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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1894-12-07 · 49 (7.12.1894) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
11 (1894)
Issue
49 (7.12.1894)
Date
1894-12-07
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Gerte 948 peptcnntw j^rnijenroirm Nr. 49 da hatten die böhmischen Stände zur selben Zeit keine anderen Schmerzen, als unterthänigst zu bitten, daß an der Prager Universität ein Lehrer der originalböhmischen (soll heißen czechischen) Sprache angestellt werden solle. Der Unterschied zwischen der czechischen und rumänischen Frage besteht nur darin, daß die erstere die bedauerliche Ursache der inneren Nichtconsolidirung Oesterreichs und die Quelle der österreichischen Misöre bildet, während Ungarn gottlob in aller Gemüthsruhe die Zeit abwarten kann, bis das dacoromänische Zeua dorthin geworfen werden wird, wohin es, wie das böhmische Staatsrecht, gehört: in die Rumpelkammer oder bestenfalls in ein Museum historischer Antiquitäten. Eine judenrrine Versicherungs- Gesellschaft. Die wechselseitige Lebensversicherungsonflalt „Janus" in Wien ist eine der ältesten Assecnranzen Oesterreichs und zählte lange Zeit noch zu den lucrativsten. Seit einigen Jabren jedoch sind ibre Erträgnisse im stetigen Rückgang begriffen. Im Jahre 1892 betrug der Gewinn noch fl. 167.407-37, im Jahre 1893 sank derselbe bereits auf fl. 12 973'40. somit auf circa 1 Percent der Prämieneinnobme, welche für Ab- und Erleben rm Jahre 1893 fl. 1,264 940 gegen fl. 1,284.486 im Vorjahre betrug. Also auch in der Prämieneinnahme ein Minus von circa fl. 20000 gegen das Vorjahr. Der reine Zuwachs betrug fl. 1.132.02048 an Verficherungscapital gegen fl. 1,620.569-70 Verficherungscapital im Vorjahre, daher auch der Reinzuwachs ein Minus gegen das Vorjahr von circa fl. 500 000 Capital aufweist. Das bedenklichste Moment ist jedoch die im Berichtjahre eingetretene Uebersterblichkeit! Die wirkliche Sterblichkeit übertraf um fl. 112.273-03 die erwartunasmäßige. Wir wollen nicht annehmen, daß dies auf einen Mangel an Vorsicht seitens der Anstaltsleitung bei der Auswahl der Risken zurückzufübren sei, und hoffen vielmehr, daß die Uebersterblichkeit nicht bald schwinden wird. Die BWHezeit, in welcher der ..Janus" seinen Versicherten 21 Percent Dividende bezahlte, ist vorüber und dürfte schwerlich wiederkehren. Der rapide Niedergang des „Janus" datirt von dem Augenblicke, wo die Gesellschaft daran ging, ihre V-rwaltung judenrein zu machen. Sie entließ ibre jüdischen Beamten und Agenten und schloß sich der clericalen und antisemitischen Propaganda an. Der Anwerbung neuer Versicherungen wurde ein streng confesfioneller Charakter ausgeprägt. Sie ließ Reclame- Broscküren drucken, welche fromme Tractätlein mit geschäftlichen Anpreisungen am Schluffe waren und die merkwürdige Titel trugen: „Der Papst und die Lebensversicherung", „Geistliche Stimmen über die Lebensversicherung." In Ober- Oesterreich. in Salzburg und im glaubensstarken Tirol besorgten die Pfarrer und Capläne die Geschäfte des „Janus". Als im Vorjahre die Gesellschaft wegen der Ausnützung des religiösen Gefühles zu geschäftlichen Zwecken von der Salzburger „Kirchenzeitung" angegriffen wurde, gab der Direktor Klang- Egger die Erklärung ab, daß 1. seit einem Jahre sich kein Rüde im Aufsichtsrathe des „Janus" befinde und daß 2. bei Bestellung der Generalagen tfchaft in Wien in dem betreffenden Inserate die Bemerkung angebracht war, daß die Bewerber christlicher Religion sein müßten. Aber die Entjudung des „Janus" und die schwungvolle Ervloitirung des Christenglaubens hat der Gesellschaft, wie die obiqen Ziffern erweisen, keinen Vortheil, sondern große Verluste gebracht. Die Prämien-Einnahme und der Zuwachs an Verficherungscapital haben fich geradezu sprunghaft vermindert, daqeaen ist eine höchst bedenkliche Uebersterblichkeit eingetreten. Wie ist das zu erklären? Leben die alt-egyptischen Wunder wieder aus? Nicht doch! Die Sache ist sehr einfach. Sämmtliche Affecuranz - Gesellschaften wiffen es, daß die Juden das dankbarste Element für die Lebensversicherung find, daß ihr ausdie unberufene Einmischung des Departements der auswärtigen Angelegenheiten. welches in dem projectirten Kriege gegen Frankreich ganze Provinzen zu erobern wähnte, wurde Kaiser Leopold endlich bewogen, in vielen wesentlichen Punkten nachzugeben, wodurch die dem königlichen