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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-12-07 · 49 (7.12.1894) · page 18

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
49 (7.12.1894)
Date
1894-12-07
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Seite 960 Vesterretchiptzr wmtzenptzrtp 0tr. 49 Lugos, 3. December 1894. Der hier allgemein beliebte und geachtete gr.-kath. Bischof Dr. Victor Mihälyi v. Apsia bekam dieser Tage sein Decrel als Erzbischof von B las endo rf. Heule fano sich der Vorstand der hiesigen israelitischen Gemeinde unier Führung des verdienstvollen Präses Israel Löwinger bei dem jüngsten ungarischen Erzbischof ein, um ihm die Glückwünsche d-.r Gemeinde zu übermitteln. Herr Israel Löwinger dankte in emer gehaltvollen Rede für die Fürsorge, die Se. Eminenz stets für das Wohl der Judengememde hegte und beleuchtete in eingehender Weise die Sorge des Bischofs um Aufrechteryallung des guten Einvernehmens zwischen seinen und unseren Glaubensgenossen. Dr. v. Mihalyi, der die Deputation in liebenswürdigster Weise empfing, dankte für die Aufmerksamkeit, versicherte die Herren seines besten Wohlwollens, und bemerkte, daß — wenn auch seine Religion und Stellung ihm den Verkehr mit Juden wenig ermöglichen — er dennoch die wärmsten Sympathien für dieselben hege; er wiederholte emigemale, daß er —ganz abgesehen von den religiösen Anschauungen des Menschen — tu jedem Menschen nur das Ebenbild Gottes sehe. Mit loyalsten Händedrücken entließ er die Deputation, die — wie auch unser ganzes Städtchen — die besten Erinnerungen dem verdienstvollen Scheidenden bewahren werden. Slanttzlau. Dienstag am 18. d. M. findet hier die Trauung von Fräulein Klara Wittels, Tochter des Herrn Alexander Wittels, mit Herrn Dr. Max P i n e l in Wien statt. Trebitsch, 29. November 1894. Die vom deutschen Männergesaiigvereine in Trebits ch veranstaltete Jubiläumsfeier des 30jahrigen Bestandes und der 100. Liedertafel nahm emen würdigen und glänzenden Verlauf. Eingangs der Festrede begrüßte der Obmann Herr Leop. Arnstern die als Gäste anwesenden Vertreter der Behörden und Vereine, den den Bundeschormeisier Herrn Fi b y aus Zn aim, den Ehrenchormeister Herrn Steiner aus G.-M e s e r i t s ch, die lieben Sangesbrüder aus I g l a u, M. B u d w i tz und Z n a i m, und sprach den Dank für ihr Erscheinen aus, welchem die Versammlung unter laufen Bravorufen zustimmte. Mit einem Hoch aus unseren glorreichen Kaiser und Jnlonirung der VolkShymne durch die Milttärcapelle des Jnsaul.-Reg. Nr. 8 wurde das Fest eröffnet. Dre einzelnen Nummern des Programmes unter Leitung des verdienstvollen Ehormeisters A. M i k u n d a kamen exact zum Vorträge und wurden belsälllgst ausgenommen. Insbesondere gilt dies von dem durch 4 Gründer des Vereines vorgeiragenen „Ständchen^ von Abt und der Zugabe „£) mein Oesterreich" von Flby, welch' letzteres der Eomponist persönlich oiriglrte. Unter den zahlreichen Beglückwünschungstelegrammen heben wir unter Anoerem hervor, jene der Ehrenmitglieder Hemrich Subak in Brünn und Leop. Stö tzler in Neu- Rau ß n i tz, dann der Herren Bauer und Schnürmacher in W l e n. Dem nach Abwicklung des Prograinmes stattgesundenen Tanze wurde mit wahrem Feuereifer gehuldigt und fand derselbe erst m der 4. Morgenstunde seinen Abschluß. Der Besuch war ein äußerst zahlreicher, und fanden die zum Verkaufe angebotenen Erinnerungsmedaillen starken Absatz. Es ist nur zu wünschen, daß der Verein in solcher Frische auch sein 50jäyrlges Jubiläum seinerzeit feiere. Berlin, 20. November. Herr Prof. Dr. Hermann Aron, Lehrer der Physik an der vereinigten Ingenieur- und Artilleriefchule, ist zum Geheimen Regierungsrath ernannt worden. Die Auszeichnung erfolgte dem Vernehmen nach für Dienste, die der Gelehrte der Artillerie-PrüsungScommiffion geleistet hat. Professor Aron, der Erfinder des in der ganzen Welt verbreiteten ElektricitätsmefferS, gehört auch dem Lehrkörper der Universität an. Herr Hermann Abraham, der verdienstvolle Begründer und Leiter der israelitischen Volksküche, hat eine Baustelle Gormanstraße 3 erworben und läßt dort ein Haus für wohlthätige Zwecke, insbesondere für die Zwecke der Volksküche erbauen. München, 28. November. Die Nummer 31 des hiesigen antisemitischen „Deutschen Volksblatt" vom 19. April 1894 enthielt unter der Sprtzmarke „Judas Matkabäus" emen Artikel, in welchem ohne Nennung des Namens ein in einer kleinen Garnisonsstadt