra>eS, Dr. Jacob Andermann als Viceprases, Dr. Salomon Oberlänoer als I. Secretär. Am 10. December sand die seierliche Erossuung des Vereuies statt. Mit einer warmen Ansprache eröfsneie der Präses Dr. Herzig die Sitzung u«D in kurzen Worten erttarle er Den Zweck Des Vereines. Dann ergliss Herr Dr. Anoer mann das Wort in polnischer Sprache uno bal, daß Der Verein zum Wohle oer hiesigen jüdischen Burger gedeihen möge, was sein sehnlichster Wunsch ist. — Das «Schlußwort wuroe Dem Herrn Israel Daviv Herzig erlheilt, welcher nahezu eine Srunoe noer die Mission Des Juoenthums sprach. iLc wuroe hierauf herzlichst beglückwünscht uuD die Versammlung geschlossen. Safsn», Den 25. December. Der velannle Woullhäter der tzlerorligeu Umgebung, Herr Wilhelm F e l v e r, Besitzer oeS Rrtlerkreuzes des Franz JoiesOroeus, Des goldenen Berolenstkreuzes uno Pachter Des k. u. k. Famlllen-FonDs-Eules S as s in, har am 18. December a. c. so wie alljährlich auch heuer alle armen Schulkinder der StaatSjchule, der röm.-kaih. und der israelitischen Schulen m den Gemeinden Sasj in und Sztrazsa Mit warmen Winterkleidern und anoerweltigen BerielDungseffecten' versehen und sich dadurch den Dank aller armen Eltern sowie die Anerkennung aller Schuluud Menschenfreunde auf das Reichlichste erworben. Sambor, 21. December. Aus Grund der von der hohen k. k. Slauyallerei genehmigten Statuten fand am 12. d. M. die constllulrende Versammlung der „Gruppe Sambor" des österreichischen Zlvnsverbandes statt, und erschienen gewählt die Herren Hausbesitzer A. Laden als Präsident, Handeisschulvireclor S. W e i n b e r g als Vlcepräfident, ^uliussecrelär B e ck als Schristsührer für die Landessprache, Herr Culmspräsident Menkes als Schristsührer für die hebräische Sprache, Herr B e ch e r als Eaffler, ferner die Kausteute Jzak M a j e r, Benjamin L a t k e, Jacob Maier, A. Lieberm a n n, N. E i s n e r als Ausschußmuglieder und stud. juria F i n st e r b ach, I. Maier junior und N. G o l d h a mm e r als Ersatzmänner. Herr Weinberg hielt dann eine mit hohem Belsall ausgenommene Eröffnungsrede, die m ein Hoch aus den Reichsratys-Abgeordnelen Dr. Bloch ausklang. In Folge dieser Ansprache waren zahlreiche Beitrittserklärungen, so daß unser Verein bereits mehr als 200 Mitglieder zahlt und die Beitrittserklärungen von Tag zu Tag zunehmen. Dem Beschlüsse des Ausschusses zufolge werden wöchentlich zwei Vorträge, u. zw. einer m hebräischer und einer in polnischer Sprache, gehalten werden. S. L. Sambor, 17. December 1884. Auf Grund des § 19 des Preßgejetzes werden wir ersucht zu constaluen, daß nicht der Zionoerein das Easino ins Leben gerufen hat. Das Casino steht mit dem Zlonverem in keiner Verbindung und der Leseclub ist entstanden noch bevor der Zlonverein gegründet wurde. Lemberg. (Confirmationsfeier.) Am Donnerstag den 20. d. M. feierte der GymnasiastBronislaw I o nasz, Sohn des Bankiers, Handelskammer-, Gemeinde- und Cullusrathes Herrn Moritz Jonasz uno der Frau Salomea Jonasz geb. Llndenbaum, seine Barnuzwah. Der Confirmanl, der m dem vom gottseligen Vater Mojes Jonasz schon seit 35 Jahren im eigenen Hause gegründeten und bisher bestehenden Minjan sowohl als in der Synagoge des hiesigen Waisenhauses Diesen Samstag den 22. d. M. zur Thora aufgerufen wurde, las die umfangreicheHafthorah mit verständnißvoller Betonung. ES darf auch nicht unerwähnt bleiben, Daß nach Der Ceremome am Donnerstag die hiesigen Waisenkinder, unter Aussicht des bewährten Dlreclors Herrn Mandel, von der Familie Jonasz und der achtbaren Großmutter des Consirmanden, Frau Rebeca Llndenbaum, bespeist und lhuen em ansehnliches StlpenDlum zutheil wurde. Bei der am Mittag in der elterlichen Wohnung stattgefundenen Gratulation hielten die anwesendcn Rabbiner Herren Isaak Schmelkes und Dr. Caro Ansprachen an den Consirmanden, der auch ein Enkel des Pne Jehoschua ist, in den Fußtapfen seiner Ahnen und seines Vaters fortzu-

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