Ansehen so tiefe Wunden schlagenden Landtagsartikel von 1790/91 entstanden." Dieser Ausspruch beweist, daß der Sieger von Aspern politisch nicht weitsichtiger war, als Herr von Schmerling. geprägter Familiensinn, ihre Hingebung für Weib und Kind die Bortheile dieser Ärt von Sicherstellung ihrer Lieben für den Fall des Ablebens des Ernährers rasch begriffen hat. Es wird kaum ein neuer jüdischer Hausstand gegründet, ohne daß der junge Familienvater nichteine Polizze für den Todes-oder Erlebensfall nehmen würde. Diese Sorge für die Zukunft der Angehörigen ist den Juden in weitaus höherem Maße eigen als den Christen, und eine Affecuranz-Gesellschaft, welche die Entjudung ihrer Verwaltung durchgeführt hat und auf die Entjudung ihrer Clientel mit Hilfe des Glaubenshaffes hinarbeitet, bringt sich damit naturgemäß um ihre besten Einnahmen. In derselben Weise erklärt sich auch die Thatsacke der Uebersterblichkeit beim „Janus". Es steht ethnologisch und statistisch fest, daß bei den Juden eine verhältnißmäßig weitaus geringere Mortalität herrscht, als bei den Völkern arischer Abstammung. In einer judenreinen Versickerungs-Gesellschaft muß naturgemäß ein höheres Sterblichkeitsverhältniß vorherrschen als in einer solchen, welche bei Abschluß ihrer Versicherungen sich lediglich von dem Ergebnisie der ärztlichen Untersuchung, nicht aber von confeffionellen Rücksichten leiten läßt. Das ist die ganze Erklärung des „Wunders", das sich an dem „Janus" vollzieht. Das 60jährige Jubiläum des israel. Taubstummen-Institutes. Sonntag den 2. d. M. fand im allgemeinen österr. israel. Taubstummen-Jnstitute aus Anlaß seines fünfzigjährigen Bestandes eine erhebende Feier statt. In dem prächtig aeschmückten Festsaale versammelte sich eine große Zahl von Festgästen, unter ihnen der Herr Vicebürgermeister Matzen au er, Landesschulinspector Dr. Ri eg er, Polizeirath B oo g. Gemeinderath Prof. Gierster, Stadtrath Stiaßny, die Bezirksschulinspectoren Hofb auer und Homolatsch, Bezirksvorsteher I. Schober, derBicepräsident der israel.Cultusgemeinde.Gemeinderath Simon, der Vorstand der türkisch-israelitischen Gemeinde Russo,RabbinerDr.J. Wolf, der Rectordes jüdisch-theologischen Seminars Dr. Schwarz. Frau Baronin CH. Königswar t e r, die Freiherren Heinrich und Wilhelm von Königswarter, sowie d r gesammte Vorstand des Institutes. Die Feier wurde vom Herrn Obercantor Singer und dem Tempelchor mit dem Vortrage eines von ihm eigens componirten Psalm eröffnet, worauf der Präses des Instituts-Vorstandes, Hr. Josef Hi eldb ur g h äusser, die Versammlung begrüßte und seiner Freude Ausdruck gab, daß sich die Freunde des Institutes in so großer Zahl eingefunden hatten. Er gedachte des verewigten Gründers der Anstalt. Herrn Hirsch K ollisch, sowie ihres „Mitbegründers" des Herrn kaiserl. Rathes Joel Deutsch, dem es vergönnt sei, an dem Feste theilzunehmen, und ertheilte demselben das Wort, worauf der greise, hochverdiente ehemalige pädagogische Leiter des Institutes die Festrede hielt, worin er in großen Zügen die Entstehung und Entwicklung der Anstalt schilderte und diese Bildungsstätte als Lima mater für Lehrer und Leiter ähnlicher Anstalten in verschiedenen Städten, wie Budapest. London. New-Iork bezeicknete und seine Rede mit der Benediction Schehechijonu schloß. Anhaltender Applaus folgte dieser mit jugendlicher Kraft gehaltenen Ansprache. Im Namen der ehemaligen Zöglinge der Anstalt hielt nun Herr Glas-Graveur Hasterlik folgende Ansprache: Hochverehrte Versammlung! Aus tiefstem Herzen sagen wir, ehemalige Zöglinge dieser Bildungsstätte, Ihnen, hochverehrten Gönnern und Wohlthätern, unseren Dank, daß Sie uns Gelegenheit geben, den heutigen Tag, an welchem ein halbes Jahrhundert segensreicher Humanitäts- und Erziehungsarbeit sich abschließt, festlich zu begehen. An dem weihevollen Tage halten wir uns klar und lebendig vor Augen, daß Sie Ihre Liebe, Fürsorge und Hingebung in reichem Maße jenen hilfsbedürftigen Kindern zutheil werden lasten, welchen die Natur einen der kostbarsten Sinne versagt hat. Wir fühlen es tief, daß nur diesen herrlichen Eigenschaften der werkthätigen Menschenliebe die Anstalt ihr Blühen und Gedeihen zu verdanken hat. Diese Gefühle der Liebe und Aufopferung, welche vor einem halben Jahrhundert die Anstalt ins Leben riefen, sind in Ihrem Herzen wach und rege. Wir verehren in Ihnen die Hüter

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