zu Uebungen der Reserve eingezogener Premierlieutenant jüdischer Confessivn verhöhnt, mit Worten wie „Schmulchen", „Jtzig", „Jüdlein" rc. belegt wurde. Außerdem war noch beigefügt, daß seine Kameraden ihn schon längst zum T.wünschen; aber „das genire einen ordentlichen Makkabäer nicht, der tackelt einfach mit seiner Sarahleben und im Bewußtsein des zukünftigen Hauptmanns ruhig seiner Wege" u. s. rv., kurz, der Officler wurde in einer Weise charaktensirt, daß er in der Achtung seiner Kameraoen verlieren mußte. Eme Nummer dieses Blattes war unter Kreuzband auch dem Gouverneur der Festung Ingolstadt, Generallieutenant v. Sauer und dem Reglmentsadjulanten des 10. Regiments, Premierlieutenant v. Reuter m Ingolstadt, zugegangen, so daß der damals in Ingolstadt zu Uebungen der Reserve als Premierlieutenant beun 10. Regiment emgezogene Kaufmann Moritz Süß-Schülein den Artikel aus seine Person gemünzt betrachtete, umsomehr, als auch die übrigen Personalbeschreibungen auf ihn paßten. Er stellte daher gegen den verantwortlichen Redacleur des „Deutschen Volksblatt" Gustav Geister Klage wegen Beleidigung. Geis ler erklärte, daß ihm jede Absicht, den Privatkläger zu beleidigen, gefehlt habe, da er diesen gar nicht kenne. Im Uebrigen könne sich der Kläger durch den Artikel nicht beleidigt fühlen, weil er in demselben nicht genannt sie und auch der als Zeuge vernommene Brigadecommandeur Generalmajor Lo benh oser nicht angeben konnte, ob zu fraglicher Zeit nicht noch andere Officiere jüdischer Confessivn in anderen Garnisonstädten zu Uebungen eingezogen waren. Das Gericht kam jedoch zu der Ueberzeugung, daß kein anderer als Süß-Schülein in dem Artikel gemeint sein konnte, umsomehr, da gerichtsbekannt sei, daß die im „Deutschen Volksblatt" angegriffenen Personen regelmäßig die betreffende Nummer zugeschickt erhalten und in diesem Falle es zur Evidenz hervorgehe, daß das zu diesem Zwecke beschriebene Couvert mit der Handschrift des Mit der Redaction des „Deutschen Volksblatt" in engster Beziehung stehenden Ingenieurs Weng identisch sei. In Anbetracht der schweren Kränkungen, welche in gänzlich ungerechtfertigter Weise einem zur Uebung emgezogenen Officier an den Kops geschleudert wurden, um ihn der seinen Kameraden zu discrebltlren, glaubte das Gericht, obwohl Geister damals noch nicht wegen Beleidigung vorbestraft war, von einer Geldstrafe abseyen zu müssen, und verurtheille ihn zu einer Gefängnißstrafe von drei Wochen. Gleichzeitig wurde dem Pcivaikläger das Recht zugesprochen, den Urlheilstenor nach Rechlskrafr im „Deutschen Voltsblatt" und m* der „Jngolstädter Zeitung" zu veröffenilichen. München, 23. November. Die baterische Akademie d e r W i s s e n s ch a f t e n hat den außerordentlichen Professor der Mathematik an der hiesigen Universität Herrn Doctor A. P r i n g s h e i m zu ihrem Mitgliede ernannt. Sophia, 30. November. In der heutigen Sitzung der Sobranje wurde aus nichtigen Gründen die Wahl des Abgeordneten des Kreises B a l t s ch i k, Gabe, eines früheren russischen Unterlhanen, des einzigen Juden in der Sobranje, für ungiltig erklärt. Die Conservatlven und die Russensreunde stimmten mit 77 Stimmen geschlossen für die Cassirung der Wahl. Mehrere Redner entwickelten dieselben Theorien wie bei der neulichen Annullirung des Mandates des früheren Oesterreichers T a b o r n o w und sagten, daß Bulgarien viel zu leicht seine Pforten Ausländern geöffnet habe, die dieser Ehre unwürdig sind. Der Abgeordnete für Ba lisch ik, Gabe, legte in längerer Rede dar, daß er vor den russischen Bedrückungen in ein freies Land geflüchtet sei, wo er in schwerer Arbeit als Landwirth Freunde gefunden habe. Er wisse, daß man seine Wahl cassiren werde, aber fein Sohn werde emst von derselben Tribüne sprechen und die Freiheit verlherdigen. Für die Anerkennung der Wahl sprachen nur Liberale und Unabhängige. Feuilleton. Der Vorbeter von Cham. Erzählung aus der Zeit des dreißigjährigen Krieges von S. K o h n, Verfasser von „Gabriel". . (Fortsetzung.) Elke wußte nicht, was sie auf so freundliche Anrede zu erwidern hätte, ihr Verlobter war ihr einziger Berather, und sie blickte schüchtern fragend zu ihm auf, doch Towije ergriff das Wort und sprach: „Weither Herr, Ihr steht in Rang und Stellung so hoch über uns, daß wir uns geehrt fühlen, daß Ihr uns Eure Freundschaft zuwendet. Wir wollen mit ns gggaBgg*jj^jE

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